Twitter-Karriere-Ranking aktualisiert. Für die “Großen” wird Twitter immer mehr zum “Sendekanal”.

Es ist mal wieder Monatsanfang und der gute Tradition folgend veröffentlicht der Recrutainment Blog das aktuelle Ranking der deutschsprachigen Corporate Career Twitter-Kanäle. Nach dem einjährigen Jubiläum vor einem Monat gehen wir damit ja nun schon ins zweite Jahr. Nur am Rande: Für Facebookseiten bietet der Personalmarketing2null Blog einen ähnlichen Service. Zurück zu Twitter:

Der “Tausenderclub”, also die Kanäle mit 1000 oder mehr Followers ist auf 14 Mitglieder angewachsen. @Thyssenkruppjob hat nun (Stand heute) exakt 1000 Followers. Speziell bei diesem Kanal – zur Erinnerung: Thyssenkrupp benutzt den Kanal ausschließlich zum posten von Stellen – ist jedoch seit zwei Monaten nur noch ein sehr geringes Follower-Wachstum festzustellen (+6,5 pro Monat). In den Monaten vorher zählte Thyssenkrupp jeweils mit Zuwächsen von 30 bis 50 Followern zu den am stärksten wachsenden Kanälen. Da Thyssenkrupp nicht wirklich etwas an der Befüllung des Kanals geändert hat, deute ich das so, dass der “Erfolg” des Kanals bis zum Juli nicht vorrangig inhaltlicher Art (ist ein Kanal der nur “Jobs funkt” der Sinn von Twitter?), sondern anderer Natur war. Darüber kann ich nur mutmaßen, vielleicht wurde der Kanal irgendwo entsprechend prominent beworben…? Nun denn…

Die zweite Etage, also die Accounts mit weniger als 1000 Followern, umfasst nun 36 Firmen, so dass das Ranking insg. auf 48 Kanäle angewachsen ist. Mit aktuell 939 Followers, aber recht stattlichen Zuwächsen, könnte es sein, dass im Oktober die @Allianzkarriere in den 1000er-Club aufrückt. Neu hinzugekommen sind @Sparkasse_jobs mit 206 Followern und der Kanal @CMS_career der Rechtsanwaltssozietät CMS Hasche Sigle. Letztgenannten beobachten wir quantitativ schon länger, letzte Woche wurde er dann erstmalig zum “Senden” eingesetzt. Es gibt übrigens durchaus noch ein paar andere Accounts prominenter Arbeitgeber, die offensichtlich in Warteposition sind, z.B. @Tchibokarriere (immerhin inzwischen 206 Followers, 0 Tweets) oder @RWEjobs (77 Followers, 0 Tweets). Die Salzgitter AG (@szag_karriere) hat ihr Etappenziel, die 500 Followers, übrigens nun erreicht, Glückwunsch!

Der “durchschnittliche Zuwachs” (den wir immer über einen Index messen) lag bei etwas über 40 vom Vormonat, was nahezu exakt dem Zuwachs der Monate davor entspricht. Twitter zeigt hier also keine Bremsspur…

Ein interessanter Befund ist allerdings, dass Twitter – zumindest von den größeren Unternehmen – zunehmends als Kanal zum Senden, weniger zum Dialog oder zum Zuhören, eingesetzt wird. Das zeigt ein Blick auf das Follower-Following-Ratio. Wir haben im April nämlich einmal zusätzlich zu den Zahlen der Followers auch die Zahlen der Followings, also die Anzahl Kanäle, denen die Career Accounts selber folgen, gemessen und ins Verhältnis zueinander gestellt. Zur Erklärung: Ein Wert von 23,68 wie bei der Deutschen Bahn heisst dabei etwa, dass die Zahl der Followers dem 23,68fachen der Zahl der Followings entspricht. Die gleiche Messung haben wir nun, also fünf Monate später, wiederholt. Folgende Übersicht zeigt, wie sich dieses Verhältnis seit April verändert hat. Der erste Wert ist dabei der aktuelle, derjenige in Klammern aus dem April. Wie man sieht, ist das Verhältnis in den meisten Fällen gestiegen, d.h. dass die Anzahl der Kanäle, denen “zugehört” wird, erheblich langsamer wächst als die Anzahl der Anzahl der Kanäle, an die “gesendet” wird. Die “Ausnahmen”, z.B. die Telekom, habe ich gefettet dargestellt:

