Veranstaltungstipp: Human Resources Marketing Congress 2012 am 23. Oktober

Dienstag, 28. August 2012 21:09

Ja, der Herbst ist immer Hochsaison für Branchenveranstaltungen, Kongresse, Seminare und Messen. Unsere Veranstaltung “Recruiting2013” am 19. September ist mit 120 Teilnehmern bereits hoffnungslos voll. Aber es gibt ja Gott sei Dank noch andere – ebenfalls topbesetzte Events. Und in diesem konkreten Fall haben wir in der Person von Robindro Ullah sogar eine personelle Überschneidung. Worum geht es? Es geht um den Human Resources Marketing Congress 2012, der am 23. Oktober gemeinsam vom w&v Job-Network und der WESTPRESS Werbeagentur in München veranstaltet wird.

Dabei geht es umfolgende Schwerpunkt-Themen:

  • Employer Branding – Wie Sie crossemedial Ihre Arbeitgebermarke aufbauen und stärken
  • Interationales Recruiting – Lösungen für die Mitarbeitersuche auf fremden Märkten
  • Social Media – Wie Sie den Erfolg auf Facebook, Twitter und Co. sichern
  • Workshops – Gemeinsam mit erfahrenen Referenten Lösungen für Mediaplanung oder Hochschulmarketing erarbeiten
  • The World Café – Sich kreativ und kommunikativ mit Zukunftsthemen auseinandersetzen: Mobile Recruiting und Augmented Reality, Social Media, Bewegtbild sowie ungewöhnliche Medienkanäle wie Radio oder Ambient

Als Referenten sind neben Robin u.a. dabei: Sonja Königsberg (Leiterin Personalmarketing von OTTO), Dorothee Pfeuffer (Leiterin Personalmarketing der Commerzbank) oder Charles Schmidt (Corporate Social Media Officer der Krones AG). Das sind allesamt für uns keine Unbekannten (man werfe einen Blick in verschiedene Blogposts hier im Recrutainment Blog, z.B. hier, hier oder hier), von daher kann ich das auch wirklich guten Gewissens empfehlen. Ich habe selber vor zwei Jahren auf der Veranstaltung einen Vortrag gemeinsam mit Media-Saturn gehalten und kann von daher auch über Location, Orga und Ambiente nur lobende Worte finden.

Der Kongress findet übrigens wieder im Hochhaus der Süddeutschen Zeitung in München statt. Auch der Blick aus dem Fenster beim abschließenden Get-Together ist folglich durchaus empfehlenswert…

Hier gibt es weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung: http://www.wuv.de/seminare/programm.php?seminar_id=156

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E-Plus als neuer “Arbeitgeber” in Fliplife

Donnerstag, 26. April 2012 14:55

Vor sechs Wochen hatte ich es in dem Artikel Neuerungen in Fliplife: Abkehr vom reinen Click&Wait durch Integration von Quizzes mit Surffragenlogik hatte ich es ja schon angedeutet. Nun ist es amtlich: Mit der E-Plus Gruppe ist nun nach Bayer und Daimler das dritte “echte” Unternehmen in Fliplife aktiv und nutzt das Social Game als Instrument des Personalmarketings.

Das Prinzip ist bekannt: Um Karriere vom Street Promotor zum Telepath zu machen, sind verschiedene Aufgaben zu durchlaufen, mit denen man sukzessive verschiedene Spielwährungen verdient (Cash, eXPerience und Flips) und auf der Karriereleiter aufsteigt. Dabei kann man verschiedene Werkzeuge einsetzen, die man ebenfalls unterwegs verdient.

Das bewährte aber aus Sicht der Personalmarketingwirkung unter Umständen nicht optimale Click&Wait Prinzip bei der Bearbeitung der Aufgaben wurde beibehalten. Hmm, da könnte bzw. sollte man noch einmal drüber nachdenken. Interessieren würden mich die bei E-Plus gemachten Erfahrungen aber auf jeden Fall. Ich glaube da werde ich den guten Birger mal fragen…

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Neuerungen in Fliplife: Abkehr vom reinen Click&Wait durch Integration von Quizzes mit Surffragenlogik

Mittwoch, 14. März 2012 10:01

Nachdem es eine Zeit lang eines der dominierenden Themen im Recrutainment Blog war, sind die letzten Posts zum Thema Fliplife (anlässlich der Mini-Karriere von Media-Saturn auf dem Absolventenkongress und der ersten Zahlen zum Daimler-Auftritt) inzwischen doch schon wieder eine ganze Weile her. Zeit um mal wieder nachzuschauen, was sich in der Zwischenzeit getan hat oder gerade dabei ist, sich zu tun…

Die wichtigste News gleich mal vorneweg: Mit Ernst&Young und E-Plus werden in Kürze zwei neue namhafte Unternehmen virtuelle Karrieren innerhalb von Fliplife anbieten. Wenn es soweit ist, werde ich mir das natürlich näher anschauen und dann darüber berichten.

Aber welche Neuigkeiten kann man denn schon sehen? Nun, zuallererst fällt die neue Navigation auf: Mit der Fliplife City gibt es jetzt eine schöne grafische Darstellung der Navigation. Die einzelnen Gebäude auf der Fliplife Landschaft können angeklickt werden um z.B. die Karriere, die Weiterbildungen, Partys oder auch die Sport-Gelegenheiten zu erreichen.

