Personalmarketing für ´Non-Profit-Organisationen´ – gelungenes Video zum Berufsbild ´Erzieher´ (m)

Mittwoch, 13. März 2013 14:26

Autor: Jo Diercks.

Die aus meiner Sicht zeichensetzende Kampagne “Vielfalt Mann!”, mit der Paritätische Wohlfahrtsverband Hamburg versucht, das Berufsbild “Erzieher” auch und gerade für Männer attraktiv zu machen, haben wir im Recrutainment Blog bereits mehrfach behandelt. Neben dem Beispiel der Organisation “Ärzte ohne Grenzen” steht es aus meiner Sicht mustergültig für Personalmarketing für ´Non-Profit-Organisationen´.

Video_Vielfalt_Mann_David_Godebo

Ich kann durchaus aus eigener Erfahrung bestätigen, dass es Kindern gut tut, im Kindergarten auch von Männern betreut zu werden – unsere große Tochter hatte eigentlich über die letzten Jahre immer auch männliche Erzieher. Zudem halte ich es für absolut unerlässlich, dass Berufsbilder, die klassisch einzelnen Geschlechtern zugeordnet wurden (“KindergärtnerIN“) in ihren Personalmarketing-Bemühungen über diese Grenzen hinaus gehen, speziell dort, wo ein echter Mangel herrscht.

Im Erzieherberuf ist das der Fall. So wird nicht selten argumentiert, dass der zur Erfüllung des Rechtsanspruchs rechtzeitige Kita-Ausbau nicht nur an dem schleppenden Bau von Einrichtungen scheitern könnte, sondern vor allem daran, dass nicht genug Personal zur Verfügung steht. Geld könnte hier helfen, veränderte Wahrnehmungen und eine andere gesellschaftliche Akzeptanz sind aber sicherlich mindestens genauso wichtig.

Ich habe auf dem Youtube-Kanal der Kampagne nun ein schönes Video gefunden, dass den Erzieherberuf aus Sicht der Hamburger “Kindergärtner” David Godebo und Kai Kays darstellt. Ich finde das Video überaus gelungen, weniger im produktionstechnischen Sinn – das Video wirkt nicht über seine Effekte – sondern vor allem inhaltlich. Besonders gelungen finde ich dabei, dass der Grundsatz des Realistic Job Preview, nachdem sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte des Berufes benannt werden sollten, hier beherzigt wurde. So nennt David an einer Stelle offen sein ggw. Gehalt in Höhe von 2100 € brutto. Ob das jetzt viel oder wenig ist, liegt natürlich im Auge des jeweiligen Betrachters. Ich persönlich finde, gemessen an der Verantwortung des Jobs ist das unterbezahlt, aber das ist hier egal. Entscheidend ist, dass der Zielgruppe, also denjenigen, die sich fragen, ob dieser Beruf was für sie ist oder nicht, die zur Entscheidungsfindung relevanten Informationen gegeben werden. Und da spielt Geld nun mal eine Rolle.

Wer das Video einmal sehen möchte, der kann das hier tun (evtl. einmal F5 drücken…):

Die Kampagne Vielfalt Mann! ist übrigens ziemlich erfolgreich. Wer das genauer wissen möchte, der sollte sich schon einmal den 10. September im Kalender markieren. Da findet die diesjährige “Recruiting2014″ statt, auf der u.a. Ralf Lange und Cornelia Heider-Winter von der Hamburger Koordinierungsstelle ‘MEHR Männer in Kitas’ über die Kampagne und deren Lessons Learned berichten werden.

Thema: Berufsorientierung, Employer Branding | Kommentare (0)

Fundstück zum Wochenende: Making-Of zum Kinospot der Kampagne “Vielfalt Mann!”. Mehr Männer in den Erzieherberuf!

