Absolventa und Ludwig-Maximilians-Universität München verleihen Siegel für gute Trainee-Programme

Mittwoch, 7. Dezember 2011 17:19

Heute Abend verleihen die Berliner Jobbörse Absolventa und der Lehrstuhl für Personalwirtschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München in den Räumlichkeiten der Süddeutschen Zeitung in München das “Trainee-Siegel” an 29 Unternehmen. Mit dem Siegel werden die Unternehmen für ihr Engagement hinsichtlich einer nachhaltigen und karrierefördernden Ausbildung von Trainees ausgezeichnet.

Das Trainee-Siegel wurde von Absolventa in Kooperation mit der LMU initiiert. Dieser Initiative haben sich inzwischen 11 Unternehmen als Gründungsmitglieder angeschlossen. Da der Begriff “Traineeprogramm” nicht geschützt oder klassifiziert ist, geht es bei der Initiative darum, Kriterien zu benennen, nach denen Traineeprogramme bewertet und Qualitätsunterschiede quantifiziert werden können.

Gemeinsam mit dem Siegel wird die “Charta karrierefördernder und fairer Trainee-Programme” vorgestellt, die den Unternehmen als Orientierung für die zukunftsweisende Gestaltung von Traineeships dient. Diese Charta umfasst eine Liste von 5 Kriterien, zu deren Erfüllung sich die Unternehmen dann jeweils verpflichten:

1. Trainee-Programme sind elementarer Bestandteil des Talent- und Nachfolgemanagements unseres Unternehmens und auf eine langfristige Zusammenarbeit in einer Experten- oder Managementfunktion ausgerichtet.
2. Trainees übernehmen bei uns von Beginn an verantwortungsvolle Aufgaben und werden dabei von erfahrenen Führungskräften unterstützt.
3. Trainees durchlaufen während unserer Programme mehrere Unternehmensbereiche, absolvieren Lernmaßnahmen (z.B. Auslandsaufenthalte, Fach- und Verhaltenstrainings, etc.) und sind aktiver Bestandteil unseres Netzwerks.
4. Vergütung und Dauer stehen in einem sinnvollen Verhältnis zu den Lerninhalten und Entwicklungszielen unserer Trainee-Programme.
5. Wir stellen die Qualität unserer Trainee-Programme durch interne und externe Evaluationsmaßnahmen sicher.

Nun, ich bin eigentlich kein sonderlich großer Freund von Siegeln, Etiketten oder Badges, weil diesen immer die Gefahr innewohnt, dass sich die Nutzer das Leben dann doch etwas zu leicht machen, nach dem Motto: “Ist ja ein Great Place to Work, dann wird das schon stimmen bzw. dann muss ich mich selber ja nicht mehr schlau machen…”. Auch besteht natürlich immer die Gefahr, dass diejenigen, die das Siegel vergeben, nach subjektiven Kriterien entscheiden, was sie für gut oder eben nicht so gut halten.

Diese Initiative finde ich allerdings durchaus begrüßenswert: Zum einen ist durch die Zusammenarbeit mit der LMU ein wissenschaftlich “objektivierbares” Vorgehen gewährleistet, zum anderen schreibt das Siegel ja auch nichts im Einzelnen vor, sondern gibt vielmehr einen Mindestrahmen vor, der eigentlich für ambitionierte Unternehmen eine Selbstverständlichkeit sein sollte (es aber eben vielfach nicht ist). Und dies auch nicht aus reiner Menschenliebe, sondern vor dem Hintergrund des Wettbewerbs um gute Talente und der veränderten Werte der vielzitierten Generation Y, aus unternehmerischem Eigentinteresse…

Thema: Demografischer Wandel, Employer Branding, Trainee, Vorträge und Veranstaltungen | Kommentare (0)

“unique.st” – der webbasierte Auswahltest von Unilever

Mittwoch, 14. September 2011 11:24

Vor ein paar Tagen wurde ich über einen Tweet auf einen Artikel auf dem brasilianischen Blog “Trainee 2012” aufmerksam. Darin beschrieben: “unique.st” – das Unilever eAssessment. Da sich meine Portugiesisch-Kenntnisse in Grenzen halten, habe ich mal die wirklich vorzügliche Translate-Funktion im Chrome angeworfen und mich dann sehr über den Inhalt des Beitrags gefreut:

So heißt es da  an einer Stelle z.B.:

…and shows us once again that Unilever really knows how to communicate with Generation Y.

