Die DB Summer School – wie die Deutsche Bahn Schüler für MINT-Berufe begeistert

Donnerstag, 21. März 2013 13:46

Autorin: Verena Müller.

Nicht nur Hochschulen haben mehr und mehr die Wichtigkeit des Themas „Studienorientierung“ für sich erkannt, um gut informierte und sich in ihrer Studienwahlentscheidung sichere Bewerber zu gewinnen, die dann mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit das Studium erfolgreich abschließen. Auch Unternehmen – insb. technisch ausgerichtete – sehen angesichts des vielzitierten „War for Talent“ zunehmend Bedarf, gerade im Bereich der sogenannten MINT-Berufe, Schüler für technische Berufe zu begeistern und gleichzeitig frühzeitig auf sich als Arbeitgeber aufmerksam zu machen, um den Nachwuchs zu sichern.

Vor diesem Hintergrund ruft die Deutsche Bahn Schüler der gymnasialen Oberstufe zur Teilnahme an der DB Summer School auf – einer Veranstaltung zur Studien- und Berufsorientierung, die die Deutsche Bahn in Zusammenarbeit mit der Studentenorganisation AIESEC durchführt. Inter­nationale Studenten unterrichten dabei eine Woche lang 60 Schüler auf Englisch und Deutsch in den sogenannten MINT-Fächern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Zusätzlich erwarten die Teilnehmer spannende Exkursionen und Präsentationen, Austauschmöglichkeiten mit DB-Mitarbeitern und ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm. Bewerben kann man sich noch bis zum 08. Mai für die Teilnahme im Juni 2013.

DB_Summer_School

Beworben wird die DB Summer School auf der Seite „LOKSTER – Die DB Welt für junge Leute“, die meines Erachtens definitiv hält, was sie verspricht: Hier finden sich neben zielgruppengerecht aufbereiteten Informationen zu den DB-Einstiegsmöglichkeiten zahlreiche multimediale Hintergrundinformation, die das Facettenreichtum der DB als Unternehmen und Arbeitgeber greifbar machen und überraschen. Unter der Überschrift „Erleben“ erfährt der interessierte Leser das, was ihm sonst vielleicht verborgen geblieben wäre: Facts and Figures, aktuelle Entwicklungen, Nice-to-knows – vom mobilen Lärmschutz über das Ergebnis der Google-DB-Kooperation „Google Transit“ bis hin zu bspw. einer Fotostory zum Thema „Notfallübung im Tunnel“. Die Rubrik „Bewegen“ stellt das soziale Engagement der DB und seiner Mitarbeiter in den Fokus. Die Kategorie „Einsteigen“ gibt schließlich einen Einblick in die Breite der Beschäftigungs-, Ausbildungs- und dualen Studienmöglichkeiten und stellt zudem echte Mitarbeiter vor, wie z. B. die Projektingenieurin Susan Holtrop, die sich, wie die bekannte Personalmarketingkampagne in Bubbleform aufgreift, als Dirigentin, Strategin und Spürnase versteht, oder der „Bahnhofsarchitekt“ Marc Ulrich, Mitarbeiter der DB Station&Service, der weiß, worauf es bei der Planung von Stationsgebäuden ankommt. Ein Glossar zu aktuellen und relevanten DB-Begriffen sowie die beiden nett gemachten Spiele „Container Control“ (für alte Tetris-Zocker) und „Bahnhofschecker“, die die beiden Sparten Cargo und Passage andeuten, runden die Seite ab.

Da ich vor einiger Zeit bereits das Vergnügen hatte, mit Online-Start die DB-Karrierewebsite „unter die Lupe“ nehmen zu dürfen, möchte ich mich an dieser Stelle bei der Bewertung zwar kurz fassen, aber – auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole – zumindest feststellen: Super Seite, ausgesprochen vielfältig (inhaltlich wie medial), sehr guter Content, ansprechend gestaltet, viele passende Querverweise, animierende Teaser, übersichtliche Struktur, klar verständliche Sprache, ausgewogene Mischung aus Text, Bild-, Videomaterial und spielerischen Elementen, meines Erachtens also genau richtig gemacht für die Zielgruppe „Schüler“.

Das war er nun wohl, mein letzter versprochener Beitrag für den Recrutainment-Blog, für den ich wirklich immer sehr gerne geschrieben habe. Auch auf diesem Wege und bei dieser Gelegenheit ganz herzlichen Dank an meine lieben Kollegen! Ich hatte 4,5 tolle und lehrreiche Jahre bei CYQUEST, der Inhalte, aber zuallererst der Menschen wegen, für die ich mich bei Euch allen ganz herzlich bedanken möchte! Schnief und, um mich sprachlich bereits an die neue Heimat anzupassen, sag ich’s mal so: Macht et jooht, ich weed üsch niemols verjesse!

Thema: Berufsorientierung, Demografischer Wandel, Deutsche Bahn Karriere, Employer Branding, Studienorientierung | Kommentare (0)

Recrutainment bei der Deutschen Bahn. Interview mit Regina Arendt über die ´Azubi-Nacht im DB-Museum´

Montag, 14. Januar 2013 13:30

Unglaublich! Die Recruiting2013 ist inzwischen schon fast wieder 4 Monate her. Damals haben Robindro Ullah und Regina Arendt den fast 140 Teilnehmern den “Recruiter next Generation” bei der Deutschen Bahn vorgestellt. Damals haben sie in ihrem Vortrag ein Event angekündigt, das für den 30. Oktober geplant war und was man wohl mit Fug und Recht als Recrutainment Format bezeichnen konnte – das Event “Nachts im DB Museum“. Nun, inzwischen haben wir Januar und die “Nacht” ist inzwischen bereits auch schon wieder mehr als 2 Monate her. Von daher war es Zeit für mich, bei der DB einmal nachzuhaken, wie es so gelaufen ist, ob es schon Zählbares gibt und was wir von DB diesbzgl. in 2013 erwarten können. Ich habe mich sehr gefreut, dass Regina mir Rede und Antwort stand. Also, los geht´s…

