Sie sind wieder da! Virtuelle Karrieremessen – jetzt in VR. Der innovative Ansatz von „Jobunication“…

Als wir bei CYQUEST anfingen, uns mit dem Thema E-Recruiting zu beschäftigen, also zu guten alten New Economy Zeiten um den Jahrtausendwechsel, gab es einen Anbieter namens Jobfair24, der – damals noch technisch auf einem Plug-In des kalifornischen VR-Pioniers Blaxxun aufbauend – virtuelle Karrieremessen anbot.

Nun, außer ein paar alter Pressemitteilungen und Berichten tief in den Archiven vom Crosswater Job Guide habe ich zu Jobfair24 nicht mehr viel finden können. Blaxxun ist auch seit 2002 schon Geschichte.

Ein paar Jahre später – jetzt ziemlich genau 10 Jahre her – schwappte dann rund um das Thema Second Life eine große Hypewelle durchs Web. Hier schwelgten damals alle in der Vorstellung, dass man demnächst dann vollends in virtuelle Welten eintauchen können würde. Wenig überraschend blieb auch das Personalmarketing davon nicht ganz unberührt, so dass es natürlich auch Überlegungen gab, das Kennenlernen von Kandidaten und Arbeitgebern in den virtuellen Raum zu verlegen. Ergo: Es fanden die ersten virtuellen Karrieremessen in Second Life statt.

Und heute? Ja, das Thema Virtual Reality ist in aller Munde. Nach der großen Euphorie 2015/2016 mehren sich zwar inzwischen die Stimmen, die kritisch hinterfragen, ob VR denn nun wirklich das nächste große Dinge wird, aber ich würde VR alles andere als abschreiben. Auch und gerade nicht im Kontext der Personalgewinnung, auch wenn es meines Erachtens nicht mehr reicht, „irgendwie was mit VR“ zu machen, sondern schon einen inhaltlichen Mehrwert liefern sollte; nachzulesen in meiner Kritik am Beispiel des 360°-Recruiting Videos von STIHL vor ein paar Tagen…

Naja, und während man so über die Vergangenheit und etwaige Tragfähigkeit aktueller Hypes nachdenkt, schwappt einem manchmal ein Thema rein, wo sich der Kreis irgendwie zu schließen scheint.

So geschehen als mich kürzlich Philipp Umbeck, einer der Gründer von Jobunication, kontaktierte, um mir deren Konzept einer virtuellen Karrieremesse – einer „Virtual Reality Career Fair“ – vorzustellen. Sie sind also wieder da! ;-)

Und vielleicht ist deren Zeit eben jetzt gekommen…

Ich habe das auf jedem Fall zum Anlass genommen, Philipp zu bitten, uns den Jobunication-Ansatz einmal etwas detaillierter vorzustellen und zu erläutern, wie denn die virtuelle Jobmesse der Zukunft aussehen kann und wird.

Philipp, bitte stelle uns doch mal Euren Ansatz vor. Deine Bühne…

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Als wir vor gut zwei Jahren unser Start-up gründeten, hatten wir uns einem überlaufenen und vielleicht sogar „altbackenen“ Marktsegment verschrieben: der Ausrichtung einer (physischen) Karrieremesse für junge Akademiker. Um der Online-Generation trotzdem gerecht zu werden haben wir unsere Messe „Jobunication Rhein-Neckar“ in Heidelberg bestmöglich digitalisiert: mit Anmeldung und Registrierung auf der Messe-Homepage, Eingangslösung mit iPads, Ausdruck der Namensschilder via „AirPrint“ und dem Einsatz einer Messe-App samt QR-Code-Rallye.

Eine physische Messe zu digitalisieren geht natürlich nur zu einem gewissen Grad – so entwickelte sich schnell die Vision einer komplett digitalen Karrieremesse. Die Zielgruppe Berufseinsteiger und Young Professionals ist, wir wissen es längst, permanent online. Die Bestrebungen der Unternehmen im Kampf um die Talente, wir wissen es ebenfalls, müssen innovativ sein: Active Sourcing, Social (Media) Recruiting, 360-Grad-Videos und natürlich Recrutainment um nur einige Schlagworte zu nennen!

Warum kreieren wir also nicht einfach eine Plattform, die die genannten Aspekte vereint? Eine „realistische“ Messewelt, die eine direkte Ansprache ermöglicht, die permanent online ist, in der Videos, Stellenanzeigen, Produkte zur Unterstützung des Employer Brandings hochgeladen werden können und in der (live-)Vorträge möglich sind. Das ganze noch mit einer Prise Virtual Reality für den – Vorsicht neudeutsch – „Gamification-Aspekt“ und fertig ist Karrieremesse der Zukunft.

Die Technologie dafür gibt es mittlerweile, ganz ohne den Download von Programmen oder Plugins, und der Aufwand für die teilnehmenden Unternehmen ist geringer als er klingt. Die virtuelle Welt der „Jobunication VR“ (Jobunication als Akronym aus den Worten Job, Uni & (Edu)cation; „VR“ für Virtual Reality) ist aufgebaut wie eine realistische Messe.