Nun, das geht natürlich runter wie Öl, zumal wenn man bedenkt, dass der Auswahltest aus dem Jahr 2004 stammt. Ich glaube, da war der Begriff Generation Y noch nicht mal erfunden. Doch der Reihe nach:

Wir haben 2004 für Unilever Deutschland einen webbasierten Auswahltest entworfen, mit dessen Hilfe Kandidaten für das Führungsnachwuchs-Programm des Konzerns vorausgewählt werden sollten. Unilever war 2004 eines der ersten Unternehmen, die hierfür nur noch Online-Bewerbungen akzeptiert haben und definitiv eines der ersten Unternehmen (wenn nicht das erste in Deutschland), die auch den nachfolgenden Schritt, also die Durchführung eines Auswahltests, komplett ins Internet verlegt haben. Dafür hat es seinerzeit auch reichlich Presse gegeben (z.B. im FOCUS), zumal wenn man bedenkt, dass das heute noch nicht wirklich in jedem Unternehmen Usus ist.

Der webbasierte Auswahltest (“eAssessment”) mit dem Namen “unique.st” misst in erster Linie berufsbezogene kognitive Leistungsfähigkeit sowie Problemlöse- und Planungsfähigkeit. Eine absolute Besonderheit dabei war (ist es auch immer noch, wie uns ein Blick auf den eAssessment-Markt zeigt), dass es sich nicht um eine reine Aneinanderreihung von Testaufgaben handelte, sondern die Tests in eine aufwendig gestaltete Rahmenhandlung eingebettet waren. Der Testteilnehmer durchläuft dabei verschiedene Abteilungen im Stammwerk der Unilever-Kultmarke “Ben & Jerry´s” im US-Bundesstaat Vermont und hilft so dabei, die neue Eissorte “Indian Summer” zu entwickeln. In jeder Abteilung lernt er reale Unilever-Mitarbeiter kennen, die ihm etwas über das Unternehmen berichten (Employer Branding) und dann Aufgaben übertragen (eAssessment).

Wer sich selber ein Bild von der Gestaltung des Tools (ohne die Tests selbstverständlich) machen möchte, kann dies übrigens hier tun: http://www.recrutainment.de/uniquest/simulation.html

2004 war dieser Recrutainment-Ansatz beinahe revolutionär und bei einigen Fachkollegen auch nicht unumstritten (…), inzwischen findet sich Recrutainment in zahlreichen Fachbüchern und eine ganze Reihe namhafter Unternehmen wählt diesen Weg zur geschickten Verbindung von Employer Branding und Personalauswahl (E.ON, Tchibo, Gruner+Jahr, Wieland-Werke, Media-Saturn, Targobank, Demag Cranes usw.).

Im Zuge der Zusammenlegung der Rekrutierungsaktivitäten für Führungsnachwuchs bei Unilever in der DACH-Region wurde “unique.st” dann 2006 erstmals international eingesetzt (Österreich, Schweiz). Parallel wurde für Unilever Polen eine englischsprachige Version von “unique.st” umgesetzt. 2008 dann wurden sowohl eine spanisch- als auch eine portugiesischsprachige Version von “unique.st” realisiert, die seitdem in sehr großer Fallzahl bei allen südamerikanischen Landesgesellschaften von Unilever eingesetzt werden. Zur Zeit ist bspw. gerade wieder Rekrutierungssaison in Brasilien, Argentinien, Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Chile, Paraguay und Peru, so dass in einem Zeitraum von knapp 2 Monaten insg. wieder etwa 50.000 Bewerber mit “unique.st” getestet werden.

Thema: eAssessment, Employer Branding, eRecruiting, Trainee, Unilever Karriere | Kommentare (0)

Vorträge bei den Career Services der Unis Göttingen und Hamburg: Online-Assessment – was kommt da auf mich zu?

Dienstag, 12. April 2011 9:04

Im Mai und im Juni werde ich bei den Career Services der Universitäten Göttingen und Hamburg jeweils einen Vortrag darüber halten, was eigentlich auf einen zukommt, wenn man zu einem Online-Assessment eingeladen wird. Dir Vorträge richten sich jeweils an Studierende kurz vor dem Abschluss ihres Studiums.

Immer mehr Unternehmen setzen eAssessment Verfahren in ihren Personalauswahlprozessen ein. Diese internetgestützten Instrumente zur Vorhersage der beruflichen Eignung werden zum Beispiel für die Vorauswahl von Führungsnachwuchskräften, etwa im Rahmen der Trainee – Rekrutierung, verwendet.

