Aktuelle Studie “Recruiting Trends 2010” belegt steigende Relevanz internetbasierter Recruitingkanäle

Einmal mehr bestätigt auch die Studie „Recruiting Trends 2010“ des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Unis Bamberg und Frankfurt/M. die zunehmende Relevanz des Internets bei rückläufiger Bedeutung der Printmedien für Personalmarketing und Recruiting.

2009 wurden erstmals mehr als neun von zehn Vakanzen über die eigene Unternehmenswebsite ausgeschrieben. Knapp 63% aller offenen Stellen wurden zudem über Internet-Stellenbörsen veröffentlicht. Printmedien wurden 2009 nur noch von knapp 20% aller befragten Unternehmen zur Anzeigenschaltung genutzt. Dies entspricht einem Rückgang von 6,2 Prozentpunkten gegenüber 2008 und einer Abnahme von circa 18 Prozentpunkten im Vergleich zu 2002 – dem ersten Jahr der Erhebung. Eine nähere Betrachtung der eingeschränkten Nutzung der Printmedien im Rahmen des Personalmarketings ergab, dass diese inzwischen vorrangig als Instrument zur Stärkung der Arbeitgebermarke denn zur Veröffentlichung von Vakanzen gesehen werden. Dabei legt die deutliche Mehrheit der befragten Großunternehmen (61,7%) aus u.a. Kostengründen sowie zur Präsenz am regionalen Arbeitsmarkt den Fokus auf regionale Printmedien.

Internet- vs. PrintanzeigenAuch zeigen die aktuellen Ergebnisse der Studie „Recruiting Trends 2010“, dass der „Löwenanteil“ der Einstellungen (72%) inzwischen auf webbasierte Ausschreibungskanäle zurückzuführen ist. Seit 2003 hat der Anteil der Einstellungen, die auf Stellenveröffentlichungen über die Unternehmenshomepage sowie Internet-Stellenbörsen zurückgehen, um gut 19 Prozentpunkte zugenommen. Lediglich knapp 14% aller Neueinstellungen sind heute noch auf eine Anzeigenschaltung in Printmedien zurückzuführen.

Auch der Bewerbungseingang erfolgt inzwischen überwiegend elektronisch. 2009 wurden nahezu zwei Drittel der Bewerbungen elektronisch eingereicht. Demgegenüber standen circa ein Drittel Papierbewerbungen. Die Prognose bis 2014 erwartet einen weiteren Anstieg der elektronischen Bewerbungen auf knapp 80%, wohingegen mit einem Rückgang der papierbasierten Bewerbungsmappe auf etwa 20% gerechnet wird.

In Bezug auf einzelne Bewerbungsverfahren ergab die Erhebung eine wachsende Präferenz der befragten Großunternehmen (48%) für eine webbasierte Formularbewerbung, wie die Abbildung unten veranschaulicht. Die Papierbewerbung büßt seit 2005 zunehmend an Bedeutung ein und wurde 2009 lediglich von ca. 7% der befragten Firmen präferiert. Die Bedeutung von E-Mail-Bewerbungen hat seit 2005 kontinuierlich zugenommen. 2009 bevorzugten mehr als 28% der Befragten die Bewerbung via E-Mail. Ein Grund für das bis zum letzten Erhebungszeitpunkt fortschreitende Wachstum an E-Mail-Bewerbungen könnte mit der Allgegenwärtigkeit des „War for Talents“ im Zusammenhang stehen. Arbeitgeber könnten unter den immer schwieriger werdenden Bedingungen des Fachkräfte-Recruitings befürchten, mit allzu standardisierten Bewerbungsformularen die Geeigneten, die durch eine individualisierte Selbstdarstellung für sich werben möchten, abzuschrecken. Auch ist in diesem Zusammenhang auf die Unternehmen hinzuweisen, die zwar noch kein standardisiertes Webformular zur Bewerbung einsetzen, sich jedoch ebenfalls weg von der Papierbewerbung hin zur elektronischen Bewerbung bewegen wollen. Mit Blick auf die zukünftige Entwicklung der E-Mail Bewerbungen prognostizierten die Teilnehmer der Studie jedoch einen weiteren Anstieg der webbasierten Formularbewerbungen bei gleichzeitigem Rückgang des Anteils an E-Mail-Bewerbungen.

Einsatz Bewerbungsverfahren

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