Aus Sicht des Personalmarketings ist für mich aber eine andere Neuigkeit viel entscheidender: die Integration von Quizfragen in die Karriere. Der aus meiner Sicht größte Kritikpunkt an Fliplife aus Sicht der Personalmarketings war die pure Click&Wait Logik der zu bearbeitenden Projekte. Wenn man also bspw. bei Daimler das Projekt “Entwickle das Wohnmobil der Zukunft” übernahm, dann bearbeitete man dieses Projekt darin, in dem man einen Knopf (“Projekt beitreten”) drückt und abwartet. Nach einer gewissen Zeit war das Projekt (oder Teilprojekt) bearbeitet, man erhielt Experience-Punkte (XP) und Spielgeld (Coins) und widmete sich dem nächsten Click&Wait.

Das mag ein gängiges Prinzip von Social Games sein, nach einer gewissen Zeit jedoch ertappt man sich dabei, dass man sich die Projekttexte eigentlich gar nicht mehr wirklich durchliest, sondern nur noch den Knopf drückt. Die inhaltliche Beschäftigung mit dem Projekt(schritt) und damit das etwaige (Personalmarketing-)Learning gleich 0, naja sagen wir mal 0,1… .

Die Bayer Karriere wird nun um Quizfragen zum Unternehmen erweitert. Das ganze sieht so aus, dass in den meisten der normalen Projekte zusätzliche Zwischenschritte eingefügt wurden. Um einen dieser neuen Zwischenschritte erfolgreich abzuschließen muss eine Frage beantwortet werden. Das spannende daran, diese Fragen sind auf die einzelnen Projekte abgestimmt, erweitern so die Story, die das Projekt erzählt und fördern die Interaktion mit Marke und Unternehmen, da der Spieler dazu ermuntert wird auf den Unternehmensseiten die richtigen Antworten zu recherchieren. Hierbei wird dem Spieler eine kleine Hilfe in Form eines Links an die Hand gegeben, damit er weiß wo er die Informationen finden könnte. Wer an dieser Stelle an die Surffragen-Logik der CYQUEST Karrierejagd aus dem Jahr 2000 denken muss, ja genau… ;-)


Aus Sicht des Personalmarketings ist diese Form der “Projektarbeit” gegenüber dem bisherigen Click&Wait ein Riesenschritt nach vorn, aus Leanback wird nämlich Leanforward. Man kann an dieser Stelle bereits erahnen, dass die Reise hier noch nicht beendet ist. Interpretiert man Fliplife als eine Art Bühne, dann können der virtuellen Mitarbeiterschaft auf dieser Bühne natürlich auch noch ganz andere Projekte zur Bearbeitung vorgesetzt werden. Das können Marktforschungsfragestellungen (“Wie gefällt Euch der neue Name des Unternehmens-Traineeprogramms?”) sein genauso wie das gemeinsame Erarbeiten eines Problems / Crowdsurcing (“Wie soll unser neues Unternehmens-Traineeprogramm heißen?”) oder das Ausführen einer typischen beruflichen Tätigkeit / Realistic Job Preview (“Bearbeite Fallstudie XY…”).

Auch wenn Social Games oft gerade wegen der Einfachheit und des Low-Involvements des Click&Wait Prinzips erfolgreich sind, ist es aus meiner Sicht genau diese Erweiterung um “inhaltliche Beschäftigung”, die Fliplife bislang gefehlt hat, um wirklich Relevanz als Personalmarketinginstrument zu erlangen. Durch die gewisse Garantiertheit des Werbeerfolgs (der Spieler hat die Aufgabe garantiert gesehen, hat auf den Link geklickt und hat sie auch gelöst) ist der Ansatz vielen anderen Kommunikationswegen sogar überlegen. Oder wer kann mit Gewissheit sagen, dass X User den neuesten Post auf der Facebook-Karriereseite wirklich gesehen, gelesen oder sonst wie zur Kenntnis genommen und sich damit befasst haben. Man kann gespannt sein wie es weitergeht… Wir bleiben dran.

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Media-Saturn bietet “Mini-Karriere” in fliplife auf dem Absolventenkongress

Mittwoch, 30. November 2011 21:57

fliplife ist momentan auf dem Recrutainment Blog ein recht präsentes Thema. Wen´s langweilt bitte einfach ignorieren. Andererseits weiß ich, dass dieses Browsergame und die etwaigen darin enthaltenen Möglichkeiten zur (spielerischen) Personalkommunikation momentan einige in der Social Media-HR-Employer Branding-Personalmarketingszene (robindrisch: “Suppe”) beschäftigen. Also haben wir uns gedacht: Berichten wir mal nicht nur über fliplife, sondern begeben wir uns mal direkt in diese Welt und schaffen eine neue Karriere.

Anlässlich des heute und morgen in Köln stattfindenden Absolventenkongress bietet Media-Saturn (das ist die gemeinsame Holding der Saturn- und Media-Märkte) am Messestand die Möglichkeit, auf iPads virtuelle Media-Saturn-Karrieren innerhalb von fliplife zu durchlaufen.

Nachdem man sich mit wenigen Klicks einen eigenen Avatar zusammengebaut und den virtuellen Mitarbeiterausweis bekommen hat, kann man sich eine von drei möglichen Karrieren auswählen: Die Corporate Career in der Media-Saturn Unternehmensgruppe (“Vom Praktikant/in zum Vide President”) oder eine Marktkarriere bei Media-Markt respektive Saturn (“Vom Praktikant/in zum Geschäftsführer/in”).

