Berufsorientierung: Schülerpraktikum.de bringt Schüler und Unternehmen zusammen

Ereignisreiche Tage waren das… Ich meine, die „zwei Zeitfenster vor und nach den Sommerferien“ sind ja immer irgendwie gut gefüllt, veranstaltungsmäßig und so, aber die Häufung von Sourcing Summit, dee:p, Personalmarketing2Null and Friends und HR Innovation Day in einer Woche, teilweise zeitgleich war dann doch besonders…

Dass parallel auch noch Google offiziell den Startschuss für die eigene Jobsuche Google for Jobs gab, trug zusätzlich zu einem beträchtlichen Twitter-Gewitter in der Szene bei und bescherte mir nebenbei den zweitmeistgelesenen Blogartikel eines Tages in über zehn Jahren Recrutainment Blog…

Gut dass ich mir das ganze nun diese Woche sehr viel weniger ereignisreich aus der Distanz ansehen kann, mit den Füßen im Sand des Ostseestrands und einem Glas guten Pfälzer Riesling in der Hand…

Bei all dem Tech-Zeug, über das wir in den letzten Tagen so fleißig diskutiert haben, von Algorithmen, Deep Learning, Matching und AI, bleibt für mich nach wie vor ein ganz zentrales Thema die Berufsorientierung. Zu diesem Thema kommen wir hier immer wieder zurück, zuletzt ja gerade erst vor drei Wochen als wir über die feine „One Week Experience“ geschrieben haben. Ich kann Euch versprechen, dass wir auch weiterhin fleißig an diesem Thema dranbleiben werden und ich kann dabei auch für die nähere Zukunft einen echten Knaller ankündigen, einem Projekt, an dem wir maßgeblich beteiligt sind und das die Themen Berufsorientierung, Matching und lernende Algorithmen auf sehr spannende Weise miteinander kombiniert. Nun, bis das soweit ist, müsst Ihr Euch noch ein paar Wochen gedulden (auch wenn ich am Samstag in Leipzig schon ein wenig gespoilert habe, die Besucher des HR Innovation Day waren Zeuge…).

Aber es gibt hierzu natürlich auch sehr viele andere verheißungsvolle und empfehlenswerte Ansätze und Lösungen. Eine davon heißt schülerpraktikum.de.

Und was es damit auf sich hat, dafür habe ich mir Esther Schwarz, Business Developerin bei Schule Plus, dem Betreiber von schülerpraktikum.de, einmal zum Interview geschnappt.

Los geht´s!

Hallo Esther, Ihr betreibt mit schülerpraktikum.de eine Plattform, die sich – wie der Name ja schon sagt – mit der Vermittlung von Schülerpraktika befasst. Schülerpraktikum.de ist ja aber mal als Projekt von SchulePLUS entstanden. Wer oder was ist SchulePLUS und wie kam es, dass Ihr schülerpraktikum.de gestartet habt?

SchulePLUS ist ein Sozialunternehmen aus Berlin. Wir fördern moderne Berufsorientierung und bereiten so junge Menschen ganzheitlich auf ihren Berufsweg vor.

Ein Problem, das uns stark beschäftigt, ist die paradoxe Situation auf dem Ausbildungsmarkt: Trotz einer großen Zahl an freien Ausbildungsplätzen bleiben viele junge Menschen ohne Lehrstelle. Als Ausbildungshemmnisse empfinden 75% der ausbildenden Unternehmen eine mangelnde Ausbildungsreife und 53% die unklaren Berufsvorstellungen vieler Schulabgänger. Unser Lösungsvorschlag für dieses gesellschaftliche Problem sind Schulveranstaltungen und Internetangebote, welche die praxisnahe Berufsorientierung aller jungen Menschen einfacher, spannender und besser machen. In der täglichen Arbeit bedeutet das, dass wir gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern Berufe erkunden, und dass wir mit schülerpraktikum.de einen Ort im Internet geschaffen haben, der praxisnahe Berufsorientierung vereinfacht.

Vor Ort, also in den Schulen, führen wir beispielsweise regelmäßig Potenzialanalysen durch, wir organisieren Unternehmensbesuche oder lassen Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Berliner Talentparcours Berufsfelder praktisch erkunden. Ziel ist es, bereits einen ersten Kontakt zu lokalen Arbeitgebern herzustellen und einen praktischen Einblick in die wirkliche Berufswelt zu erleichtern.

