Die #HREdge ist ein besonderer Ort, alle die schon einmal dabei waren, werden es bestätigen können. In der einzigartigen Location der Villa im Heine-Park an der Hamburger Elbchaussee treffen sich ca. 150 Menschen, um sich einen Dreivierteltag intensiv mit einem Thema zu befassen, das – und darum auch der Name der Veranstaltung – irgendwie „um die nächste Ecke auf uns wartet“.
Wir stellen also immer ein Thema in den Mittelpunkt, das für die meisten noch nicht tägliches Doing ist, mit dem man sich aber so langsam mal beginnen sollte zu befassen.
Die #HREdge hat also immer auch ein wenig den Anspruch „lange Linien“ zu diskutieren.
Der Rahmen ist dabei ebenfalls sehr besonders: Man kann das Ganze grob beschreiben als „mittags beginnendes Afterwork mit Programm.“ Und dass das extrem gut funktioniert, zeigt nicht nur die Tatsache, dass die #HREdge in den letzten Jahren immer etliche Wochen vorher ausverkauft war, sondern auch der jedes Mal wieder überaus intensive Begleit-Buzz in Social Media.
#HREdge27 – 18. März 2027 – Trust & Verification – erlebt die persönliche Begegnung ein Comeback…?
Darum freue ich mich sehr, heute offiziell Datum und Leitthema der nächsten #HREdge, der #HREdge27 verkünden zu können.
- Die #HREdge27 findet statt am 18. März 2027.
- Los geht es wieder ca. 12.30 Uhr. Enden wird es (erfahrungsgemäß) irgendwann nachts…
- Der Ort wird wieder der Business Club Hamburg in der Villa im Heine-Park an der Elbchaussee 43 in Hamburg-Altona sein.
Soweit zu den Rahmendaten. Doch worum wird es inhaltlich gehen?
Trust & Verification – erlebt die persönliche Begegnung ein Comeback?
Warum gerade diese Überschrift?
Ich fange mal mit der ganz langen Linie an:
Wir haben als „Weltgesellschaft“ in den letzten gut drei Jahrzehnten, im Grunde seit dem Aufkommen des Internets als Massenphänomen, allesamt intensiv daran gearbeitet, alle möglichen Prozesse zu virtualisieren und auch ein stückweit zu entmenschlichen:
E-Commerce statt Warenhaus, Online-Banking statt Bankfiliale, DB-Navigator und Lufthansa-App statt Ticketschalter und Reisebüro, Wikipedia statt Bibliothek, Tinder und Parship statt abends ausgehen etc..
Und auch: Online-Assessment und Videointerview statt Präsenz-AC und Live-Interview, Zoom und Teams-Call statt Meeting im Konfi, Homeoffice statt Büro. HR-Themen sind also bei diesen Entwicklungen natürlich mittendrin.
Das hat vieles unheimlich viel effizienter und etliches auch sehr viel bequemer gemacht.
Und diese Entwicklung ist ja nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: Durch KI werden zunehmend auch Prozesse „algorithmisiert“, für die bislang immer noch ein Mensch auf der anderen Seite erforderlich war. Ich sag mal „Sprachbot statt Call-Center“. Und auch hier wieder ist HR ganz vorn dabei: Sprachbot als Interviewer im Job-Interview usw.
Ich selber habe ja im Prinzip mit der Entwicklung von Online-Tests und Self-Assessments meine gesamte berufliche Laufbahn darauf verwendet, Teil der Personalgewinnung „remote“ zu machen und bin insofern wahrscheinlich unverdächtig, bei diesen Themen „Romantiker“ zu sein.
Aber es stellt sich hierbei – so zumindest mein Eindruck – bei vielen Menschen mittlerweile ein gewisses Unwohlsein ein. Erstens bleiben Menschen ja soziale Wesen mit dem Wunsch nach realer sozialer Begegnung. Und zweitens fühlt man sich oft auch verloren in den zuweilen kafkaesken digitalen Prozessen. Wer ein Problem mit seinem Online-Banking hat, der hat wirklich ein Problem… Und dieses Problem muss er dann selber lösen mit der App, mit FAQs, mit dem Bot. Aber eben nicht mehr mit Hilfe anderer Menschen. Oder habt Ihr euch mal gefragt, wie viel Lebenszeit Ihr so im Jahr nur mit 2-Faktor-Authentifizierungen zubringt und was ist eigentlich, wenn das Smartphone abhanden kommt…? Im Extremfall resultiert dies dann in Hilflosigkeit und Ohnmacht sowie reduzierter bis ganz verlorengehender Teilhabe und leichtem Spiel für Rattenfänger der politischen Ränder, die eine Rückkehr zu einer vermeintlichen einfacheren und besseren Vergangenheit versprechen.
Insofern – so die Vermutung – könnte es hier eine gewisse Gegenbewegung geben, die sich speist aus dem sozialen Motiv der menschlichen Begegnung und auch aus dem Wunsch, „nicht vor allem allein zu stehen“.
Doch dieses eher „sublime“ Gefühl – ich hatte es ja oben „lange Linie“ genannt – hat in der letzten Zeit ganz aktuell eine zweite Entwicklung an die Seite gestellt bekommen, die dem ganzen noch eine ganz andere Brisanz gibt: „Signalverlust„.