Die Projekte sind dabei durchaus typische Tätigkeiten der jeweiligen Karriere. Ein großer Unterschied zum “richtigen” fliplife allerdings: Alle Projekte dauern nur wenige Sekunden. Die Idee dahinter: Während der Spieler wartet, dass er sein Projekt absolviert hat, kann er den Text zum Projekt lesen und lernt somit Inhalte der typischen Tätigkeiten kennen. Jede “Karriere” umfasst fünf Projekte, die jeweils in zwei oder drei Teilprojekte aufgeteilt sind. Man schafft es somit, die gesamte Karriere in deutlich weniger als 10 Minuten einmal durchzuspielen. Dies ist wichtig, da das Game am Stand ja in erster Linie als Magnet, zur Kontaktanbahnung und als Stichwortgeber für die persönlichen Gespräche dienen soll und weniger Selbstzweck ist.

Unter allen Standbesuchern, die die Karriere komplett durchlaufen und dies auf der Facebookseite von Media-Saturn posten, werden dann Musikdownloads bei My Juke verlost.

Diese Messeversion von fliplife ist insgesamt enorm abgespeckt, d.h. Features wie der Shop, Arbeitsmarkt, Freizeit usw. sind auskommentiert, um den Spieler nicht abzulenken, sondern den Fokus komplett auf dem Content zu belassen. Zwei Features allerdings wurden im Spiel belassen: Zum einen verbraucht man durch das Bearbeiten von Projekten Energie, die sich von allein auch nicht schnell genug auffüllt. Hierzu muss man sich mit dem verdienten Lohn zwischendurch einen Energydrink besorgen. Zum anderen kann man Ausdauer und Arbeitsqualität auch beeinflussen, indem man zwischendurch in der fliplife Akademie trainiert.

Insgesamt finde ich, dass die Absolventenkongress-Version von fliplife eine gelungene Kombination aus “Gewinnspiel am Messestand”, inhaltlicher Beschäftigung mit dem Unternehmen und Icebreaker zur Gesprächseröffnung geworden ist. Wir sind sehr gesapnnt, wie die Applikation in der Nachbetrachtung der Messe gewirkt hat.

Es ist beabsichtigt, die für die Messe geschaffenen Inhalte im Anschluss auch in das “echte” fliplife zu transferieren. Dazu werden dann ein paar Anpassungen nötig sein – die meiste Arbeit allerdings ist getan…

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Erste Zahlen zum Daimler-Auftritt in fliplife

Freitag, 11. November 2011 10:59

Vor drei Wochen ist die Daimler AG als zweites reales Unternehmen in das Browsergame “fliplife” eingestiegen, ich habe berichtet. Dabei können fliplife-Spieler eine virtuelle Ingenieurkarriere bei Daimler durchlaufen – “Vom Felgenpolierer zum Innovationsguru”. Hier die Unternehmensseite von Daimler in fliplife (ich konnte es mir nicht verkneifen, das Werbebanner rechts mit auf den Screenshot zu nehmen ;-) Sorry, Daimler…):

Man kann dieses Engagement sicherlich so oder so beurteilen, Geschmäcker sind ja nun einmal verschieden. Manche halten die Verbindung von Spiel und Personalkommunikation grundsätzlich für Unsinn (ja, solche Leute gibt es tatsächlich noch…), manche finden Browsergames à la fliplife hierfür nicht geeignet und anderen ist die inhaltliche Tiefe der Aufgaben in fliplife (noch) nicht ausreichend. Aus Sicht des Personalmarketings bzw. aus Sicht des Controllings des Selbigen aber sind neben Geschmack natürlich auch Zahlen ein wichtiger Gradmesser – frei nach dem Motto: Der Köder soll vor allem dem Fisch schmecken, nicht zwingend dem Angler…

Dank Uwe Knaus habe ich nun ein paar erste Zahlen zum Engagement von Daimler in fliplife und die sind aus meiner Sicht sehr bemerkenswert:

  • Bis gestern waren exakt 2.029 “Ingenieure” bei Daimler angestellt.
  • Diese haben innerhalb von fliplife ca. 15.000 Projekte absolviert.
  • Die Daimler “Karriereseite”, also die Seite, auf der man die Projekte auswählen kann, wurde ca. 248.000 aufgerufen.
  • Die Spieler waren zusammen etwa 7.400 Stunden mit den Projekten beschäftigt.
  • Die Spieler sind im Durchschnitt 22 Jahre und zu 56% weiblich.

Was sagt uns das?

Nun, dass in drei Wochen mehr als 2.000 Personen virtuell bei Daimler angeheuert haben ist rein quantitativ schonmal eine ganze Menge. Man vergleiche diese Zahl mal mit den Fanzahlen von Facebook-Karriereseiten. Ja, ich weiß auch, dass dieser Vergleich an allen Ecken und Ende hinkt, aber es sind nunmal mehr als 2.000 Menschen, die Daimler über diesen Weg der Karriere-Kommunikation erreicht. Punkt. Zum Vergleich: Bei Bayer sind aktuell (d.h. in den letzten Wochen tatsächlich in einer Bayer-Karriere aktiv) gut 16.000 “virtuelle Mitarbeiter” beschäftigt. Die Bayer Karriere-Fanpage bei Facebook hat aktuell etwas mehr als 7.200 Fans…).

