Studie der Leuphana Uni Lüneburg und der Personalberatung TOPOS zum Stand des Mobile Recruitings in Deutschland

Das mobile Internet ist unzweifelhaft auf dem Vormarsch. Die Verbreitung von Smartphones und Tablets, die zunehmende Berücksichtigung mobiler Nutzungsanforderungen bei der Gestaltung von Internetangeboten und natürlich erschwingliche Datentarife sorgen dafür, dass wir – nach gefühlten 15 Jahren gebetsmühlenartig vorgetragenem Mantra “Mobile kommt” – nun auch tatsächlich soweit sind.

Mobiles Internet 2013 (Auszug): Infografik von Super Monitoring  Lizenz: CC BY-ND 2.0

Auch wenn Mobile Recruiting zuweilen nicht unbedingt die korrekte Bezeichnung zu sein scheint, wird doch oftmals eher mobile Berufsorientierung oder mobiles Personalmarketing / Employer Branding gemeint, wenn davon die Rede ist, so ist auch nicht zu übersehen, dass sich auch die Personalbeschaffung nicht von dieser Entwicklung abkoppeln kann. Da hier aber auch immer teilweise übertriebene Panikmache und tendenziöse Berichterstattung im Spiel ist, werden wir a) hierzu morgen nochmal eine kleine Gedankensammlung einwerfen und b) ist alles hilfreich, was die Diskussion versachlicht. Also: Erst Fakten, dann Meinung…

Nach der Wollmilchsau und der Hochschule RheinMain, die wir im Recrutainment Blog ja jeweils vorgestellt haben, hat nun die Personalberatung TOPOS gemeinsam mit dem Lehrstuhl von Prof. Jürgen Deters an der Leuphana Uni Lüneburg eine aktuelle Studie zum Stand des Mobile Recruitings veröffentlicht, der wir hier natürlich auch eine entsprechende Bühne geben wollen.

Die Kernergebnisse dieser Studie stellt in einem Gastbeitrag der TOPOS Geschäftsführer Florian Koenen vor. Also Florian, deine Bühne…

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Florian KoenenDie TOPOS Personalberatung hat ihre jährliche HR-Studie in Zusammenarbeit mit der Universität Lüneburg auch in 2013 wieder aufgelegt und sich diesmal mit dem aktuellen Stand des Mobile Recruiting in deutschen Unternehmen beschäftigt.

Die Leitfrage der Studie war, ob Mobile Recruiting eine Chance für Unternehmen darstellt, neue Mitarbeiter auf sich aufmerksam zu machen und für sich zu gewinnen. Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland rund 60 % aller Internetnutzer über mobile Endgeräte online gehen und diese Tendenz auch weiter steigt, scheint die Mitarbeitergewinnung auch über diesen Kanal nur die logische Konsequenz dieser Entwicklung zu sein. Dennoch nutzen heute nur 10 % der in der Studie befragten Unternehmen diesen Zugang, wobei aber das Potenzial, welches hierin steckt, zunehmend erkannt wird. Diejenigen Unternehmen, die diesen Weg der Rekrutierung bereits heute professionell anwenden, erzielen damit durchgängig sehr gute Ergebnisse, wobei die besten Resultate im Bereich der Berufseinsteiger liegen.

Gezeigt hat sich auch, dass potenzielle Bewerber die Erwartungshaltung haben, über mobile Endgeräte die gewünschten Jobinformationen erhalten und sich auch gegebenenfalls auf diesem Weg bewerben zu können. Ein Grund, warum bisher rund 90% der Unternehmen dies nicht tun, liegt wohl in der Unwissenheit der Möglichkeiten und der Befürchtung zu hoher Kosten. Noch sind Unternehmen, die Mobile Recruiting verwenden als Vorreiter anzusehen. Doch schon in wenigen Jahren wird sich, laut der TOPOS-Studie, das Bild gewandelt haben. Bewerber werden mindestens eine mobilfähige Website als zwingend ansehen. Die Studie zeigt klar auf, dass Mobile Recruiting keinen kurzfristiger Hype, sondern einen langfristigen Trend darstellt.

Je offener und kreativer Unternehmen mit diesem Thema umgehen, desto größer ist ihre Chance, auch langfristige Erfolge in der Gewinnung neuer Mitarbeiter erzielen und sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren zu können.

