Beitrags-Archiv für die Kategory 'Virtuelle Studienberatung'

Verbesserung der Studienwahl und des Hochschul-Images durch Online SelfAssessments

Mittwoch, 28. Juli 2010 12:16

bg_haw_navigator_largeZahlreiche Hochschulen bieten inzwischen virtuelle Studienorientierungs- und Selbstest-Instrumente an. Wir haben hier kürzlich über die neuen Auftritte z.B. der Ohm-Hochschule in Nürnberg, der dualen Hochschule Baden-Württemberg oder der Hochschule Harz berichtet. Die Absicht hinter diesen Projekten sind in erster Linie die Verbesserung der Studienwahl – somit mittelbar die Reduzierung der Abbrecherquoten und die Verbesserung des Studienerfolgs – sowie die positive Beeinflussung des Hochschulimages – Stichwort: “Bildungsmarke”.

Der Grund für den inzwischen doch recht hohen Verbreitungsgrad solcher interaktiven Beratungs- und Selbsttest-Angebote ist, dass diese Ziele sich dadurch auch tatsächlich erreichen lassen.

Insb. die schon länger laufenden SelfAssessments wie der Auftritt der HAW Hamburg (“HAW-Navigator“) stehen inzwischen auf einem sehr soliden empirischen Fundament. An den Beratungsangeboten für die inzwischen 31 abgebildeten Studiengänge der HAW haben seit 2006 mehr als 65.000 Studieninteressierte namentlich registriert teilgenommen. Hinzu kommen noch einmal knapp 130.000 Nutzer, die den anonymen Gastzugang verwendeten.

Da die vollständige Absolvierung des entsprechenden “Navigators” an der HAW eine verpflichtende Voraussetzung für eine Studienplatz-Bewerbung ist, ist die Neigung den jeweils enthaltenen Evaluationsfragebogen auszufüllen enorm hoch. Ca. 2/3 aller namentlich registrierten Teilnehmer bearbeiten die virtuelle Studienberatung vollständig, d.h. die Evaluationserkenntnisse basieren auf gut 40.000 Befragungen.

Die Ergebnisse sind überaus erfreulich: Sowohl die Studienwahlsicherheit steigt deutlich als auch das Hochschul-Image wird stark positiv beeinflusst. Als 31ster Studiengang ist zuletzt der Studiengang “Medien und Information” hinzugekommen. Nun liegen die Evaluationsergebnisse aus der jüngst abgelaufenen Bewerbungsfrist für das WS 10/11 (Anfang Juni bis Mitte Juli) vor und diese passen sich nahtlos in die bisherigen Erkenntnisse ein. Schlaglichter:

  • 586 User haben sich in den sechs Wochen auf www.haw-navigator.de/mui registriert
  • 403 davon (68,8%) haben das Angebot vollständig absolviert
  • Auf einer Schulnotenskala von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) wurde das Angebot durchschnittlich mit 1,86 bewertet. Knapp 84% vergaben eine Eins oder eine Zwei.
  • Die Studienwahlsicherheit stieg deutlich an: Während VOR Absolvierung der virtuellen Orientierung 56% der User angaben, dass sie “sicher” oder “sehr sicher” seien, Medien und Information an der HAW studieren zu wollen, waren es DANACH 77,45%. Der Anteil der Studienwahlsicheren stieg mithin um mehr als 21 Prozentpunkte an. Das ist von allen Navigatoren der höchste beobachtete Anstieg.

Studienwahlsicherheit

Abb. Veränderung des Anteils der “Studienwahlsicheren” in versch. Studiengängen

  • Über 77% der Befragten stimmten der Aussage überwiegend bis stark zu, dass die virtuelle Studienorientierung ihnen bei der Studienentscheidung geholfen hat, weitere 15% zumindest teilweise.
  • Knapp 87% stimmten der Aussage überwiegend bis stark zu, dass die virtuelle Studienberatung die Fragen in Bezug auf das Studium der Medien und Information an der HAW Hamburg geklärt hat. Nochmal 10% mindestens teilweise.
  • Überaus erfreulich auch die Ergebnisse zur Imagewirkung: Bei 16,7% hatte der Navigator einen deutlich positiven Einfluss, bei 64,4% einen eher positiven. Bei 18% war die Teilnahme imageneutral. Nur 0,8% gaben einen eher negativen Imagetransfer zu Protokoll. Einen deutlich negativen Einfluss hatte das Angebot bei niemandem.