Zweitens: Diese etwas mehr als 2.000 Daimler-Ingenieure haben im Schnitt 7,5 Daimler-Projekte bearbeitet. Mein nach wie vor zentraler Kritikpunkt an fliplife ist, dass die wirkliche inhaltliche Auseinandersetzung mit einem Projekt durch das “Click&Wait”-Prinzip noch deutlich ausbaufähig ist. Ein Teilprojekt zu bearbeiten heißt nämlich zunächst einmal nur, es sich auszusuchen, auf Projekt starten zu drücken und abzuwarten, bis die Zeit abgelaufen ist. Das muss man dann ggf. mehrfach wiederholen, um irgendwann das nächste Teilprojekt bearbeiten zu können usw. Irgendwann hat man dann das Gesamtprojekt abgeschlossen und widmet sich dem nächsten. Von daher relativiert sich die Zahl von durchschnittlich 7,5 bearbeiteten Daimler-Projekten bzw. die verwendete Zeit von 7.400 Stunden (also durchschnittlich ca. 3,5 Stunden pro Spieler) auch. Aber: Selbst wenn der Tiefgang der Bearbeitung recht gering ist, die Spieler sind während des Spiels immerzu und immer wieder gedanklich in einer “Daimler-Welt”. Man sollte nicht den Fehler machen, die sublime Wirkung dieser Form des “Nebenbei” zu unterschätzen.

Und: Welche Projekte das Unternehmen anbietet, wieviel Tiefgang man diesen mitgibt und wieviel gedankliches Zutun man dem Spieler abverlangt, kann man als Unternehmen ja auch ein wenig selber steuern. Wir erstellen gerade für einen unserer Kunden gemeinsam mit fliplife eine “Handelskarriere” (in knapp 3 Wochen dazu mehr), wobei insb. dieser Aspekt deutlich stärker betont wird.

Ich bleibe dabei: es mag einem selber manchmal schwerfallen nachzuvollziehen, warum Menschen so viel Zeit mit “Social Games” verbringen. Aber sie tun es nunmal. Von daher lohnt es sich auch, diesen Kanal als möglichen Weg des Personalmarketings sehr ernsthaft zu prüfen. Zahlen lügen nicht. Mehr dazu in Kürze…

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Viel Zuwachs im “Tausenderclub” – Corporate Career Twitter Kanäle von Allianz, Media-Saturn, Audi, Thyssenkrupp und T-Systems überspringen 1000-Follower-Marke

Montag, 7. November 2011 15:21

Wieder ein Monat vorbei, wieder eine aktuelle Chart-Show der Follower-Zahlen deutschsprachiger Karriere-Twitter-Kanäle von Unternehmen. Und: Es hat sich seit Anfang Oktober einiges getan. Die augenscheinlichste Veränderung hat sich in der “ersten Liga” – dem Tausenderclub – ergeben. Mit den Kanälen der Allianz (@allianzkarriere), Media-Saturn (@mediasaturn), Audi (@audi_karriere), T-Systems (@job_tsystemsMMS) und dem Re-Entry ThyssenKrupp (@thyssenkruppjob) umfasst die Liste derer mit mehr als 1000 Followern nun 18 Firmen – Bundesliga-Format. Vornweg mit ungebremster Dynamik die Deutsche Bahn, die nun als erster die 7000er Marke geknackt hat:

Eine Etage darunter, also den Kanälen mit bis zu 1000 Followern, hat sich auch einiges bewegt. Neu hingekommen sind z.B. die Firmen Gicom (@gicom_org) und Unicepta (@Unicepta_Jobs) aber auch der Kanal eines echten Schwergewichts, nämlich Fresenius (@Fresenius_Jobs). Letztgenannter mit aktuell 9 Followern zunächst erstmal ganz am Ende der Liste, aber der Kanal ist ja auch noch wirklich neu. Den spektakulärsten Zugewinn konnte @Sparkasse_Jobs verbuchen, die die Followerzahl von 301 auf 599 nahezu verdoppelt haben. Hier muss man allerdings auch dazusagen, dass die Zahl an Followings (also Kanälen, denen gefolgt wird) im gleichen Zeitraum noch erheblich stärker wuchs (auf aktuell 1830).

Die insg. weiter ungebremste Dynamik belegt der “Follower-Index”. Hierin vergleichen wir die durchschnittliche Followerzahl derjenigen Kanäle, für die für einen hinreichend langen Zeitraum Daten vorliegen. Wie man erkennt ist der monatliche Zuwachs des Index´ mit ca. +40 pro Monat seit Jahresanfang nahezu konstant.

Wer sich vertieft mit der Materie beschäftigen möchte, dem seien auch unsere weitergehenden Analysen hierzu empfohlen. So haben wir in der Vergangenheit bspw. das Follower-Following-Ratio untersucht und sind inhaltsanalytisch mal einigen Kanälen auf den Leib gekrochen, um nach möglichen “Typen” von Karriere-Kanälen und Gründen für deren Erfolg oder Mißerfolg zu suchen.

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E.ON testet Ausbildungsplatz-Bewerber online mit dem “E.ON Phasenprüfer”

Freitag, 12. August 2011 10:14

Auch wenn der Einsatz von Online-Tests zur Kandidaten-Vorauswahl sicherlich noch kein Standard in allen Unternehmen ist, nimmt die Zahl derjenigen Firmen, die eAssessments einsetzen kontinuierlich zu. Um nur ein paar zu nennen: Daimler, Lufthansa, Tchibo, Gruner+Jahr, Unilever, Commerzbank, Targobank, Demag oder Media-Saturn.