Eine weitere Tendenz hat diese Studie aber auch klar gezeigt. Heutige Führungskräfte bzw. berufserfahrene Mitarbeiter sind über den Weg des Mobile Recruitings eher nicht zu gewinnen. Hier hat die Umfrage eindeutig gezeigt, dass die klassische Personalberatung immer noch weit vorne liegt. Aber auch dies mag sich mittelfristig ändern, wenn die heutigen Berufseinsteiger und Young Professionals selbst zu Führungskräften geworden sind und ihre heutigen Rekrutierungswege dann selbst in die Anwendung bringen. Vielleicht bleibt aber auch die Tendenz bestehen, als Manager individueller und mit maßgeschneiderten Angeboten angesprochen werden zu wollen? Raum für zukünftige Studien und Marktbeobachtungen bleibt also…

Abschließend sind die Ergebnisse der Studie in eine Checkliste eingeflossen, mittels derer Firmen, die in das Thema einsteigen wollen, schnell und pragmatisch für sich überprüfen können, was wirklich wichtig ist (hier ein Auszug):

Checkliste Mobile-Recruiting-Strategie

I. Mögliche Mobile-Recruiting-Anwendungen

  • Mobile Karrierewebsite
  • App
  • Mobile Tagging
  • Standortbezogener Dienst
  • Bluetooth-Anwendung

II. Erfolgsfaktoren für eine mobile Karrierewebsite

  • Komplexität verringern/ Inhalte auf das Wesentliche beschränken
  • Möglichkeit geben, auf Vollversion der Homepage zuzugreifen
  • Filterfunktion der offenen Vakanzen ermöglichen (z.B. Position oder Einsatzort)
  • Ansprechpartner und dessen Kontaktdaten nennen
  • Anforderungen einer Bewerbung erläutern
  • Dateitypen verwenden, die auf mobilen Endgeräten angezeigt werden können (nicht z.B. Flash-Elemente)
  • Auf eine Scroll-Richtung beschränken (horizontal/ vertikal)
  • Vergrößern vermeiden
  • Elemente, die ausgefüllt werden müssen, nicht zu nah beieinander anordnen
  • Passende Tastatur verwenden
  • Bewerbungsformular anbieten, das über mobile Endgeräte direkt ausgefüllt werden kann
  • Möglichkeit anbieten, die angefangene Bewerbung zwischenzuspeichern und später fortzuführen
  • Möglichkeit anbieten, Anlagen (z.B. CV) hochzuladen

III. Erfolgsfaktoren für eine mögliche ergänzende App

  • Vorab klären:

1. Budget und Mitarbeiterkapazität zur intensiven Betreuung vorhanden?

2. Auswahl der Betriebssysteme auf welchen die App laufen soll

3. Native App oder mobile Web-App?

  • Zusatznutzen für den User (Spiel, exklusive Neuigkeiten etc.) als Motivation für den Download
  • Möglichkeit anbieten, sich über App zu bewerben

IV. Generelle Anforderungen

  • Stellenausschreibungen auch über soziale und Business-Netzwerke veröffentlichen und die direkte Bewerbung ermöglichen
  • Über aktuellen Stand der Bewerbung informieren
  • Unabhängig von der Maßnahme, sollte die Möglichkeit potentielle Bewerber via Push-Nachrichten auf offene Vakanzen hinzuweisen, nicht vernachlässigt werden
  • Bewerber per SMS an bevorstehendes Vorstellungsgespräch erinnern

Wer sich allerdings heute schon einmal näher mit dem aktuellen Stand des Mobile Recruiting in Deutschland auseinandersetzen möchte, der kann eine Zusammenfassung der Studie mit vielen weiteren Details unentgeltlich bei der TOPOS Personalberatung unter info@topos-consult.de oder über die Facebookseite bestellen.

In loser Reihenfolge werden außerdem Ausschnitte und Analysen aus der Studie auf dem TOPOS-Blog veröffentlicht und diskutiert.

Gastautor: Florian Koenen

3 Gedanken zu „Studie der Leuphana Uni Lüneburg und der Personalberatung TOPOS zum Stand des Mobile Recruitings in Deutschland

  1. Hello,
    Great tips. If you want positive results you will have to work on it. Personalberatung should have goal to find right employees.
    Thanks
    Markus
    mbmc.at/personalberatung.html

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