  • Was verbirgt sich hinter dem Begriff Online – Assessment?
  • Was erwartet mich als Bewerber, wenn mich ein Unternehmen zum eTest einlädt?
  • Kann man sich darauf vorbereiten?
  • Wie geht ein Unternehmen mit den Testergebnissen um?

Fragen wie diese werden im Rahmen der Vorträge anhand praktischer Beispiele (z.B. Tchibo, Media – Saturn oder Gruner+Jahr) beantwortet.

Nähere Infos zum Vortrag an der Uni Göttingen am 10. Mai finden sich hier. Das Programm des Career Service der Uni Hamburg mit  Detailinfos zu meinem dortigen Vortrag am 22. Juni kann hier heruntergeladen werden.

Thema: Berufsorientierung, CYQUEST Vorträge und Veranstaltungen, eAssessment, Studieren an der Universität Göttingen, Vorträge und Veranstaltungen | Kommentare (0)

Unilever bringt spielerisches SelfAssessment als Facebook App – Could it be U?

Freitag, 18. März 2011 10:54

Wir hatten es ja bereits vereinzelt angekündigt; nun ist die Applikation online. Als Bestandteil der Employer Branding Aktivitäten bei Facebook bietet Unilever nun ein spielerisches SelfAssessment als Facebook Applikation. Auch wenn wir damit leider nicht die ersten waren – hier verweise ich gern auf die Applikationen “PoweRBrands” von ReckittBenckiser und “Bist du ein Kronese?” der Krones AG, die ebenfalls einen spielerischen Selbsttest-Charakter haben – bereichert die Applikation “Could it be U?” auf jeden Fall die Szene. “Could it be U?” richtet sich – wie die Unilever Talent Seite bei Facebook auch – in erster Linie an Führungsnachwuchs, wenngleich die Teilnahme auch anderen Interessenten durchaus dienlich sein, einfach weil man Unilever als Arbeitgeber darüber sehr gut kennenlernen kann.

Wie funktioniert die App?

“Could it be U?” ist eine echte Facebook Applikation, d.h. sie ist aufrufbar über http://apps.facebook.com/could-it-be-U/ und läuft mit einer Darstellbreite von 740 Pixel über die komplette Canvas-Seite bei Facebook, nicht nur im Contentbereich der Unilever-Facebook-Seite (also das, was früher die “Tabs” waren). Die Applikation ist in sofern auch für sich selber lebensfähig, man muss dafür nicht auf die Unilever-Facebook-Karriereseite gehen.

Am Start wird man durch den Harry Brouwer, den Executive Vice President für die DACH-Region begrüßt:

Dann geht es los. Die App umfasst insgesamt drei Teile. Im ersten Teil “U Know” kann man im Stile eines Quiz´ testen, wie gut man Unilever als Unternehmen eigentlich kennt.Das ist bewusst spielerisch gehalten und soll in erster Linie Spaß machen, gleichzeitig aber durchaus auch aufzeigen, womit sich das Unternehmen eigentlich befasst. Schließlich kennt jeder Knorr oder Axe, aber nur wenige wissen, dass dies Marken im riesigen Unilever-Portfolio sind.

Am Ende des ersten Teils kann man sein Ergebnis dann über den Facebook Connect teilen und somit im Freundeskreis verbreiten.

Im zweiten Teil “U Fit” geht es dann ans Eingemachte. Hier kann man im Stile eines Selbsttests herausfinden, wie gut man zu Unilever passt oder umgekehrt, wie gut Unilever zu einem selbst passt. In einer Reihe von Aufgaben wird man gebeten eine Einschätzung vorzunehmen, wie man selber den jeweiligen Sachverhalt beurteilen würde. Dabei sind wesentliche Merkmale des Unilever Kompetenzmodells und der Unilever Unternehmenskultur verarbeitet, z.B. hinsichtlich Mitarbeiterführung, Mobilität, interkulturelle Sensibilität oder Flexibilität.

Die Aufgabentypen reichen dabei Single- und Multiple Choice-Fragen über Skalen bis hin zun kompletten Situationsbeurteilungen (Situational Judgment Technique).

Zwischen den Aufgaben erscheinen immer wieder dazu passende Infoboxen, die wichtige Personalmarketingbotschaften des Unternehmens beinhalten und den Inhalt der Aufgaben gezielt ergänzen.

Der dritte Teil der App (“U Select”) schließlich operationalisiert die harten Auswahlkriterien, die Unilever bei der Auswahl von Führungsnachwuchs anlegt.

Auch hier gibt es dann jeweils dazugehörige Infoboxen, die den Aufgabeninhalt erläutern.

