Beitrags-Archiv für die Kategory 'Studieren an der HAW Hamburg'

studierBAR – Studienorientierung per Mobile App an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Mittwoch, 17. April 2013 8:40

Autor: Jo Diercks.

Nicht nur Employer Branding und Berufsorientierung von Unternehmen, auch die oftmals spiegelbildlichen “Rekrutierungsbemühungen” von Hochschulen, bei denen es darum geht, junge Menschen möglichst in die zu ihnen passenden Studiengänge zu bringen, sind sowohl unser Geschäft als auch regelmäßig Thema hier im Blog. Tatsächlich umfasst die Kategorie “Virtuelle Studienorientierung” inzwischen 116 Artikel, d.h. ein knappes Fünftel aller Beiträge im Recrutainment Blog dreht sich auch hierum.

Studierbar_1

Die Bedeutung der Studienorientierung

Auch wenn viele Personaler das immer nicht so auf dem Schirm haben – virtuelle Studienorientierung und auch “Hochschul-Branding” (also das Bestreben der Hochschulen distinkte Bildungsmarken zu werden, in Analogie zum Employer-Branding der Unternehmen) sind inzwischen richtig große Themen geworden. Kaum eine Hochschule, die nicht detaillierte Corporate Identities erarbeitet hat, kaum eine Hochschule, in der es nicht professionelle Öffentlichkeitsarbeits- und/oder Marketingabteilungen gibt.

Und so überrascht es nicht, dass hier durchaus auch eine ganze Menge Neues entsteht, das auch und gerade Inspiration für Unternehmen bieten kann. Dutzende Universitäten und Fachhochschulen bieten inzwischen sogenannte “OSAs” zur Studienorientierung an, wobei dieses Akronym für “Online SelfAssessment” oder auch – an der Uni Freiburg – “Online Studienwahl Assistent” steht. Diese Instrumente dienen der Information und Selbsttestung im Vorwege einer Studienwahlentscheidung. Zu nennen sind hierbei u.a. der Studienwahl-Navigator der HAW Hamburg oder der Online-Test “Check-in@hrw” der Hochschule Ruhr West.

Jüngstes Beispiel und Beleg dafür, dass auch Hochschulen nicht hinter dem Mond leben, sondern im Gegenteil vielen Unternehmen mittlerweile voraus sind, ist die App “studierBAR” der Technische Hochschule Georg Simon Ohm in Nürnberg. Viele der großen deutschen Unternehmen tun sich ja noch recht schwer mit dem Schritt in die mobile Welt, wie die Mobile-Recruiting Studie von atenta ja kürzlich erst deutlich unterstrichen hat. Virtuelle Studienorientierung hingegen auf das mobile Endgerät zu bringen, diesen Schritt sind durchaus schon einige Hochschulen gegangen.

go2GöEin Beispiel hierfür ist die App “go2Gö” der Uni Göttingen (wer es ausprobieren möchte, der halte seinen QR-Scanner einfach mal auf den Code links), ein anderes wie gesagt die App studierBAR der Ohm Hochschule.

Diese haben wir uns mal ein wenig genauer angeschaut, weil diese nicht nur mit einer Art Selbsttest zur Studienorientierung aufwartet, sondern insg. eine sehr verspielte Anmutung hat – also genau richtig für den Recrutainment Blog…

studierBAR – Studienorientierungstest als mobile App

studierBAR ist eine native App, d.h. es handelt sich nicht um eine mobile Website, die nur so aussieht bzw. bedient wird wie eine App, sondern man installiert diese über den Apple AppStore (für das iPhone, iPod touch und iPad) respektive Google play (für Android Geräte ab Gingerbread Version 2.2. aufwärts).

Hat man die App installiert kommt man relativ schnell zu deren Kern: Man dreht dabei quasi eine Runde durch eine Bar und lernt alle Studiengänge der Ohm-Hochschule, symbolisiert durch verschiedene Avatare kennen. Man lernt immer vier dieser Avatare auf einmal kennen. Dazu werden einem dann jeweils Fragen gestellt, durch deren Beantwortung man jeweils zwei dieser Avatare “rauswirft”. Die Fragen sind dabei jeweils ipsativ, d.h. man erhält auf eine Frage (z.B. “Deine beste Freundin hat Geburtstag. Was schenkst du ihr?”) zwei Handlungsalternativen und muss sich für eine entscheiden.

Studierbar_2

Studierbar_3

Ipsative (Forced Choice) Designs sind offensichtlich momentan sehr angesagt (siehe hierzu z.B. mein eher kritischer Artikel zu Ausbildung.de von letzter Woche), weil diese weniger mit dem Problem der “Sozialerwünschtheit” zu kämpfen haben als andere Persönlichkeitstest-Designs und für den User wirklich schon einfach und schnell zu bearbeiten sind. Diese haben aber oft mit gewissen Reaktanz-Problemen zu kämpfen, weil man als User die intern ablaufenden Bewertungsprozesse gleichsam einer Blackbox nicht mehr nachvollziehen kann und folglich dazu neigt, den Test “schlecht” zu finden, wenn einem das Ergebnis nicht passt. Zudem sind diese Tests methodisch wirklich nicht trivial (Stichwort: probabilistische Testtheorie…).

So hoch hängen die Trauben bei der studierBAR aber wiederum nicht. Hier ist der Mechanismus einfacher:

Es gibt insg 22 Studiengänge. Jeweils 4 davon erscheinen in der ersten Runde wie oben dargestellt und “treten gegeneinander an”. In insg. 6 Runden lässt man jeweils durch die Auswahl der entsprechenden Antwort zwei weiterkommen. Welche ausscheiden und welche verbleiben, kann man dabei ganz gut an den jeweiligen Statements, die doch recht stereotyp sind, ablesen. Da 22 sich nicht ganzzahlig durch 4 teilen lässt, erscheinen zwei Avatare / Studiengänge doppelt. In dieser ersten Runde (der “Blue Lounge”) scheiden somit 10 Studiengänge aus, 12 verbleiben.

Studierbar_8

Mit diesen 12 geht es dann in die zweite Runde, die “Play Bar”. Nach einem ähnliche Schema qualifizieren sich hier in drei Runden wiederum sechs Studiengänge für das “Finale furioso im Light Club”.

Studierbar_9

In zwei Runden definieren sich nach dem bekannten Prinzip die vier Finalisten, also die lt. studierBAR bestpassenden Studiengänge, die die Ohm-Hochschule anzubieten hat.

Studierbar_11

Man kann die Avatare anklicken (übrigens auch während de Ausscheidungsrunden) und erhält dann kurze weiterführende Informationen zu den jeweiligen Studiengängen:

Studierbar_6

Diese Informationen lassen sich auch direkt über eine entsprechende Übersicht an anderer Stelle der App aufrufen.

Studierbar_5

Fazit

Nett. Ich finde die App gelungen. Ich hatte zwar bei mehrfacher Durchführung zum Teil deutlich voneinander abweichende Ergebnisse, was auf eine nicht sonderliche hohe Reliabilität hindeutet, aber im Gegensatz zum Berufscheck bei Ausbildung.de wird hier auch nicht von einem “wissenschaftlichen Test” gesprochen.

Studierbar_12

Die spielerische Aufmachung und auch der Hinweis beim Ergebnis “Passen sie nicht zu dir? Dann dreh doch noch eine Runde durch die studierBAR!” machen mE hinreichend deutlich, dass es sich nicht um ein abschließendes psychologisch valides Studienberatungs-Ergebnis handelt, sondern um eine im besten Wortsinne “Spielerei”, die einem helfen soll, sich in dem unübersichtlichen Angebot besser zurecht zu finden.

Ich persönlich finde die sehr comicartige Darstellung der Avatare/Studiengänge nicht mehr so zeitgemäß, aber da gehen die Geschmäcker nun einmal deutlich auseinander.

Die (zwar wenigen) Bewertungen in den beiden App-Stores von Apple und Google sind durchaus positiv, was auf eine entsprechende Akzeptanz bei der Zielgruppe hindeutet.

