Nun ist es offiziell: Google startet „Google for Jobs“. So funktioniert es…

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In letzter Zeit wurde bereits wieder heftig darüber spekuliert. Rund um die hier und da auftauchenden Informationen zur Cloud Jobs API und Google Hire herum verdichteten sich die Hinweise auch einfach zu stark, dass Google wieder in den Bereich Jobsuche einsteigen würde. Nach einem ersten seinerzeit noch relativ kläglich gescheiterten Versuch Mitte der 2000er Jahre wurde es nun gestern anlässlich der Google I/O´17 höchstoffiziell:

Google startet „Google for Jobs“

Neben ganz vielem anderen innovativem Zeugs im Rahmen der Google Strategie „From Mobile first to AI first“ wurde im Rahmen der ca. 2-stündigen Keynote-Bühnenshow auch Google for Jobs vorgestellt. Die Tatsache, dass es dem Google CEO Sundar Pichai höchstpersönlich vorbehalten blieb, die neue Suche vorzustellen und auch dass die Vorstellung von Google for Jobs den Abschluss des bunten Reigens bildete, deutet an, dass Google es diesmal wirklich ernst meint, den Markt der Jobsuche in einen Markt der Jobfindung zu verwandeln…

Wer Lust hat, dem sei der Videomitschnitt der Keynote im Rahmen der Google I/O´17 wärmstens ans Herz gelegt. Das ist alles ziemlich spannend, wer sich aber erstmal nur die Infos zu Google Jobs ansehen will, der springe direkt ans Ende – ca. bei 1:51.

Wer hingegen keine Lust auf Video hat – ja ja die älteren von uns schämen sich noch in der U-Bahn sitzend laut Filme zu gucken ;-) – für den habe ich die aktuell verfügbaren Infos nachfolgend mal ein wenig zusammen gefasst:

Eigener Such-Index

Google for Jobs wird eine eigene Google-Suche werden, so wie es diese bereits etwa für Flüge, Shopping, Bücher, Bilder oder News gibt. Also ein eigenes Produkt, das aber natürlich über die allgemeine Google Suche angesprungen wird. Das ist insofern nur konsequent, da ja bereits heute ein riesiger Anteil der Job-Suchen letztlich mit einer Google-Suche beginnen.

Der Google Job-Index greift dabei auf Jobs zu, die der Google Bot im Web findet, also in der Theorie alle, die ohne entsprechenden Vermerk in der Robots.txt im Web veröffentlicht werden.

Mit einer ganzen Reihe von Aggregatoren, die selber wiederum Jobs indiziert haben, kooperiert Google aber auch direkt. D.h. zu Playern wie Facebook, Glassdoor, Careerbuilder, Monster oder LinkedIn gibt es offenkundig direkte Schnittstellen, so dass sich Google hier den Weg über das Crawling spart. Das ist insofern schlau, weil diese Bereiche teilweise für den Google Bot nicht erreichbar sind – z.B. nicht öffentliche Facebook-Inhalte – und weil der Index so natürlich viel schneller und aktueller ist.

Zusammenhang mit der Cloud Jobs API

Ganz Google-like funktioniert die Suche sehr einfach: Alles startet mit einer simplen Eingabe eines Suchbegriffs, z.B. „retail jobs“…

Sofort werden entsprechende Treffer aufgelistet, inklusive des Fundorts (z.B. LinkedIn, Careerbuilder etc.).

Hierbei greift nun auch die Ontologie, die hinter der Cloud Jobs API liegt. Diese hat Google ja bereits seit einiger Zeit verschiedenen Firmen zur Verfügung gestellt mit dem Ziel, diese am realen Objekt (sprich: realen Job-Suchen) lernen zu lassen. Bis dato haben so rund 4,5 Millionen Menschen durch ihre Suche nach Jobs, z.B. auf den Karriereseiten von Johnson&Johnson oder FedEx, wissentlich oder unwissentlich die Google Ontologie gefüttert und schlauer gemacht.

Das führt nun unter anderem dazu, dass die Google for Jobs-Suche in der Lage ist zu erkennen, dass jemand der nach „Retail Jobs“ sucht, möglicherweise aber genauso an Jobs interessiert ist, wo ein Sales Clerk oder Shop Floor Assistant gesucht wird.

