Vor rund zwei Jahren sprach mich Jens Nachtwei – Psychologe, Eignungsdiagnostiker, Postdoc an der Humboldt-Uni Berlin und Prof. an der Hochschule für angewandtes Management Ismaning, LinkedInfluencer mit mehr als 30.000 Followern usw. – an, ob ich nicht Lust hätte, einen Beitrag zu einem „kleinen“ Herausgeberwerk beizusteuern, das er gemeinsam mit seiner Frau Katharina gedenkt, zusammenzutragen.
Leitthema des Buches: Berufliche Orientierung.
Nun, die Frage stellte sich für mich nicht wirklich. Erstens habe ich mich geehrt gefühlt, um Mitwirkung gebeten zu werden und zweitens gibt es wenige Themen, die mir so am Herzen liegen wie eben jenes: Orientierung in der Arbeitswelt. Leser und Leserinnen des Recrutainment Blogs werden es vermutlich bestätigen…
Nun ist das Werk erschienen! Und man muss wirklich sagen: Was für ein Werk…
Vorweg: Das Buch „Zukunft der Arbeit an der Zukunft“ umfasst über 300 Seiten komprimierte Insights und das Beste: Es ist kostenlos als eBook verfügbar. Erschienen ist das Ganze als „Band 17“ der Reihe „HR Consulting Review“ am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin.
Was dieses Buch für mich so besonders macht: Es haben 155 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft mitgewirkt. Es gibt also eine unheimlich Vielfalt an Perspektiven und Blickwinkeln.
Und: Alle haben sich denselben vier Fragen gestellt – bewusst einfach und kurz gehalten und doch tief in der Sache:
1️⃣ Wie würdest Du jungen Menschen erklären, was Du beruflich machst?
2️⃣ Was würdest Du jungen Menschen im Hinblick auf die Arbeitswelt empfehlen und wovon würdest Du ihnen abraten?
3️⃣ Was wird Deiner Meinung nach in den nächsten fünf bis zehn Jahren die Arbeitswelt in Deutschland prägen?
4️⃣ Wie schätzt Du die Bedeutung von Technologie für die Zukunft der Arbeit in Deutschland ein?
Insofern richtet sich das eBook erstens an Schülerinnen und Schüler, Azubis und Studierende, die Orientierung suchen. Ich habe selber zwei Töchter, die so am Übergang zwischen Schule und Aufbruch ins Erwachsenenleben stehen. Die Frage, wie man die große Frage „Wo geht es für mich hin?“ sinnvoll beantwortet bekommt, ist also eine, die mich nicht nur beruflich umtreibt, sondern auch sehr direkt privat…
Zweite Zielgruppe des eBooks: Eltern, Lehrkräfte, Career Center und Beratungsstellen, die junge Menschen bei diesem Übergang begleiten. In Akademiker-Sprech würde man diese wohl alle als „Sekundär- Zielgruppen“ der Berufsorientierung betiteln, aber wir wissen, wie wichtig ihr Einfluss bei diesem Thema ist.
Drittens: Unternehmen und öffentliche Verwaltungen, die ihre Belegschaft auf die Zukunft vorbereiten möchten. Auch diese Zielgruppe muss sich intensiv dem Thema der beruflichen Orientierung widmen, denn de eigene Zukunftsfähigkeit hängt davon ab. Wenn es gelingt, jungen Menschen den Weg in „zu ihnen passenden“ berufliche Bahnen aufzuzeigen, werden auch Arbeitgeber massiv davon profitieren (bessere Performance, geringere Fluktuation, höhere Zufriedenheit der Mitarbeitenden, geringerer Krankenstand etc., alles umfangreich durch Forschung belegt).
Es ist ein bisschen unfair und wird der Sache auch nicht annähernd gerecht, jetzt einzelne Beiträge aus dem eBook herauszugreifen – ich empfehle wirklich dringend, sich das eBook herunterzuladen und in Gänze zu Gemüte zu führen -, aber um zumindest ein paar Appetithäppchen hier zu nennen:
So führt bspw. Markus Albers (auch Markus war hier im Blog schon zu Gast…) den folgenden Ratschlag aus:
Auch wenn Ralf Lanwehr dies wie folgt sieht:
Elke Benning-Rohnke spricht mir aus der Seele mit:
Aljoscha Burchardt fragt vollkommen berechtigt:
Vielleicht erinnert Ihr euch: Das war im Prinzip auch die Leitfrage der #HREdge24 vor knapp zwei Jahren… Von daher nicht überraschend, dass auch Max Hergt oder Cliff Lehnen diesen Aspekt betonen:
Vor diesem Hintergrund mahnt einer meiner Lieblings-Professoren Christian Gärtner dann auch vollkommen zu recht an:
Ich selber habe mich vor allem dem Thema „Passung“ gewidmet…
…insbesondere auch, weil – wie Robindro Ullah betont – das (Berufs-)Leben eben keine Gerade ist…
Martin Gaedt schreibt (vor allem den Unternehmen) folgenden Ratschlag ins Gebetbuch:
Annekatrin Hoppe mahnt – aus meiner Sicht vollkommen zurecht – folgendes an:
Funfact: Der Berufstest, der Annekatrin den Beruf der Arbeits- und Organisationspsychologin vorschlug, ist von uns. Freut mich, dass wir hier nicht so falsch lagen… 😉
Rüdiger Hossiep erinnert an etwas, dass in Zeiten wie diesen zuweilen etwas unter die Räder zu kommen droht…
Jelena Klingenberg schreibt beinahe so etwas wie eine Einladung zur #HREdge26, denn auch diese wird sich intensiv dem Thema Skills widmen…
Felicitas von Kyaw sieht hierbei vor allem folgende Skills…
…die ich zwar nicht als Skills, sondern als Potenzialmerkmale bezeichnen würde, aber deren Bedeutung für die Arbeitswelt jetzt und vor allem in der Zukunft ich auch als absolut zentral sehe.
Dass auch die Chancen des Serious Gamings zum Lernen und zur Orientierung in dem Buch nicht fehlen, dafür sorgt Thorsten Kodalle mit seinem Beitrag:
Nun, soweit hoffe ich euch nun, den Mund hinreichend wässrig gemacht zu haben. Im Buch finden sich dann noch etliche weitere sehr spannende Beiträge. Ladet euch das eBook runter, stöbert in den vielen vielen interessanten Gedanken, diskutiert dies (vor allem mit jungen Menschen) und lasst uns die Zukunft anpacken. Denn trotz aller Prognosen (die ja frei nach Niels Bohr, Mark Twain und Winston Churchill bekanntlich insb. dann schwierig sind, wenn sie die Zukunft betreffen) gilt:
Die Zukunft wird gemacht. Von jedem von uns.
Wussten Fehlfarben übrigens schon 1982. Da war ich 10…















