Holoportation: Interviews (und Assessment Center) auf dem Holodeck. Keine Science Fiction mehr…

Wegen des alles dominierenden Corona-Themas gehen andere Dinge aktuell leider oft etwas unter. Und wenn wir über (HR-)Tech sprechen, dann geht es meist mehr oder weniger kontrovers um KI.

Dabei gibt es natürlich auch noch andere Entwicklungen, die nicht nur das Potential zur Disruption haben, sondern von denen ich mir sicher bin, dass sie tatsächlich Dinge ganz grundlegend ändern werden.

Ich habe vor fast auf den Tag genau 5 Jahren einmal über sog. “Holoportation” geschrieben. Was das ist muss man eigentlich gar nicht groß erklären, weil vermutlich jeder von Euch irgendwann mal Star Trek und/oder Star Wars geschaut hat. An Bord der U.S.S. Enterprise gibt es das Holodeck. Und bei Sitzungen des Hohen Rats der Jedi sitzen gern ein oder mehrere der Mitglieder als leicht bläulich-transparent schimmernde Hologramme in der Runde.

Wer wie wahrscheinlich viele uns aktuell einen Großteil seiner Zeit in Videokonferenzen zubringt, der wird sich vielleicht denken, wie cool es wäre, wenn man die KollegInnen, KundInnen (oder BewerberInnen!) tatsächlich in so einem realistischen und dreidimensionalen Setting sehen und treffen könnte.

Bewerbungsgespräche sind gegenwärtig zu nahezu 100% ins Internet gewandert und finden über Teams, Skype, Zoom etc. statt. Sogar Assessment Center, also beobachtungsbasierte Auswahltage, sind vereinzelt schon in diesen Rahmen umgezogen vereinzelt schon in diesen Rahmen umgezogen.

Aber was dabei vielen fehlt, ist eben genau diese dritte Dimension: Menschen und Objekte räumlich sehen, diese besprechen, an diesen arbeiten usw. Ein Ausbilder im handwerklichen Bereich wird wahrscheinlich kaum gleichwertig einen Auszubildenden an der Werkbank beurteilen können, wenn er diesem bestenfalls per Teams zuschauen kann statt direkt daneben zu stehen.

Tja, da wäre so ein Holodeck schon sehr praktisch.

Und eben jenes ist bei Weitem nicht mehr so “Science Fiction” wie viele vielleicht denken mögen. Auch wenn mein erster Aufschlag zu Holoportation schon 5 Jahre her ist, heißt das nicht, dass in der Zwischenzeit nichts passiert wäre. So hat Microsoft nun kürzlich den aktuellen Stand dieser “Mixed-Reality”-Technologie und ihrer erstaunlichen Möglichkeiten unter dem Label “Microsoft Mesh” vorgestellt.

Schaut Euch mal dieses kurze Video an:

Und auch wenn die Use-Cases “Bewerbungsgespräch” oder “Assessment Center” in diesem Video nicht explizit adressiert werden, braucht man glaube ich nicht mehr allzu viel Phantasie, um sich eben diese mit der Mesh-Technologie vorzustellen.

Auch für das “authentische” Employer Branding, die Berufsorientierung, den “Realistic Job Preview” usw. fallen mir jede Menge spannende Einsatzmöglichkeiten ein…

Zukunftsmusik? Ja, natürlich schon noch ein bisschen. Aber viel weniger als man denkt.

Es sind meist zwei Branchen, die einer neue Technologie zum Durchbruch verhelfen: Das Militär und Porno. Der Börsenkurs von Microsoft machte kürzlich einen großen Hüpfer als der HoloLens Deal über bummelige 22 Mrd. Dollar mit dem US-Militär bekannt wurde. Und, naja, um auf das eine oder andere AR-Anwendungsszenario in der “Erwachsenenunterhaltung” zu kommen, muss man wohl auch nicht allzu viel Phantasie aufbringen.

Science? Na klar. Aber das Fiction können wir wohl so langsam streichen…

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