DBKarriere: 23,68 (18,67)
Daimler_Career: 6,11 (5,63)
Otto_jobs: 3,83 (3,58)
Unilever_talent: 3,27 (2,93)
Telekomkarriere: 7,01 (10,64)
Consultingjobs (BearingPoint): 10,42 (10,59)
BayerKarriere: 25,67 (22,49)
BASFKarriere: 8,41 (7,14)
JobsatSiemens: 162,10 (137,20)
BertelsmannCYOC: 1,03 (0,68)
IBMDEcareers: 5,18 (4,40)
Job_TSystemsMMs: 0,90 (0,85)
allianzkarriere: 5,16 (4,84)
MediaSaturn: 12,09 (10,81)
Thyssenkruppjob: 333,33 (440,00)
Brose_Karriere: 3,66 (3,22)
KronesAG: 1,42 (1,15)
Stihlkarriere: 6,92 (5,83)
Philips_Jobs: 4,08 (3,42)
Scout24_career: 1,43 (1,30)
pwc_career_de: 11,45 (9,13)
Audi_Karriere: 5,63 (5,10)
SZAG_Karriere: 10,06 (8,20)
QVC_Jobs: 89,60 (88,80)
EY_Careers: 200,50 (168,50)
MeetingMetro: 2,52 (2,29)
BMWKarriere: 302,00 (448,00)
SNTlive: 2,26 (2,07)
Postbankjobs: 8,15 (6,94)
Rako_Group_HR: 0,94 (0,91)
SVSachsen: 17,92 (67,00)
Witt_Gruppe_Job: 1,35 (1,25)
RobinsonJobs: 1,16 (1,33)
1und1jobs: 19,50 (17,00)
CommerzbankJobs:    48,33
Deteconjobs:    2,31
SECURITAS_Job:    0,73
Infineon_jobs:    2,33

3 Gedanken zu „Twitter-Karriere-Ranking aktualisiert. Für die “Großen” wird Twitter immer mehr zum “Sendekanal”.

  1. Danke für den guten Überblick. Ich glaube Twitter ist über den Punkt hinweg, als “social” wahrgenommen zu werden. Und das sich entwickelnde Geschäftsmodell setzt ebenfalls mehr auf Reichweite als auf Dialog. Das Verhältnis Follower zu Following finde ich spannend, aber wenig aussagekräftig. Folgen gleich Zuhören gleich Dialog ist für mich eine fragwürdige Herleitung. Spanned wäre doch eher das Verhältnis von @-replies/mentions zu Tweets, das sagt deutlich mehr über Dialogstärke.

  2. Absolut korrekt. Die simple Herleitung Folgen gleich Zuhören gleich Dialog ist in der Tat zu einfach und so auch definitiv nicht korrekt. Es gibt viele, die Hören zu, sagen aber nie etwas und es gibt sicherlich eine Menge, die Folgen quasi jedem, lesen aber nie etwas. Wie sollte man z.B. sinnvoll 10000den Twitterkanälen folgen? Dennoch zeigen die Extrema dieser Analyse schon eine gewisse Grundhaltung. Wer z.B. wie BMW, Thyssenkrupp oder die Commerzbank diverse Hundert Follower hat, aber selber quasi niemandem folgt, der wird in Twitter naturgemäß vor allem einen Broadcasting-Kanal sehen (die anderen können sich dann ja über das “gesendete” austauschen…). Solch ein Kanal kann naturgemäß gar nicht wirklich replien or retweeten, er liest ja gar nichts. Das meine ich im Übrigen völlig wertungsfrei, weil ich die Verwendung von Twitter als Broadcasting-Kanal durchaus okay finde. Hier soll meine Analyse ja weniger Antworten liefern als vielmehr zu Fragen und Gedanken anregen.

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