>>

Hallo Regina, die DB ist mit ihren Personalmarketingbemühungen wahrscheinlich das am häufigsten in unserem Blog behandelte Unternehmen. Sei es über Eure neue Personalmarketingkampagne oder über das Thema “Twitter als Karrierekommunikationskanal“. Sind wir einfach nur dicht an Euch dran oder spielt Recrutainment in Eurer Kommunikation einfach eine größere Bedeutung?

cyquest_praxisseminar_2012-061Natürliches beides:) Das Thema Recrutainment spielt bei uns eine immer wichtigere Rolle. Gerade mit der Einführung unserer Abteilung HM (deutschlandweite Personalgewinnung) versuchen wir mit unseren Recruitern next Generation den Schwerpunkt auf innovative und außergewöhnliche Veranstaltungen zu legen um geeignetes Personal für die DB zu rekrutieren. Wir recherchieren nach aktuellen Trends, lesen diverse Blogs, um so die Wünsche und Gedanken der Zielgruppe besser zu verstehen. Nur wenn Recruitingveranstaltungen auf Augenhöhe stattfinden und die Teilnehmer mitreißen, kann Recruiting erfolgreich sein.

Ich weiß nicht, ob du das überhaupt noch kennst – wir haben 2004 mal ein Berufsorientierungsspiel – den “Tr.A.X.” für die DB entwickelt. Das ist ja immerhin schon beinahe ein Jahrzehnt her. Ihr wart also mit die ersten… Aber Ihr habt seitdem ja immer fleißig weiter an dem Thema gebastelt, ob über Foursquare oder die twitsoap mit DBIngo und DBInga. Jüngstes Beispiel: Eure Aktion “Nachts im DB Museum” im letzten Herbst. Das war Recrutainment einmal offline. Was hatte es mit der Aktion auf sich? Beschreib doch mal. Warum ist das für Euch “next Level Recrutainment“?

Bei unsere Veranstaltung “Nachts im DB Museum” handelte es sich um eine Recruitingveranstaltung für Schüler zwischen 14 – 16 Jahren. Schüler aller Nürnberger Schulen konnten sich bewerben. Die 30 Schüler, die uns die kreativste Antwort zur Frage “Welche Rolle spielst du im DB Museum?” gaben, durften teilnehmen. Die Nacht beinhaltete eine QR Code Schnitzeljagd mit IPads durch die alten und unheimlichen Mauern des DB Museums. Fragen zum DB Museum selber, aber auch Fragen zu Ausbildungen bei der DB mussten beantwortet werden.

Das Highlight war unsere Musicalgruppe “ACT Center” aus Nürnberg, die sich als Zombies verkleidet hatten und zwischen den Exponaten den Schülern auflauerten und erschreckten. Die Schreie der Schüler hallten durch alle Räume:) Bei selbstgemachter Pizza berichteten unsere Azubi-Recruiter über unsere Ausbildungsmöglichkeiten. Am Messestand konnten weitere Fragen beantwortet werden. Die Preisverleihung und eine Tanzperformance der Zombies zu einem “Steam Punk” Song rundete die gelungene Veranstaltung ab. Wir haben hier also verschiedenste Medien und Formate kombiniert und somit ein neues Level an Recrutainment aus unserer Sicht erreicht.

Nachts_im_DB_Museum

Ich nehme mal an, dass die Aktion viel Spaß gemacht hat. Ich kann mir aber vorstellen, dass man auch bei der DB nicht (nur ;-)) für Spaß bezahlt wird. Gibt es Zählbares zu der Aktion? Haben sich tatsächlich Teilnehmer anschließend für eine Ausbildung beworben? Habt Ihr gar welche eingestellt? Und spielen KPIs wie “Cost per Hire” o.ä. in so einem Kontext überhaupt eine Rolle?

Ich denke, nur wenn man selber mit Herzblut und Spaß bei der Sache ist, kann man andere begeistern. Das haben wir mit der Veranstaltung “Nachts im DB Museum” geschafft. Wir wissen, dass sich bisher 9 der 30 Teilnehmer bei uns für eine Ausbildungsstelle beworben haben. Weitere werden sicherlich folgen. Cost per Hire ist selbstverständlich ein Thema bei uns. Recruiting ist kein Selbstzweck. Die 9 Bewerber sind schon Top, aber den tatsächlichen Revenue werden wir erst beim Ausbildungsstart im Herbst sehen können, wenn die Bewerber auch wirklich in der Ausbildung angekommen sind. Man darf aber auch nicht vergessen, dass solche Cross-medialen Recrutainment Events auch noch auf andere Konten einzahlen. Nicht zuletzt sei hier die Arbeitgebermarke genannt. Zudem konnten wir durch die Veranstaltung weitere wichtige Schulkooperationen knüpfen und positive Pressemitteilungen generieren.

Darfst du etwas dazu sagen, was die Aktion gekostet hat?

Wir haben hier natürlich viel mit Eigenmitteln gearbeitet – so wie das DB Museum. Aber gerade das macht den Charme einer solchen Veranstaltung aus. Andere fliegen mit Bewerbern für deutlich mehr Geld nach Mallorca; wir verbinden echte Inhalte mit Spaß. Beides ist irgendwie Recrutainment.

Soweit ich weiß, hast du ja im Dezember einen Folgeworkshop “Cool rekrutieren @ DB” im DB Museum durchgeführt. Um was handelte sich dabei und wie hängen die beiden Events zusammen?

Wer kann am besten sagen, wie gute und erfolgreiche Recruitingveranstaltungen bei der DB aussehen sollten? Die Schüler selber. Bei der Nacht im DB Museum habe ich mit vielen Jugendlichen gesprochen, die tolle Ideen für innovative Recruitingveranstaltungen bei der DB hatten. Aus dem Grund haben wir die zahlreichen Schüler, die sich für “Nacht im DB Museum” beworben hatten, zu einer weiteren Veranstaltung eingeladen. Der Kreativworkshop zum Thema “Cool rekrutieren @DB” hatte das Ziel viele neue und ausgefallene Ideen für die Rekrutierung von Schülern zu definieren. Der Kreativität wurden keine Grenzen gesetzt. Mit diversen Bastelmaterialien erstellten die 2 Gruppen von jeweils 5 Schülern ein kleines Kunstwerk und präsentierten es vor der Gruppe.

