Von A wie Altenpfleger bis S wie Soziale Arbeit – Das Projekt „SOZIALE BERUFE kann nicht jeder“

Über Personalmarketing im Sozialen Bereich hatten wir im Recrutainment-Blog bereits zu mehreren Gelegenheiten berichtet. Vor etwa einem Jahr beispielsweise als die Kampagne „Teamgeist erleben“ von den Rotkreuz-Kliniken Frankfurt erschien. Oder auch die Kampagne „Vielfalt Mann!“ der Träger der Hamburger Kitas. Oder neulich, als es um Gender-Stereotyping bei Berufsbildern ging. Hier griff Jo passenderweise zwei Beispiele aus dem sozialen Bereich heraus, nämlich dass klassischerweise von Krankenschwestern und Kindergärtnerinnen die Rede ist.

Diese Beispiele zeigen meiner Meinung nach ziemlich gut, dass das geradezu nach Berufsorientierung schreit.

Deshalb möchte ich euch heute ein weiteres Beispiel zeigen, dass die Berufsorientierung fördert und sich dabei auf einen Bereich spezialisiert, der es – u.a. aus Gender-Stereotyping-Gründen – nicht immer ganz einfach hat mit dem Personalmarketing:

Die Microsite des Projekts „SOZIALE BERUFE kann nicht jeder“ des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung e. V.

Die Seite bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich zu informieren oder auszuprobieren.

Informationen

Auch ist jede Menge Lese- und Anschaustoff auf der Seite aufzufinden. Dabei wird die gesamte Bandbreite an Themen abgedeckt, die man sich vorstellen kann und die Interessierte an einer Ausbildung im sozialen Bereich bewegen: Wie läuft ein Auslandspraktikum in der Ausbildung ab? Was kann ich in sozialen Berufen verdienen? Wäre ein Freiwilliges Soziales Jahr oder der Bundesfreiwilligendienst etwas für mich? Und sind soziale Berufe eigentlich auch was für Jungs (Gender-Stereotyping lässt grüßen ;) )?

Besondere Einblicke geben darüber hinaus Blogbeiträge z.B. über den Berufsalltag in den Pflegeberufen, zu Arbeitgebern oder zu Erfahrungsberichten von Auszubildenden.

Außerdem finden sich zu jedem erdenklichen Beruf im sozialen Bereich Steckbriefe. Neben Textportraits und Zahlen, Daten, Fakten finden sich hier auch Videoberichte von Auszubildenden. Die finde ich besonders gut gelungen, da Sie authentisch sind und auch mal aufzeigen, dass der Weg in einen sozialen Beruf nicht immer schnurgerade verläuft. Beispielsweise bei Marcus.

SOZIALE BERUFE kann nicht jeder!

Wer dann auf den Geschmack gekommen ist, kann sich über die verschiedenen Möglichkeiten, sich auszuprobieren oder die Diakonie als Arbeitgeber informieren. Außerdem bieten Bewerbungstipps, die Ausbildungsplatzsuche, der Ausbildungsstätten-Navigator und die Stellenbörse erste Anlaufstellen für die eigene Bewerbung.

SOZIALE BERUFE kann nicht jeder!

Orientierungstests

Mit dem Nachwuchs-Test kann man herausfinden, ob man überhaupt der Typ für die Arbeit mit Menschen ist. Hier werden Fragen zu Interessen, die mit sozialen Berufen zusammenhängen, gestellt und man kann aus drei Antwortmöglichkeiten auswählen.

Der Berufomat bietet innerhalb kurzer Zeit und mit wenigen Klicks eine Vorsortierung. Sechs Fragen gilt es zu beantworten und schon erhält man eine Auswahl an Berufen, die zu einem passen könnten.

In den Berufetests wird es dann konkreter. Hier gibt es vom Altenpfleger bis zum Sozialassistenten alle erdenklichen sozialen Berufe, die man auf Herz und Nieren abklopfen kann.

SOZIALE BERUFE kann nicht jeder!

Der Quereinsteiger-Test ist speziell für diejenigen gedacht, die bereits mit beiden Beinen im Berufsleben stehen und in einen sozialen Beruf wechseln möchten. Wie beim Nachwuchs-Test werden Fragen gestellt und man kann zwischen drei Antwortalternativen auswählen.