Freitag, 14. September 2012 8:47

Der Artikel über die Kampagne “Vielfalt Mann!”, mit der Hamburger Kitas versuchen, mehr Männer für den Erzieher-Beruf zu begeistern, den ich letzte Jahr im November veröffentlicht habe, ist mit mehr als 2000 Aufrufen der zweitmeistgelesene Beitrag im Recrutainment Blog des letzten dreiviertel Jahres. Offensichtlich trifft das Thema Kinderbetreuung auch in der Personaler-Community aktuell einen Nerv – steht doch gerade heute wieder eine wichtige Expertenanhörung im Bundestag zu dem absolut unsäglichen Betreuungsgeld an.

Und: Offensichtlich kommt die Kampagne auch gut an, ist sie doch unter den neun Nominierten für den Goldenen Apfel der “Pressestelle des Jahres 2012″.

Ich hoffe sehr, dass sie letztlich auch wirkt und das Berufsbild Erzieher dadurch insg. aufgewertet wird und zweitens auch eben mehr Männer diesen Berufsweg einschlagen.

Gestern lief mir hierzu ein schönes Fundstück über den Weg: Aktuell laufen die Dreharbeiten für einen Spot, der im Rahmen der Kampagne im Kino laufen soll. Die Macher von “Vielfalt Mann!” haben diesen Dreh begleiten lassen und ein sehr schönes Making-Of davon erstellt. Ich finde einfach, das passt.

Hier das Fundstück zum “Selber-Meinung-Bilden”. Nice WE!

Thema: Ausbildung, Berufsorientierung, Fundstücke | Kommentare (4)

Berufsbilder gegen den Kamm gebürstet: Vielfalt Mann! Aktion für mehr männliche Erzieher in Hamburger Kitas

Dienstag, 29. November 2011 14:52

Nicht nur weil wir gestern einen Kindergeburtstag mit sieben “Um-und-bei-Vierjährigen” zu organisieren, zu beaufsichtigen und zu bändigen hatten, habe ich vor dem Berufsbild “Erzieher” eine abolute Hochachtung. Aus meiner Sicht handelt es sich vor dem Hintergrund einer ganzen Reihe gesellschaftlicher Entwicklungen und Thematiken (demografischer Wandel, Vereinbarkeit Beruf und Familie, Wertevermittlung, Integration usw.) um eines DER zentralen Berufsbilder überhaupt.

Das Problem: DEN Erzieher gibt es so gut wie nicht. “Kindergärtnerin” kennt jeder, “Kindergärtner” ist allenfalls der Mann, der sich um den Garten im Kindergarten kümmert. Da es aber genauso wenig einzusehen ist, warum nicht Männer auch Kinder erziehen sollten, wie warum Frauen nicht Flugzeuge reparieren könnten, werben Hamburger Kitas – oder konkreter die Träger der Hamburger Kitas unter der Federführung des Paritätische Wohlfahrtsverbands Hamburg e.V. – seit kurzem mit der Aktion “Vielfalt Mann!” darum, das Berufsbild “an den Mann zu bekommen”.

Die Kampagne findet im Rahmen des ESF-Modellprogramms “Mehr Männer in Kitas” des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend statt und wird mithin vom BMFS, dem Europäischen Sozialfonds und der EU gefördert.

“Vielfalt Mann!” stellt die Vielfalt des Berufsbilds in den Mittelpunkt, z.B. indem aufgezeigt wird, dass der Erzieher Koch, Beatboxer, Spieleentwickler, Gitarrist, Trostspender und Vorleser ist. Alles recht coole Jobs und alles gleichzeitig – Motto: “Sei alles, werde Erzieher!”

Die Website zu der Kampagne punktet weiterhin mit zahlreichen Infos für Interessenten und Quereinsteiger, Videos (verlinkt mit dem Youtube Kanal des Paritätischen, hier besonders zu empfehlen: Beatboxer Guido!), Bildergalerien und Erfahrungsberichten.

Fazit: Gelungene Berufsorientierung für ein wichtiges Thema. Wer Blut geleckt hat, kann sich hierzu natürlich gern auch mal die virtuelle Studienorientierung “Bildung und Erziehung in der Kindheit” anschauen, die wir vor einiger Zeit im Rahmen des Projekts HAW-Navigator für die HAW Hamburg erstellt haben.

Thema: Ausbildung, Berufsorientierung, Demografischer Wandel | Kommentare (10)