Seit kurzem gehört nun auch E.ON dazu. Die Kraftwerkssparte des Konzerns, in der die Bereiche Kohle, Wasserkraft und Kernenergie zusammengefasst sind, testet Ausbildungsplatzbewerber mit dem “E.ON Phasenprüfer”. Für den – wie mich – elektrotechnisch weniger bewanderten Leser: Ein Phasenprüfer ist “ein kleines, einfaches Prüfmittel zum Feststellen von Wechselspannungen im Niederspannungsbereich. E.ON hat dieses also durchaus zum Stromgeschäft passende Gerät metaphorisch als Bezeichnung für das Online-Testverfahren verwendet, handelt es sich doch auch dabei um eine Art “Prüfung” in einer wichtigen “Phase”, nämlich der Bewerbung um einen Berufseinstieg.

Das Testverfahren umfasst eine Reihe von Testmodulen, wobei sich die genaue Zusammensetzung von Ausbildungsberuf zu Ausbildungsberuf durchaus unterscheidet. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf der Überprüfung berufsbezogener kognitiver Leistungsfähigkeit, also der Fähigkeit zum analytischen, schlussfolgernden Denken. Je nach Berufsbild kommen dann auch noch Wissensaspekte wie Rechtschreibung/Grammatik und Technisches Verständnis sowie die Kompetenz “Planungsfähigkeit” hinzu.

Aber der “Phasenprüfer” ist nicht nur Testinstrument. Vielmehr bietet das Online-Assessment auch eine ganze Menge an Einblicken in die E.ON Berufswelten. Jedes Testmodul wird von zwei oder drei echten E.ON Azubis anmoderiert. Jeweils nach dem Testmodul kann der Testkandidat sich dann von diesen Azubis ein wenig über ihren jeweiligen Ausbildungsberuf sowie den jeweiligen Standort, an dem sie eingesetzt sind, berichten lassen. Von daher ist der “E.ON Phasenprüfer” nicht nur Testverfahren, sondern auch Personalmarketinginstrument.

Möchte man sich im Vorwege auf den Online-Test (bei E.ON oder auch anderen Unternehmen) vorbereiten, so bietet E.ON einen Übungsparcours an, der im Sinne eines Selbsttests eine gute Vorbereitung bietet.

Thema: Ausbildung, Ausbildung bei der TARGOBANK, Ausbildung bei E.ON, Commerzbank Karriere, Demag Karriere, eAssessment, Employer Branding, eRecruiting, Gruner + Jahr Karriere, Lufthansa Karriere, Media-Saturn Karriere, Tchibo Karriere | Kommentare (0)

Twitter-Follower-Ranking und Ansätze einer Typologie der Karriere-Kanäle

Montag, 2. Mai 2011 9:48

Regelmäßige Leser des Recrutainment Blogs kennen es ja schon: Einmal monatlich veröffentlichen wir an dieser Stelle die Followerzahlen der deutschsprachigen Corporate Career Twitter Kanäle in Form eines Rankings. Bei der letzten Veröffentlichung Anfang April haben wir erstmals das Follower-Following-Ratio der betrachteten Kanäle ausgerechnet und dabei doch recht deutliche Unterschiede festgestellt: Bei einigen Kanälen liegt dieses unter 1, d.h. dieser Kanal folgt mehr Twitteren als er eigene Follower hat, bei anderen lag es in der Spitze bei über 400. Letztgenannte Kanäle folgen so gut wie niemandem, sie “lassen folgen”…

Dass sich daraus verschiedene Ansätze, Twitter zur Karrierekommunikation zu nutzen, ableiten lassen, liegt auf der Hand. Von daher haben wir uns mal die Mühe gemacht, einige ausgewählte Kanäle inhaltlich zu analysieren, um somit zu einer Art Typologie zu kommen. Doch dazu dann unten mehr. Erstmal die aktuellen Zahlen:

Im “Tausenderclub” gibt es nicht so viel Neues – alle wachsen mehr oder weniger linear der Deutschen Bahn hinterher. Diese liegt weiterhin sehr deutlich vorn und hat nun als erstes die 5000er Marke durchbrochen. Auf den Plätzen hat es eine kleine Verschiebung gegeben. Die Telekom hat Unilever den gerade erst von Otto übernommenen dritten Platz gleich wieder weggeschnappt.

In der “zweiten Liga” gibt es immer mal die eine oder andere kleinere Verschiebung, aber auch hier hat es in den letzten vier Wochen keine weltbewegenden Veränderungen gegeben. Es gibt dabei aber durchaus Kuriositäten: Z.B. zähle ich seit einiger Zeit den Kanal @TchiboKarriere mit. Dieser hat aktuell 186 Follower. Das würde durchaus zu einem Platz irgendwo bei @Robinsonjobs, @CommerzbankJobs oder @1und1jobs, also Kanälen, die erstens schon länger und zweitens durchaus ernsthaft Twitter zur Karrierekommunikation nutzen, reichen. Das Kuriose: Tchibo hat den Kanal aber noch gar nicht benutzt: “@TchiboKarriere hat noch nichts getwittert”… Wenn man so will haben 186 Personen einen Kanal eingeschaltet und es läuft kein Programm… Nach dem ganz vielversprechenden Start von Tchibo ins Web 2.0 (z.B. gibt es einen Presse-Twitter-Kanal @Tchibo_Presse oder einen durchaus gelungenen Unternehmensblog mit eigener Karriere-Sektion), wäre es aus meiner Sicht schon sinnvoll, auch diesen Kanal zu bespielen.

Der Index zeigt weiterhin konstant nach oben, d.h. die Followerzahlen der betrachteten Kanäle wachsen kontinuierlich weiter. Man erkennt zwar ein leichtes Abflachen der Kurve, aber um hieraus einen Trend abzuleiten, reicht das nicht.