Dass die studierBAR App ein gemeinsames Projekt von Studierenden, Professoren und Mitarbeiter/innen der Technischen Hochschule Nürnberg ist, macht das Gesamtprojekt für mich noch sympathischer, drückt es doch zu einem gewissen Grad das “mögliche Miteinander” dort aus.

Thema: Berufsorientierung, Employer Branding, SelfAssessment, Serious Games, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Hochschule Ruhr West, Studieren an der Universität Göttingen, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (2)

Ein (Berufs-)leben und zigtausend Möglichkeiten. Herkulesaufgabe für junge Menschen: Finde den richtigen Beruf!

Dienstag, 19. März 2013 11:00

Autor: Jo Diercks.

Das Wochenende begann am Freitagabend sehr erfreulich, flatterte uns doch ein schöner Auftrag herein, der – wenn fertiggestellt – sicherlich einen substantiellen Beitrag leisten dürfte, die Studienwahlentscheidungen von Studieninteressierten in Deutschland zu verbessern.

Mir ist in diesem Zusammenhang noch einmal sehr deutlich geworden, vor was für einer Herkulesaufgabe junge Menschen heute eigentlich stehen, wenn sich deren Schulzeit dem Ende zuneigt und die Frage “was will ich werden?” immer drohender Gestalt annimmt.

Buchstäblich zigtausend Möglichkeiten

Man könnte ja meinen, dass die omnipräsente Verfügbarkeit an berufsorientierender Information im Internet die Situation für junge Menschen vereinfacht hätte – unsereins hatte ja seinerzeit tatsächlich nicht viel mehr als das persönliche Umfeld und den berühmt-berüchtigten Besuch im BIZ (gab es dafür in der Oberstufe nicht einen Tag frei…?).

Weitgefehlt.

Hochschulkompass_Studiengangssuche

Das Problem mit der Berufsorientierung heutzutage ist nicht ein “zu wenig” an verfügbarer Information, sondern ein “viel zu viel zu viel zu viel”. Wer heute z.B. im Alter von sagen wir mal 16-17 Jahren mit der Perspektive eine Hochschulzugangsberechtigung zu ergattern (also z.B. ein Abitur) vor der Frage steht, welchen Weg er denn mal beruflich einschlagen könnte, dem stehen aktuell (festhalten!) 9.318 grundständige Studienangebote an über 400 Hochschulen (gut 100 Universitäten, gut 200 Fachhochschulen, gut 50 Kunsthochschulen etc.) sowie aktuell 345 anerkannte (d.h. im dualen System ausgebildete) Ausbildungsberufe und nochmal einige Dutzend weitere (außerhalb des dualen Systems z.B. an Berufsfachschulen ausbildende) Ausbildungsberufe zur Auswahl. Hinzu kommt die ständig steigende Anzahl an dualen Studiengängen mit und ohne Kammerabschluss und eine verwirrenden Vielfalt an akademischen Abschlüssen wie Bachelor of Arts, Bachelor of Engineering oder Bachelor of Science (jeweils “in XYZ”).

Man könnte meinen, dass die Studienorientierung bei gut 9000 verschiedenen Studiengängen gegenüber der Ausbildungsorientierung mit “nur” etwa 400 Berufsbildern der schwierigere Job sei. Dabei muss man allerdings berücksichtigen, dass es bei den 9300 Studiengängen ja nicht um wirklich 9000 verschiedene Studiengänge handelt, nur weil sie verschieden heißen. Diese Liste lässt sich sehr gut clustern und auf etwa 100 wirklich distinkte Richtungen verdichten. Ausbildungsberufe lassen sich zwar auch bündeln; mehr als Reduzierung der 400 Berufe auf die knappe Hälfte ist hierbei aber nicht möglich.

Noch mehr Vielfalt? Gut.

Dank des ECTS, also des European Credit Transfer Systems sind Studienleistungen im Rahmen des Bologna Prozesses inzwischen im Europäischen Hochschulraum transferierbar, d.h. man kann Teile seines Studiums hier machen und die erbrachten Leistungen nach dort mitnehmen und anerkennen. Im Prinzip eine absolut begrüßenswerte Entwicklung. Die Komplexität der Entscheidung, welchen Weg man gehen will, erhöht es aber auch noch einmal dramatisch, weil der Möglichkeitenraum dadurch gefühlt eben auch ganz Europa mit seinen vielen Formen der Hochschulausbildung mit umfasst. Mit dem ECVET, also dem European Credit System for Vocational Education and Training entsteht seit einigen Jahren analog ein System, mit dem auch erreichte Qualifikationen der beruflichen Aus- und Weiterbildung europaweit vergleichbarer werden sollen.

Am Anfang steht die Frage: Was will ich eigentlich?

Zu all diesen prinzipiellen Möglichkeiten, die unserem 16-17-jährigen Abiturienten in spe offen stehen gibt es im Internet (und natürlich nicht nur dort) Informationen. Vom Bund, von Ländern, von Regionen, von Einrichtungen, staatlichen wie privaten, von Medien und Blogs und natürlich auch Unternehmen. Alles gut, alles sinnvoll, aber eben auch verwirrend. Wer sich einfach mal so auf Suche macht nach dem Motto: “ich lass mich mal inspirieren”, der wird sehr schnell frustriert abbrechen. Es besteht die Gefahr, dass man ob der Vielfalt an verfügbarer Informationen resigniert und seine Berufsentscheidung letztlich doch wieder von der “Klassikern” leiten lässt: Eltern, Geschwister, Freunde oder Stereotypen… Nicht dass ich falsch verstanden werde – das sind alles auch wichtige Sparringspartner bei der Berufswahl. Aber letztlich entscheidend sind immer die Fragen: “Was will ICH werden?”, “was passt zu mir?”

Hilfestellung durch (berufliche) Interessentests und interaktive Berufsorientierungstools

Bei der Beantwortung der Frage, was einen persönlich eigentlich interessiert und vor allem, was dazu passende (Ausbildungs-)Berufe und Studiengänge sein können, kann ein entsprechender Interessentest helfen. Wir haben einen solchen vor einiger Zeit entwickelt. Wer das mal ausprobieren möchte, der kann dies z.B. auf der Website der HAW Hamburg (im Kontext des Studienangebots der HAW), bei RWE (im Kontext des Ausbildungsangebots von RWE) oder beim Stark-Verlag (übergreifend über alle Studienbereiche) ausprobieren. Ein solcher Interessentest ersetzt nicht die weitere Informationssuche und Recherche (z.B. über ein persönliches Gespräch), aber er kann enorm helfen, aus den 360° an Möglichkeiten einen großen Teil auszublenden, um die verfügbare Energie gleich auf die möglicherweise besser passenden Bereiche zu lenken. Dieser Interessentest wird im Laufe des Jahres nun auch in zwei reichweitenstarke und überregionale Informationsangebote integriert (besagter Auftrag, von dem ich eingangs sprach).

Studieninteressentest

Zum anderen können auch interaktive Berufsorientierungstools, SelfAssessment, Spiele und virtuelle Studienberatungen bei der Suche nach dem bestpassenden Berufsweg helfen. Ich habe vor etwa zwei Jahren erstmals aufgelistet, für welche Berufe wir solche Tools für verschiedenste Kunden schon entwickelt und umgesetzt haben. Diese Liste von damals etwa 30 Berufen habe ich dann vor einem Jahr aktualisiert (wodurch der Umfang dann auf nahezu 100 Berufe, Ausbildungen bzw. Studienrichtungen gestiegen ist). In den letzten zwölf Monaten sind nun natürlich wiederum einige hinzugekommen bzw. gerade dabei fertig zu werden:

Virtuelle_Studienorientierung_Agrarwissenschaften

Berufsorientierungsspiel_FIAN

 

HN-Navigator_Wirtschaftsinformatik

 

Wir haben uns damit nicht nur mit quasi allen Studien- und Ausbildungsberufen einmal inhaltlich befasst, sondern auch für ca. 120 davon interaktive Orientierungstools gebaut. Von der Hoffnung, wirklich den gesamten Kosmos an Berufswegen in dieser Form abbilden zu können, muss man sich ob der schieren Menge aber wohl verabschieden. Das wäre auch eine Aufgabe für Herkules…

Thema: Ausbildung, Berufsorientierung, eRecruiting, SelfAssessment, Serious Games, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Hochschule Niederrhein, Studieren an der Universität Göttingen, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (0)

Hochschule Niederrhein bringt weitere Online-Studienorientierungen an den Start

Donnerstag, 21. Februar 2013 10:06

Autorin: Verena Müller.

