Fundstück zum Wochenende: Der Bayer Recruiting Song

Freitag, 4. Mai 2012 11:26

In letzter Zeit drehten sich ja einige “Fundstücke” hier im Blog um die mehr oder weniger gelungenen Rap-oder “Rammstein“-Videos verschiedener Unternehmen. Auch das aktuelle Fundstück ist ein Musikvideo zu Zwecken der Arbeitgeberkommunikation, kommt aber durchaus etwas anders daher – der “Bayer Recruiting Song“.

Da ich selber die Entstehungsgeschichte des Videos nicht kannte, habe ich mir ein paar Hintergrundinfos auf der Queb-Seite besorgt, zumal ich ja weiß, dass der Draht von Bayer zum Queb ja eher kurz ist… Dort heißt es:

Entstanden ist das Projekt auf Basis des Flashmobs, der im August 2011 zu Ehren des 40jährigen Dienstjubiläums des Bayer Mitarbeiters Karlheinz Deitz, veranstaltet wurde.Damals hatten Bayer Mitarbeiter den Song geschrieben sowie einen Flashmob mit mehreren hundert Mitarbeitern im Bayer Kasino (die Mitarbeiterkantine) organisiert. Schon 2011 war das Video des Flashmobs auf Youtube ein voller Erfolg und wurde im Web und in zahlreichen Printmedien vielfach gelobt.

Der neue Recruiting Song basiert nun auf dem 2011 entstandenen Lied. Getreu dem Motto “Von Mitarbeitern für Mitarbeiter” sind alle Musiker aus dem Video Bayer Kollegen verschiedenster Bereiche. An der E-Gitarre ist der Jubilar und Hobbymusiker  Karl-Heinz Deitz aus dem Flashmob Video selbst zu sehen / hören. Die Aufnahmen sind zusammen mit allen beteiligten Mitarbeitern in einem Tonstudio entstanden und machen schon beim ansehen Lust auf Mehr.

Soweit das quasi “offizielle” Statement. Hier kann man sich nun den Bayer Recruiting Song in der Highend-Studio-Version nebst professionellem Video ansehen:

Ich persönlich finde das Video inkl. dazugehöriger (Arbeitgeber-)Markenbotschaft in der Tat gelungen:

  • Das Video selber ist absolut professionell produziert, was man z.B. an den zahlreichen Kameratakes, den Jiparmschwenks und Dollyfahrten, der professionellen Ausleuchtung, der Choreo der zahlreichen auftretenden Personen, dem gelungenen Schnitt etc. festmachen kann.
  • Der Song an sich ist – hier wird es naturgemäß höchst subjektiv, weil man über Musikgeschmack nunmal nicht streiten kann – gelungen. Klar, das ist Pop-Musik und wahrscheinlich kein Anwärter auf eine Nummer 1, aber man bekommt im Radio den lieben langen Tag auch eine ganze Menge wirklich schlechteres vorgesetzt.
  • Das Video ist viral. Aktuell stehenknapp 180.000 Aufrufe bei Youtube zu Buche. Das kann sich sehen lassen und relativiert auch die sicherlich nicht unbeträchtlichen Produktionskosten. Sicherlich werden einige dieser Aufrufe von Bayer-Mitarbeitern selber kommen – der Konzern beschäftigt ja selber deutlich über 100.000 Personen – aber auch das ist absolut okay, ist doch eine der wesentlichen Wirkungsrichtungen des Employer Branding eben eine “nach innen gerichtete”…
  • Das Casting der im Video auftretenden Musiker, die “im echten Leben” Bayer-Mitarbeiter sind, funktioniert. Ich glaube zwar ehrlich gesagt nicht, dass diese für das saubere Einspielen der Musik wirklich zwingend erforderlich waren (wahrschienlich mit Ausnahme der Leadsängerin Sarah Kerimis, beruflich im HR bei Bayer tätig), aber so wird eine sehr schöne “Mitmach- und Identifikationsmetapher” transportiert. Der “Mitarbeiter als Testimonial“-Ansatz kommt durchaus glaubhaft rüber. Auch Flashmob-”Opfer” Karlheinz Deitz ist als Gitarrist in dem Song / Video dabei, was insofern Charme hat, als dass er “im echten Leben” als Ansprechpartner für Traineebewerber und Berufseinsteiger im Bayer Hochschulmarketing tätig ist.