Der Tag endete mit einem Azubiquiz und einer Inforunde über unsere Ausbildungsmöglichkeiten. Wir freuen uns darauf, die ersten Ideen der Schüler in die Praxis umzusetzen.

Gibt es bereits Überlegungen, die Aktion zu wiederholen oder etwas anderes in die Richtung zu machen? Also eine Art “Blended Recrutainment-Reihe” bei der DB…?

Die Hohe Bewerberquote sowie das durchweg positive Feedback der Veranstaltung zeigt uns, dass die “Nacht im DB Museum” den Geschmack der gesuchten Zielgruppe getroffen hat. Die “Nacht im DB Museum” wird daher fest in den Veranstaltungsplan der DB im Oktober mit aufgenommen. Es werden nicht nur neue QR Codes erstellt und gruseligere Zombies engagiert, sondern auch mehr Schüler werden dieses Jahr die Chance haben, sich einen Platz für die Nacht zu ergattern. Die Reihe der Blended Recrutainment Veranstaltungen wird also fortgesetzt.

Nachts_im_DB_Museum2

Regina, letzte Frage: Ihr habt letzten September den Teilnehmern der Recruiting2013 sehr eindrucksvoll Euer Konzept des “Recruiters 2.0″ oder wie Ihr es nennt “Recruiter next Generation” nahegebracht. Sind Events wie die Azubinacht im Museum für Euch nur eine Art Sahnehäubchen oder stehen solche Formate für das Recruiting next Generation und sich zentraler Bestandteil Eurer Arbeit?

Jedes Format, welches wir durchführen ist NG gedacht. D.h. z.B. das neben der zielgruppengerechten Ausgestaltung auch die entsprechende Crossmediale Begleitung geplant wird. Welche Geschichten kann ich wie erzählen und vor allem: wie kann ich die Geschichte weiter erzählen. Cool rekrutieren @DB erzählt die Geschichte weiter, die das Museum für die Schüler begonnen hat. Es reicht einfach nicht mehr aus 08/15 Veranstaltungen anzubieten. Wir müssen unsere gesuchten Zielgruppen auf Augenhöhe begegnen und sie mit Angeboten überraschen, mit denen sie nicht rechnen. Dabei ist der enge Austausch mit Schülern, Studenten und Berufserfahrenen ein wichtiger Punkt.

Wie du aus unserem Vortrag “Recruiter next Generation” bestimmt noch weißt, stehen wir für Innovation, Kreativität und crossmedialen Veranstaltungsformate. Und genau das spiegelt sich in unserer Arbeit wider.

Regina, ich danke dir für das tolle Interview! Wir sehen uns hoffentlich dann in Kürze mal wieder bei einer der “Suppenveranstaltungen”… ;-)

Ja, unbedingt. Bringe meinen Löffel mit:) Danke. Und bis bald.

Thema: Ausbildung, Berufsorientierung, Deutsche Bahn Karriere, Employer Branding, Serious Games | Kommentare (0)

Happy New Year! Recrutainment Jahresrückblick 2012 – Teil II – Juli bis Dezember

Mittwoch, 2. Januar 2013 15:51

Liebe Leser des Recrutainment Blogs, Euch allen zuallererst einmal ein frohes neues Jahr 2013. Der Vollständigkeit halber möchte ich zunächst noch einmal den Blick zurück auf das gerade vergangene Jahr 2012 werfen und den Jahresrückblick vervollständigen mit den Monaten Juli bis Dezember. Wer Teil 1 noch einmal nachlesen möchte, der klicke hier. Also, los geht´s…

  • Drittens war für mich herausragend der Launch des Energie-Quiz im Rahmen der (Online-)Bewerberakademie bei RWE. Insgesamt ist die Bewerberakademie von RWE für mich ein Musterbeispiel dafür, dass “altruistischer” Content als Bestandteil einer Karriere-Website sehr viel Sinn machen kann. Dort werden nämlich zahlreiche Hinweise und Tipps rund um das Thema “Bewerbung” gegeben und zwar allgemein, nicht nur für eine Bewerbung bei RWE. Das Energie-Quiz war zudem dann auch ein schöner weiterer Beleg dafür, dass Gamification eine immer größere Bedeutung auch im Bereich der Berufsorientierung erlangt.

  • Weiter geht´s: September. Im September darf natürlich das Job-Interview von Franz Beckenbauer mit Harald Schmidt nicht fehlen oder vielmehr die Frage, was “hängende Spitze” wohl bedeutet…

  • Auch sehr schön aus der Rubrik “Fundstücke” war für mich das Making Of des Kino-Werbespots der Kampagne “Vielfalt Mann!”, mit der in Hamburg für mehr männlichen Nachwuchs im Berufsbild Erzieher geworben wird. Die Kampagne ist für mich ohnehin eines der Highlights 2012. Nicht nur dass ich es grundsätzlich für ein wichtiges gesellschaftspolitisches Anliegen halte, dieses Berufsbild insgesamt in der allgemeinen Wahrnehmung zu fördern und hierbei insb. junge Männer dafür zu begeistern, nein, ich finde die Kampagne an sich auch ein einfach sehr gut gemacht.

  • Wenn ich auf den Oktober zurückblicke, dann muss ich natürlich den Bericht über DEN Recrutainment Klassiker schlechthin erwähnen. Nein, ich meine nicht die Karrierejagd durchs Netz (…), sondern Google´s Billboard Riddles auf dem Jahr 2004 (!). Wer sich also mit dem Thema Recrutainment beschäftigt – online, offline oder blended – der sollte diesen Case kennen.

  • Zum anderen habe ich im Oktober einmal die sehr bemerkenswerte östereichische Videoplattform whatchado auf den Seziertisch gelegt und – um es kurz zusammenzufassen – für gelungen befunden.