„Chemiker sind Pyromanen, die leuchtende Augen bekommen, wenn es irgendwo zischt, knallt, raucht und stinkt“. Damit dieser Irrglaube gar nicht erst entsteht, hat die Hochschule Niederrhein den „HN-Navigator“ des Fachbereichs Chemie initiiert: In einem umfassenden Online-Orientierungsangebot wird über die Berufswelt in diesem Bereich, über Studieninhalte und –anforderungen sowie das Studierendenleben in Krefeld informiert – und das multimedial in Form von Texten, Bildern, Videos und spielerischen Aufgaben mit einem hohen Grad an Interaktivität.

Navigator Chemie

Die Online-Studienorientierung für die Studiengänge Chemieingenieurwesen und Chemie und Biotechnologie ist aber nur eine Applikation, die im Rahmen der aktuellen Ausbaustufe der HN-Navigatoren ins Leben gerufen wurde: Zusammen mit den Online-Studienorientierungen für die Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen, Health Care Management, eHealth und Design stellt sie eine Erweiterung des bisher bereits 13 Bachelorstudiengänge umfassenden Studienorientierungsangebots mit Self-Assessment-Elementen dar – dazu zählen „exotische“ Studiengänge wie Catering und Hospitality Services sowie ingenieur- und wirtschaftwissenschaftliche Informationsangebote gleichermaßen. Weitere HN-Navigatoren für die Studiengänge Textil- und Bekleidungstechnik, Design-Ingenieur und Textile and Clothing Management folgen in Kürze und runden die Plattform ab.

Navigator Design

Zielsetzung der bewährten HN-Navigatoren ist eine intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Neigungen und Interessen sowie dem Thema Studium allgemein, um eine fundierte Studienwahlentscheidung im Vorfeld einer etwaigen Bewerbung treffen zu können. Besser informierte Bewerber reduzieren für die Hochschule das Risiko eines späteren Studienabbruchs, was sich kostenmäßig im wahrsten Sinne des Wortes „auszahlt“. Gleichzeitig stellen die HN-Navigatoren dadurch, dass die Fachbereiche hier ihre Besonderheiten und Vorzüge präsentieren können, ein Marketinginstrument dar – mit dem Ziel der Profilschärfung der Hochschule.

Die Nutzerzahlen der HN-Navigatoren wie beispielsweise auch der virtuellen Studienorientierungen der HAW Hamburg oder etwa der Uni Göttingen belegen nicht nur eine hohe Nachfrage nach derartigen Informationsinstrumenten, sondern sprechen zudem eine deutliche Sprache die Studienwahlsicherheit der Teilnehmenden betreffend: Die Evaluationen zeigen, dass ein Großteil der Nutzer im Anschluss an die Bearbeitung eine höhere Studienwahlsicherheit empfindet und bestärkt in die Bewerbungsphase einsteigt oder eben gerade aufgrund besserer Kenntnisse davon absieht.

Thema: Berufsorientierung, SelfAssessment, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Hochschule Niederrhein, Studieren an der Universität Göttingen, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (0)

FashionWeek live – virtuell und spielerisch Karriere in der Modebranche machen, als Facebook App

Montag, 27. August 2012 8:55

Vielleicht liegt es daran, dass ich in der letzten Zeit zu viele Presseanfragen beantworten musste – zusätzlich zu den bereits aufgezählten Medien wie SPIEGEL, Prosieben oder ORF haben sich in der Zwischenzeit nicht nur einige Branchenblogs (HR Software Blog, Absolventa, Next Gamer, Lead Digital, HR networx), sondern auch weitere Leitmedien wie Handelsblatt, VDI Nachrichten und Wirtschaftswoche auf das Thema “Recruiting Games” aka Recrutainment gestürzt. Auf jeden Fall war mir selber ein spannendes neues Beispiel für den Einsatz von Spieltechniken zur Kommunikation von Berufswelten komplett entgangen. Aber – wozu hat man denn sein Netzwerk? Props to @PM2null Henner Knabenreich für den Tipp.

Worum geht´s? Um die Facebook App “FashionWeek live“. Das Spiel ermöglicht es Facebook-Benutzern, sich eine Karriere in der Modewelt aufzubauen.

Nun, eigentlich ja mehr als naheliegend. Letztlich sind Castingshows im Fernsehen á la “GNTM” auch nichts anderes als gamifizierte Darstellungen des Berufsbilds Model. Wie authentisch das ist, vermag ich nicht wirklich zu sagen, aber dort geht es ja auch nicht wirklich darum einen “realistic preview” zu geben, sondern letztendlich darum, eine gute Show zu bieten, um eine entsprechende Quote zu erreichen.

Wie funktioniert nun aber das FashionWeek live? Man könnte ja meinen, dass es hier diesen Quotendruck nicht gibt und eine wirkliche Chance für unterhaltsame, ja, UND gleichzeitig realitätsnahe Einblicke gibt.

FashionWeek live wurde übrigens von IMG, der Mutterfirma der weltgrößten Modelagentur IMG Models und der englischen Spielefirma 505 Games entwickelt mit dem Ziel, Frauen zwischen 18 und 35 (Zielgruppe) Einblicke in die Berufswelt Mode zu geben.

Der Aufschlag ist groß. Man merkt, dass hier Profis am Werk waren und dabei auch “a bisserl” Budget zur Verfügung stand. Das Spiel ist professionell gestaltet und steht offenkundig auf einer recht ausgereiften Social Game Engine. Spieler von Fliplife oder anderen Social Games finden sich recht schnell zurecht, weil die üblichen Incentivierungsinstrumente (virtuelle Währung, Aufstieg durch Erfahrungspunkte, die Möglichkeit zum Erwerb virtueller Güter etc.) allesamt dabei sind.

Zu Beginn stellt “man” (nein Frau, ich bin froh, dass mich mit meinem Facebook-Account überhaupt anmelden konnte…) seinen Character zusammen. Man kann dabei Ethnie, Gesicht, Gesichtsmerkmale, Frisur etc. bestimmen. Das ist ganz nett, aber auch nicht mehr sooo neu. Anekdote am Rande: Da steht “man kann Gesicht, Ethnie, Gesichtsmerkmale auch später noch verändern, die Startkleidung aber ist ein Geschenk und folglich “mit Bedacht” auszuwählen”. Naja, ein Schelm, der böses dabei denkt – “später veränderbar…”, das versuchen in dieser Branche ja leider nur allzuviele auch im echten Leben ;-). Nun denn.

Hat man das erledigt, bezieht man seine erste Model-Wohnung.

Von hier aus hat man dann alles nötige im Zugriff, d.h. die Wohnung dient als Basis, über die die verschiedenen Spielfeatures aufgerufen werden können. Natürlich interessiert mich an dieser Stelle vor allem der Job! Also, klick auf das Laptop und ich bekomme meinen ersten Job übertragen. In diesem Fall trifft sich das Model Abends locker mit Freunden und meine Aufgabe als Stylist(in…) ist, das Model möglichst passend im “Contemporary Casual”-Style zu kleiden (zu “fitten” sagt man wohl). Was “Contemporary Casual” ist bekommt man übrigens erklärt…

Für verschiedene Kleidungsstücke wie Tops, Hosen, Schuhe etc. bekomme ich jeweils verschiedene Alternativen zur Auswahl und wähle das meiner Meinung nach passendere aus. Jungs, jetzt guckt da nicht so genau hin…! ;-) Auch wenn der gute Jörg Buckmann ja erst kürzlich über “Sex sells, auch im Personalmarketing” geschrieben hat.

Habe ich mein Model entsprechend angezogen, kann es ins Fotostudio, wobei man Pose, Platzierung und Blickfeld verändern kann, um so das perfekte Foto zu schießen und einzureichen.