Nun aber zu der Typologie:

Im Herbst letzten Jahres haben wir in einem ersten Ansatz einer qualitativen Beurteilung mal ein Raster von fünf Kriterien aufgestellt, nach dem sich Tweets kategorisieren lassen:

1) Veranstaltungen / Events (Hinweise auf Veranstaltungen, Berichte von Veranstaltungen etc.).

2) Retweets anderer (Karriere-)Twitterer, Corporate oder nicht Corporate.

3) Direkte Dialog-Tweets, also solche, die mit einer @Anrede beginnen und sich direkt an einen anderen Twitterer richten.

4) Jobangebote (Stellen, Praktikanten-, Ausbildungs-, Traineeprogramme etc.).

5) Hinweis / Links zu anderen Inhalten im Web (oft mit Verlinkungen), nennen wir es mal “Lesenswertes”.

Je nach relativer Häufigkeit, wie diese verschiedenen Kategorien bespielt werden, kann man dann typologische Unterschiede feststellen. Wir haben für den Zeitraum 08.03. bis 07.04. auf dieser Basis mal exemplarisch 11 Corporate Career Tweets contentanalytisch untersucht.


Wie man hieran erkennt, unterscheiden sich die Kanäle substantiell hinsichtlich der Anzahl abgesetzter Tweets (@SNTlive mit über 400 Tweets in vier Wochen, @BMWKarriere mit gerade mal sieben…). Zum anderen gehen die Kanäle inhaltlich doch sehr unterschiedliche Wege:

Typ1: Die Job-Twitterer: Einige Kanäle (in unserer Betrachtung vor allem ThyssenKrupp, BMW und die Commerzbank) kommunizieren in erster Linie Jobs. Während dies bei ThyssenKrupp recht unpersönlich und automatisiert geschieht, gibt sich die Commerzbank immerhin die Mühe, diese “redaktionell” zu kommunizieren. Dass dies aber nicht unbedingt erfolgreicher sein muss, zeigt die Entwicklung der Followerzahlen insb. bei ThyssenKrupp.

Typ2: Die Veranstaltungs-Twitterer: Vor allem die Kanäle der Deutschen Bahn und von Bayer zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Tweets aus, die sich auf Karriere-Veranstaltungen beziehen. Hinweise auf oder Berichte von Messen oder Wettbewerben haben hier einen hohen Anteil.

Typ3: Die “Golddigger”: Kanäle wie die von Daimler, Krones, Allianz oder Brose zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Tweets aus, die auf andere (Web-)Inhalte verlinken. Diese Tweets steuern dem Charakter nach Inhalte zur weiteren inhaltlichen Diskussion bei. Im Falle von Daimler bestehen diese Links nahezu ausschließlich aus Hinweise auf die paper.li Zeitung Paper.li/daimler_career/newsboard, aber dabei handelt es sich ja auch wiederum um eine hübsch aufbereitete Zusammenstellung von Web- und Twitterinhalten jeglicher Art und Herkunft.

Typ4: Die “Dialog-Twitterer”: Schließlich gibt es Kanäle mit einem hohen Anteil an Retweets, also dem Wiederholen von Tweets anderer Twitterer, oder Reply-Tweets, also solchen, die sich direkt an einen anderen Twitterer richten, dennoch aber für jeden sichtbar sind. In unserer Stichprobe taten sich hier insb. SNT und Bertelsmann hervor.

Wir konnten allerdings bei diesem Versuch der Typologisierung keinen wirklichen Zusammenhang mit dem Erfolg des Kanals (was ist denn eigentlich der Erfolg?) feststellen, so dass vorerst nur das Fazit bleibt, dass es offensichtlich viele Wege nach Rom gibt…

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Aktualisiertes Twitter-Ranking, diesmal mit Follower-Following-Ratio

Dienstag, 5. April 2011 8:53

Das letzte Ranking von Followerzahlen deutschsprachiger Corporate Karriere-Twitter-Kanäle hat doch einiges an Aufsehen erregt. Der Beitrag hatte in den letzten 4 Wochen beinahe 1400 Aufrufe. Auch gab es in dem Zusammenhang eine recht lebhafte Diskussion, was einen “guten” und “erfolgreichen” Corporate Career Twitter Channel denn nun ausmacht. Ich habe mich ja selber vor einiger Zeit mal an einer qualitativen Analyse versucht, wurde dann aber doch vom relativen Erfolg des einen oder anderen Kanals Lügen gestraft. Von daher habe ich mir vorgenommen, mich zum nächsten Update des Rankings Anfang Mai mal an einer Clusterung / Kategorisierung der analysierten Kanäle zu versuchen. Bis dato habe ich das leider noch nicht abschließend geschafft, so dass es heute erstmal “nur” ein Update der Zahlen, allerdings schonmal mit einer wesentlichen Erweiterung:

Neben der Zählung der Followerzahlen, habe ich nun auch einmal die “Followings” der einzelnen Kanäle ausgewertet, d.h. die Anzahl der Twitteraccounts, denen der jeweiligen Karriere-Tweet selbst folgt. Denn auch wenn dies selber wieder mehr Fragen aufwirft als es beantwortet, dürften zwei Dinge klar sein:

  • Die Anzahl der Followings drückt erstens aus, in wieweit der jeweilige Kanal sich selber eher als “Absender” von Nachrichten oder auch als Empfänger bzw. aktiver Diskussionsteilnehmer sieht.
  • Zweitens hat die Neigung, selber auch anderen zu folgen, natürlich einen gewissen Einfluss auf die Größe der eigenen Gefolgschaft – frei nach dem Motto “Folg ich dir, folgst du mir…” Die Anzahl Followers zur Anzahl Followings habe ich dann mal flott das “Follower-Following-Ratio” getauft und in eine Tabelle gepackt, die sich weiter unten findet.