Also, ein Fundstück der besseren Art! Definitiv.

Thema: Employer Branding, Social Media HR, Trainee | Kommentare (2)

Fundstück zum Wochenende: Rammstein, geh´ backen! Video vom Bäckerhandwerk mit Geschmäckle

Freitag, 20. April 2012 15:52

Zum Wochenende gibt es mal wieder was aus der Rubrik “Fundstück”.

Irgendwann die Tage geisterte ein Imagevideo des Bäckerhandwerks durch die Twitter-Timelines. Ich muss sagen, als ich mir das Video zum ersten Mal angeschaut habe, war ich durchaus ganz angetan. Da turnen drei Bäcker im vollen Ornat durch die Szenerie, unterlegt durch einen sehr nach Rammstein oder OOMPH! klingenden “Backe backe Kuchen, der Bäcker hat gerufen…-Song”. Das hat durchaus Druck und ist mal eine wohlige Ausnahme gegenüber den ganzen viertel- bis semiprofessionellen Azubi-Raps mit Fremdschäm-Faktor der letzten Wochen…

Beim zweiten Betrachten und je länger das Bäckervideo bei mir dann aber nachhallte, um so mehr beschich mich dabei irgendwie ein unwohlige Gefühl. Nein, ich will hier nicht die ewige Debatte führen, ob Rammstein irgendwie rechts sei, aber irgendwie spielt mir das Bäckervideo ein wenig zu sehr mit teilweise nicht völlig unbelasteten Bildern und Begriffen wie “Stolz”:

Herz und Hand, Fleiß und Verstand, Spaß und Stolz und ein gutes Nudelholz…

Das sind die sieben Sachen, die man laut Video haben muss, um gutes Brot zu backen. Hmm, ich weiß nicht. Bin ich da übersensibel? Liegt es vielleicht nur daran, dass man bei Youtube, wenn man nach diesem Video sucht, auf der rechten Seite als dritten Treffer die Gesichter der Zwickauer NSU-Terroristen zu sehen bekommt, als Startbild einer Reportage über rechten Terror in Deutschland? Nun ja, irgendein Google-Algorithmus hat diesen Treffer da ja hingezaubert… Mich würde mal die Meinung der Suppe interessieren, ob sich das Bäckerhandwerk mit diesem Video einen Gefallen tut?

Hier ist das Video (wer es nicht direkt im Blog anschauen kann, der kann auch oben auf den Screenshot klicken und landet direkt bei Youtube). Jedem seine Meinung!

Thema: Ausbildung, Employer Branding | Kommentare (5)

Fundstück zum Wochenende: Video “Geh deinen Weg – EDEKA-Song” mit Fremdschäm-Faktor

Samstag, 31. März 2012 10:00

Im Sommer letzten Jahres hat BMW ja mit seinem “BMW Praktikum Rap-Video” für eine muntere Diskussion in der Suppe gesorgt. Die Meinungen darüber gingen durchaus auseinander und reichten von “eher wohlwollend” (ja, das kann Henner auch ;-)) bis “geht gar nicht” (Wollmilchsau). Jetzt ist mir vor ein paar Tagen ein in eine ähnliche Richtung gehendes Video von EDEKA in die Hände gefallen.

Bei dem Video “Praktikum bei EDEKA” handelt es sich um ein Kreativprojekt der Azubis bei EDEKA Kaufmann Schuler in der Nähe von Fürth, das im Rahmen der Ausbildung produziert wurde. Die Auszubildenden sind bei der Erstellung von “Geh deinen Weg – EDEKA Song” sowohl von Herrn Schuler als auch von der EDEKA Regionalgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen unterstützt worden.

Hmm, naja. Ich möchte an dieser Stelle eigentlich keine wirkliche Wertung vornehmen, dazu kann sich jeder Betrachter seine Meinung selber bilden. Ich kann mir nur nicht helfen, ich hatte beim Ansehen eine durchgehend sehr ausgeprägte “Fremdscham” – einen Eindruck, den ich offenbar mit der Mehrheit der Betrachter teile (gut 60% dislikes bei Youtube). Und auch finde ich leider im ganzen Video kein wirkliches Argument, warum denn nun ein Praktikum bei EDEKA nicht uncool sein soll. Auf der anderen Seite ist derartiges Engagement natürlich grundsätzlich immer erst einmal begrüßenswert (auch wenn der Output nachher eher “geht so” ist…) und die virale Verbreitung kann insbesondere durch ein gerüttet Maß an Peinlichkeit natürlich stark erhöht werden. Das EDEKA Video (wohlgemerkt EINES EDEKA-Händlers…) bringt es inzwischen auf satte 255.000 Aufrufe bei Youtube, was wirklich substantiell ist.

