8 Themen, 50 Schritte, 1 Ziel – Die Reise zum Job mit Sinn

Letztes Jahr hatten wir ja mit sehr viel Resonanz zum Jahr der Berufsorientierung ausgerufen. Und auch wenn wir dieses unter die Headline „Jahr der Kandidaten?!“ gestellt haben, heißt das natürlich nicht, dass es nicht auch in 2015 noch einiges zum Thema Berufsorientierung zu sagen gibt.

Wir haben daher unsere Praktikantin Franziska mal auf eine besondere „Reise“ geschickt und hier ist ihr Bericht:

Junge Menschen sind mit der Jobsuche heutzutage sichtlich überfordert. Sie sehnen sich nach einem Beruf mit Sinn und Möglichkeiten zur Entfaltung, der zur eigenen Persönlichkeit passt und diese möglichst auch noch weiterentwickeln kann. Auch soziale und ökologische Aspekte spielen bei der Berufswahl eine immer wichtigere Rolle. Die Generation Y hat einfach ein anderes Verständnis von Arbeit und sucht nach sinnstiftenden Jobs, mit denen man aber auch genügend Geld zum Überleben erwirtschaften kann.

Doch bekommt man all diese Aspekte überhaupt unter einen Hut?

„50 Wege zum Job mit Sinn“ will hierbei Unterstützung bieten. Die Seite, die wie ein virtueller Coach daher kommt, nimmt Jobsuchende bei der Hand und verhilft ihnen durch unkonventionelle Tipps, Tricks und greifbare Übungen im Karriere-Dschungel die Orientierung nicht vollends zu verlieren.

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Die Zielgruppe des kostenlosen Jobtrainings sind vor allem Berufseinsteiger und unzufriedene Umsteiger bzw. solche die es werden wollen.

Carsten Meier ist Mitverantwortlicher für die Seite und betreibt nebenher noch das Berliner Startup Intraprenör. Er persönlich hat selbst schon viel ausprobiert auf seinem Weg und arbeitet auch heute eher unkonventionell. Ursprünglich kommt das Konzept aus den USA. Hinter dem Projekt steht Dev Aujla von Dreamnow der sich bereits in seinem Buch „Making Good“ intensiv mit dem Thema „Jobs mit denen man Geld verdienen und Gutes tun kann“ beschäftigt hat. Die englische Seite kann mit über 200.000 Nutzern glänzen und beweist einmal mehr, wie wichtig die Themen Orientierung und Matching zu allen Zeitpunkten der Karriere sind. Denn Karriere ist nicht statisch, sondern eine kontinuierliche Reise.

Acht Themengebiete u.a. „Sinnsuche“, „Netzwerken“, „Steckengeblieben“, „Bewerben“ und „Neues lernen“ führen auf 50 Wege zum Job den User zum Ziel und damit, wer will, zu einem neuen Job.

Die schöne Gestaltung, ansprechend und farbenfroh, erinnert an Windows 8 und macht die Bedienung leicht. Das ganze Tool ist im Allgemeinen sehr interaktiv gestaltet und fordert den Benutzer auf, seine Erfahrungen gerne bei Twitter, Facebook etc. zu teilen.

Dabei gibt es auch immer die Möglichkeit, Fragen an die Macher der Seite zu stellen. Schön ist auch, dass man markieren kann, ob man bereits eine Aufgabe erledigt hat oder einen Reminder per Email geschickt bekommen möchte. Die Markierungen halten jedoch nur über eine Browsersession, sodass sie bei der langfristigen Bearbeitung dann wiederum nicht unbedingt weiterhelfen.

Doch was kann diese Seite wirklich?

Ist sie ein Rettungsring auf dem wilden Meer der Berufsorientierung und Jobsuche oder doch nur ein weiteres Tool, das viel verspricht, am Ende aber nichts als heiße Luft liefert?

Sehr gut ist auf jeden Fall der Mitmach-Charakter. Es geht nicht nur ums schnöde Lesen von Informationen, sondern darum, selbst aktiv zu werden. Dabei geht es an vielen Stellen darum, sich darüber klar zu werden, was man will und wie man an dieses Ziel kommt.