  • Damit wären wir schließlich im Dezember und damit ja fast im Jetzt angekommen. Von daher greife ich aus dem Dezember nur einmal ein Beispiel heraus. Und zwar haben wir uns mal “Social Jobs Partnership” – die neue Jobbörse von Facebook auf Facebook näher angesehen und sind dabei – vorerst – zu dem Ergebnis gekommen, dass die arrivierten Jobboards – vorerst – noch nicht allzuviel Angst haben müssen. Aber naja, es gilt es halt weiterhin zu beobachten…

Einige wichtige Themen habe ich nun in den beiden Teilen des Jahresrückblicks ausgelassen, nicht zuletzt das speziell für uns inzwischen immens wichtige Thema der “virtuellen Studienberatung” bzw. Online SelfAssessments zur Studienorientierung”. Aber so ist das eben bei Rückblicken… Nun denn, wenden wir uns ab jetzt der Zukunft zu – 2013 kann kommen!

Thema: Berufsorientierung, Deutsche Bahn Karriere, Employer Branding, eRecruiting, RWE Karriere, SelfAssessment, Serious Games, Social Media HR, Studienorientierung | Kommentare (0)

„Big Player“ Deutsche Bahn erobert mit Personalmarketingoffensive TV und Kino

Freitag, 16. November 2012 17:27

Das haben bisher in dem Format wohl nur McDonald‘s und die Bundeswehr getan. Nun geht auch die Deutsche Bahn in die Personalgewinnungsoffensive und wagt den Schritt in Fernsehen und Kinos: Angesichts der Herausforderung, jährlich etwa 7.000 Stellen neu besetzen zu müssen – und das vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und zunehmendem Konkurrenzdruck am Arbeitsmarkt – fällt morgen der Startschuss für die groß angelegte Arbeitgeberkampagne „Kein Job wie jeder andere“. Das Thema Employer Branding ist auch bei den großen Budgets angekommen!

Bei der Kampagne handelt es sich um eine deutschlandweite Maßnahme, die unterschiedliche Kanäle bespielt: Ab morgen laufen die ersten TV-Spots in der ARD, im ZDF, auf RTL, SAT1 und PRO7. Stichtag der Printkampagne ist der kommende Montag, ab dem Anzeigen in ausgewählten Zeitungen und Magazinen zu sehen sein werden. Kinospots werden ab dem 22. November 2012 geschaltet. Die ersten Einblicke sind vielversprechend:

Zielgruppen sind Schüler, Studenten, Absolventen und Professionals, die durch unterschiedliche Ansprachen erreicht werden sollen. Auch plant die DB, stärker als bisher individuell auf einzelne Gruppen wie Männer/Frauen, jüngere/ältere Arbeitnehmer etc. am Arbeitsmarkt einzugehen und auch solche Menschen mit Programmen anzusprechen, die bisher erfolglos nach Arbeit gesucht haben. Bei Kampagnenstart liegt der Fokus zunächst auf der Zielgruppe „Schüler“, im weiteren Verlauf wird es dann mehrere Kampagnenphasen mit unterschiedlichen Schwerpunkten geben.

Im Mittelpunkt der Kampagne stehen die DB-Mitarbeiter, die zu einem authentischen Blick auf die Berufsfelder der Bahn einladen. Herzstück der Kampagne ist die neue Karriereseite www.deutschebahn.com/karriere, die ich persönlich ausgesprochen gelungen und erfrischend anders finde: Der Hauptcontentbereich, eine Art „Bühne“, ist gleichzeitig auch Navigationselement, hat einen explorativen Charakter und lädt zum „Stöbern“ ein. Eyecatcher der Startseite sind die Bubbles der übergreifenden neuen Employer Branding Kampagne, die mit kreativen und anschaulichen Begriffen spielen, und einen hohen Wiedererkennungswert bieten: Du bist kein Typ wie jeder andere? Frischling, Rohdiamand, Entdecker? Dann steig als Azubi bei der DB ein. „Tüftler, Drahtzieher, Visionär? Perspektiven für Ingenieure, die etwas bewegen wollen.“ Von der inhaltlichen Kreatividee her erinnert mich dieser Ansatz ein bisschen an die ebenfalls extrem ansprechende Aktion der Hamburger Kitas für mehr männliche Erzieher „Vielfalt Mann!“, die Rennfahrer, Tourguides, Beatboxer, Zauberer, Trostspender und Vorleser suchen.

Auch in gestalterischer Hinsicht finde ich den neuen Bahn-Webauftritt überzeugend und innovativ: Ein gegebener Rahmen, aus dem die Hauptebene herausragt, sorgt für eine offene und dynamische Wirkung. Hinzu kommt die tolle Bildsprache mit hochprofessionellen Fotos, die dabei echte Einblicke geben. Eine Art Schieberegler dient nicht nur als zusätzliche Navigationebene, sondern ist gleichzeitig eine Art Seitenindikator. Das Navigationskonzept ist ohnehin meines Erachtens ausgesprochen durchdacht: Die „Bühne“ enthält auf jeder übergeordneten Seite Directlinks zu relevanten Themen, es gibt keine unnötige Verschachtelung. Alle relevanten Seiten sind über wenige Klicks zu erreichen, auch der Weg zurück ist einfach zu finden. Wenngleich die Konzeption der Navigation sicherlich komplex war, ist im Ergebnis eine aus meiner Sicht besonders übersichtliche und userfreundliche Struktur entstanden.

Inhaltlich hält der neue Karriereauftritt alle wichtigen Informationen bereit, ohne textlastig zu sein, im Gegenteil. Die Ansprache ist zielgruppengemäß: Schüler werden geduzt, die Sprache ist locker und teilweise umgangssprachlich („Du suchst einen abgefahrenen Job? Klick rein!“). Professionals hingegen werden ihrer Position angemessen deutlich formeller adressiert („Entdecken Sie jetzt Ihre vielfältigen Möglichkeiten bei uns.“).

Erstes Fazit: Die Website macht Lust auf eine intensivere Auseinandersetzung, die Kampagne erwarte ich mit Spannung!

