Wenn Unternehmen Selfies machen… Karriere-Auftritte von Unternehmen bei Instagram: Das Ranking

Autorin: Julia Marx

Dass auch Twitter neben der klassischen Facebook-Page (mehr oder weniger neuerdings) eine Plattform für die Karriereauftritte von Unternehmen geworden ist, ist den meisten sicher bereits aufgefallen. Falls nicht findet man hier aktuelle Einblicke.

Doch tatsächlich neuerdings tritt bei immer mehr Unternehmen auch Instagram für den Karrierewebauftritt auf den Plan.

Für alle, die bisher noch nicht so tief in der Materie von Instagram stecken: Instagram funktioniert im Prinzip wie eine Bilder- und Video-only Version von Facebook: Fotos/Videos hochladen, liken, mit einem Hashtag (#) versehen und kommentieren. Und über die App Boomerang lassen sich sehr schön kleine „Video-Schaukeln“ erstellen und teilen, die insb. für die „Giphy-Generation“ schöner und viraler Content sind.

Das Ganze allerdings mit mehr (unterschwelliger) Werbung, oftmals mit Hilfe sogenannter „Influencer“, die gaaaanz zufällig ein gesponsertes Produkt loben (später mehr dazu).  Tiefere Einblicke in die Social-Media-Plattform und das Thema „Influencer“ gibt der Artikel der Wollmilchsau. Diese Konstellation in Kombination mit wachsenden Mitgliederzahlen versprechen nicht nur Promis riesige Reichweiten.

Kein Wunder also, dass immer mehr Unternehmen (und Personalabteilungen) auch auf einen Social-Media-Auftritt bei Instagram setzen.

Zunächst aber: wer ist auf der Plattform schon vertreten? Hier einmal ein Ranking der Instagram Karrierekanäle nach Anzahl der Abonnenten im Juli 2017:

Mehr als 10000 Abonnenten – die „Champions League“

Ganz vorne voran „marschieren“ wie schon bei unserer Auswertung im Januar 2017 „DieRekruten“ der Bundeswehr. Allerdings haben die Accounts von L´Oréal und der Bundespolizeikarriere eindeutig aufgeholt und konnten den Abstand zum „Champion“ verringern. Airbus, die Anfang des Jahres noch mit in der Champions League der Instagram-Karrierekanäle spielten, haben hingegen anscheinend das Handtuch geworfen und ihren Karriere-Kanal entfernt.

2000-10000er-Club

In der „Oberklasse“ füllen sich nun langsam aber sicher die Reihen. Man sieht einen klaren Trend, dass die Unternehmen ihre Kanäle pflegen und Follower gewinnen wollen.

1000-2000er-Club

Auch das Mittelfeld gewinnt immer mehr „Mitspieler“. Voran „Bayerkarriere“, gefolgt von „Axel_Springer_Karriere“, „Hiltonkarriere“ und „Sixtkarriere“. Neu in diese „Liga“ aufgestiegen sind „Pgcareers“ (Procter & Gamble), „Douglaskarriere“ und „Vodafone_karriere“.

500-1000er-Club

Deutlich zu sehen: Auch die (noch) etwas weniger „verfolgten“ Kanäle holen fleißig auf und streben in Richtung obere Followerzahlen. Ein gutes Beispiel: „Deloittedeutschlandkarriere“, die im Januar noch den „300 – 500er Club“ angeführt haben, springen jetzt schon wieder fast in die nächsthöhere Liga der 1.000 – 2.000er…

300-500er-Club

Viele der früheren „Unter 300-Kanäle“ kratzen ein halbes Jahr später fast schon an den 500… Auf den Karrierekanälen wird also kräftig gepostet und Follower akquiriert.

Unter 300 Abonnenten

Und schließlich, weiterhin dem Trend folgend: auch im unteren Bereich bemühen sich die meisten Kanäle kräftig um mehr Follower. Klar zu sehen also: Immer mehr Unternehmen erkennen die Potentiale, die Instagram bietet.

So, zugegeben viele Zahlen auf einmal, sie verdeutlichen aber, dass ein Karrierekanal bei Instagram durchaus eine gute Idee sein könnte ;-)

Jetzt aber mal „Butter bei die Fische“: Wie kann man sich denn so einen „Karrierekanal“ bei Instagram denn nun konkret vorstellen? Die Beispiele „CLAAS“, „G+J“, „Lufthansa“ und „apoBank“ haben wir ja bereits im Blogartikel der letzten Instagram-Auswertung vorgestellt.

Wie wäre es jetzt mit Deloittedeutschlandkarriere? Ein klassisches Beispiel eines Karriere-Kanals: Hier findet man Fotos aus dem Arbeitsalltag, von (Afterwork-)Events und andere Einblicke in die Job- und Ausbildungsmöglichkeiten bei Deloitte.

#Realisticjobpreview wie es im Buche steht.

