Berufs- und Studienorientierung zum Anfassen – One Week Experience macht´s möglich. Interview mit Gründerin Svanja Kleemann

Wofür doch so eine HR Failure Night alles gut sein kann. Nicht nur dass es sich dabei um ein inhaltlich wirklich spannendes Format handelt, geht es doch eben mal nicht in erster Linie um die geleckten und gelackten Best Practices und Erfolgsstories, sondern um die Dinge, die auch mal schiefgehen, nein man lernt dort auch sehr interessante Menschen kennen.

So trug es sich zu, dass ich bei der letzten HR Failure Night vor zwei Wochen in Berlin meinen selbstgebauten Burger am selben Tisch wie Svanja Kleemann verspeiste und wir relativ schnell beim Thema der beruflichen- bzw. Studienorientierung junger Menschen landeten.

Treue Leser des Recrutainment Blogs wissen, dass dies nicht nur eines meiner Leib- und Magenthemen als Blogger ist – vielleicht erinnert Ihr Euch ja an das Jahr der Berufsorientierung…? -, sondern dass wir bei CYQUEST ja auch letztlich einen wesentlichen Teil unseres Geschäfts mit der Entwicklung von Instrumenten bestreiten, die genau diesem Zweck dienen.

Nun, dass wir ausgerechnet auf einem Event wie der “Failure Night” auf das Thema Berufsorientierung zu sprechen kamen, kann man mE. durchaus sinnbildlich verstehen, liegt doch hier immer noch enorm vieles im Argen. Inzwischen haben zwar viele Akteure den Schuss gehört und es sind viele Dinge auf den Weg gebracht worden (Berufsorientierung ist in einigen Bundesländern inzwischen ein Schulfach, viele Unternehmen und Verbände bieten Matching– und Orientierungstools auf ihren Karriereseiten an und selbst der altehrwürdige Tanker Bundesagentur kommt mit einem mehr oder – naja eher “weniger” – tauglichen Orientierungs-Chatbot auf WhatsApp-Basis um die Ecke), aber in Summe kann man das alles noch nicht als ausreichend einstufen.

Daher umso besser, dass man an einem solchen Abend dann eben doch nicht nur Failures kennenlernt. Als solches nämlich würde ich Svanjas Projekt “One Week Experience” nun wirklich nicht bezeichnen. Im Gegenteil. One Week Experience bietet nämlich wenn man so will “Orientierung zum Anfassen”.

Für mich Grund genug Svanja einmal zum Interview zu bitten, um uns vorzustellen, was es mit “One Week Experience” so auf sich hat…

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Hallo Svanja, Ihr bedient mit der One Week Experience auf wunderbare Weise das Thema Berufsorientierung bei bzw. für Schüler? Was genau liegt hier aus deiner Sicht im Argen?

Viele junge Menschen sind orientierungslos bei der Studien- und Berufswahl und beginnen etwas, ohne tatsächlich zu wissen, ob es ihnen gefällt. Laut Statistischem Bundesamt haben in Deutschland 2015 fast 24 Prozent der Auszubildenden ihre Ausbildung und 28 Prozent der Studierenden ihr Studium vorzeitig abgebrochen – das zeigt eindeutig, dass viele unzufrieden sind und da möchten wir Abhilfe schaffen. Unser Ziel ist, dass jede*r einen Zukunftsweg einschlägt, der den eigenen Interessen und Talenten entspricht, glücklich macht und dann eben nicht abgebrochen bzw. gewechselt werden muss.

Und wie genau schafft One Week Experience hier Abhilfe?

One Week Experience schafft Abhilfe, indem Interessierte Schnupperwochen machen können. Schnupperwochen sind mit unseren beiden kostenlosen Programmen sowohl im Hochschul- (One Week Student) als auch im Ausbildungsbereich (One Week Azubi) möglich. Während einer Schnupperwoche begleiten Teilnehmende einen Studi bzw. einen Azubi durch den Alltag und erleben hautnah, was es bedeutet, ein Studi bzw. ein Azubi dieser Fachrichtung zu sein und können sogar bei ihnen wohnen. OWS-Teilnehmende gehen also eine Woche lang mit zu Vorlesungen, Seminaren, mit in die Mensa und in die Bibliothek, sind beim Koch-Abend in der WG oder beim Feiern dabei. OWA-Teilnehmende gehen entsprechend mit in den Betrieb, in Meetings und auch die Berufsschule. Die Studis und Azubis sind Ansprechpartner auf Augenhöhe, die ihre persönlichen Erfahrungen mit den Teilnehmenden teilen und sämtliche Fragen rund um Studium & Uni bzw. Ausbildung & Unternehmen beantworten.