Hier ist übrigens der Spot für die, die ihn im TV verpassen sollten:

Thema: Berufsorientierung, Deutsche Bahn Karriere, Employer Branding | Kommentare (2)

Twitter Karriereranking wieder aktualisiert. Die Deutsche Bahn bremst hart vor dem 10000er Signal…

Montag, 10. September 2012 10:42

Es ist mal wieder soweit – die aktuellen Zahlen zu den Karrierekanälen von Unternehmen bei Twitter liegen vor. Und: es ist immer noch nicht soweit, nämlich dass das erste dieser Unternehmen die 10000er-Schallmauer durchbricht. Irgendjemand hat der Deutschen Bahn scheinbar bei dieser Marke ein Haltesignal hingestellt und der Zug ist mächtig in die Eisen gegangen, um direkt davor stehen zu bleiben.

Der besseren Lesbarkeit der Grafiken zuliebe habe ich aber dennoch eine Veränderung der Darstellung vorgenommen: Der “Tausenderclub” ist Geschichte. Die Beletage der deutschprachigen Corporate Career Twitter Accounts umfasst jetzt alle diejenigen, die mehr aktuell mehr als 2000 Follower aufweisen. Ich habe es mal blumig, den “Ü-2000er-Club / Champions League” getauft. Dieses reicht von der Deutschen Bahn mit knapp unter 10000 bis zu Siemens (mit dem seit Ewigkeiten brachliegenden, aber dennoch weiter wachsenden Kanal “@JobsatSiemens”) mit akut etwas mehr als 2000 Followern:

Die zweite Etage (der 1000-2000er-Club, wenn man so will die “Bundesliga”) wird aktuell angeführt von Krones und Audi, die aber voraussichtlich beide in Kürze wieder in der ersten Riege dabei sein werden:

Als nächstes folgt der 500-1000er-Club, der von Philips bis QVC reicht:

Schließlich dann die Kategorie der Accounts mit weniger als 500 Followern. Diese reicht aktuell von der Commerzbank (die Chancen hat, nächsten Monat eine Liga aufzusteigen) bis zu Neuling TUI (die mit @TUIAnimation speziell für Animateure trommeln).

In dieser Kategorie finden sich die anderen beiden Neulinge im Ranking. Das ist zum einen die Firma ifm und zum anderen die Thyssen-Krupp Presta AG aus Luxemburg. Treuen Lesern des Recrutainment Blogs ist vielleicht in der Vergangenheit die mehrfache Diskussion des Twitter-Phänomens Thyssen-Krupp nicht entgangen: Der Account @ThyssenKruppJob pumpt in rauhen Mengen automatisiert Jobangebote in den Kanal. Damit war dieser über einen langen Zeitraum quasi DER Aufsteiger im Ranking (Zuwachs von 440 Follower im Zeitraum September 2010 bis auf 1000 im September 2011), um dann schlagartig fortan zu stagnieren (aktuell: 1033). Die luxemburgische Thyssen-Krupp Presta macht es da inhaltlich meines Erachtens sehr viel besser, steht aber mit 19 Followern erst ganz am Anfang der Reise:

Die leichten Bremsspuren, die auch bei versch. Kanälen zu erkennen sind, finden sich auch im Gesamtindex wieder. D.h. die durchschnittliche Followerzahl wächst zwar immer noch, aber sowohl mit deutlich niedrigeren Wachstumsraten als auch mit geringeren absoluten Zuwächsen:

Auch die Aktivität, ausgedrückt durch die Anzahl geposteter Tweets, war im August niedriger als in den Vormonaten und lag bei durchschnittlich knapp 30. Hierbei ragten wieder einige deutlich heraus (SNT, Thyssen-Krupp, Sparkassen) und andere hielten sich “vornehm” zurück. Schauen wir mal, ob dies nur an der Sommerpause lag oder ob mehr dahintersteht. Stay tuned…

Thema: Deutsche Bahn Karriere, Employer Branding, eRecruiting, Social Media HR | Kommentare (0)

Die Recruiting2013 ist vollständig ausgebucht. Wir freuen uns auf 120 Teilnehmer!

Freitag, 17. August 2012 18:45

Dass wir mit Vorträgen von der Deutschen Bahn, Deutschen Telekom, E.ON, Nordex und OTTO ein wirklich schönes Programm für die “Recruiting2013” auf die Beine gestellt bekommen hatten, war uns eigentlich auch schon bewusst, als wir Ende Mai begonnen haben, die Veranstaltung zu kommunizieren. Dass wir aber so einen Teilnehmeransturm erleben, damit haben wir ehrlich nicht gerechnet. Und das obwohl (oder gerade weil…?) wir weder explizit das Thema “Social Media” bespielen noch das “Recruiting-Trendthema des Jahres” Recruiting Games auf dem Programm haben…

Die ursprünglichen 100 Plätze waren bereits in der Frühbucherphase bis Ende Juni weg. Danach haben wir dann noch eine Warteliste aufgemacht, um Interessenten die Möglichkeit zu geben, gegebenenfalls nachzurücken, wenn Teilnehmer absagen. Diesen 20 Interessenten konnten wir nun nach einer erneuten Begehung der Location – dem Business Club Hamburg – nun tatsächlich noch zusagen, weil die Räumlichkeiten doch noch zwei Stuhlreihen mehr hergeben. Wird halt kuschelig…

Aber nu ist Sense… Mehr als 120 Personen gehen da wirklich nicht rein, weshalb wir jetzt auch die Warteliste geschlossen haben.

Ich freue mich auf den 19. September, auf spannende Vorträge rund um die Recruiting Trends von morgen, tolle Diskussionen, viel Networking und 120 Teilnehmer von Siemens, Daimler, Haspa, Techniker Krankenkasse, Gruner+Jahr, Tchibo, Hettich, Grünenthal, Comdirect, Commerzbank, E.ON, OTTO, Beiersdorf, Coca-Cola, Continental, Detecon, Bertelsmann, ZEIT, Taylor-Wessing, Dannemann, Europcar, Max Bahr, Hermes, Dräger, Groupon uvm.

CU there.

Thema: Ausbildung bei E.ON, Berufsorientierung, CYQUEST Vorträge und Veranstaltungen, Demografischer Wandel, Deutsche Bahn Karriere, eAssessment, Employer Branding, eRecruiting | Kommentare (0)

Die Recruiting 2013 ist ausgebucht!