Dass es aber auch anders (oder auch „angepasster“) geht, zeigt der Kanal Bundespolizeikarriere, immerhin ja auf Platz 2 bei den Abonnentenzahlen:

Grundsätzlich nutzt die Bundespolizei ihren Instagram-Account nicht als reines Informationsangebot für Interessenten, sondern verweist auf ihre Karrierewebsite. Trotzdem bekommen Nutzer ein ziemlich gutes Bild davon, was die Arbeit bei der Bundespolizei so alles mit sich bringen kann:

Beeindruckende Bilder von Außeneinsätzen, tatsächliche Beamte im Dienst und „schwere“ Geräte vermitteln den Interessenten einen vielleicht nicht ganz #realisticjobpreview aber definitiv einen guten ersten Eindruck was Arbeit bei der Bundespolizei bedeuten kann.

Neben den Einblicken in verschiedene ganz „normale“ Arbeitsalltage…

…und dem ein oder anderen Augenzwinkern…

…findet man auf dem Kanal aber auch nicht alltägliche Ereignisse. Hier zum Beispiel ein #Teamgeist-Ausflug der Polizeimeisteranwärter.

Ein weiteres aktuelles, ganz bestimmt nicht alltägliches Ereignis, waren die Geschehnisse in Hamburg im Rahmen des G20-Gipfels. (–danke nochmal dafür, unser Büro in Hamburg hat zwar nichts abbekommen, es wird einem aber doch ganz mulmig zumute, wenn man die erschreckenden Bilder aus der Nachbarschaft sieht…) Das hat den Beamten sichrelich einiges abverlangt…

Um aber den Bogen zu Instagram wieder zu bekommen: Am Beispiel der Bundespolizei sieht man deutlich, dass ein Karrierekanal sich weder als reine Informationsquelle ála „Das sind unsere Bewerbungsfristen“ noch zwingend als Fotostory des typischen Büros zeigen muss.

Es ist ebenso erfolgreich, sich an den „Stil“ der Plattform anzupassen, d.h. beispielsweise „nur“ auf die eigene Karriere Website zu verlinken und mit Hilfe von beeindruckenden Bildern (typisch Instagram) das untermalende „Storytelling“ zu betreiben. Schließlich geht es auch darum, die Nutzer erstmal auf sich und die angebotenen Karrieremöglichkeiten aufmerksam zu machen und dann mit ihnen in Verbindung zu bleiben.

„Influencer“, die für Instagram ja fast schon bezeichnend sind, tun ja im Prinzip auch nichts anderes. Frei nach dem Motto, „Hey schaut doch mal, wie cool ich es hier habe. Wenn du das auch haben möchtest, findest du hier die Möglichkeiten, wie du das auch haben kannst…“. Warum also nicht die Möglichkeiten der Plattform ausschöpfen und für eigenes Personalmarketing nutzen…?

Zusammengefasst können wir unsere These aus dem Januar quasi 1:1 übernehmen: Zwar sind Twitter und Co. im Moment noch die populärere Variante für Karrierekanäle, nach und nach entdecken aber immer mehr Unternehmen auch Instagram für sich. Wieso auch nicht? Schließlich ist Instagram ganz weit vorn mit dabei beim Kampf um Social-Media-User , die User sind bereits offen für Einblicke in das (Arbeits-(?))-Leben Anderer und auch Twitter hat schließlich mal „klein“ angefangen.

Gute Gründe also. Wir bleiben dran und werden sehen, ob sich Instagram auch als Karrierekanal-Plattform durchsetzt ;-) Wir sind da optimistisch…

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Jo Diercks

Geschäftsführer bei CYQUEST GmbH
Ich bin Gründer und Geschäftsführer der CYQUEST GmbH und der Mi4 GmbH. CYQUEST beschäftigt sich mit dem Thema Recrutainment, also dem Einsatz spielerisch-simulativer Methoden im Online-Assessment, Employer Branding und Recruiting. Im Recrutainment Blog berichte ich regelmäßig hierüber. Mi4 ist als Unternehmensberatung auf Themen des Online-Marketings und eCommerce spezialisiert.

Ein Gedanke zu „Wenn Unternehmen Selfies machen… Karriere-Auftritte von Unternehmen bei Instagram: Das Ranking

  1. Hallo Julia, Hallo Jo, spannender Beitrag, habe ich so detailliert noch nicht gesehen.
    Mich erinnert das Ganze stark an die Diskussion über die Facebook-Karriereauftritte der Unternehmen vor einigen Jahren. Mittlerweile geben ja selbst eingefleischte Social Media-Enthusiasten zu: Die spielen praktisch keine Rolle mehr, der Kanal ist zudem zu alt für die meisten Zielgruppen geworden. Ist eher was für Silver-Surfer…
    Das kann man von Instagram wahrlich nicht sagen. ABER: Wenn ich mir die Zahlen so ansehe frage ich mich: Warum das Ganze eigentlich mit Optimismus betrachten? Abonenntenzahlen im niedrigen vierstelligen Bereich selbst bei starken Konsumentenmarken (ich habe mir zum Vergleich mal die Zahlen von bibisbeautypalace angesehen, nicht ganz fair, aber hilfreich)? Wie hoch ist die Konversionsrate?
    Nun denn: „kleines Senfkorn Hoffnung“, wenn man das so sehen möchte. Was sich nach meinem Eindruck nicht geändert hat: Wie die Schlange aufs Kaninchen starrt man auf den nächsten „Wunderkanal“. Und die Inhalte? Gruß aus Köln, Manfred

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