Je nachdem, wie gut ich mit der Auswahl der Kleidungsstücke und dem Foto den gewünschten Stil treffe – man ahnt es, genau – bekomme ich “Cash” und “XP”, also virtuelles Geld und Erfahrungspunkte. Beides brauche ich im weiteren Spielverlauf, um mir a) virtuelle Güter kaufen zu können (z.B. Outfits für meine Garderobe) und b) sukzessive Levels aufzusteigen und zunehmend anspruchsvollere Aufgaben übertragen zu bekommen.

Okay, (Zwischen-)Fazit:

Da ich erstmal nicht tiefer eingestiegen bin und nicht weitergespielt habe, bin ich mir sicher, dass FashionWeek live noch eine ganze Menge mehr zu bieten hat. So sind wohl auch Modemarken wie DKNY und Ethical Goods mit in das Spiel integriert: Neue Kollektionen sind in den Plot eingebaut, so dass jeder Spieler seine virtuelle Figur nach der neuesten Mode einkleiden und sie für sich selbst bestellen kann. Laut einem Sprecher ist dies “…nicht nur Marketing, sondern auch eine einzigartige Gelegenheit zu sehen und erleben, wie die Spieler ihre Produkte einsetzen. Außerdem bietet es den Modefirmen die Möglichkeit, mit den Benutzern ins Gespräch zu kommen.” In-game Advertising nennt das dann der Fachmann.

Aus Personalmarketingsicht finde ich sehr gelungen, dass man sich inhaltlich mit den übertragenen Aufgaben befassen muss. Auf die anschließende Belohnung muss man zwar teilweise einen Moment warten, aber die Aufgabenbearbeitung nach dem eher stupenden Click & Wait Prinzip entfällt. Dadurch wird FashionWeek live sicherlich ein bisschen mehr “Lean Forward” als das Social Games klassischerweise sind, aber die kommunikative Wirkung ist sicherlich um ein vielfaches höher. Fliplife, bitte nachmachen!

Ich finde es zwar immer schade bis grenzwertig, wenn man Facebook Apps nur im eingeloggten Zustand nutzen kann und wenn diese alle möglichen Dinge aus meinem Profil auslesen wollen (hier leider auch), aber man muss eben durchaus auch einmal anerkennend festhalten, dass bereits mehr als 40.000 Facebook User auf Like gedrückt haben. Virales Potential scheint gegeben.

Also: Insg. ein gelungenes Beispiel für spielerische Berufsorientierung. An PoweRBrands des Konsumgütermultis Reckitt-Benckiser kommt FashionWeek Live aus meiner Sicht aber nicht ran. Die Gestaltung ist sicherlich erheblich moderner, die inhaltliche Tiefe kommt nicht ganz mit.

Wer sich etwas sachlicher mit der Berufswelt der Mode befassen möchte (oder wer vielleicht gar nicht bei Facebook ist, gibt´s ja auch…), der kann ja mal einen Blick in die virtuelle Studienberatung für Bekleidungstechnik an der HAW Hamburg werfen. In Kürze wird es auch eine von Europas größtem Fachbereich für Textil- und Bekleidungstechnik geben, an der Hochschule Niederrhein.

Wer nichts über FashionWeek live verpassen möchte, der kann dem Game übrigens bei Twitter folgen: https://twitter.com/fwlgame. Den Trailer zum Game finde ich zwar nicht so gelungen, möchte ihn aber meinen Lesern natürlich trotzdem nicht vorenthalten. Gux du…

Thema: Berufsorientierung, Serious Games, Social Media HR, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Hochschule Niederrhein, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (0)

Interaktive Berufsorientierung und Selbsttests für zahlreiche Berufs- und Studienrichtungen – ergänzte Übersicht

Mittwoch, 4. April 2012 9:03

Vor knapp einem Jahr haben wir hier mal eine Übersicht über zahlreiche Berufsbilder eingestellt, für die wir in den vergangenen Jahren Berufsorientierungsverfahren, Selbsttests, Spiele oder andere interaktive Verfahren entwickelt haben, die dem Ziel der Verbesserung der Selbstauswahl bei der beruflichen Orientierung dienen.

Die Liste umfasste seinerzeit bereits ca. 30 Berufe – vom Beamten bis zum Wirtschaftsingenieur. In der Zwischenzeit sind nun wieder eine Reihe weiterer Berufsbilder hinzugekommen, so dass ich die Liste gern erweitern möchte:

 

Also, wir haben uns inzwischen intensiv mit nahezu 100 Berufen, Ausbildungen bzw. Studienrichtungen befasst und dazu passende Orientierungsangebote erstellt. Eine ganze Menge. Aber bis wir sie alle haben, ist schon noch ein bißchen was zu tun. Immerhin zählt das Bundesinstitut für Berufsbildung aktuell allein 344 Ausbildungsberufe, von Studiengängen ganz zu schweigen, listet doch der Hochschulkompass der HRK für Deutschland aktuell fast 9400 grundständige und mehr als 6700 weiterführende Studiengänge an 388 Hochschulen in 171 Orten auf… Na dann, weiter geht´s!

Thema: Ausbildung, Berufsorientierung, Commerzbank Karriere, Deutsche Bahn Karriere, Employer Branding, Lufthansa Karriere, RWE Karriere, SelfAssessment, Serious Games, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Universität Göttingen, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (1)

HAW Hamburg erweitert Online-Studienorientierung um Angebot für internationale Studieninteressierte

Montag, 13. Februar 2012 9:00

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg zählt zu den Vorreitern beim Einsatz von internetbasierten Orientierungsangeboten zur Verbesserung der Studienwahl. Seit 2006 wurden Orientierungseinheiten für insg. 31 Studiengänge an der HAW geschaffen, die detailliert über die hinter den Studiengängen stehenden Berufswelten, die Studieninhalte und -organisation sowie Aspekte der jeweiligen Studienkultur informieren. Die fachlichen Anforderungen der jeweiligen Studiengänge werden über Selbsttests und SelfAssessments zum Ausprobieren vermittelt.

Wer noch nicht genau weiß, ob ein Studium an der HAW für ihn das richtige ist oder wer nicht genau weiß, welcher Studiengang zu den individuellen Interessen passt, für den bietet die HAW eine sehr umfängliche “Orientierung vor der Orientierung”. Der “Studienwahl-Navigator” bietet neben einem interaktiven Erwartungsabgleich und einer thematischen Vorstellung verschiedener Studienrichtungen vor allem einen Studieninteressentest. Seit dem Start des Systems haben bereits 100.000 Studieninteressierte namentlich registriert sowie weitere etwa 200.000 über den anonymen Gastzugang von dem Angebot Gebrauch gemacht.

Nun ist das Gesamtangebot erweitert worden um ein virtuelles Orientierungsangebot speziell für Studieninteressierte aus dem Ausland.

Das Angebot nimmt den Nutzer mit auf eine Reise durch verschiedene Themen, die speziell aus Sicht von ausländischen Studieninteressierten von Interesse sind: Neben einer Vorstellung der HAW als Hochschule sind das vor allem:

- Infos zum Bewerbungsverfahren (Motivationsschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsunterlagen),

- zum Studieren an der HAW (Vorlesungen, Seminare, Labor-Praktika, Fachtutorien, Tipps für ein erfolgreiches Studium etc.),

- Serviceeinrichtungen wie das International Office.

Bei der Vorstellung dieser Inhalte kommen in umfangreichem Maß ausländische Studierende der HAW selbst zu Wort. Die insg. 11 Studierenden kommen z.B. aus Malaysia, Indien, China, Uganda, Bulgarien, Kamerun oder Thailand. Das verwendete Stilmittel dabei ist Video, d.h. die gezeigten Personen berichten im Storytelling und werden so zu einer Projektionsfläche für den Betrachter (…”könnte/wollte ich das sein?”…).

Abgerundet werden die Informationen durch das Thememodul “Erste Eindrücke in Deutschland”. Darin wird dem Nutzer ein kleiner Selbsttest angeboten, worin z.B. Einschätzungen zu den Fragen, wie Verabredungen im jeweiligen Land getroffen werden (spontan oder geplant), wie das öffentliche Leben organisiert wird (gründlich versus improvisiert) oder wie mit Hierarchien umgegangen wird, vorzunehmen sind. Als Feedback auf die individuellen Einschätzungen erhält der User dann – wiederum in Videoform – dazu passende Einschätzungen der verschiedenen im Angebot auftretenden ausländischen Studierenden.