Hier also das Corpus delicti. Ein jeder bilde sich seine Meinung…

Thema: Ausbildung, Berufsorientierung, Karriere bei LUNAR, Social Media HR | Kommentare (1)

„Bist du orange?“ – Selbsttest Facebook App von in-tech

Dienstag, 21. Februar 2012 12:15

Nachdem die Krones AG bereits mit der Facebook-App „Bist du ein Kronese?“ und Unilever mit „Could it be U?“ das virale Potenzial von Social Media nutzen (nachzulesen hier und hier), sind wir nun auf einen ähnlichen Ansatz der in-tech GmbH aufmerksam geworden. Im Unterschied zu Krones und Unilever handelt es sich bei in-tech allerdings um ein – im Verhältnis gesehen – relativ kleines Unternehmen mit ca. 200 Mitarbeitern. Die Schwerpunkte des Engineering-Unternehmens liegen auf Entwicklung, Test, Systemintegration und Projektmanagement im Bereich der Automobilelektronik.

Auf der Pinnwand der Facebook-Fansite „Mit Vollgas in den Job.“ werden neben aktuellen Job- und Praktikumsangeboten auch kleine Anekdoten aus dem Arbeitsalltag gepostet. „in-tech Karriere“ liefert eine kurze Beschreibung der Tätigkeiten, die in dem Unternehmen anfallen und informiert über die Bewerbungsmöglichkeiten. Die Zielgruppe liegt hier bei Studenten/Absolventen insbesondere aus den Fachrichtungen Elektrotechnik, Informatik, Fahrzeugtechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen.

Ebenfalls vorhanden ist natürlich die Jobbörse mit offenen Stellen, sowie verschiedenste Fotos. Unter „Notizen“ finden sich, etwas versteckt, Interviews mit Mitarbeitern.

Bei Bedarf wird auf die ausführlichere Unternehmens-Website verlinkt. Viele Inhalte doppeln sich hier logischerweise, allerdings kommt man über die Website auch auf den Youtube-Kanal, wo man auf Videos neuer Mitarbeiter über ihre ersten Arbeitstage stößt. Schade, dass diese nicht auch auf der Fansite verlinkt sind.

Hinter dem Menüpunkt „BIST DU ORANGE?“ verbirgt sich schließlich die App. Der Aufbau ist einfach: Nach der kurzen Einleitung „Hast du Technikwissen, Teamgeist und Benzin im Blut? Oder anders gefragt: Bist du orange? Teste, ob du zu in-tech passt!“ erwarten einen 10 Multiple-Choice Fragen, mit je 3 Antwortmöglichkeiten.

Von diesen 10 Fragen richtet sich eine auf den Traumjob – Büro oder Technik? – und 6 fragen technisches Branchenwissen ab, die mich als Automobil-Laien schnell zum Raten (oder Googlen) zwingen.


3 Fragen entfallen auf die Arbeitsweise und geben einen kleinen Einblick in die Firmenkultur. Die Prioritäten, die hier vermittelt werden, sind Motivation, Teamfähigkeit und Spaß an der Sache.

Nach dem Test gibt es eine kurze Bewertung, die, bei ausreichender Punktzahl, auch einen Link zu der Jobbörse von in-tech beinhaltet. Es ist auch möglich, sämtliche Technikfragen falsch zu beantworten bzw. zu überspringen und dennoch eine Bewerbungsempfehlung auf Basis der Interessen- und Firmenkultur-Fragen zu erhalten, z.B. den „Quereinsteiger mit Drive!“

Das Testergebnis kann anschließend gleich auf Facebook gepostet werden. Die Applikation ist allerdings ebenso wie die restlichen Inhalte der Karriere-Seite auch ohne einen Facebook-Account völlig frei zugänglich.