Mithilfe unserer Plattform schülerpraktikum.de treffen junge Menschen auf Unternehmen und Karrieren, von denen sie zuvor nichts wussten – entweder, weil sie am Abendbrottisch kein Thema sind oder weil das gemeinsame Abendbrot mit den berufstätigen Eltern immer seltener stattfindet. Neben der Vermittlung von Schülerpraktikumsplätzen bieten wir auf schülerpraktikum.de auch inhaltliche Angebote für Schülerinnen und Schüler an. Ein Beispiel ist der Stärkentest, der Schülerinnen und Schülern einen Eindruck davon vermittelt, dass sie bereits viele Talente mitbringen, die heute bereits gefragt sind.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Am Ende landen wir immer wieder bei der Frage der beruflichen Orientierung. Trotz omnipräsenter Information und gefühlt Tausenden von Beratungs- und Orientierungsangeboten – offline wie online – liegt hier offenkundig immer noch sehr viel im Argen. Sonst wäre es kaum zu erklären, dass auf der einen Seite die Unternehmen über Nachwuchssorgen und „Kräftemangel“ klagen und auf der anderen Seite junge Menschen durch den Dschungel an Angeboten irren und dabei entweder gar nichts finden oder immer noch sehr oft eine falsche Entscheidung treffen. Woran liegt das aus deiner Sicht?

Meiner Ansicht nach benötigen Beratungs- und Orientierungsangebote einen stärkeren Praxisbezug. Schülerinnen und Schüler müssen das Berufsfeld praktisch erleben können, um herauszufinden, ob der Beruf zu ihnen passt oder auch nicht passt – ungeschminkt und hautnah.

Ansonsten kann es ein böses Erwachen geben, sobald der Auszubildende feststellt, dass er gar nicht wusste, welche täglichen Aufgaben im Betrieb anstehen. Hier muss frühzeitige Berufsorientierung in den Schulen ansetzen. Ergänzend zum Unterricht sollten regelmäßig Betriebserkundungen und Praktika ermöglicht werden, um die betriebliche Wirklichkeit erfahren zu können und verschiedene Berufe kennenzulernen – und in zunehmenden Maße passiert das auch bereits! Nur auf Basis eines praxisbezogenen Kontakts kann sich ein junger Mensch eine eigene Meinung bilden und ein Unternehmen beweisen, dass es ein guter Arbeitgeber ist. Und nur so kann der Nachwuchskräftemangel nachhaltig bekämpft werden.

Mit Schülerpraktikum.de bringt Ihr Unternehmen und Schüler zusammen. Wie genau funktioniert das? Wie viele Schüler tummeln sich denn bei Euch und wie kommen Unternehmen, die Praktika anbieten, an die ran?

Im Monat suchen bundesweit rund 80.000 Schülerinnen und Schüler auf schülerpraktikum.de nach interessanten Praktikumsplätzen – fast vier Millionen Seitenaufrufe verzeichnen wir pro Jahr!

Demgegenüber stehen Unternehmen, die ihre Praktikumsplätze auf schülerpraktikum.de veröffentlichen. Jedes Unternehmen hat die Möglichkeit, einen Praktikumsplatz kostenlos zu veröffentlichen. Mit nur zwei Klicks finden Schülerinnen und Schüler Praktikumsinserate in ihrer Region. Wenn das Interesse geweckt wurde, erfährt man durch einen Klick auf „Bewerben“ über welchen Weg eine Bewerbung möglich ist. Somit finden Schülerinnen und Schüler ohne große Umwege passende Unternehmen und ebnen den Weg in ihre berufliche Zukunft.

Abgesehen davon, dass Schulpraktika in der Regel irgendwann als eine Art „Pflichtfach“ auf die Schüler zukommen, was ist aus Eurer Sicht der zentrale Nutzen eines solchen Praktikums, worauf sollten Schüler und Unternehmen dabei besonders achten? Kurz: Wann ist ein Schulpraktikum ein „gutes“ Schulpraktikum?

Schülerpraktika sind ein wesentliches Instrument der Berufsbildung und genau hier liegt auch der Kern des eigentlichen Nutzens eines Praktikums. Daher sollten Sie dafür sorgen, dass Schülerinnen und Schüler einen realistischen Einblick in den Arbeitsalltag erhalten, um eine klare Berufsvorstellung entwickeln zu können. Mein Tipp ist: Behandeln Sie die jungen Menschen während des kompletten Praktikums nicht anders als einen „echten“ Angestellten. Führen Sie ein Vorstellungsgespräch, bitten Sie um Feedback, fördern Sie und fordern Sie, binden Sie alle anderen Kolleginnen und Kollegen mit ein – erklären Sie, warum auf einmal 15-Jährige im Betrieb sind. Ein geschöntes Bild hilft in der nachhaltigen Fachkräftesicherung nicht. Das alles bringt neue Aufgaben, Herausforderungen und oft einen Wandel der Unternehmenskultur. Aber genau dieser Wandel entscheidet in den nächsten Jahren über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.