Montag, 16. Juli 2012 9:15

Vor etwa sieben Wochen haben wir das Programm unseres diesjährigen Praxisseminars “Recruiting 2013″ hier im Blog vorgestellt. Ich muss in der Tat zugeben, dass ich finde, dass uns dieses Mal gemeinsam mit Wolfgang Brickwedde vom ICR und Delphi ein wirklich herausragendes Programm gelungen ist. Das fanden offensichtlich auch noch ein paar andere, weshalb die Veranstaltung am 19. September nun bereits zwei Monate vor Veranstaltungstermin AUSVERKAUFT ist! Wir sind mit aktuell 100 Teilnehmern wirklich bis auf den letzten Platz voll.

Von daher ist aktuell auch keine Anmeldung mehr über die amiando Seite bzw. das entsprechende Buchungsmodul möglich. Wer dennoch noch dabei sein möchte, um die Vorträge von Robindro Ullah (Deutsche Bahn), Ina Bourmer (Deutsche Telekom), Christian Heinen (Nordex), Karoline Steffens (E.ON) und Ireen Baumgart (OTTO) zu Themen wie Videointerviews, Online Assessment, Bewerbermanagement oder Active Sourcing in den schönen Räumlichkeiten des Business Club Hamburg hören will, der kann uns dieses Anmeldefax schicken. Wir setzen Interessenten dann auf die Nachrückerliste. Sofern ein Teilnehmer abspringt und wieder ein Platz frei wird, melden wir uns dann umgehend.

Thema: Ausbildung bei E.ON, CYQUEST Vorträge und Veranstaltungen, Demografischer Wandel, Deutsche Bahn Karriere, eAssessment, Employer Branding, eRecruiting | Kommentare (0)

Interview mit “Suppenreporter” Robindro Ullah über die Gründe des Erfolgs des Karriere-Twitterkanals der Deutschen Bahn

Montag, 16. April 2012 9:50

Ich selber twittere nun seit gut 2,5 Jahren und habe das Medium in der Zeit wirklich schätzen gelernt. Natürlich habe ich dabei quasi von Anfang an die Aktivitäten von Unternehmen, Twitter zur Karrierekommunikation einzusetzen, beobachtet. Seit August 2010 führe ich diese Beobachtung systematisiert, indem ich einmal monatlich aktuelle Statistiken rund um die “deutschsprachigen Corporate Career Twitter-Accounts” (was für ein Denglisch…) veröffentliche. Die aktuellste Statistik von letzter Woche zeigte dabei erneut ein Bild, das im Grunde seit dem Anfang der Beobachtung unverändert ist: Ganz vorn fährt mit großem Abstand der Lokführer Deutsche Bahn mit dem Account @DBKarriere allen davon. Dieser Befund ist stabil. Doch woran liegt das? Nun, man kann alle möglichen Erklärungsversuche bemühen, z.B. hinsichtlich der Aktivität, des Contents, dem (nicht oder doch) geführten Dialog oder der Neigung, selber auch anderen Twitterern zu folgen (dazu habe ich ja auch schon einige Versuche unternommen), man kann aber auch einfach die Macher fragen. Und das habe ich dann einfach mal gemacht und den vielen aus der Szene bekannten “Suppenreporter” Robindro Ullah, dem Initiator hinter dem Account hierzu interviewt. Vorab: Das sind spannende Insights… Also, auf geht´s…

Hi Robin, ich beobachte ja nun schon seit knapp zwei Jahren eine ganze Reihe von Twitteraccounts, die deutsche Unternehmen zur Karrierekommunikation einsetzen. Der Account @DBKarriere ist hierbei von Anfang an mit großem Abstand „Tabellenführer“, zumindest was die Followerzahlen angeht. Aktuell bewegt sich der Account auf die stattliche Zahl von 10.000 Followern zu. Warum ist die Deutsche Bahn hier so weit vor allen anderen?

Hallo Jo, ich beobachte ebenfalls unseren Account nun auch schon seit knapp 2 Jahren von der Zuschauerseite aus und es freut mich sehr, dass die Learnings und Erfahrungen, die ich seit entstehen des Accounts in 2008 gesammelt habe, uns auch heute noch weiter nach vorn bringen. Für einen wesentlichen Faktor halte ich die Live-Berichterstattung und die Einbindung von Bildern, um das Geschehen so greifbar wie möglich zu machen. Das Programm sollte zudem kein völliges Zufallsprodukt sein, sondern man sollte sich ein paar gedankliche Meilensteine setzen, wie z.B. eine Messe oder eine Casestudy und diese dann bespielen. Für mich bedeutet dies, das Absetzen mehrerer Ankündigungstweets und der eben angesprochenen Live-Berichterstattung – Stichwort Redaktionsplan. Des Weiteren halte ich es für immens bedeutend, dass diejenigen, die tweeten, das Netzwerk verstanden haben, seine Sprache sprechen und Spaß daran haben – Spaß am tweeten und am Arbeitgeber.

Gibt es aus deiner Sicht so etwas wie ein Erfolgsrezept? Nach dem Motto: Wenn man so twittert, dann klappt´s auch mit den Followern?

Im Wesentlichen halte ich folgende drei Punkte für wertvolle Bestandteile eines jeden Erfolgsrezeptes. Ich schreibe bewusst eines JEDEN Erfolgsrezeptes, da die Erfahrung eindeutig zeigt, dass unterschiedlichste Konzepte sehr erfolgreich sein können. Als erstes empfehle ich einen konsistenten Account aufzusetzen. Einfach gesagt: versprich in der BIO keinen Dialog, wenn du nur Job-bot einsetzen willst. Dem Nutzer nichts vorzugaukeln, schafft die Basis für ein gutes Kommunikationskonzept. Als zweiten Punkt sehe ich die Schulung der Recruiter. Denn es sollten nicht nur diejenigen tweeten, die an der Quelle der News sitzen – sprich ein Recruiter der auch vor Ort ist -, sondern sie sollten im Sinne des Recruiter 2.0 geschult sein, sich in den Netzwerken bewegen zu können. Und zuletzt halte ich das Mitlesen und das Interessieren für die Follower für sehr wichtig. Hinter dem Interessieren steckt auch das Monitoren: wer liest uns eigentlich? – um auf diese Weise die Themen der Follower auch zu treffen.