Es sind unter anderem diese ontologischen Zusammenhänge, die entscheiden, welche Suchtreffer dem Nutzer in welcher Reihenfolge angezeigt werden.

Filter, die die Suche präzisieren

Die gefundenen Suchtreffer kann man nun mit Hilfe verschiedener Filter weiter präzisieren. Z.B. wenn man nur nach Full-Time Jobs sucht…

…oder Job-Titel, Veröffentlichungsdatum der Stellenanzeige etc.

Es liegt nahe, dass diese vom Nutzer gesetzten Filter wiederum dem lernenden Algorithmus zugeführt werden usw.

Mit zwei Klicks bewerben…?

Klickt man einen Suchtreffer an, landet man direkt auf der entsprechenden Stellenanzeige, möglicherweise ergänzt um weitere Informationen wie etwa der genauen geografischen Verortung des Jobs (Google Maps…)…

…und kann sich dann dort direkt mit einem Klick bewerben.

Oops? One-Click-Bewerbung über Google? Krass…

Leider hat sich Pichai nun ausgerechnet über diesen „One-Click-Application“-Button nicht weiter ausgelassen, stellen sich doch hier sofort eine ganze Reihe an Fragen:

Was passiert denn genau, wenn man drauf klickt? Lande ich dann auf der Bewerbungsmaske des ATS des suchenden Unternehmens? Oder parst Google fröhlich meine Daten (welche denn genau?), die sie so über mich gesammelt haben, direkt in das ATS des Kunden? Wie sieht es hier mit Datenschutz aus (ach ne, das ist ja ein sehr deutsches Thema…)? Und was muss die andere Seite, also das ATS des Kunden, dafür eigentlich können?

Wie gesagt: Hierzu aktuell noch nicht viel mehr Infos, aber spannend ist das natürlich allemal…

Nun, Google rollt Google for Jobs nun in den nächsten Wochen in den USA aus. Weitere Märkte sollen dann sukzessive folgen. Man kann sehr gespannt sein, wann Deutschland dran ist.

Die Datenschutzproblematik wird Google hierbei sicherlich noch einiges zum rumkauen geben, insb. weil durch die DSGVO das Thema inzwischen a. europaweit höchstrelevant ist und b. auch kein ganz so zahnloser Tiger mehr ist.

Ansonsten wäre Deutschland mit seinem leergefegten Arbeitsmarkt, faktischer (Nahezu-)Vollbeschäftigung und in vielen Branchen und Regionen tobendem War for Talent wie gemacht für das Produkt…

Wir dürfen seeehr gespannt sein.

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Jo Diercks

Geschäftsführer bei CYQUEST GmbH
Ich bin Gründer und Geschäftsführer der CYQUEST GmbH und der Mi4 GmbH. CYQUEST beschäftigt sich mit dem Thema Recrutainment, also dem Einsatz spielerisch-simulativer Methoden im Online-Assessment, Employer Branding und Recruiting. Im Recrutainment Blog berichte ich regelmäßig hierüber. Mi4 ist als Unternehmensberatung auf Themen des Online-Marketings und eCommerce spezialisiert.

5 Gedanken zu „Nun ist es offiziell: Google startet „Google for Jobs“. So funktioniert es…

  1. Prima!
    und im nächsten Schritt, wird google dann zum headhunter im globalisierten Arbeitsmarkt:

    A) die Unternehmen weltweit stellen ihre Anforderungen an die Bewerber für die zu erledigenden Arbeitspakete im Projekt zusammen

    B) google wählt die geeigneten Bewerber aus und gibt die Details zum Projekt & Konditionen an diese weiter

    C) Interessierte Mitarbeiter melden sich beim Unternehmen

    D) Unternehmen prüft -ggfls mit online-assessments wie bei Crossover.com et al- und stellt ein.

    Ein kleiner one-pager, wie sich Unternehmen auf Basis dessen organisieren könnten (agile project enterprises mit global staffing):
    http://www.c-cybernetics.com/pub/agile-project-enterprises.pdf

  2. Ich freue mich sehr drüber. Ein guter Weg schnell nach einem Experten für das Unternehmen zu suchen.
    Langfristig ist Google mit Sicherheit an dem Einsammeln weiterer Daten interessiert. Diese werden dann für eigene Projekte genutzt…

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