Dazu sollte man sich zunächst einmal überlegen, welche Fähigkeiten man besitzt. Gar nicht mal so leicht… 50WegezumJob regt sehr zum Nachdenken an und lässt den Nutzer kreativ werden. Dabei geht es auch immer wieder darum, Menschen aus seinem Umfeld um Rat und Erfahrungsberichte zu bitten oder auch einmal einen anderen Standpunkt einzunehmen und über den Tellerrand zu blicken.

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Das Aber:

Die 50 Schritte bis zum „Glück“ sind insgesamt recht aufwendig durchzuführen. Sie nehmen mal mehr, mal weniger viel Zeit in Anspruch, verlangen Durchhaltevermögen und schrecken auf den ersten Blick sicher auch den einen oder anderen ab. So geht es im siebten Schritt zum Beispiel darum, eine Reise anzutreten oder im 22. Schritt 45 Minuten alleine in einem ruhigen Raum zu sitzen.

Dass die Seite ursprünglich aus Amerika kommt, wird auch immer wieder sichtbar. Und wie man aus Erfahrung weiß, ist der „American Way of Life“ doch etwas anders als der deutsche…

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Es wird auch nicht immer klar, wie einem der einzelne Abschnitt auf dem Weg zum Ziel weiterhilft. Das Springen von einem Schritt etliche Schritte weiter, bringt einen teilweise etwas durcheinander. Dies ist zum Beispiel bei Schritt 24 der Fall. Klickt man hier auf „erstelle eine Liste mit Firmen“, so gelangt man sofort auf die 33. Das ist natürlich für diejenigen hinderlich, welche die Schritte gerne nacheinander durchlaufen möchten.

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Ist man beim letzten Punkt angekommen, kann man seine Geschichte den Autoren mitteilen. Etwas schade ist nur, dass diese Erfahrungsberichte dann nicht weiter verwendet werden.  Es wäre ja sicher auch für Menschen am Anfang der „Reise“ spannend zu lesen, wie andere User vorgegangen sind und welche Erfahrungen sie gesammelt haben.

Würden diese auf der Seite veröffentlicht, würden sicher eine Menge mehr User den Schritt wagen und die lange Reise der 50 verheißungsvollen Schritte antreten.

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Trotz dieser Punkte, hilft einem das Tool auf vielerlei Weise, besser zu beurteilen, ob man zu einem bestimmten Unternehmen passt oder allgemeiner: Was der richtige Weg für einen ist.

Gemeint sind hier auch Arbeitnehmer, die bereits einen Job haben, jedoch an diesem zweifeln. 50WegezumJob kann einem auch durchaus aufzeigen, dass man genau richtig ist, da, wo man sich gerade befindet! Dabei ist es auch wichtig, sich über den eigenen Weg klarzuwerden und darauf zu fokussieren, was man bisher erreicht hat. Selbstreflexion ist hier also ein ganz wichtiges Stichwort.

Wer sich jetzt selbst den einen oder anderen der 50 Schritte ausprobieren möchte, klickt einfach hier.

Gastautorin: Franziska Beythien

2 Gedanken zu „8 Themen, 50 Schritte, 1 Ziel – Die Reise zum Job mit Sinn

  1. Besten Dank für den schön geschriebenen und informativen Beitrag, Frau Adler.

    Was Lisa erlebt und empfindet, beschreibt sehr schön die Situation der Generation Y. „Ich könnte alles, wenn ich nur wüsste was“ habe ich neulich einmal in diesem Zusammenhang gelesen.

    Was bleibt, ist oft mangelnde Klarheit und Orientierung bei beruflichen Entscheidungen. Sicher ist dieser Schritt bei jungen Menschen am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn besonders schwer. Unterstützung durch eine professionelle Laufbahn-/Karriereberatung, hat sich dabei schon oft als hilfreich erwiesen.

  2. Sehr hilfreicher und interessanter Artikel, ich danke Ihnen dafür, Frau Adler! Ich selbst bin mehr oder weniger Teil der Generation Y und habe meine berufliche Bestimmung entdeckt, indem ich für 1 Jahr durch die Welt gereist bin. Ich habe Menschen gesehen die, die Hilfe brauchten. So bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich Menschen auch mit meinem Beruf helfen muss.
    Ich hoffe, dass mit diesem Artikel noch mehr Menschen zu dieser Erkenntnis kommen! LG Karsten

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