Du hast @DBKarriere vor einigen Jahren ja federführend auf den Weg gebracht. Ehrlich gesagt wäre die Deutsche Bahn aus meiner Warte nicht unbedingt das Unternehmen gewesen, dem ich bei einem solchen Thema eine Vorreiterrolle zugetraut hätte. War das ein Betriebsunfall oder wie ist es dazu gekommen?

Nein, ein Unfall war das nicht. Ich hatte mir Anfang 2008 mehrere Konzepte überlegt, wie eine Personalmarketingkommunikation über Twitter aussehen könnte. Von diesen Konzepten wurden alle quasi abgelehnt, bis auf dasjenige, welches du heute sehen kannst. Interessant war, dass – obwohl ich jede Menge Gehirnschmalz in das Konzept gesteckt habe – es letzten Endes ein wir “fangen einfach an und twittern” war und demzufolge eine schöne Bauchlandung. Unser Erfolg stellte sich erst Mitte-Ende 2009 ein, als ich die ersten Learnings umgesetzt hatte. Was das Zutrauen angeht, so wird die DB viel zu häufig unterschätzt und nachdem wir u.a. auch das LBS-Recruiting intensiv getestet haben, denke ich, lernt der Markt allmählich, dass auch wir gern vorn mit dabei sind.

Nochmal zu den Followern: Das Wachstum der Followerzahlen ist bei den allermeisten Accounts relativ linear, bei @DBKarriere auch. Aber Eure Kurve ist steiler als bei den anderen, d.h. Ihr vergrößert den Abstand kontinuierlich. Woran liegt das? Brauchbaren Content und attraktive Arbeitgebermarken haben die Daimlers, Ottos und Telekoms doch auch…

Ich glaube tatsächlich, dass auf Twitter eine attraktive Arbeitgebermarke kaum etwas wert ist. Als Twitterati kann ich es mir nicht “leisten” meine Timeline mit unnützen Informationen zu belasten, nur weil ein paar Accounts zu namhaften Firmen gehören. Hier gilt ganz klar: content rules. Blicken wir auf den Content, muss man sich wirklich einmal im Vergleich ansehen, wie viel Live-Berichterstattung wir liefern im Vergleich zu anderen. Ich denke, unsere Recruiter sitzen teilweise näher am Puls der Bewerber als so manch strategischer Bereich, so dass wir hier nach wie vor Punkten können. Zudem – das muss ich leider zugeben – zieht, meiner Meinung nach, auch die Tatsache, dass wir bereits viele Follower haben.

Jetzt sind Followerzahlen und deren Vergleiche ja immer so eine Art „…(Piiiep)-Vergleich“: Die eigentlichen KPIs sollten ja aber wohl andere sein. Woran bemisst sich deiner Meinung nach der Erfolg eines Twitterkanals? Und gibt es andere, „handfestere“ Kennzahlen, die Ihr bei der Deutschen Bahn generieren konntet, z.B. neue Einstellungen?

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Twitter “nur” ein Personalmarketingkanal ist. Daher würde ich nicht empfehlen, den Versuch zu starten, das Netzwerk an Einstellungen zu messen. Die wohl effektivste Kennzahl ist der Anteil der Zielgruppen innerhalb der Followerschaft bzw. der Anteil an zielgruppenrelevanten Followern (Multiplikatoren). Erst diese Zahl sagt etwas darüber aus, ob ich mein mir gestecktes Ziel/ Zielgruppe überhaupt erreiche. Als Beispiel kann ich unsere ersten Monate anführen, in denen die Analyse ergeben hat, dass nahezu alle Follower aus den Bereichen Personalberatung oder andere Unternehmen stammten. Erst nachdem ich damals die Kommunikationsstrategie drastisch geändert haben, kamen die ersten Studenten. Andere sehr aufschlussreiche Kennzahlen sind z.B. die Follow/Unfollow Rate oder aber auch der Anteil an aktiven Accounts innerhalb der Followerschaft. Letzteres meint den Anteil an Accounts, die lebendig erscheinen im Sinne von: hat eine Bio; hat eine Landingpage; ist kein Spambot und kein “wir-sichern-mal-den-Namen” Account.

Wenn dich jemand fragt: „Herr Ullah, lohnt sich Twitter als Instrument des Arbeitgebermarketings / des Recruitings?“ Was antwortest du so jemandem?

Auf eine solche Frage würde ich immer mit “ja” antworten. Als Arbeitgebermarketinginstrument lohnt es sich. Man muss aber bedenken, dass es sich um ein Instrument handelt, was eben nichts von selbst tut. In einem erfolgreichen Corporate Twitter Account steckt eine große Menge Arbeit, Zeit, Know How und Geduld.

Wenn ich das richtig mitbekommen habe, „bist“ DU ja nicht mehr @DBKarriere. Als du das Staffelholz übergeben hast, hätte man ja auch unken können, dass das Thema bei der Bahn damit auch einen Knick bekommt. Hat es aber nicht, Eure Wachstumskurve ist schnurgerade und die Aktivität ist mit immer so 100 Tweets im Monat auch weiterhin sehr hoch. Wer steckt denn jetzt hinter dem Account und hast du eine Art „How to-Übergabe“ gemacht?

Den Übergang kann man als fließend betrachten, denn noch während meiner Zeit im Hochschulmarketing in 2009 hatten parallel Recruiter angefangen mitzutweeten. Dazu gehörte natürlich auch die Vermittlung von How-to-Tweet. Das beinhaltet sowohl das technische Know How als auch das Wissem um die netzwerkspezifischen Eigenheiten wie z.B. den Umgang mit #tags. Zuletzt ist es aber dem Engagement meiner Twitternachfolger zu verdanken, dass es keinen Knick gab!

