Refugees: welcome! Dieser Jobaushang einer Leipziger Bar ist auf den Punkt. So muss das!

Es ist DAS Thema unserer Zeit – die Flüchtlingsproblematik ist das global sichtbare Resultat grundlegender geopolitischer Verwerfungen mit unvorstellbaren und unfassbar grausamen individuellen Konsequenzen für Millionen Menschen auf der Welt, die ihre Heimat verlassen müssen.

Gleichzeitig deckt die Flüchtlingsthematik dunkelste Abgründe in der Geisteshaltung vieler Deutscher auf, die sich unter dem Deckmäntelchen der Besorgnis („besorgter Bürger“, pfff…) und dem mit unglaublicher Chuzpe vorgetragenen Sprüchlein „ja aber, das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen…“ benehmen als hätte es ein Drittes Reich nie gegeben.

Ich meine nicht die Vollidioten, die in Heidenau und anderswo Steine schmeißen oder Feuer legen – die sind ein Thema für sich -, ich meine die unerträglichen Durchschnitstypen, die diesem braunen Mob den gesellschaftlichen Rückhalt geben, die Schilder tragend, teilweise als Familienausflug mit Kind und Kegel, „Spaziergänge“ zur nächstgelegenen Flüchtlingsunterkunft unternehmen und die so tun, als würden die Flüchtlinge ihnen etwas von dem Wohlstand wegnehmen, zu dem sie selber am allerwenigsten beigetragen haben.

Sorry, das ist durch nichts zu rechtfertigen.

Gott sei Dank gibt es inzwischen – für meinen Geschmack viel zu spät – endlich Stimmen, die das auch so deutlich benennen. Die Politik hat sich hier aus meiner Sicht nun wirklich alles andere als mit Ruhm bekleckert, ob aus Angst davor noch mehr Wählerstimmen an solche komischen Vereine wie die AfD zu verlieren oder warum auch immer, keine Ahnung…

Es ist also offensichtlich „an uns“ aufzuzeigen, dass DAS NICHT das Deutschland ist, das sich in der Welt über die letzten Jahrzehnte einen Ruf der Toleranz und des echten Respekts vor der Menschenwürde erarbeitet hat.

Initiativen wie Blogger für Flüchtlinge zeigen, dass es offensichtlich auch hier nur Bottom-Up zu gehen scheint. Statt auf Worte von der Kanzel zu warten, kombinieren hier im besten Sinne „sehr besorgte Bürger“ ihre Stimme und nutzen ihre Reichweiten, um der Stimme des Anstands Gehör zu verschaffen. Nina hat das gestern in ihrem Beitrag für #bloggerfuerfluechtlinge wunderbar auf den Punkt gebracht…

“Augen auf, nicht weggucken, Mund aufmachen”

Sie hat ihren Beitrag eingeleitet mit den Worten

“Nanu!?! – der monothematische Social Media Recht Blog schreibt einen Beitrag zur Flüchtlingsdebatte?”

Stimmt, in einem Blog zum Thema Social Media Recht ist das Thema an sich tatsächlich relativ exotisch, wenngleich man natürlich auch hier zahlreiche direkte Bezüge finden kann. Man denke nur an den Vollpfosten, der seinen Ausbildungsplatz in einem Porsche-Autohaus verlor, weil er einen unglaublich dämlichen und in der Sache vollkommen inakzeptablen Kommentar zu einem Foto eines Flüchtlingskindes aus Syrien im Internet abgegeben hat. Hier hat das missbrauchte Recht auf freie Meinungsäußerung direkte arbeitsrechtliche Konsequenzen gehabt. Gut so.

Nun, man könnte meinen, auch im Recrutainment Blog ist das Thema „Flüchtlinge“ jetzt nicht direkt zu Hause, aber erstens ist mir das hier jetzt mal vollkommen schnuppe, zweitens stimmt es nicht, weil die Thematik „Zuwanderung“ einen sowas von direkten Bezug zu zahlreichen unserer Kernthemen hat (ich sag nur „Handwerk wirbt um Flüchtlinge“…) und drittens habe ich gestern einfach ein wunderbar passendes Fundstück in die Timeline gespült bekommen:

Dabei handelt es sich um einen Jobaushang der Leipziger Bar/Restaurant/Kneipe „Vodkaria„, die einfach sehr vieles dessen, was ich oben und in vielen anderen Artikeln hier im Blog in lange Worte gepackt habe, auf den Punkt bringt…

So muss Flüchtlingsdebatte! Genau so.

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Dies ist ein Beitrag zur Blogparade „HR_for_Refugees“.

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Jo Diercks

Geschäftsführer bei CYQUEST GmbH
Ich bin Gründer und Geschäftsführer der CYQUEST GmbH und der Mi4 GmbH. CYQUEST beschäftigt sich mit dem Thema Recrutainment, also dem Einsatz spielerisch-simulativer Methoden im Online-Assessment, Employer Branding und Recruiting. Im Recrutainment Blog berichte ich regelmäßig hierüber. Mi4 ist als Unternehmensberatung auf Themen des Online-Marketings und eCommerce spezialisiert.

Ein Gedanke zu „Refugees: welcome! Dieser Jobaushang einer Leipziger Bar ist auf den Punkt. So muss das!

  1. Sowas von verlogen dieses Land!

    Das feiert man.
    Ist in Ordnung, wenn der Wirt das so will. Ist seine Sache.

    Formuliert man es andersrum ist das auch in Ordnung, ist auch Sache des Wirts.
    Dann hat man aber den Staatsschutz vor der Tür stehen und einen Shitstorm am Hals.

    Stellt euch mal vor da stünde „nur Nichtraucher“, weil man keine Drogensucht finanzieren will und Raucher durch die vielen Zigrettenpausen weniger produktiv sind. Oder „nur Atheisten“, weil man die Religions-Verbrechen nicht finanzieren will. Da wär aber was los!!

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