Die insg. 38 in dieser “interaktiven Landeskunde” verarbeiteten Videos sind inzwischen auch in den Youtube-Kanal der HAW integriert. Die dort insg. zu sehenden 124 Videos wurden insg. bereits über 95.000 mal abgerufen.

Thema: Berufsorientierung, SelfAssessment, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (0)

Vorlesungsreihe für 8 bis 12 Jährige an der HAW Hamburg – „Technik für Kinder. Faszination Fliegen“

Donnerstag, 2. Februar 2012 13:59

Letzte Woche hatten wir das Thema der (früh-)kindlichen Berufsorientierung ja schon anhand des Beispiels der Buchfiguren “HelleWecks”. Dazu sehr gut passt nun auch sehr gut die Vorlesungsreihe “Faszination Fliegen”, die die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg in Zusammenarbeit mit der Qualifizierungsoffensive Luftfahrtindustrie im Rahmen des Luftfahrtclusters Metropolregion Hamburg e.V. entwickelt hat nun bereits zum siebten Mal an den Start bringt.

Wie kann ein Flugzeug mit rund 350.000 Kilogramm Gewicht überhaupt fliegen? Das erklärt z.B. Professor Detlef Schulze am Mittwoch, 8. Februar 2012 um 16:30 Uhr in der HAW am Berliner Tor in Hamburg. Die 200 Mini-Studenten erfahren in den weiteren Veranstaltungen z.B. wie man ein Flugzeug steuert, wie wichtig dabei Flügel, Antrieb, Ruder und Klappen sind, warum zwei Piloten im Cockpit sitzen oder wie man in 10.000 m Höhe lebt.

Alle Veranstaltungen der Reihe auf einen Blick:
Mittwoch, 8. Februar 2012 „Warum fliegt ein Flugzeug?“ von Prof. Detlef Schulze
Mittwoch, 15. Februar 2012 „Wie lebe ich in 10.000 m Höhe?“ von Prof. Gordon Konieczny
Mittwoch, 22. Februar 2012: „Wie macht man eine Flugzeugkabine leise?“ von Prof. Wolfgang Gleine
Mittwoch, 29. Februar 2012: „Wo ist Elektronik in der Flugzeugkabine?“ von Prof. Mark Wiegmann
Mittwoch, 7. März 2012: „Warum sitzen zwei Piloten im Cockpit?“ von A380 Pilotin Kerstin Felser
Mittwoch, 21. März 2012: „ Technik zum Anfassen“ (Praxistag an mehreren Standorten)

Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren können im Zeitraum zwischen vom 8. Februar bis zum 21. März 2012 die Vorlesungsreihe besuchen. Aber es gilt nicht nur zuzuhören, sondern das Gehörte wird in einem abwechslungsreichen, praktischen Rahmenprogramm weiter vertieft. Studierende sowie Auszubildende aus der Luftfahrt stehen Rede und Antwort.

Die Veranstaltungen sind für Kinder und deren Eltern kostenlos, andere Besucher zahlen für die Vorlesungen 2,50 € und für den abschließenden Praxistag am 21. März 3,50 €.

Weitere Informationen und Karten für die Veranstaltungen sind zu finden unter: www.faszination-fuer-technik.de. Dort finden sich auch umfangreiche Infos zum “Faszination Technik Klub“, der Veranstaltungen rund um das Thema Technik für die Altersgruppen 8-12 und 13-16 Jahren von Unternehmen, Hochschulen, Verbänden, der Handelskammer Hamburg, Behörden und Vereinen der Metropolregion Hamburg anbietet.

Wer vielleicht schon etwas weiter ist und sich mit dem Gedanken trägt Flugzeugbau zu studieren, dem sei die virtuelle Studienberatung für diesen Studiengang ans Herz gelegt.

Thema: Ausbildung, Berufsorientierung, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Vorträge und Veranstaltungen | Kommentare (0)

Der Recrutainment Jahresrückblick – Teil 2: Juli bis Dezember 2011

Donnerstag, 29. Dezember 2011 11:56

Kurz vor Weihnachten – exakt 9 Minuten vor Heiligabend – erschien ja der Recrutainment Jahresrückblick Teil 1 mit den Monaten Januar bis Juni, hier nun rechtzeitig vor´m Jahreswechsel Part Two mit dem restlichen Jahr. Das wird dann Blogpost 114 für dieses Jahr sein und – sofern nicht noch irgendetwas wirklich revolutionäres vor Sylvester passiert – für dieses Jahr auch der letzte. Also…

Juli:

Neben dem Onlinestart der ersten beiden virtuellen Studienorientierungsmodule an der Uni Göttingen, einem Thema, das ich ja mit den Einträgen zum Februar schon gestreift habe, waren es vor allem zwei Beiträge, die den Juli besonders gemacht haben:

Zum einen fiel mir in dem Monat eine Infografik in die Hände, die einmal in sehr schöner Weise den Zusammenhang von “Spiel” und “Arbeit” illustrierte und dies im Kontext des Flow-Konzepts nach Mihaly Csikszentmihalyi tat. Nun, für uns ist dieses Konzept nicht wirklich neu, wir nennen uns ja seit numher nahezu 13 Jahren “Recrutainment Company”. Was aber dieses Jahr besonders war, ist dass Gamification Mainstream wurde. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass wir vor einigen Jahren noch sehr viel Stirnrunzeln geerntet haben nach dem Motto: “Sie können doch nicht so etwas ernsthaftes wie Rekrutierung mit so einem Spiel…” usw. Ich würde zwar mal vermuten, dass Gamification erst in 2012 ein ähnliches Hypethema in Marketing- (und immer etwas zeitversetzt auch in Personaler-)kreisen wird, wie es Social Media in 2010/11 war, aber wie ich an unserer Bilanz und an den wirklich zahlreichen Nachfragen nach Vortrags- oder Seminarbeiträgen hierzu ablesen konnte, war es auch in diesem Jahr schon in sehr vielen Köpfen angekommen. Die zahlreichen Praxisbeispiele für Serious Games in diesem Bereich – von einem britischen Geheimdienst, über eine große Anwaltskanzlei bis zur größten deutschen Airline – sprechen eine deutliche Sprache.

Der zweite besonders hervorzuhebende Beitrag im Juli war der Gastartikel von Thomas Helmke zu der Frage, inwieweit sich Background Checks von Kandidaten als Personalauswahlinstrument eignen. Neben der natürlich omnipräsenten Frage des Datenschutzes, z.B. in sozialen Netzwerken, sicherlich einem der Megathemen 2011 im Blog meiner Frau, geht der Beitrag von Thomas Helmke nämlich auch der Frage nach, was sich über Bewerber Background Checks eigentlich wirklich handfestes – prognostisch valides – über einen Kandidaten herausfinden lässt. Statt also dieses Thema nur tagespolitisch zu bewerten (was darf der Personaler eigentlich checken?), wird die Frage eignungsdiagnostisch gestellt: “Was genau bringt es dem Personaler überhaupt?”. Das hat mir gut gefallen.

August:

Im August ging zum einen der Haniel Wertekompass online, eines derjenigen Projekte, die uns im ersten Halbjahr sehr auf Trab gehalten haben und ebenfalls ein weiterer Beleg für den oben beschriebenen Trend, Personalmarketing-Inhalte spielerisch-simulativ erlebbar zu machen bzw. so die Selbstauswahl zu fördern.

Das zweite Thema, das ich im August besonders hervorheben möchte, ist der Onlinestart des Online-Assessment Verfahrens “Phasenprüfer” bei E.ON.