Robin, wenn du jetzt nicht mehr als @DBKarriere twitterst, was machst du stattdessen? Man hört ja allerhand spannendes über „bayerische Recruiter 2.0“… ;-)

@DBKarriere bin ich ja nun schon seit 2 Jahren nicht mehr. Seit Anfang 2010 war es mehr ein Privatvergnügen, die Firmenaccounts zu beobachten und das Thema von @robindro und meinem Blog aus zu treiben. Beruflich hatte ich, bekannter Maßen, dem Personalmarketing den Rücken zugekehrt. Seit dem 01.02.2012 bin ich allerdings auch beruflich wieder in der Suppe unterwegs: als Leiter Personalmarketing und Recruiting Süd für die Deutsche Bahn AG. Meine Abteilung durfte ich komplett neu zusammenstellen und bin nun seit dem 01.04. mit 7 Recruitern und einem starken Backoffice am Start. Meine persönliche Herausforderung ist es, diese Abteilung auf die Anforderungen des zukünftigen (eigentlich schon heutigen) Arbeitsmarktes vorzubereiten und in diesem Zusammenhang fällt schnell mal das Stichwort Recruiter 2.0. Ich sehe diesem Vorhaben allerdings sehr positiv entgegen, denn mein Team bringt den notwendigen Hunger auf Neues mit.

Das können wir dann ja vielleicht bei unserem Praxisseminar im September nochmal etwas intensiver diskutieren! Lieber Robin, ich danke dir auf jeden Fall schon mal herzlich für das Interview. Bis demnächst in der Suppe…

Thema: Deutsche Bahn Karriere, Employer Branding, eRecruiting, Social Media HR | Kommentare (0)

Aktuell: Die Karriere-Twitter-Kanäle der Unternehmen im Vergleich

Mittwoch, 11. April 2012 16:17

Ja, Asche auf mein Haupt. Der Monat ist schon beinahe halb rum und die aktuelle Statistik der deutschsprachigen Karriere-Twitter-Kanäle für den Monat März folgt erst jetzt. Aber es war auch Ostern und das ist für Familienväter eben ein wichtiges Event… Nun, am Wochenende hat der Kollege Knabenreich seine Statistiken der Facebook-Karriereseiten veröffentlicht, dann will ich dem natürlich auch nicht länger nachstehen. Ach ja, die Anfänge dieser Statistik gehen übrigens auf den August 2010 zurück. Wer also mal tief in die Vergangenheit des Social Web für Zwecke der Karrierekommunikation eintauchen möchte, hier lang…

Nun aber zu den aktuellen Zahlen:

An der Spitze gibt es nicht so viel Neues: Die Deutsche Bahn (@DBKarriere), wenn man so will der FC Barcelona unter den deutschsprachigen Twitter-Karrierekanälen, steht kurz vor dem Knacken der 9000er Marke. Meine Prognose: Im Juni wird die 10.000er Schallmauer durchbrochen.

Zuwachs hat es im “Tausenderclub” im März keinen gegeben, allerdings werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit im April mit BMW (@BMWKarriere), Stihl (@Stihlkarriere) und den Sparkassen (@Sparkasse_Jobs) dann gleich drei Neue begrüßen können. Dann käme es zu der kuriosen Situation, dass mit Philips (@Philips_Jobs) und Bombardier (@bombardier_jobs) gleich zwei Accounts an der “Spitze der zweiten Liga” stünden, die sich seit einigen Monaten durch eine Aktivität von Null auszeichnen. Das ist schon bemerkenswert: Da haben knapp 1000 Follower gleichsam den Kanal eingeschaltet, weil sie sich ja scheinbar schon irgendwie für Karriereinformation dieser Unternehmen interessieren (warum sollte man sonst folgen?) und das Unternehmen schaltet auf “Sendepause”… Auch wenn es eigentlich aus meiner Sicht nicht Sinn von Twitter ist, wäre hier doch allemal schlauer, einfach automatisiert einen Feed (z.B. mit aktuellen Stellenanzeigen) in den Twitterkanal laufen zu lassen (siehe @ThyssenKruppjob). Das ist zwar nicht sonderlich interaktiv, aber immer noch besser als nix…

Womit wir beim Thema “Aktivität” wären: Seit ein paar Monaten (erstmals im Februar 2012) werte ich ja auch aus, wieviele Tweets über den Kanal in einem Monat abgesetzt wurden. Das ist insofern spannend, als dass man erstens eine enorme Streuung erkennen kann (die fleißigsten twittern mehr als 200x im Monat, die inaktivsten wie gesagt gar nicht…) und zweitens sich auch immer die gleichen Verdächtigen an der Spitze wiederfinden (allen voran traditionell der Kollege Robert Reichardt von SNT – @SNTlive)…

Thema: Deutsche Bahn Karriere, Social Media HR | Kommentare (6)

Neujahrs-Update: Firmen-Karriere-Twitter-Ranking

Montag, 2. Januar 2012 15:35

Allen Lesern des Recrutainment Blogs erstmal ein frohes neues Jahr! Gefühlt eben erst den Jahresrückblick 2011 fertiggestellt, folgt hier schon der erste Post des Jahres 2012. Der guten Tradition folgend, gibt es wie jeden Monatsanfang das Ranking der deutschsprachigen Karriere-Twitter-Kanäle von Unternehmen. Nächsten Monat gibt es hier mit dem Aktivitätsindex mal wieder eine Neuigkeit, bis dahin erstmal soweit alles wie gehabt.

Weiter vorn allein auf weiter Flur: Die Deutsche Bahn mit inzwischen fast 8.000 Followern. Da es Brose diesen Monat noch nicht ganz geschaft hat, die 1000er Marke zu überspringen, gibt es zum Tausenderclub eigentlich auch nicht viel Neues zu berichten.

Eine Etage tiefer ist mit dem Kanal von CTE (@CTE_Tweets) erstens ein neuer Kanal in die Liste aufgenommen worden, so dass diese nun 52 Unternehmen umfasst. Zum anderen finde ich einfach den Kurvenverlauf von @Thyssenkruppjob immer wieder faszinierend (die blaue Kurve): Erst steigt die Zahl an Followers stetig steil an, um dann schlagartig um die 1000er Marke stehen zu bleiben und auch nicht mehr weiterzuwachsen. Erstaunlich, zumal sich eigentlich nicht wirklich etwas an dem Kanal verändert hat… Können die Kollegen von ThyssenKrupp uns aufklären?

Soviel für diesen Monat, nächsten Monat dann mehr…

Thema: Deutsche Bahn Karriere, Social Media HR | Kommentare (1)