Zielgruppenspezifische Pavillons & Events

Für die zielgerichtete Ansprache der Besucher gibt es themenspezifische Pavillons nach Fachrichtungen (MINT, IT, WiWi, etc.) und ein Auditorium für aufgenommene Inhalte und Live-Vorträge. Besucher und Aussteller laufen mit ihren individualisierbaren Avataren durch die dreidimensionale Messe und können per Chat und Skype direkt miteinander interagieren. Mit dem Austausch der digitalen Visitenkarte kann gleichzeitig der Lebenslauf des Bewerbers übermittelt werden.

Die Messestände werden durch einmaliges einrichten an die Corporate Identity der Aussteller angepasst. Sprich, es können verschiedene Standdesigns gewählt und mit Logos, Bildern, Videos, Stellenanzeigen und wahlweise Produkten bestückt werden. Alle Inhalte sind permanent änder- und herunterladbar. Der große Vorteil ist, dass detaillierte Statistiken Auskunft darüber geben, wie viele Besucher am Stand waren, wie viele Unterhaltungen geführt wurden und welche Inhalte geklickt und heruntergeladen wurden.

Warum sollte eine virtuelle Messe nur zu bestimmten Zeiten geöffnet sein?

Die „Jobunication VR“ ist 365 Tage im Jahr 24/7 zugänglich und dient somit als permanente Informationsplattform. Selbstverständlich steppt hierbei nicht an jedem Tag der Bär, dafür gibt es die sogenannten „Live-Events“. An einem intensiv beworbenen Event pro Quartal sind die Aussteller online, übrigens mit beliebig vielen Mitarbeitern, um mit den Besuchern direkt zu interagieren. Das erste Live-Event ist für Anfang Dezember 2017 im Wintersemester geplant, gefolgt von einem zielgruppenspezifischen Event im 1. Quartal, einem weiteren allgemeinen Messetag im Sommersemester 2018 und einer zielgruppenspezifischen Veranstaltung in Q3. Ergo, einmal Stand designen, ein Jahr lang präsent sein und die Möglichkeit haben an vier Messen in der Messe teilzunehmen.

Die Möglichkeiten innerhalb der virtuellen Welt der Jobunication VR sind unbegrenzt – mehr als eine Floskel!

Als technologieaffines Start-up sind wir natürlich bestrebt, den ausstellenden Unternehmen höchstmögliche Flexibilität einzuräumen und haben eine Menge Ideen wie man einen Auftritt individualisieren kann. Außerhalb der Live-Events sind beispielsweise firmeneigene Recruitingveranstaltungen innerhalb der Jobunication VR möglich. Von einer Messestand-Party für zielgruppenspezifische Gäste bis zum geografischen oder themenbezogenen Special ist alles denkbar!

Genug der Worte, das Introduction-Video der Jobunication VR vermittelt einen guten ersten Eindruck der Technologie und ihrer Möglichkeiten:

Ab sofort können Unternehmen ihr Interesse bekunden und einen Stand reservieren, bis es mit dem ersten Live-Event im Dezember diesen Jahres losgeht. Für Fragen, Wünsche, Anregungen und Informationsmaterialien nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf! www.jobunication.online

Gastautor: Philipp Umbeck

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Jo Diercks

Geschäftsführer bei CYQUEST GmbH
Ich bin Gründer und Geschäftsführer der CYQUEST GmbH und der Mi4 GmbH. CYQUEST beschäftigt sich mit dem Thema Recrutainment, also dem Einsatz spielerisch-simulativer Methoden im Online-Assessment, Employer Branding und Recruiting. Im Recrutainment Blog berichte ich regelmäßig hierüber. Mi4 ist als Unternehmensberatung auf Themen des Online-Marketings und eCommerce spezialisiert.

2 Gedanken zu „Sie sind wieder da! Virtuelle Karrieremessen – jetzt in VR. Der innovative Ansatz von „Jobunication“…

  1. Mal ganz im Ernst, kein Mensch braucht den Kram. Wenn denn wenigstens die Grafik stimmen würde. Aber bei mir kommen tatsächlich Erinnerungen an Second Life hoch. Und an Jobfair24. Sorry, die Zeiten sind lange vorbei. Bzw. waren nie da. Und dem Ganzen jetzt das Etikett „VR“ anhaften zu wollen… Nun ja… Aber, lieber Jo, mal ganz ehrlich, ich wundere mich schon ein wenig, dass du diese Pressemitteilung aufgegriffen hast ;) Ich hatte auch schon überlegt, aber bei mir wäre das wenig schmeichelhaft ausgefallen…
    Bis bald, wir sehen uns in Berlin!
    Henner

  2. Hi Henner, ja die Assoziationen zu Second Life und (für die noch Älteren unter uns) Jobfair24 hatte ich auch. Aber nur weil etwas in der Vergangenheit nicht funktioniert hat, muss das nicht zwingend heißen, dass es das zukünftig nicht tut. Die Rahmenbedingungen ändern sich ja nun mal. Früher hätte man sich auch nicht vorstellen können, dass Menschen mit Bots über ihren Job sprechen wollen. Jetzt ist das ein heiß diskutiertes Thema (obwohl es Chatbots zur Berufsberatung auch schon seit Jahren gibt – Sergeant Star…). Ich bin mal ergebnisoffen, etwas skeptisch ja, aber ergebnisoffen. Abre wie du ja kürzlich schriebst – wir müssen (sollten!!!) ja nicht immer einer Meinung sein… ;-) CU soon. Jo

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