Die Idee und insgesamt stimmige Umsetzung gefallen und die App vermittelt immerhin einen grundlegenden Eindruck von relevanten Arbeitsinhalten (spezifische Automobilelektronik) und Werten (Spaß, Motivation, Teamarbeit). Um sich allerdings gegen große Automobilhersteller auf dem Arbeitsmarkt abzugrenzen und die eigenen Stärken in den Vordergrund zu rücken, müsste die App noch mehr Profil erkennen lassen. Als Ausgangspunkt für weitere Informationssuche ist der spielerische Selbsttest aber ein guter Start.

Zum Abschluss möchte ich noch kurz auf das, meiner Meinung nach, sehr interessante „Best of in-tech“-Video verweisen:

Thema: Berufsorientierung, Employer Branding, SelfAssessment, Serious Games, Social Media HR | Kommentare (0)

HAW Hamburg erweitert Online-Studienorientierung um Angebot für internationale Studieninteressierte

Montag, 13. Februar 2012 9:00

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg zählt zu den Vorreitern beim Einsatz von internetbasierten Orientierungsangeboten zur Verbesserung der Studienwahl. Seit 2006 wurden Orientierungseinheiten für insg. 31 Studiengänge an der HAW geschaffen, die detailliert über die hinter den Studiengängen stehenden Berufswelten, die Studieninhalte und -organisation sowie Aspekte der jeweiligen Studienkultur informieren. Die fachlichen Anforderungen der jeweiligen Studiengänge werden über Selbsttests und SelfAssessments zum Ausprobieren vermittelt.

Wer noch nicht genau weiß, ob ein Studium an der HAW für ihn das richtige ist oder wer nicht genau weiß, welcher Studiengang zu den individuellen Interessen passt, für den bietet die HAW eine sehr umfängliche “Orientierung vor der Orientierung”. Der “Studienwahl-Navigator” bietet neben einem interaktiven Erwartungsabgleich und einer thematischen Vorstellung verschiedener Studienrichtungen vor allem einen Studieninteressentest. Seit dem Start des Systems haben bereits 100.000 Studieninteressierte namentlich registriert sowie weitere etwa 200.000 über den anonymen Gastzugang von dem Angebot Gebrauch gemacht.

Nun ist das Gesamtangebot erweitert worden um ein virtuelles Orientierungsangebot speziell für Studieninteressierte aus dem Ausland.

Das Angebot nimmt den Nutzer mit auf eine Reise durch verschiedene Themen, die speziell aus Sicht von ausländischen Studieninteressierten von Interesse sind: Neben einer Vorstellung der HAW als Hochschule sind das vor allem:

- Infos zum Bewerbungsverfahren (Motivationsschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsunterlagen),

- zum Studieren an der HAW (Vorlesungen, Seminare, Labor-Praktika, Fachtutorien, Tipps für ein erfolgreiches Studium etc.),

- Serviceeinrichtungen wie das International Office.

Bei der Vorstellung dieser Inhalte kommen in umfangreichem Maß ausländische Studierende der HAW selbst zu Wort. Die insg. 11 Studierenden kommen z.B. aus Malaysia, Indien, China, Uganda, Bulgarien, Kamerun oder Thailand. Das verwendete Stilmittel dabei ist Video, d.h. die gezeigten Personen berichten im Storytelling und werden so zu einer Projektionsfläche für den Betrachter (…”könnte/wollte ich das sein?”…).

Abgerundet werden die Informationen durch das Thememodul “Erste Eindrücke in Deutschland”. Darin wird dem Nutzer ein kleiner Selbsttest angeboten, worin z.B. Einschätzungen zu den Fragen, wie Verabredungen im jeweiligen Land getroffen werden (spontan oder geplant), wie das öffentliche Leben organisiert wird (gründlich versus improvisiert) oder wie mit Hierarchien umgegangen wird, vorzunehmen sind. Als Feedback auf die individuellen Einschätzungen erhält der User dann – wiederum in Videoform – dazu passende Einschätzungen der verschiedenen im Angebot auftretenden ausländischen Studierenden.

Die insg. 38 in dieser “interaktiven Landeskunde” verarbeiteten Videos sind inzwischen auch in den Youtube-Kanal der HAW integriert. Die dort insg. zu sehenden 124 Videos wurden insg. bereits über 95.000 mal abgerufen.

Thema: Berufsorientierung, SelfAssessment, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (0)