Des Weiteren sollte der Kontakt nach dem Praktikum nicht enden. Unternehmen sollten auf eine langfristige Beziehung zu den Schülerinnen und Schülern hinarbeiten: beispielsweise Ferienjobs anbieten, auf den Tag der Offenen Tür hinweisen oder auch zum jährlichen Sommerfest einladen. Das Schülerpraktikum sollte als erster Schritt einer beruflichen Beziehung angesehen werden. Es handelt sich hierbei um ein hervorragendes Instrument der Nachwuchsgewinnung.

Einerseits können Schülerpraktika eine nachhaltige Verbindung zu dem Praktikumsbetrieb als potentieller Arbeitgeber schaffen. Andererseits kann ein Unternehmen im Rahmen eines Praktikums sehr schnell feststellen, ob der Praktikant als potentieller Auszubildender in Frage kommt.

Wenn jetzt ein Unternehmen denkt „Oh spannend, wir bieten auch Schülerpraktika an“, wie kann dieses Unternehmen von Euch profitieren? Wie werden die Unternehmen und ihr Angebot bei Euch eingebaut? Was für Features gibt es da und was kostet das?

Einfach: Stellen Sie Ihre Praktikumsplätze bei uns ein. Da wir, wie bereits erwähnt, eine immense Nachfrage von Schülerinnen und Schüler haben, können Unternehmen mit zahlreichen guten Bewerbungen rechnen.

Jeder Betrieb hat die Möglichkeit, kostenlos einen Praktikumsplatz zu inserieren! Der erste Schritt ist ganz einfach: auf der Startseite von www.schülerpraktikum.de unter „registrieren“ anmelden und innerhalb von nur zwei Schritten direkt einen Praktikumsplatz veröffentlichen. Mit nur zwei Klicks können dann auch Schülerinnen und Schüler den Praktikumsplatz in der jeweiligen Region finden.

Aber: Mehr als die Unternehmen, die sowieso schon bereit für die Zukunft sind, interessieren uns die Probleme der restlichen Unternehmen. Was sind ihre Bedenken? Wie können wir ihnen helfen, Schülerpraktika zum Teil einer modernen Arbeitskultur in deutschen Unternehmen zu machen? Wie können wir gemeinsam das Problem des Ausbildungsabbruchs, unglücklicher Berufsbiographien oder mangelhafter Berufsvorbereitung angehen?

Für Unternehmen die bereits heute schon mehr wollen, bieten wir ein Premiumprofil an. Dieses ermöglicht unter anderem eine unbegrenzte Anzahl an Praktikumsstellen auszuschreiben, in unterschiedlichen Regionen und Bereichen Praktika zu veröffentlichen, das eigene Unternehmen mit Foto- und Videogalerie zu präsentieren und somit eine noch größere Anzahl an Schülerinnen und Schülern zu erreichen. Die Kosten richten sich nach der Mitarbeiterzahl und beginnen bei 19 Euro im Monat. Bei Interesse oder Fragen können Sie sich gerne an mich wenden unter esther.schwarz@schule-plus.de oder 030/ 789 5460 01.

Liebe Esther, vielen Dank für das Interview. Es wäre doch gelacht, wenn es uns allen gemeinsam nicht irgendwie gelingen sollte, den „Fit“, die berufliche Orientierung insgesamt zu verbessern. Nicht nur der Arbeitsmarkt, nicht nur die Unternehmen, sondern auch die jungen Menschen werden das sicher dankbar annehmen…

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Jo Diercks

Geschäftsführer bei CYQUEST GmbH
Ich bin Gründer und Geschäftsführer der CYQUEST GmbH und der Mi4 GmbH. CYQUEST beschäftigt sich mit dem Thema Recrutainment, also dem Einsatz spielerisch-simulativer Methoden im Online-Assessment, Employer Branding und Recruiting. Im Recrutainment Blog berichte ich regelmäßig hierüber. Mi4 ist als Unternehmensberatung auf Themen des Online-Marketings und eCommerce spezialisiert.

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