Der “U Select” Score, also das individuelle Ergebnis aus Teil drei liefert einem insofern eine Einschätzung darüber, wie gut die Chancen einer eigenen Bewerbung wären. Am Ende stehen dann in einer Gesamtübersicht nochmal die Ergebnisse aller drei Teilabschnitte.

Wichtig ist der Hinweis, dass die Teilnahme an der Applikation gänzlich anonym erfolgt (okay, so anonym wie etwas bei Facebook sein kann…), d.h. es werden am Anfang keine Profilinformationen aus dem Facebook Profil ausgelesen.Man kann die App sogar komplett nutzen, ohne bei Facebook angemeldet zu sein. Auch hat weder die Teilnahme noch die individuellen Testergebnisse in irgendeiner Form Einfluss auf etwaige Bewerbungschancen (außer dass ein besserer Kenntnisstand über das Unternehmen sicherlich nie schadet…).

Fazit: “Could it be U? – Das Das Unilever SelfAssessment bei Facebook” kombiniert SelfAssessment und Serious Gaming auf der einen Seite mit Social Media auf der anderen Seite. Nach meinem Dafürhalten sind die Inhalte hinreichend spielerisch, um in Social Media funktionierren zu können, aber auch fundiert genug, um einen wirklichen Erkenntnisgewinn hinsichtlich der Passung zwischen Unternehmen und Kandidat (Person-Organisation-Fit) zu erreichen.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch nochmal ganz herzlich bei den Kollegen von atenta bedanken, die uns tatkräftig mit ihrem Know-How bei der Integration der Applikation in Facebook unterstützt haben.

Thema: Berufsorientierung, Employer Branding, SelfAssessment, Serious Games, Social Media HR, Unilever Karriere | Kommentare (3)

Hamburg Company Tour 2011 – 12 Unternehmen an einem Tag kennenlernen

Dienstag, 1. März 2011 15:01

Vergangenes Jahr habe ich hier über die Hamburg Company Tour berichtet. Auf unserer Facebook-Seite beschwerte sich ein User daraufhin, dass dieser Beitrag etwas zu spät käme, zumal die Company Tour ja schon vorbei sei.

Nun, dieses Jahr möchte ich mich diesem Vorwurf nicht aussetzen und berichte über 2011er Tour entsprechend früher; insb. da mit Unilever, Tchibo und Lufthansa Technik erfreulicherweise ja auch drei CYQUEST Kunden mit von der Partie sind…

Was ist die Hamburg Company Tour?

Bei der Company Tour können Studierende der Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften insg. 12 Unternehmen aus dem Hamburger Raum kennenlernen. Es werden dabei insg. 14 unterschiedliche Ein-Tages-Touren angeboten, die die Teilnehmer jeweils in drei Unternehmen führen.

Jedes Unternehmen bestückt seinen Programmpunkt dabei individuell: es gibt Werksführungen, Vorträge, Workshops etc. Bei Unilever z.B. müssen die WiWi-Teilnehmer eine Fallstudie bearbeiten, bei der die Teilnehmer in die Rolle eines Key Account Managers oder Einkaufsleiter schlüpfen und die Aufnahme der Dove go fresh Serie in den Handel verhandeln. Eher an die Ing.-Teilnehmer richtet sich die Werkführung des Werks in Buxtehude. Bei Lufthansa Technik erleben die Teilnehmer die Königsdisziplin der Flugzeugüberholung – den D-Check.

Der Transfer zwischen den Stationen erfolgt per Bus-Shuttle. Der Tag wird abgerundet durch das Abendprogramm im Club “Edelfettwerk”. Hier können die Teilnehmer bei einem Rotating-Dinner dann direkte Gespräche mit den Personalern der teilnehmenden Unternehmen führen.

Die Hamburg Company Tour wird veranstaltet von der studentischen Unternehmensberatung Hanseatic Consulting. Für den Termin am 26. Mai 2011 können sich Interessenten hier noch bis zum 05. Mai bewerben. Bei der Bewerbung kann man dann auch ein Wunschunternehmen angeben, das auf keinen Fall bei der eigenen Tour fehlen darf – eine Garantie gibt es allerdings nicht… Insg. ist die Hamburg Company Tour wie ich finde ein schönes Multi-Company-Event, weil es sich von den üblichen Messeformaten abhebt.

Thema: Berufsorientierung, Employer Branding, Lufthansa Karriere, Tchibo Karriere, Unilever Karriere | Kommentare (4)