Es mag sich beim Lesen des bisherigen Jahresrückblicks ja ein wenig der Eindruck aufgedrängt haben, dass es dieses Jahr nur um SelfAssessments oder Serious Games ging. Dass es bei allen Bemühungen um unterhaltsames Personalmarketing, 2011 aber auf dem Markt der “wirklichen Auswahltestung”, also dem Einsatz eignungsdiagnostischer Testverfahren zur Kandidatenvorauswahl, weiterging, zeigte E.ON, bzw. konkreter die Kraftwerksparte von E.ON. Ein Phasenprüfer ist “ein kleines, einfaches Prüfmittel zum Feststellen von Wechselspannungen im Niederspannungsbereich. E.ON hat dieses also durchaus zum Stromgeschäft passende Gerät metaphorisch als Bezeichnung für das Online-Testverfahren verwendet, handelt es sich doch auch dabei um eine Art “Prüfung” in einer wichtigen “Phase”, nämlich der Bewerbung um einen Berufseinstieg.

Der “Phasenprüfer” ist eine Kombination aus Auswahltest (mit dem Schwerpunkt der Überprüfung kognitiver Leistungsfähigkeit und spezieller Wissensaspekte) und Personalmarketinginstrument. Zwischen den einzelnen Testmodulen stellen nämlich einige E.ON Azubis das Unternehmen und ihre jeweiligen Ausbildungsberufe und -bereiche vor.

Wenn man so will ist dieser Auswahltest ein weiteres praktisches Beispiel für den Anspruch, dass der gesamte Auswahlprozess ansprechend gestaltet sein sollte, nicht nur die bunten Bilder des Personalmarketings.

September:

Im September habe ich anlässlich des zweifelsfrei amüsanten und erfolgreichen Videos “Media Entrepreneurs” des Axel Springer Verlags die Frage aufgeworfen, ob Employer Branding überraschend sein müsse. In diese Richtung ging nämlich ein Statement von Dr. Lutz Meyer auf dem HRM Forum HR-Kommunikation. Nun, diese Frage wurde dann auch recht umfänglich diskutiert. Der Tenor der Employer Branding Szene war eigentlich recht eindeutig, dass es beim Employer Branding nicht so sehr auf den Effekt, den aktivierende Impuls bzw. das Überraschungsmoment ankommt, sondern im Sinne der Markenbildung eben um eine nachhaltige und eindeutige Positionierung des Unternehmens als Brand. Überraschung kann den Kopf in eine gewisse Richtung drehen, insofern liegt darin ggf. eine notwendige Bedingung, die Botschaft selber sollte dann aber stimmig sein, erst dann wird es “hinreichend”. Insofern ist in dem Video an sich selber wohl noch kein “gutes” Employer Branding zu sehen, allenfalls gute “Werbung”. Eingepasst in eine stimmige Gesamtkampagne jedoch kann ein solcher aktivierender Impuls auch im Employer Branding allenthalben Sinn machen. Und das scheint mit der Springer-Kampagne “Mit Bling Bling zum Erfolg” in der Tat ganz gut zu gelingen.

Neben der Frage nach dem Überraschungsmoment war das Thema “Social Recruiting” im September prägend. Erstens fiel mir hierzu eine recht schöne Infografik von Jobvite in die Hände, welche den Stand des Themas in den USA recht schön zusammenfasst, zum anderen knackte das Interview hierzu mit Beesocial-GF Sven Wiesner mit 58 Facebook-Likes den diesbezüglichen Rekord im Recrutainment Blog. Sven´s Beschreibung der eigenen Erfahrungen mit der Rekrutierung in und über Social Media waren somit auch der mit großem Abstand meistgelesene Artikel im September.

Oktober:

Im Oktober gab es inbesondere im Zusammenhang mit dem Start der Daimler AG als zweitem realen Unternehmen in dem Social Game mal wieder Neuigkeiten zum Thema fliplife.

Für uns war der Oktober aber auch deshalb ein besonderer Monat, weil gleich zwei der großen Projekte des Jahres online gingen: Die Fresenius SE startete den “Fresenius Navigator”, eine Kombination aus virtuellem Unternehmensrundgang durch die verschiedenen Konzern-Unternehmen und Selbsttest, ob man zu Fresenius passt.

Zweitens konnten wir im Oktober endlich den “Studienwahl-Navigator” für die HAW Hamburg fertigstellen. Nachdem wir ja über die letzten inzwischen fünf Jahre virtuelle Studienorientierungsmodule für inzwischen 31 Studiengänge an der HAW umgesetzt haben, stellt der Studienwahl-Navigator soz. den Schlussstein des Gesamtprojekts dar. Der Studienwahl-Navigator fungiert quasi als eine Art “Beratung vor der Beratung” und bietet Studieninteressierten verschiedene Einstiege in die Orientierung: Diejenigen, die noch nicht wissen, ob ein Studium überhaupt das Richtige für sie ist, erhalten Antworten in einem Erwartungsabgleich. Wer die Frage, ob er studieren soll, für sich selber schon bejaht hat, aber noch nicht weiß, welcher Studiengang zu den eigenen Interessen passt, der wird über einen Studieninteressentest bedient.

Wer schon weiß, welche Richtung ihn interessiert, der kann sich die von der HAW in diesem Bereich angebotenen Studiengänge im “HAW-Universum” anzeigen lassen und wer schließlich seinen Wunschstudiengang schon kennt, sich hierüber aber detailliert informieren möchte, der kann natürlich in den studiengangsindividuellen Navigator einsteigen. In Summe stellt der Auftritt ein sehr umfängliches Instrument der Studienorientierung dar. Wie sich dann weiter unten im Dezember zeigen wird, lassen sich weite Teile dieser Konstruktion auch auf den Kontext der Berufsorientierung übertragen…

Ach ja, das Interview mit Nina Diercks zum Thema Social Media Recht soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, waren doch die rechtlichen Implikationen des Social Web in 2011 auch eines der die Diskussion zunehmend prägenden Themen. Wen das im Detail interessiert, dem sei auch ihr Jahresrückblick noch einmal entsprechend ans Herz gelegt.

November:

Der November war bei stark geprägt durch das CYQUEST Praxisseminar am 22.11. Bei der halbtägigen Veranstaltung im Grand-Elysée erhielten die ca. 65 Teilnehmer überaus praxisnahe Einblicke in aktuellen Entwicklungen rund um das Thema “Recrutainment”. Ibrahim Evsan gab Einblick, wie sich fliplife in Zukunft weiterentwickeln wird, RWE stellte exklusiv und vorab den neuen Azubi-Channel der Karriere-Website vor, Potentialpark gab dazu passend Hintergrundinformationenn, was eine “gute” Karriere-Website eigentlich ausmacht, die Uni Göttingen beleuchtete das Thema “virtuelle Studienorientierung” und auch das Thema “Social Media Recht” fehlte nicht. Wenn man so will war das Praxisseminar also eine Art “Live-Zusammenfassung” der Jahresthemen.

Aus dem November möchte ich aber auch noch eine andere Geschichte besonders herausstreichen: Nämlich den Beitrag über die Aktion “Vielfalt Mann!”, mit der die Hamburger Kitas um männliche Erzieher werben. Ich habe das überschrieben mit “Berufsbilder gegen den Kamm gebürstet”, weil es eben immer noch stereotyp ist, dass ErzieherIN ein Frauenberuf ist. Von solchen unverkrampften Kampagnen kann es aus meiner Sicht durchaus mehr geben. Dazu passte auch ganz gut, dass gestern bekannt wurde, dass 55% aller BUFDIs (also Teilnehmer am Bundesfreiwlligendienst) männlich sind. Es tut sich was im Rollenverständnis der Geschlechter, auch ohne Quote…

Dezember:

Womit wir im Dezember und damit ja quasi im Jetzt angekommen wären. Für uns war der Dezember noch einmal sehr stark geprägt durch den Online-Start verschiedener Projekte, die uns eigentlich das gesamte Jahr hindurch beschäftigt haben: Zum einen war da das “Spiel zur Berufsorientierung” der Lufthansa, zweitens der oben schon genannte Azubi-Channel von RWE und drittens (psst…, wird erst im Januar offiziell) der Relaunch des Berufsorientierungsspiels “Probier dich aus!” der Commerzbank.

Daneben ragte natürlich das Interview mit Google Pressesprecher “@frischkopp” Stefan Keuchel im Dezember heraus, der uns einen kleinen Blick hinter die Kulissen des Arbeitgebers Google gab.

