(Berufs-)Orientierungsverfahren erreichen fast jeden, buchstäblich fast jeden…

Eines vorweg: Wir entwickeln bei CYQUEST Tools und Instrumente, die der Berufs- und/oder Studienorientierung dienen. Ich sage das deshalb, um erst gar nicht den etwaigen Verdacht aufkommen zu lassen, dass ich beim Thema “Berufsorientierung” neutral wäre.

Nein, da wir u.a. mit der Erstellung und dem Betrieb solcher Tools unser Geld verdienen, dürfte ziemlich klar sein, dass ich an deren Sinn glaube und diese entsprechend auch propagiere. Wenn Ihr also die nachfolgenden Zeilen lest, dann preist meine Befangenheit gern gedanklich in die Bewertung ein…

Allerdings ist das, was ich im folgenden darstellen möchte, gar nicht so sehr eine subjektive Abhandlung über Für und Wider von Orientierungstools, sondern es geht um die faktische Verbreitung solcher Instrumente. Es geht also um harte Zahlen. Und die lügen nicht.

(Berufs-)Orientierungsverfahren erreichen fast jeden, buchstäblich fast jeden…

Ich habe einmal drei Beispiele rausgesucht, die verdeutlichen sollen, welchen Verbreitungsgrad Verfahren, die der beruflichen- und Studienorientierung dienen, inzwischen erreicht haben:

SIT – Studiuminteressentest (bei ZEIT ONLINE und auf hochschulkompass.de)

Der SIT ist ein von uns entwickelter Studieninteressentest, der auf ZEIT ONLINE, auf der von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) betriebenen Seite hochschulkompass.de sowie als White-Label-Lösung auf den Websites verschiedener Hochschulen (z.B. Uni Halle Wittenberg oder Uni Innsbruck) im Einsatz ist.

Mit Hilfe des Tests können Studieninteressierte zum einen ihr persönliches Interessenprofil ermitteln und dann in einem zweiten Schritt überprüfen, welche Studiengänge an welchen Hochschulen denn am besten zu den eigenen Interessen passen. Das gute daran: Das Matching erfolgt hierbei auf den bei der HRK hinterlegten Pool an Studiengängen, der wiederum beinahe 100% des gesamten in Deutschland verfügbaren Studienangebots abbildet, weil die HRK selber ja ein Zusammenschluss nahezu aller Hochschulen in Deutschland ist.

Der SIT wurde Anfang 2014 gelauncht und seitdem von mehr als 865.000 Personen (!) vollständig absolviert. Das klingt für sich genommen erstmal schon nach einer recht großen Zahl.

Wenn man sich allerdings vergegenwärtigt, dass in diesem Zeitraum insgesamt rund 2,7 Millionen junge Menschen ein Studium in Deutschland begonnen haben, dann erkennt man, dass die 865.000 SIT-Nutzer beinahe ein Drittel (!) aller Studienanfänger darstellen.

Berufswahltest bei einstieg.com

Wo wir schon mal bei Interessentests sind: Solche lassen sich natürlich nicht nur für Studieninteressen einsetzen, sondern auch und insbesondere zur Ausleuchtung von Berufsinteressen. Da gibt es zwar große Überschneidungen mit Studieninteressen (logisch, da ein Studium in den allermeisten Fällen berufsvorbereitend ist), aber ganz das gleiche ist es eben doch nicht.

Ein solcher Berufsinteressentest findet sich zum Beispiel auf der Website von Einstieg, einem der, wenn nicht dem größten Anbieter von Ausbildungsmessen. Der sog. Berufswahltest basiert wie der oben genannte SIT auf dem von CYQUEST entwickelten Interessentest interest_st, d.h. auch hier kann der Nutzer mit Hilfe des Tests zunächst einmal ein persönliches Interessenprofil ermitteln.

Im Unterschied zum SIT jedoch wird dieses Interessenprofil dann auf Ausbildungsberufe gematcht. Das sind zwar deutlich weniger als verschiedene Studiengänge gibt (wir reden über gut 300 Ausbildungsberufe, die bei den Kammern zugelassen sind, im Gegensatz zu deutlich über 10.000 grundständigen Studiengängen, die die HRK in ihrer Datenbank führt), aber auch 300 sind deutlich zu viele, um sie sich alle einzeln anzuschauen und für sich selber zu bewerten. Also auch hier übernimmt der Test die Funktion einer Abkürzung, weil man sehr viel gezielter die Energie der Orientierung auf diejenigen Berufe konzentrieren kann, die auch mit den eigenen Interessen korrespondieren.

Ein besonders cooles Feature hier: Man bekommt nicht nur zum eigenen Interessenprofil passende Berufsbilder angezeigt, sondern man kann sich zum Beispiel im Vorfeld einer Ausbildungsmesse anzeigen lassen, welche auf der Messe vertretenen Unternehmen denn diese Berufsbilder auch ausbilden. D.h. man kann sich einen dezidierten Laufplan für die Messe erstellen und kann sehr gezielt Aussteller ansteuern, statt planlos über die Messe zu irren.

Der Berufswahltest bei Einstieg wird im Schnitt von ungefähr 800 Personen vollständig absolviert. Und zwar pro Tag!