Etwas schade finde ich, dass die Tests auf der Selbsteinschätzungsebene bleiben. Möglichkeiten, sich virtuell auszuprobieren, wie beispielsweise in den Studienorientierungen der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) oder der Hochschule Niederrhein (HN) wären das Tüpfelchen auf dem i gewesen. Ich denke hier insbesondere an Aufgaben mit simulativen Charakter wie bei Interdisziplinäre Gesundheitsversorgung und Management, Gesundheitswissenschaften, Soziale Arbeit und Bildung und Erziehung an der HAW bzw. Soziale Arbeit und Kindheitspädagogik an der HN.

Optik

Optisch ist die Seite ansprechend gestaltet. Die Farbtöne sind dezent und hier und da sorgt eine Animation für Highlights. Hin und wieder gibt es Bilder, die zum Schmunzeln anregen wie beispielsweise eine einfliegende Zuckertüte. Dadurch wirkt die Seite verspielt, was ich für die Zielgruppe als sehr passend einschätze.

SOZIALE BERUFE kann nicht jeder!

Einziges Manko: Ich habe mich etwas schwer getan, durch die Navigation zu finden. Eine andere Clusterung der Angebote wäre für mich intuitiver gewesen. Beispielsweise hätte der Nachwuchs- und der Quereinsteiger-Test sowie der Punkt „Ausprobieren“ für mich besser unter die Überschrift „Beruf aussuchen“ gepasst. Auch hat es anfangs etwas gedauert, bis ich die Orientierung über die einzelnen Tests bekommen hatte und darüber, welcher Test für welches Anliegen passend wäre. Aber zugegeben: So viele Informationen unter einen Hut zu bringen und zu strukturieren ist auch eine Herausforderung.

Fazit

Insgesamt ist die Microsite des Projekts „SOZIALE BERUFE kann nicht jeder“ sehr gelungen. Sie ist sehr reichhaltig und informativ – und das über ein sehr breites Spektrum an unterschiedlichen Berufen im sozialen Bereich. Was man hier nicht findet, findet man nirgendwo. Die Informationen gibt es dabei nicht nur theoretisch und als Text, sondern auch ganz authentisch als Auszubildendenvideos. Dabei ist die Seite sehr darauf bedacht, die Berufsorientierung zu unterstützen. Und das durch Informationsangebote zu Praktika, FSJ & Co sowie über Ausbildungsplatz- und -stättensuche auch sehr umfassend.

Meine Empfehlung: Unbedingt mal reinschauen! Es lohnt sich. Nicht nur für Orientierungssuchende. :-)

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Carolin Krahmer

Ich bin Projektmanagerin bei der CYQUEST GmbH und betreue verschiedene Projekte rund um Online-Assessments, SelfAssessments, Berufs- und Studienorientierung sowie Online-Employer-Branding. Zu diesen Themen blogge ich immer wieder gerne. Besonders spannend finde ich wie man das Matching zwischen Bewerbern und Unternehmen optimieren kann – sei es über zielgerichtetes Employer Branding, passgenaue Assessments oder im Hinblick auf die Passung zwischen Werten und Unternehmenskultur.

2 Gedanken zu „Von A wie Altenpfleger bis S wie Soziale Arbeit – Das Projekt „SOZIALE BERUFE kann nicht jeder“

  1. Nur wer erkennt die Talente? Ich bin sicher, das wir viele potentielle Stars für Sport, Musik oder aber auch die berufliche Laufbahn nicht entdeckt haben. Dies gilt es zukünftig zu vermeiden

  2. Tolle Rezension, ich muss mir die Seite gleich ansehen. Ich bin auch in den sozialen Bereich gewechselt und arbeite nun als Heimhilfe. Vorher war ich im Einzelhandel tätig, allerdings sah ich dies nur als Tätigkeit zum Gelderwerb an, nicht als eine Tätigkeit, die mir Freude bringt. Dann habe ich mich zu meinem 50. Geburtstag doch nochmal umentschieden und den Heimhilfekurs besucht, weil ich damals auf schicksal.com
    gelesen hatte, dass die Mondphase gerade richtig war für eine berufliche Veränderung – Das war die wahrlich beste Entscheidung meines Lebens! Mein Horoskop behielt Recht, die Zeit für eine berufliche Veränderung war wirklich sehr reif ;) Lg Helga

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