Was sind Deine Stärken? Der Strengths Factor von Ernst & Young soll es heraus finden – Spielerisches Stärken-Suchen als SelfAssessment

Ernst & Young bietet auf seiner englischen Karriere-Website neuerdings verschiedene Recrutainment-Formate an, die in spielerischen SelfAssessments die Passung der Kandidaten mit den Werten des Unternehmens abgleichen. Im Folgenden wird ‚The Strengths Factor‘ – Test vorgestellt. 

The Strengths Factor von Ernst & Young verspricht dem User, spielerisch die eigenen Stärken heraus zu finden, um eine mögliche Passung mit dem Unternehmen zu ermitteln. Hierfür soll der User unter der URL http://ukstudentstories.ey.com/testyourself/strengthsfactor/play.shtml sechs verschiedene Untertests durchlaufen, in denen er jeweils Punkte sammeln kann. Nach einer Registrierung per Name und Emailadresse sowie Universität und Studienrichtung geht es auch schon los.

Die sechs zu bearbeitenden Untertests sind Multi-Tasking (Multi-tasking), mentale Beweglichkeit (Mental agility), Ausdauer (Persistence), Konzentrationsfähigkeit (Awareness), Organisationsfähigkeit (Organisation) und logisches Denkvermögen (Logical). Der User entscheidet selber, in welcher Reihenfolge er die verschiedenen Tests bearbeitet.

Zu Anfang jedes Tests bekommt man eine kurze Einweisung, um was es in dem Test geht und wie die Aufgabe zu bearbeiten ist. Wenn man dann auf ‚Play‘ klickt, geht es auch schon los. Jeder Test ist zeitlich beschränkt. Dies wird dem User über einen dünnen Fortschrittsanzeiger über der jeweiligen Aufgabe angezeigt. Sobald die Zeit abgelaufen ist, wird dies durch einen großen ‚Time Up!-Button‘ rückgemeldet und es geht mit der nächsten Aufgabe weiter. Wenn alle Aufgaben bearbeitet wurden, kommt der User zurück zur Übersicht, auf der einer der übrigen Aufgabenbereiche zur Auswahl steht. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben steigert sich von Aufgabe zu Aufgabe.

Mental agility fragt die Kopfrechenfähigkeit ab, indem verschiedene Matheaufgaben dargeboten werden. Der User kann entweder durch die Tastatur oder durch Klicken auf die jeweiligen Zahlen die richtige Lösung eingeben. Das Feedback bekommt man sofort nach jeder Aufgabe durch das Aufleuchten eines grünen oder eines roten Buttons am linken unteren Bildrand.

Bei Multi-task geht es um die Auge-Hand-Koordination. Ernst & Young bedient sich hierbei dem Klassiker ‚Pong‘ , bei dem man einen Balken mit der Maus hin und her bewegen muss, um Bälle am Herunterfallen zu hindern. Je weiter man fortschreitet, desto mehr Bälle kommen ins Spiel.

Der Untertest Persistence verlangt dem User eine ruhige Hand und viel Geduld ab. Ziel ist es, einen leuchtenden, gelben Punkt möglichst schnell und ‚sicher‘ nach Hause zu bringen. Der Weg wird hierbei jedoch nur nach und nach sichtbar. Sobald man die Wand berührt, geht es wieder von vorne los.

Der Untertest Awareness soll die Konzentrationsfähigkeit und Schnelligkeit abprüfen. Die verschiedenen Kreise des Anfangslayouts werden aufgegriffen und fallen wie Flipperkugeln auf den unteren Rand des Bildschirms. Der User soll nun jeweils zwei Kugel mit gleichem Muster (Stern, Kreis, Sechseck etc.) anklicken, damit diese verschwinden und der Bildschirm leerer wird. Je weiter man fortschreitet, desto schneller fallen die Kugeln und es werden sogar Hindernisse wie Bomben einbezogen, die die Aufgabe erschweren sollen.

Organisation bietet verschiedene Kugelketten an, die magnetisch aneinander heften und in eine logische Reihenfolge gebracht werden sollen. Hierbei ist vorgegeben, dass man links mit der größten Kugel starten und rechts mit der kleinsten enden muss, um die Aufgabe erfolgreich zu bearbeiten. Sobald die Reihenfolge korrekt anmutet, geht es zur nächsten Aufgabe, die wieder ein wenig schwerer ist.

Der sechste Untertest Logical überprüft das logische Denkvermögen. Dem User werden verschiedene Waagen mit unterschiedlichen Symbolen dargeboten. Man soll herausfinden, welches der Symbole am schwersten ist. Dies gelingt durch vergleichen und ausschließen von Symbolen. Wenn man drei Mal nacheinander falsch liegt, wird der Untertest abgebrochen. Die Aufgabenschwierigkeit steigert sich auch in diesem Test von Aufgabe zu Aufgabe.

Hat man alle sechs Untertest durchlaufen, kehrt man erneut zur Gesamtübersicht zurück und bekommt sowohl seinen Gesamtscore als auch die Scores der einzelnen Untertests angezeigt. Neben dem höchsten Score – bei mir Mental agility – wird ein kurzes Feedback gegeben, warum diese Fähigkeit bei Ernst & Young so wichtig ist und wie diese in der täglichen Arbeit helfen kann. Wenn man mehr darüber erfahren möchte, kann man direkt darunter auf einen Link klicken.

Ebenfalls gibt es die Möglichkeit, the Strengths Factor erneut zu spielen, um seinen Score zu verbessern oder sich über verschiedene Reiter weiter über das Unternehmen zu informieren. Über der Rückmeldung des Gesamtscores steht fett ‚Game Over!‘, was allerdings zumindest im Deutschen einen negativen Beigeschmack hat.

Die Usability dieses Recrutainment-Formats ist durchweg als gut bis sehr gut einzustufen. Es gibt klare Farben und Formen, die immer wieder auftauchen und das Corporate Design des Unternehmens widerspiegeln. Auch der Ablauf der Untertests ist logisch aufgebaut und spornt zu mehr Leistung an, indem dem User die Zeit buchstäblich davon läuft.

Hiermit kommen wir aber auch schon zur Schattenseite des Games: Für meinen Geschmack sind sowohl die Zwischenrückmeldungen als auch die Rückmeldung des Gesamtscores wenig motivierend gestaltet. Innerhalb der Untertests gibt es sofort ein Feedback in Form der Ampelfarben rot oder grün, wenn etwas richtig oder falsch war. Was passiert also, wenn ich immer alles falsch mache? Beeinflusst das meinen Score? Spornt mich das an oder demotiviert es eher? Außerdem wird ‚Game Over!‘ sehr häufig benutzt! Mit einem Augenzwinkern kann man sagen: ‚All in all it’s just a game!‘

Insgesamt jedoch ein gelungenes Recrutainment-Format, das Lust macht, mehr über das Unternehmen und die verschiedenen Einstiegsmöglichkeiten zu erfahren. Insbesondere das Design spricht durch die klaren Farben und Formen für sich und hat einen hohen Wiedererkennungswert, was sich positiv auf die Employer Brand von Ernst & Young auswirken sollte.

2 Gedanken zu „Was sind Deine Stärken? Der Strengths Factor von Ernst & Young soll es heraus finden – Spielerisches Stärken-Suchen als SelfAssessment

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