Um auch diese Zahl einmal einzusortieren: 800 Testteilnehmer pro Tag sind auf ein Jahr hochgerechnet knapp 300.000. Im Jahr beginnen in Deutschland etwas über eine halbe Million junger Menschen eine Berufsausbildung, d.h. knapp 60% aller Azubis eines Jahres absolvieren im Vorwege den Berufswahltest.

Berufsorientierungstest BOT bei ZEIT ONLINE

Aber berufliche Orientierung geht natürlich nicht nur über Interessen bzw. Interessenpassung. So läuft seit inzwischen ziemlich genau zwei Jahren der sog. BOT (Berufsorientierungstest) als zentraler Bestandteil von BOA (Berufsorientierung für Absolventen) auf ZEIT ONLINE.

Der BOT basiert auf dem von CYQUEST entwickelten berufsbezogenen Persönlichkeitstest JobPersonality/Personalitymatcher und misst die persönliche Ausprägung von acht Persönlichkeitsmerkmalen aus drei Bereichen (Motivation, soziale Interaktion und Arbeitsstil). Diesen Messbefund erhalten alle Testnutzer nach Durchlaufen der ca. 90 Items.

Das besondere ist dann jedoch, dass der persönliche Messbefund auf das in BOA verfügbare Stellenangebot gematcht wird. D.h. man bekommt Jobs angezeigt, zu denen die eigene Persönlichkeit gut passt. Das sind dann oft Jobs, nach denen man selber nie gesucht hätte, z.B. weil man das Berufsbild nicht in seinem Relevant Set hatte oder schlichtweg das entsprechende Unternehmen nicht kannte. Wie dieses Matching genau funktioniert, könnt Ihr hier nachlesen.

Der BOT wurde wie gesagt im Herbst 2017 gelauncht und in diesen knapp zwei Jahren von deutlich mehr als 80.000 Personen komplett durchlaufen.

Auch hier eine relative Einordnung: Pro Jahr produziert die deutsche Hochschullandschaft gut 300.000 Absolventen. Die jährlich gut 40.000 Nutzer des BOT stehen also für ca. 13% aller Hochschulabsolventen! Oder anders: Jeder siebte Absolvent Deutschlands nutzt den BOT zur Findung passender Stellen…

Fazit:

Warum schreibe ich das alles? Nun, um zu zeigen, was CYQUEST alles tolles macht natürlich…! Naja, auch.

Vor allem aber geht es mir darum aufzuzeigen, was für ein Potential und was für eine Reichweite in solchen Orientierungstools und damit im zielgerichteten Einsatz von diagnostischen Messinstrumenten steckt.

Natürlich kann man argumentieren, dass sich die hohen Zahlen auf die ohnehin schon große Reichweite der jeweiligen Plattformen zurückführen lassen. Natürlich wird ein Persönlichkeitstest auf ZEIT ONLINE häufiger genutzt werden als in der Gimmeldinger Brühwarm und natürlich erreicht das Angebot der Hochschulrektorenkonferenz mehr junge Menschen als andere Studienorientierungsseiten, hinter der nicht mehr als 400 Hochschulen stehen.

Aber dem muss ich erstens entgegnen, dass die hier genannten drei Beispiele ja bei Weitem nicht alle verfügbaren Angebote sind. So findet sich ein dem SIT ähnlicher Studieninteressentest z.B. auch auf den Webseiten der HAW Hamburg oder der HCU Hamburg, ein dem Berufswahltest ähnlicher Berufsinteressentest auch auf den Karriere-Websites von Lidl oder (demnächst wieder) der Deutschen Telekom oder ein dem BOT ähnlicher berufsbezogener Persönlichkeitstest etwa auf MeinPraktikum.de und Trainee.de. Um nur ein paar zu nennen. Von Matchingtools wie dem BVG Ausbildungsfinder, ElVi´s Ausbildungsfinder des Bundesarbeitgeberverbands der Chemie oder Berufsorientierungspielen (etwa bei DAK, Peek&Cloppenburg, Commerzbank, Deloitte, Lidl, Stadt Hamburg, RWE oder in Kürze apoBank) ganz zu schweigen. Die Gesamtreichweite all dieser Angebote packt also nochmal deutlich was drauf auf die oben zu lesenden Zahlen.

Und zum anderen: All die genannten Seiten nehmen sich solche Tests und Orientierungstools ja nicht aus Jux und Dollerei (oder weil die uns so nett finden) in ihre Angebote, sondern weil diese entsprechend häufig genutzt und nachgefragt werden. Würden diese nicht genutzt, würde man den Platz sicher anders nutzen.

Nein, so gern ich auch Promotion für unsere Tools mache (weil die ja nun mal auch wirklich super sind ;-)), die Nutzer wollen solche Tools ganz offenbar.

Das kann man an Studienergebnissen ablesen oder schlicht an der “Abstimmung mit den Füßen”, Zahlen lügen nicht…

Mir jedenfalls gibt es ein gutes Gefühl, wenn man sieht, dass man mit dem eigenen Tun so vielen Menschen hilft, bessere Zukunftsentscheidungen zu treffen. Von wegen “Purpose” und so… ;-)

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