So, geschafft, nicht nur den Rückblick in zwei Teilen, sondern auch das Jahr. Wie heißt es so schön, nach dem Jahr ist vor dem Jahr. 2012 wirft seine Schatten (wo Schatten sind, muss ja entsprechend auch viel Licht sein) voraus. 2012 wird sicher wieder eine ganze Menge Neues bringen. Wenn ich so daran denk, kann ich´s eigentlich kaum erwarten…

Thema: Ausbildung, Ausbildung bei E.ON, Berufsorientierung, eAssessment, Employer Branding, Fresenius Karriere, Haniel Karriere, Lufthansa Karriere, RWE Karriere, SelfAssessment, Serious Games, Social Media HR, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Universität Göttingen, Virtuelle Studienberatung, Vorträge und Veranstaltungen | Kommentare (0)

Soll ich studieren? Was soll ich studieren? “Studienwahl-Navigator” der HAW Hamburg liefert Antworten

Samstag, 1. Oktober 2011 9:29

Seit einigen Jahren betreiben wir für die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg die sog. “HAW-Navigatoren” zur Studienorientierung. Es handelt sich dabei um virtuelle Studienorientierungsangebote, mit deren Hilfe man wesentliche Elemente der Studiengänge kennenlernen und über Selbsttests herausfinden kann, was man in dem jeweiligen Studiengang macht und welche Niveaus dabei gefordert werden. Mittlerweile stehen einzelne Beratungsmodule für 31 Studiengänge zur Verfügung.

Nun ist es allerdings natürlich so, dass nicht zwingend jeder Studieninteressierte schon weiß, welcher Studiengang denn möglicherweise etwas für ihn sein könnte. Folglich würde es diesen Personen auch nicht wirklich helfen zu sagen: “Arbeite dich doch einfach durch die 31 virtuellen Orientierungsangebote und wenn du fertig bist, dann weißt du es ja…” Die durchschnittliche Nettonutzungsdauer eines Studiengang-Navigators liegt bei mehr als einer Stunde, ein solches Vorgehen wäre mithin kaum zumutbar.

Deshalb bietet die HAW Hamburg nun weitere Hilfestellungen an, quasi als “Orientierung vor der Orientierung”. Der Bereich “Studienwahl-Navigator” im neuen Webauftritt der HAW fungiert quasi als eine Art “Meta-Navigator”. Was bietet er konkret?

Studieninteressierte, die sich fragen, ob ein Studium überhaupt das Richtige für sie ist, werden über den Menüpunkt “Studium: Ja oder Nein?” abgeholt. Eine Frage-Antwort-Liste bietet dabei detaillierte Antworten auf Fragen aus den Bereichen:

  • Ist ein Studium das Richtige für mich?
  • Hochschule für Angewandte Wissenschaften oder Universität?
  • Wie läuft ein Studium ab?
  • Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

Es gibt zahlreiche Studieninteressierte, die für sich die Frage ob sie studieren wollen, bejaht haben, aber nicht wissen, welcher Studiengang denn zu ihnen passt. Diese Nutzergruppe wird über den Bereich “Studium: Ja! Was sind meine Interessen? adressiert. Dahinter verbirgt sich ein Studieninteressentest, mit dem man herausfinden kann, welcher Studiengang den eigenen Interessen entspricht. Hierbei wird ein Studieninteressentest eingesetzt, den CYQUEST 2009/2010 auf Basis des sog. „RIASEC“-Modells nach John L. Holland entwickelt und fortlaufend evaluiert hat:

Nach dem RIASEC-Modell lassen sich Personen im westlichen Kulturkreis in Abhängigkeit ihrer individuellen Ausprägung der folgenden sechs Interessensdimensionen unterscheiden:

  • Technisch-handwerkliche Interessen (R – realistic)
  • Wissenschaftlich-forschende Interessen (I – investigative)
  • Künstlerisch-kreative Interessen (A – artistic)
  • Soziale Interessen (S – social)
  • Wirtschaftlich-unternehmerische Interessen (E – entrepreneurial)
  • Administrativ-verwaltende Interessen (C – conventional)

Jedes dieser Interessen ist in jeder Person vorhanden, aber in unterschiedlicher Ausprägung und Reihenfolge. Beispielsweise beschreibt der Holland-Code ECR eine Person, deren unternehmerisches, administrative-verwaltendes und praktisch-technisches Interesse besonders ausgeprägt sind.

Auch Berufsbilder und Studiengänge lassen sich hinsichtlich dieser sechs Interessendimensionen beschreiben, nämlich je nachdem, welche dieser Interessen in welcher Rangfolge durch die Studieninhalte bedient werden. Gemäß der Kongruenzhypothese des Holland-Modells suchen Personen nach Umwelten, die es ihnen gestatten, ihre Fähigkeiten anzuwenden sowie ihren Werten und Einstellungen nachzugehen. Sie vermeiden Umwelten, in denen dies nicht möglich ist. Das bedeutet, dass Menschen in Berufen oder Studiengängen ihre Bestimmung finden, die mit ihren dominanten Interessenscharakteristika übereinstimmen.

Der CYQUEST Studieninteressentest besteht aus 72 Items, die verschiedene berufliche Tätigkeiten repräsentieren und hinter denen sich die sechs Interessendimensionen verbergen. Die Teilnehmer sollen für sich entscheiden, wie stark sie sich für die einzelnen beruflichen Tätigkeiten interessieren. Dazu geben sie auf einer Skala von 0 (gar kein Interesse) bis 100 (sehr großes Interesse) an, welche Ausprägung bei ihnen zutrifft. Dieses Antwortformat ist zehnfach abgestuft und durch entsprechende Ziffernzuordnung wird die Intervallqualität der Skala unterstützt.

Nachdem der Nutzer die 72 beruflichen Tätigkeiten eingeschätzt hat, erhält er eine Rückmeldung. Die Auswertung besteht aus zwei Teilen:

  • Dem individuellen Interessenprofil.

  • Konkreten Empfehlungen für die Studienwahl. Hier werden Studiengänge aus dem Studienangebot der HAW Hamburg vorgeschlagen, die besonders gut zum individuellen Interessenprofil passen.

Der Studiengang, der ganz oben steht, weist die größte Übereinstimmung zu den individuellen Interessen auf. Den Grad der Übereinstimmung kann man an der Skala rechts erkennen. Ein Klick auf „weitere Informationen” führt den Nutzer zu einer Kurzbeschreibung des jeweiligen Studiengangs, den sog. “Registerkarten”.

Bei den Registerkarten handelt es sich um kurze Darstellungen des jeweiligen Studiengangs, heruntergebrochen in die Kapitel “Allgemeine Beschreibung”, “Studienaufbau”, “Interessen und Fahigkeiten” und “Berufswelt”. Die Inhalte sind problemlos in wenigen Minuten zu erfassen. Wenn man so will sind die Registerkarten folglich eine Kurzversion der detaillierten Studiengangs-Navigatoren (“HAW-Navigatoren”). Wer an dieser Stelle meint, möglicherweise einen passenden Studiengang gefunden zu haben, der kann direkt über die Registerkarte den HAW-Navigator zu dem entsprechenden Studiengang aufrufen und sich detailliert mit den dort enthaltenen Informationen auseinandersetzen.

Drittens gibt es Studieninteressierte, die zwar eine gewisse Studienrichtung favorisieren, aber nicht genau wissen, welche Studiengänge sich eigentlich konkret dahinter verbergen. Diese Nutzergruppe wird über den Bereich “Studium: Ja! Interessenbereich: Klar! Welche Studiengänge gibt es in meinem Interessenbereich? abgeholt. Hier werden die sieben Studienfelder, in denen die HAW Studiengänge anzubieten hat, quasi das “HAW-Universum” sortiert angeboten:

  • Gesundheit und Ernährung
  • Wirtschaft
  • Soziales
  • Informatik
  • Design
  • Technik
  • Informations- und Medienwissenschaften

Diese Sortierung entspricht dabei bewusst nicht der Einteilung der Fakultäten an der Hochschule. Vielmehr denkt diese Einteilung “vom Nutzer her” und sortiert die Studienfelder entsprechend der bei Nutzern vorhandenen Interessenrichtungen.