Wir leben zunehmend in einer Welt, in der man all den Dingen, die man sieht, hört und wahrnimmt, buchstäblich nicht mehr „trauen“ kann. Wenn einen die Tochter anruft und am Telefon sagt „Papa, mir ist mein Handy geklaut worden, hole mich mal ab“, dann kann man nicht mehr mit Sicherheit sagen, dass am anderen Ende der Leitung wirklich die eigene Tochter ist und nicht eine täuschend echt klingende KI. Und auf die Personalgewinnung übertragen erleben wir dies alle gerade massiv: Ist eine Bewerbung „echt“, d.h. steht dahinter eine reale Person? Sind die Informationen in der Bewerbung „echt“ oder nur KI-optimiert passend gemacht? Spreche ich im Videointerview wirklich mit der Person, mit der ich vermeintlich auch sprechen wollte, spreche ich überhaupt mit einer Person oder einem Avatar und stammt das gesagte wirklich von dieser Person oder von einer schlauen KI?
Das alles gibt es heute schon und steht doch erst am Anfang! Wie soll das denn in drei Jahren aussehen?
Ich glaube, dass der Frage, wem oder was man eigentlich noch trauen kann („Trust“) eine wahnsinnig große Bedeutung zukommen wird. Und damit einhergehen wird auch, dass wir ganz andere Formen der Überprüfung („Verification“) benötigen werden.
Und vielleicht wird diese Gemengelage – und hier kommen die lange Linie, s.o., und das akute Problem des Signalverlusts zusammen – auch dazu führen, dass wir ganz bewusst wieder mehr persönliche – und damit meine ich „kohlenstoffliche“ – Begegnungen schaffen. Möglicherweise wird in einer (Arbeits-)Welt, die immer stärker technologisiert und an manchen Stellen fast schon entmenschlicht ist, der Faktor Mensch und die zutiefst menschlichen Kompetenzen zum Differentiator. Auch dafür wird es wieder Begegnungsräume geben müssen.
Werden wir zukünftig also wieder alle Kandidaten zu einem Vor-Ort-Kennenlerntermin einladen? Nein, wahrscheinlich (oder ziemlich sicher) nicht, denn das wäre ökonomisch und ressourcentechnisch kaum darstellbar. Von daher wird es kaum wieder ins andere Extrem zurückkippen. Aber ein gewisses Maß, gewisse Formen der persönlichen Begegnung, elegant kombiniert mit „Mensch-Maschine-Prozessen“? Ja, wahrscheinlich schon.
Wo der Sweet-Spot liegt, wird sich kaum pauschal beantworten lassen. Aber genau diese Diskussionen soll und wird es auf der #HREdge27 geben.
Wir werden es aus verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen Formaten beleuchten. Das können Spotlight-Vorträge oder Diskussionssettings sein, lasst euch überraschen.
Den ersten Programmpunkt – eine wirklich spannende Keynote – werde ich hier in ca. zwei Wochen vorstellen. Nachfolgend werden dann sukzessive weitere Programmpunkte folgen.
Wer sich die #HREdge27 nicht entgehen lassen will, der kann sich nun auch schon ein Ticket sichern. Es ist nun nicht mehr ganz „blind“, weil Leitthema und grober Rahmen ja hiermit nun bekannt sind. Aber weil noch kein inhaltlicher Programmpunkt offiziell ist, habe ich die Frist für die (vergünstigten) Blind-Tickets nochmal bis zum 18. September verlängert. Klickt als hier 👇, um euch eines davon zu sichern.
Weitere Informationen zur #HREdge27 werden hier dann über die nächsten Wochen folgen. Wer das frei Haus in die Mailbox gelegt bekommen möchte, der kann sich hier zum Recrutainment Newsletter anmelden:
Ich freue mich auf euch!
Und zur Einstimmung kann man sich hier einen Rückblick auf die #HREdge26 – inkl. Inhalte, vielen Fotos und einem Video – aus dem März dieses Jahres ansehen. Dort hieß es „It´s all about Skills„. Und die Tatsache, dass wir auch dieses Thema ja inzwischen beginnen, sehr ernsthaft in unsere HR-Arbeit einzubeziehen, zeigt dass die #HREdge eben ein Ort für die Themen ist, die um die nächste Ecke auf uns warten… Ich persönlich bekomme da gleich schon richtig Lust, auch wenn die #HREdge27 noch über ein halbes Jahr hin ist…



„Werden wir zukünftig also wieder alle Kandidaten zu einem Vor-Ort-Kennenlerntermin einladen?“ Ich kenne 100. Unternehmen, die alle ihre finalen Gespräche persönlich machen. Was daran jetzt magic oder nicht ökonomisch sein soll erschließt sich mir nicht :-) Es ist eine Frage der Werte! Die KI löst am Ende kein Recruiting Problem, sondern ist immer NUR eine mehr oder weniger sinnvolle Hilfestellung. Es gibt auch Betriebe, die benötigen genau 0% KI und funktionieren immer noch. Beste Grüße nach HH
Natürlich geht der finalen Besetzung in wirklich den allermeisten Fällen eine persönlichen Begegnung voraus, idR. mit einem Interview. Dass „finale Gespäche persönlich“ stattfinden, hat niemand in Frage gestellt. Steht da aber auch nirgends. Die Rede war von „allen Kandidaten“, also allen Bewerbenden. Und dass die Einladung aller Bewerbenden zu einem persönlichen vor-Ort-Kennenlerntermin die Regel ist (oder werden kann), dürfte ja wohl abwegig sein.