Doch zunächst die aktualisierten Charts:

Im “Tausenderclub” nicht viel neues: Die Deutsche Bahn enteilt immer weiter und eröffnet demnächst als einziges Mitglied den exklusiven 5000er Club. Hier hat es offensichtlich auch nicht geschadet, dass der Account nicht mehr Robindro Ullah im Hintergrundbild zeigt und sehr personenbezogen wirkt. Daimler hat inzwischen die 3000er- und Unilever die 2000er Marke überschritten. Und: Die Deutsche Telekom ist an Otto vorbeigezogen und liegt nun auf Platz vier. Aber wie gesagt, alles ansonsten recht bekannt.

In der “zweiten Liga” gibt es auch keine großen News, aber ein paar doch recht interessante Kleinigkeiten.

  • Erstens sind mit @SECURITAS_Job und @SVSachsen zwei neue Kanäle in die Zählung aufgenommen worden, so dass die Liste nun insg. 38 Kanäle umfasst.
  • Zweitens hat sich der Karrierekanal der Allianz umbenannt: Der gute alte @Allianz_Kai hat bei Twitter ausgedient und heisst nun @allianzkarriere. Interessante Anmerkung dazu am Rande: Bei Facebook gibt es beides – die Allianz Karriere Page unter http://www.facebook.com/AllianzKarriere mit aktuell 1620 Fans / Likes UND den Allianz Kai als Profilseite unter http://www.facebook.com/allianz.kai mit zur Zeit 348 Freunden.
  • Drittens: Der steile Aufstieg von @Thyssenkruppjob, einem der am stärksten wachsenden Kanäle der letzten Monate, kam in der letzten Woche zu einem abrupten Ende. Während in den letzten Wochen immer zwischen 10 und 30 Follower pro Woche hinzukamen, waren es in der letzten Woche völlig gegen den Trend zwei weniger. Mal sehen, wie sich das weiterentwickelt…

Der Trend bleibt auch weiterhin relativ stabil. Der Index legt im Schnitt ca. um 12 Follower pro Woche zu.

So, und nun zu der versprochenen Neuerung – dem Follower-Following-Ratio. Die folgende Übersicht zeigt für die 38 betrachteten Channels jeweils das Verhältnis von Followers zu Followings. Die Deutsche Bahn z.B. hat 4909 Followers und folgt selbst 263 Accounts. Das Ratio beträgt also 4909 zu 263, also 18,67.

DBKarriere:    18,67
Daimler_Career:    5,63
Otto_jobs:    3,58
Unilever_talent:    2,93
Telekomkarriere:    10,64
Consultingjobs (BearingPoint):    10,59
BayerKarriere:    22,49
BASFKarriere:    7,14
JobsatSiemens:    137,20
BertelsmannCYOC:    0,68
IBMDEcareers:    4,40
Job_TSystemsMMs:    0,85
allianzkarriere:    4,84
MediaSaturn:    10,81
Thyssenkruppjob:    440,00
Brose_Karriere:    3,22
KronesAG:    1,15
Stihlkarriere:    5,83
Philips_Jobs:    3,42
Scout24_career:    1,30
pwc_career_de:    9,13
Audi_Karriere:    5,10
SZAG_Karriere:    8,20
QVC_Jobs:    88,80
EY_Careers:    168,50
MeetingMetro:    2,29
BMWKarriere:    448,00
SNTlive:    2,07
Postbankjobs:    6,94
Rako_Group_HR:    0,91
SVSachsen:    67,00
Witt_Gruppe_Job:    1,25
RobinsonJobs:    1,33
1und1jobs:    17,00
CommerzbankJobs:    48,33
Deteconjobs:    2,31
SECURITAS_Job:    0,73
Infineon_jobs:    2,33

Ein paar Kanäle stechen bei dieser Betrachtung deutlich heraus: Bertelsmann und T-Systems sind die beiden einzigen der größeren Kanäle mit einem Ratio von unter 1, d.h. sie folgen selber mehr Accounts als sie eigene Follower haben. Auf der anderen Seite weisen Thyssenkrupp und BMW jeweils ein Ratio von mehr als 440 auf. Beide folgen so gut wie niemandem (außer anderen Unternehmens-Channels), sondern “lassen folgen”. Ich versuche mich mal nicht an einer Interpretation, aber vielleicht mag ja einer meiner Leser dies kommentieren…

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Was hat Crowdsourcing mit Employer Branding und Recruiting zu tun?

Montag, 28. März 2011 15:32

Hmm, ungefähr so viel wie CYQUEST mit Kaffeeautomaten…

Zunächst mal: Was ist Crowdsourcing? Nach einer Definition von Martin, Lessmann und Voß von der Uni Hamburg ist Crowdsourcing …

“eine interaktive Form der Leistungserbringung, die kollaborativ oder wettbewerbsorientiert organisiert ist und eine große Anzahl extrinisch oder intrinisch motivierter Akteure unterschiedlichen Wissensstands unter Verwendung moderner IuK-Systerme auf Basis des Web 2.0 einbezieht. Leistungsobjekt sind Produkte oder Dienstleistungen unterschiedlichen Innovationsgrades, welche durch das Netzwerk der Partizipierenden reaktiv aufgrund externer Anstöße oder proaktiv durch selbsttätiges Identifizieren von Bedarfslücken bzw. Opportunitäten entwickelt werden.”