Wir wissen aus verschiedenen Studien, dass insb. Praktika und „Einblicke vor Ort“ als besonders hilfreich empfunden werden – Stichwort: „Realistic Job Preview“. Könnt Ihr das aus Euren Erfahrungen bestätigen? Was berichten Schüler, was die beteiligten Unternehmen?

Ja, definitiv! Die Schnupperwochen werden immer als sehr positiv und hilfreich bewertet. Hier ein paar Beispiele:

– “…auch war mir bewusst, dass in den Ingenieurwissenschaften Mathe für eine wichtige Rolle spielt, doch so viel hätte ich nicht gedacht. Da hat mir das Schnupperstudium echt geholfen”

– “Es hat mir sehr bei meiner Berufswahl geholfen.”

– “… war es eine tolle Erfahrung und ich wurde in meiner Studienwahl bestätigt. Ich fand es sehr interessant und hilfreich einen Einblick in das Studienleben zu bekommen. Ich kann jedem empfehlen bei One Week Student mitzumachen.”

Aber nicht nur die Teilnehmenden empfinden die Schnupperwochen als hilfreich, sondern auch die gastgebenden Studenten profitieren davon: “Es war eine schöne Erfahrung und ein gutes Gefühl, meiner Probestudentin bei der Entscheidung zu unterstützen, was sie studieren möchte.”

Und auch die Unternehmen, die mit ihren Azubis One Week Azubi Schnupperwochen anbieten, sagen, “dass sich die Schnupperwochen lohnen. Die Interessierten kriegen die beste Möglichkeit sich einen Eindruck von der Ausbildung zu verschaffen. Bekommen Antworten auf ihre Fragen und erleben vor Ort wie es ist, ein Azubi (…) zu sein.” (vgl. https://www.oneweekexperience.de/reports/hosts#)

Jetzt ist die eine Woche im Betrieb oder der Hochschule auf der einen Seite natürlich sehr kurz, vielleicht zu kurz, um daraus verlässlich ableiten zu können, ob man diesen Beruf auch wirklich ausüben oder Studiengang belegen möchte. Auf der anderen Seite ist eine Woche natürlich wiederum viel zu lang, als dass man das für 15 oder 20 Berufe oder Studiengänge machen könnte. Wie sorgt Ihr dafür, dass sich der junge Mensch auch hier möglichst gleich für eine One Week Experience entscheidet, bei der die Chance, dass es passt, auch hoch ist? Mit anderen Worten: Gibt es eine Art Vorab-Check oder ein „Matching vor der Orientierung“?

Wir haben im letzten halben Jahr in Berlin schon über 30 Schulworkshops durchgeführt, bei denen wir den Schülern unsere Angebote vorstellen und sie unterstützen, ein passendes Angebot zu finden. Abgesehen davon gibt es natürlich jede Menge Orientierungstest, die die Schüler nutzen können, wenn sie komplett orientierungslos sind [Anm. der Redaktion: Stimmt, wir haben ja etliche gebaut…;-)]. Wir haben jedoch festgestellt, dass die Schüler auch nach Orientierungstests oft falsche Vorstellungen haben [Anm. der Redaktion: Ja, es gibt einfach auch sehr viele schlechte “so called Tests…” ;-)]. So ging es mir ja damals auch nach der Schule, deswegen habe ich auch den „Reality Check“ durch One Week Student und nun auch One Week Azubi ins Leben gerufen.

Ich finde, Ihr seid mit der OWE absolut auf dem richtigen Weg! Wenn jetzt ein Unternehmen Lust hat, da mit zu machen. Wie läuft das ab? Und: Was kostet das?`

Vielen Dank!

Unternehmen, die potentielle Ausbildungskandidaten kennenlernen und von uns dabei alle Arbeit abgenommen bekommen möchten, können Partner von One Week Azubi werden. Für Unternehmen, die gerne mit unseren engagierten Studierenden in Kontakt treten möchten, haben wir verschiedene Employer Branding und Recruiting Angebote – zum einen unsere Unternehmensprofile mit Bewerbung von Recruiting Events, sowie CV-Check, zum anderen entwickeln wir gerade neue Ideen mit Innovationspartnern. Interessierte Unternehmen können sich gerne an mich wenden unter s.kleemann@oneweekexperience.de oder +49 151 56 32 86 42.

Liebe Svanja, ich danke dir herzlich für das Interview und drücke Euch ganz fest die Daumen, dass OWE sich weiter so prächtig entwickelt.

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