Fundstück aus dem Recrutainment Blog gewinnt ´Goldene Runkelrübe´ für die schlechteste Stellenanzeige. Wer sonst noch gewonnen hat? Hier.

Am gestrigen Abend wurden sie nun endlich bekannt gegeben: die Gewinner der „Goldenen Runkelrübe“ – des Awards für, wie heißt es so schön „herausragend schlechte Personalkommunikation“. In der Kategorie „abschreckendste Stellenanzeige“ gewann dabei ein Fundstück aus dem Recrutainment Blog!

Unter dem Titel „Gender-Fail-Fundstück zum Wochenstart“ präsentierte ich Ende Juni eine Anzeige der Kreissparkasse Birkenfeld, die dann doch in der Szene so einiges an verwundertem Augenreiben bewirkte…

Der Beitrag über diese Anzeige ist übrigens mit knapp 7000 Zugriffen nicht nur der meistgelesene aller mehr als 700 Beiträge im Blog, sondern mit allein 233 Facebook-Likes auch der viralste. Mein zentraler Kritikpunkt seinerzeit war die vollkommen misslungene und offensichtlich absolut unreflektierte Bildsprache mit Jungs oben auf der Karriereleiter und Mädels unten. Dass das ggf. überinterpretiert war mag sein (anscheinend haben es aber doch einige der 60 Juroren der Goldenen Runkelrübe ähnlich gesehen) und dass es ziemlich sicher aus dem Zusammenhang gerissen ist, wenn aus einer ganzen Kampagne nur ein Motiv herausgegriffen wird, ist auch korrekt. Aber man sollte sich eben der Gefahren einer misslungenen Bildsprache – speziell im Social Web – bewusst sein, bei ALLEM was man tut.

Nun denn, es wurden neben der abschreckendsten Stellenanzeige ja auch noch Rüben in anderen Kategorien vergeben:

Das peinlichste Karriere-Video stammt von der Polizei Nordrhein-Westfalen. Polizei-Raps sind ja gerade schwer in – wir hatten das Thema hier ja auch verschiedentlich (in Form der Polizei-Hamburg Parodie und der Berliner Nummer aus dem Wild Wild Wedding) und das Video aus NRW ist in der Tat – tja – nix. Mein Favorit in der Kategorie war dennoch ein anderes Video, was ich ja auch auf Twitter kundgetan habe.

Immerhin dritter in der Kategorie peinlichstes Video wurde ebenfalls ein Fundstück aus dem Recrutainment Blog. Das Video der Firma ECON TEL ist ein Paradebeispiel dafür, wie der Testimonial-Ansatz eben NICHT funktioniert. Das Video habe ich immer als „Don´t-Beispiel“ in meiner Vorlesung zu Karriere-Websites, wenn es auf Sinn oder Nicht-Sinn des Einsatzes von Mitarbeitern als Unternehmensbotschaftern geht…

Die unattraktivste Karriere-Website hat: ebenfalls die Polizei, konkreter das Bundeskriminalamt. Den „Sieg“ für den misslungensten Social-Media-Auftritt teilen sich Allianz und Unilever. In diesen Kategorien habe ich andere Übeltäter deutlich weiter vorn gesehen, aber das ist ja das Schöne an dem Award. Über Geschmack kann man nicht streiten…

Ich bin mal gespannt, wie dann morgen das Echo in der Suppe auf die Award-„Gewinner“ ausfällt. Ich bin auch mal gespannt, wie die Reaktion der Award-„Gewinner“ selber darauf ausfällt (und ob es eine gibt). Denn: Wie sagt es Jannis Tsalikis, neben dem frischgebackenen HR-Excellence Award Gewinner in der Kategorie HR-Blogs Henner Knabenreich einer der Initiatoren der Goldenen Runkelrübe, so schön:

„Es geht … nicht darum, Unternehmen zu diffamieren. Vielmehr machen wir mit der Auszeichnung auf herausragende Fehler in der Personalkommunikation aufmerksam, die zukünftig vermieden werden sollten. Schließlich sollen die jeweiligen Maßnahmen auch zu den gewünschten Erfolgen führen“.

In diesem Sinne! Weht nicht weg! :-)

Autor: Jo Diercks

The following two tabs change content below.

Jo Diercks

Geschäftsführer bei CYQUEST GmbH
Ich bin Gründer und Geschäftsführer der CYQUEST GmbH und der Mi4 GmbH. CYQUEST beschäftigt sich mit dem Thema Recrutainment, also dem Einsatz spielerisch-simulativer Methoden im Online-Assessment, Employer Branding und Recruiting. Im Recrutainment Blog berichte ich regelmäßig hierüber. Mi4 ist als Unternehmensberatung auf Themen des Online-Marketings und eCommerce spezialisiert.

3 Gedanken zu „Fundstück aus dem Recrutainment Blog gewinnt ´Goldene Runkelrübe´ für die schlechteste Stellenanzeige. Wer sonst noch gewonnen hat? Hier.

  1. 5 Frauen und 2 Männer sind auf dem Bild der Sparkasse zu sehen. Ich schätze das entspricht in etwa der Wirklichkeit. Das heißt: sehr viel mehr Frauen als Männer bekommen einen Ausbildungsplatz. So kann man es auch sehen, und ich wette, das ist noch keinem aufgefallen. Viele kommen erst gar nicht in den Genuss einer soliden Stelle. Die Verlierer sind überwiegend junge Männer. Aber die interessieren nicht. Alle schauen nur auf die Karriereleiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.