Okay. Das klingt doch arg theoretisch. Im Grunde ist es nämlich eigentlich ganz leicht: Crowdsourcing heißt, dass man Andere / Externe sich den Kopf über die eigenen Probleme zerbrechen lässt, im Grunde egal ob nun im Web (2.0) oder offline. In diesem Zusammenhang wird auch oft von Schwarmintelligenz gesprochen; wer es genau wissen will, dem sei der Crowdsourcing Blog von Claudia Pelzer sehr ans Herz gelegt.

Doch zurück zum Thema – Crowdsourcing und Employer Branding / Recruiting… Dazu zwei Beispiele:

Die Media-Saturn Holding betreibt mit der HS Ingolstadt den dualen Studiengang International Retail Management. Dieser richtet sich an ausländische Studierende, die zum Studieren nach Deutschland kommen sollen, um im Anschluss möglichst für Media-Saturn internationale Führungsaufgaben zu übernehmen. So weit, so gut. Das Problem: Wie macht man dieses Studienangebot bei der Zielgruppe bekannt? Wohlgemerkt: Diese sitzt im Ausland, wo das Konzept des dualen Studiums doch eher unbekannt ist.

Ein Ansatz: Crowdsourcing. Warum nicht genau über diese Frage sich die Zielgruppe selber den Kopf zerbrechen lassen? Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit Media-Saturn im Herbst 2009 den ersten “Media-Saturn Creative Contest” ins Leben gerufen. Die Aufgabenstellung: How would YOU promote our International Retail Management Study Program? Wer es genau wissen will, klicke hier oder werfe einen Blick in folgendes Erklärungsvideo.

Die Beiträge hatten keinerlei inhaltliche Vorgabe und konnten in jeder Form eingereicht werden. Einzige Voraussetzung: Die Ergebnisse sollten in elektronischer Form erstellt sein. Ansonsten waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Insgesamt verzeichnete die Wettbewerbsseite im Teilnahmezeitraum knapp 2000 Besuche und es registrierten sich über 50 Teams. Sieger wurde ein toller Videobeitrag des Sha Tin College aus Hong Kong. Für die Vergabe der rund 30 Studienplätze, ist dieses hohe Interesse als sehr erfreulich zu werten.

Okay. In erster Linie ging es hierbei darum, mittels des Ideenwettbewerbs Aufmerksamkeit innerhalb der Zielgruppe zu erregen und dafür zu sorgen, dass das Konzept bekannter wird. Erst in zweiter Instanz wurde tatsächlich nach einer zündenden Idee für die Kommunikation gesucht. Aber: Die Beiträge (siehe hier) haben letztlich doch die Inspiration für das Thema des zweiten Creative Contests geliefert, der Ende 2010 unter dem Motto “World Cup of Ideas” startete und bei dem es darum geht, humorvoll kulturelle Unterschiede zwischen dem eigenen Heimatland und Deutschland aufzuzeigen.

Ein anderes Beispiel: Die Tchibo Kaffeesäule ONE TO GO!. Aha, also doch Kaffeeautomaten… Tchibo hat Ende 2007 den sog. “Tchibo Think Tank” durchgeführt. Zu diesem dreitägigen Ideenwettbewerb wurden Studierende (vornehmlich der Wirtschaftswissenschaften und des Wirtschaftsingenieurwesens) eingeladen, um sich intensiv Gedanken über mögliche neue Geschäftsfelder, Vertriebswege, Produktsegmente, Gebrauchsartikel Produktphasen, Dienstleistungen oder Nachhaltigkeitsprojekte für Tchibo zu machen. Voraussetzung: Eine ungewöhnliche Idee mit Potenzial für einen geschäftlichen Erfolg und ein Konzept, wie die Idee in die Praxis umgesetzt werden kann. Gewinnerkonzept des TT 2007 wurde die Kaffeesäule “ONE TO GO!”, ein Kaffeeautomaten, der hochqualitative Kaffeeprodukte mit einem für Automaten bis dato nicht gekannten Infotainment Einkaufserlebnis verbindet. Ersonnen wurde dieses Konzept von zwei Architekturstudis.

Das Besondere: Das Konzept wurde nicht nur prämiert, sondern auch umgesetzt. Eine der beiden Preisträger wurde von Tchibo engagiert, die Idee der Kaffeesäule bis zu einem Prototypen weiterzuentwickeln. Inzwischen ist ONE TO GO! aus dem Prototypenstatus hinaus und wird demnächst in freier Wildbahn zu sehen sein.

Was sagt uns das zur Ausgangsfragestellung? Ja, der Think Tank war sicherlich zu einem gehörigen Maß eine Veranstaltung, die dem Employer Branding und etwas nachgelagert auch dem Recruiting von Tchibo diente. Aber die Botschaft – nämlich dass Tchibo ein innovatives Unternehmen ist, ich sag nur “Jede Woche eine neue Welt…” – wurde inhaltlich in ein Workshop-Format verpackt, bei dem die Zielgruppe (die für Kaffee UND die für den Konzern-Führungsnachwuchs) gleichzeitig eine neue Produktidee entwickelte.

Das hat Crowdsourcing mit Employer Branding und Recruiting zu tun…

Thema: Berufsorientierung, Employer Branding, eRecruiting, Media-Saturn Karriere, Serious Games, Social Media HR, Tchibo Karriere | Kommentare (0)