Deutschlands Studis: Wer sind sie? Was interessiert sie? Wie erreicht man sie? Große Studie liefert Antworten…

Als wir vor etwas mehr als fünf Jahren gemeinsam mit ZEIT ONLINE und der Hochschulrektorenkonferenz (als Zusammenschluss beinahe aller deutschen Hochschulen) den Studium-Interessentest (kurz: SIT) ins Leben riefen, waren wir zwar natürlich vom Sinn dieses Instruments überzeugt, hätten aber nie im Leben mit dieser Resonanz gerechnet:

Seit dem Januar 2014 wurde der Test von deutlich mehr als 800.000 (!) Studieninteressierten absolviert, die darüber der Frage zuleibe rückten, was sie sich denn nun aussuchen sollen aus der schier unüberschaubaren Vielzahl von aktuell rund 10.500 grundständigen Studiengängen.

Um das einmal grob ins Verhältnis zu stellen. Pro Jahr nehmen knapp 160.000 junge Menschen an dem Test teil, was rund 30% der gut 500.000 Studienanfänger entspricht, die wir jährlich in Deutschland haben. Ein knappes Drittel aller Studienanfänger… Der SIT dürfte damit zu den größten Datenerhebungen von Studieninteressen überhaupt gehören.

Wer genauer wissen möchte, wie der SIT funktioniert bzw. was er leistet, der kann das hier nachlesen oder noch besser das Ganze selber einmal ausprobieren.

Wir haben also von einem knappen Drittel aller Studienanfänger eine wissenschaftlich fundierte Messung ihrer Studieninteressen vorliegen. Und das über einen Zeitraum von nunmehr fünf Jahren. Man muss hierbei gar nicht die ganzen Allgemeinplätze von wegen Big Data und so bemühen, um zu verstehen, was für ein immenser Wissensschatz in diesen Daten steckt.

Wir wissen nicht nur, für was sie sich denn nun interessieren, die Studierenden Deutschlands, wir wissen auch, ob und wo es Geschlechterunterschiede gibt, in welchen Regionen Deutschlands Interessen über- oder unterrepräsentiert sind wie sich das über die letzten fünf Jahre möglicherweise verändert hat…

Und genau dies haben wir uns nun einmal gründlich angeschaut. Oder um genauer zu sein: ZEIT ONLINE und CYQUEST haben sich das gemeinsam mit dem Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK) der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover unter der wissenschaftlichen Leitung von Sophie Bruns und Prof. Helmut Scherer vorgenommen.

Das Ergebnis: Die SIT-Studie 2019 “Die Studieninteressierten von morgen”.

Wer sich also mit der Frage beschäftigt, wie Deutschlands Studis denn nun ticken, für was sie sich interessieren, ob es Unterschiede zwischen den Geschlechtern oder Regionen gibt und wie sich das Ganze über die letzten fünf Jahre verschoben hat, der kann sich die Studie über folgende Seite kostenlos bestellen:

https://studiengaenge.zeit.de/fuer-hochschulen/#sitstudie

Aber keine Angst, ein paar ausgewählte Kernergebnisse der Studie habe ich hier gleich mal rausgegriffen…

12 Typen an Studieninteressierten

Anhand der Interessenprofile der Testteilnehmer konnten diese in insg. 12 Interessentypen eingeteilt werden: Das mengenmäßig größte Cluster bilden hierbei die sog. “Organisator/inn/en”, das kleinste die “Unentschlossenen”.

Technische Interessen

Betrachtet man hierbei z.B. einmal die beiden Typen, bei denen jeweils ein dominantes technisches Interesse vorliegt – die “Ingenieur/innen” und die “Tüftler/innen” -, dann fällt hierbei auf, dass diese immer noch sehr stark männlich dominiert sind.

Und speziell der Typus “Ingenieur” tritt deutlich überproportional im Süden der Republik auf. Aber es zeigt sich auch, dass über die letzten fünf Jahre insg. das technische Interesse gestiegen ist – und zumindest bei den Ingenieur/inn/en auch bei den Frauen.

Unternehmerische, wirtschaftliche Interessen

Auch sehr spannend ist die genauere Analyse derer, die ein starkes unternehmerisches- bzw. wirtschaftliches Interesse haben. Hier gibt es nämlich nochmal eine sehr interessante Unterscheidung in diejenigen, die eher managen und diejenigen, die kreativ-schöpferisch sein wollen.

Manager/innen findet man überproportional im Nordwesten und deutlich unterrepräsentiert im Nordosten des Landes. Kreative Unternehmer/innen hingegen findet man häufiger im Norden (Ost und West) und seltener in den südlichen ostdeutschen Bundesländern.

Bei diesen Typen gibt es keine großen Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wobei tendenziell der Anteil weiblicher “Managerinnen” steigt, während es bei den kreativen Unternehmern” eher die Jungs sind, deren Anteil steigt…

Jurist/innen

Das letzte Teilergebnis, was ich mir einmal rausgegriffen habe, dürfte nicht nur meine werte Gattin und einige unserer Kunden interessieren, sondern durchaus auch zahlreiche weitere Unternehmen: Das kleine Segment der “Jurist/innen”.

Denn: Dieser Typus, der tendenziell eher weiblich und im Norden (Ost und West) der Republik anzutreffen ist, schrumpft…

Das sollte allen, vor allem Großkanzleien, die immer noch denken, dass der Nachwuchs schon von allein in hinreichender Menge vorhanden sei, ernsthaft zu denken geben…

So, mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten. Wer mehr wissen möchte, dem empfehle ich, sich die Studie bei ZEIT ONLINE zu bestellen. Und wer ein paar Möglichkeiten aufgezeigt bekommen möchte, wie man die Nachwuchszielgruppen am besten erreichen kann, nun für den hat ZEIT ONLINE auch ein paar Antworten parat…

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