Bei Klick auf einen der Bereiche öffnet sich eine Übersicht, der sich dahinter verbergenden Studiengänge.

Klickt man dann einen Studiengang an, öffnet sich wiederum die bereits weiter oben beschriebene Registerkarte hierzu. Diese liefert selbst einen informatorischen Überblick, ermöglicht dann aber auch den Einstieg in den detaillierten studiengangbezogenen HAW-Navigator.

Man erkennt, dass die verschiedenen im “Meta-Navigator” angebotenen Instrumente letztlich auch alle wieder zu den detaillierten Studiengangs-Navigatoren führen. Der Unterschied ist dabei allerdings, dass sie jeweils zu den passenden Navigatoren führen. Statt also den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu erkennen, unterstützen die verschiedenen Navigationshilfen letztlich die Suche nach dem “richtigen Baum”.

Natürlich gibt es auch weiterhin Studieninteressierte, die schon sehr genau wissen, welcher Studiengang für sie in Frage kommen könnte und die sich gezielt und vertieft über diesen informieren möchten. Diese Nutzer können schließlich über den Bereich “Studium: Ja! Interessenbereich: Klar! Studiengang gefunden! Passt der Studiengang zu mir? gezielt aus einer Liste den studiengangsspezifischen Navigator auswählen und anschließend durchlaufen. Wer sich für eine detaillierte Beschreibung der studiengangsspezifischen HAW-Navigatoren interessiert, dem sei dieser Fachartikel ans Herz gelegt.

Abschließende Bemerkung: Es handelt sich bei dem gesamten Angebot der HAW nicht um den Versuch, die persönliche Studienberatung in irgendeiner Form zu ersetzen. Vielmehr handelt es sich um ein die persönliche Beratung ergänzendes Instrument, ganz im Sinne eines Blended-Ansatzes.

Ach ja, ein weiteres Beispiel für webbasierte Studienorientierung wird auf dem CYQUEST Praxisseminar am 22.11. vorgestellt: Von der Uni Göttingen. Wer sich dafür interessiert – anmelden!

Thema: Berufsorientierung, SelfAssessment, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (1)

Diskussion des Hochschulquartetts im Deutschlandfunk: Was tun die Hochschulen, wenn die Schulen versagen?

Montag, 29. August 2011 15:02

Aufmerksamen Lesern des Recrutainment Blogs wird es ja nicht entgangen sein: Neben der Frage, wie eigentlich Unternehmen möglichst die richtigen Kandidaten in die zu ihnen passenden Stellen bekommen, beschäftigen wir uns hier auch oft mit einer ganz ähnlichen Problematik der Hochschulen. Dort geht es zwar nicht im Recruiting im engeren Sinne, also die Gewinnung von Mitarbeitern, doch stehen inzwischen auch die Hochschulen sehr massiv unter dem Druck, möglichst die passenden Studierenden in die zu ihnen passenden Studiengänge zu bekommen.

Für viele Personaler oft überraschend, wie viel beide Bereiche doch miteinander zu tun haben und wie stark sich die Hochschulen in Deutschland in diesem Bereich inzwischen professionalisiert haben. Wohlgemerkt: Die Hochschulrahmengesetzänderung, nach der die Hochschulen ein stärkeres Mitspracherecht bekommen haben, wer eigentlich bei Ihnen studieren kann/soll und wer nicht (früher wurden Studienplätze über die ZVS vergeben), datiert auf das Jahr 2004, ist also noch gar nicht soo alt. Damals gab es in den Hochschulen kaum eine Pressestelle, heute gibt es nahezu keine Hochschule mehr, die nicht in Marketingdimensionen denkt, die kein Corporate Design hat, die nicht an zeitgemäßen Internetauftritten arbeitet usw.. Will sagen: Das was für Unternehmen die Employer Brand ist, das versuchen Hochschulen für ihren Bereich zu werden: Bildungsmarken, wenn man so will.

Dass dies auch dringend nötig ist, liegt daran, dass es sich der Bildungsstandort Deutschland aufgrund der demografischen Herausforderungen der nächsten Jahre, noch viel weniger als früher wird leisten können, wertvolle Ressourcen “auf die falsche Fährte zu schicken” (sie also etwas nicht zu ihnen passendes studieren zu lassen) oder in Kauf zu nehmen, dass enorm viele eben irgendwann festsellen, dass es “doch nicht das richtige war” (und ihr Studium abbrechen). Mal ein Zahlenwert: Ein Maschinenbaustudium kostet in Deutschland den Steuerzahler etwa 35.000 €. Bricht jemand nach z.B. 4 Semestern das Studium ab, weil es eben nicht gepasst hat, so ist ein großer Teil dieses Gelds verbraucht, ohne dass dem Arbeitsmarkt ein Maschinenbauingenieur mehr zur Verfügung stünde…

Vor diesem Hintergrund veranstaltete das Hochschulquartett, eine Expertenrunde im Deutschlandfunk, letzten Freitagabend eine Radio-Diskussion zu der Frage: Was tun die Hochschulen, wenn die Schulen versagen?. An der hochkarätig besetzten Live-Diskussion in Zusammenarbeit mit dem “manager magazin” nahmen teil:

* Prof. Dieter Lenzen, Erziehungswissenschaftler und Präsident der Universität Hamburg,
* Dr. Jörg Dräger, Geschäftsführer des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) und von 2001 bis 2008 Hamburger Wissenschaftssenator,
* Prof. Alexander Markschies, RWTH Aachen, Initiator des Projektes “Self-Assessment-Test” sowie
* Prof. Monika Bessenrodt-Weberpals, Vizepräsidentin der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, zuständig für Studium und Lehre.

Die Radiosendung kann hier (Flash) bzw. hier (MP3) als Podcast nachgehört werden. Wie ich finde eine sehr lohnenswerte Sendung (wie gesagt, nicht nur für Hochschulpolitiker oder daran Interessierte), sondern auch für Personaler (siehe oben).

So wird zu Beginn der Diskussion unter anderem sehr intensiv das Thema “Online-SelfAssessment-Verfahren zur Verbesserung der Studienwahl” thematisiert – eines unserer Kernthemen. Zwar dreht sich es auch hier m.E. noch viel zu stark um den Aspekt des Könnens (also z.B. ob unsere Studienanfänger denn einen Dreisatz beherrschen oder nicht), während es doch für ein “erfolgreiches Studium” viel wichtiger ist, das “jeweils” richtige zu studieren. Dafür spielt das Können, etwa in Grundlagenfächern wie Mathe oder Englisch sicherlich eine wichtige Rolle, doch dürfte es noch entscheidender sein, dass man das studiert, was man auch machen möchte, was einen interessiert und was einen begeistert. Von daher ist, nebem allem fachlichen Können, der informatorische Aspekt wohl der noch wichtigere. Hier ist die Information über den jeweiligen Studiengang und die dahinter liegende Berufswelt der entscheidendere Hebel zur Verbesserung der Studienwahl (übrigens wie beim Arbeitgebermarketing auch…). SelfAssessment Verfahren von Hochschulen übernehmen in vielen Bereichen so inzwischen eine wichtige Funktion bei der Berufsorientierung.

Nun, immerhin blitzt dieser Aspekt bei den Ausführungen von Prof. Bessenrodt-Weberpals und etwas später durch einen Einwurf von Dr. Dräger immerhin noch auf. Es gibt inzwischen zahlreiche Beispiele, wo Hochschulen erfolgreich virtuelle Studienberatungs- und Selbsttestinstrumente einsetzen. Eine ganze Menge davon haben wir hier im Blog ja auch beschrieben. Zu den Auftritten der HAW Hamburg, der Uni Göttingen, der Hochschule Niederrhein oder der Universität Koblenz-Landau wird es dann in nächster Zeit auch neues zu berichten geben. Stay tuned…

Thema: Ausbildung, Berufsorientierung, Demografischer Wandel, SelfAssessment, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Hochschule Niederrhein, Studieren an der Universität Göttingen, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (1)