Imagewirkung

Abb. Veränderung des Hochschul-Images bei Teilnehmern der virtuellen Studienberatung in versch. Studiengängen

Zum Abschluss noch ein schönes Teilnehmerstatement aus den offenen Fragen der Evaluation:

>> Insgesamt ein gutes Angebot, welches ich in dieser Form auf anderen Uni & FH Websites noch nicht gesehen habe. Es regt den Studieninteressiert dazu an über den Studiengang zu reflektieren anstatt sich einfach zu bewerben.<<

Der Evaluationsbericht kann hier herunter geladen werden.

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Rekordzugriffe auf die HAW-Navigatoren, SelfAssessment an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Freitag, 16. Juli 2010 11:40

Gestern endete die Bewerbungsfrist für das Wintersemester 2010/11 an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW). In beinahe allen Studiengängen ist die Teilnahme an dem jeweiligen virtuellen Studienorientierungsmodul (dem “HAW-Navigator“) verpflichtender Bestandteil der Bewerbung. es kommt dabei nicht darauf an, wie “gut” man z.B. die enthaltenen Aufgaben löst, sondern darauf “dass” man die Orientierung mindestens einmal komplett durchläuft.

In der abgelaufenen Bewerbungsfrist vom 01. Juni bis zum 15. Juli haben die Zugriffe auf die HAW-Navigatoren neue Höhen erreicht. Es wurden in den sechs Wochen insg. etwas über 50.000 Besuche (Visits) von etwa 27.000 Besuchern (Visitors) gezählt. Diese haben für ca. 1,05 Mio. Seitenaufrufe (Pageviews) gesorgt, also pro Besuch knapp 21 Seiten. Zum Vergleich: Letztes Jahr waren es im gleichen Zeitraum 36.000 Besuche von 24.000 Besuchern.

HAW_MT_800pixel

Insg. haben nun gut 65.000 Personen namentlich registriert an min. einem der Navigatoren teilgenommen, 43.000 diesen davon vollständig bearbeitet. Die Quote von 66% dürfte Maßstäbe setzen und spricht für gute Usability, Flow und hohe Akzeptanz. Sie dürfte aber natürlich auch durch die “verpflichtende” Teilnahme begünstigt sein.

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Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg bietet SelfAssessment für Studieninteressierte an

Freitag, 16. Juli 2010 10:39

logo_ohm_hochschuleAuch die Georg-Simon-Ohm Hochschule in Nürnberg bietet seit kurzem Studieninteressierten die Möglichkeit, durch das Absolvieren eines SelfAssessments herauszufinden, ob ein bestimmter Studiengang der richtige für sie ist. Für die Studiengänge Angewandte Chemie, Bauingenieurwesen und Verfahrenstechnik und den Studiengang Mathematik der Fachhochschule Regensburg können Studieninteressierte unter http://virtuohm.ohm-hochschule.de/stfttestengineview/intro.iface jeweils eine ca. 90- bis 120minütige Online-Studienorientierung durchlaufen.

Die Teilnahme ermöglicht es Studieninteressierten herauszufinden, wo ihre Interessen liegen, wie hoch ihre Motivation für einen bestimmten Studiengang ist und welche Anforderungen eine bestimmte Fachrichtung mit sich bringt. Zusätzlich erhalten die User Informationen zum Studium in diesem Fachbereich.

Zu Beginn der SelfAssessments werden die Interessenschwerpunkte der Teilnehmer abgefragt. Hierzu gilt es zu beurteilen, welches Interesse unterschiedlichen Tätigkeiten entgegen gebracht wird. Auch zur Leistungsmotivation werden Aussagen getroffen, die die Teilnehmer bewerten sollen.

Um die Studieninteressierten auf die Anforderungen vorzubereiten, die ein Studium an sie stellen wird, und Ihnen Gelegenheit zu geben, sich selbst in Bezug auf ihre Fähigkeiten in bestimmten Bereichen zu testen, enthalten die SelfAssessments viele Aufgaben aus unterschiedlichen Themengebieten, die für das Studienfach relevant sind.

Screenshot_OhmFür alle Studiengänge werden Aufgaben aus den Bereichen sprachgebundenes und zahlengebundenes logisches Denken und räumliches Vorstellungsvermögen gestellt. Je nach Studienfach erwarten die User zudem Aufgaben aus den Bereichen Mathematik, Physik, Chemie und Englisch.

Wie die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg mit den HAW Navigatoren (www.haw-navigator.de), die Hochschule Niederrhein mit den HN Navigatoren (www.hn-navigator.de) und demnächst auch die Uni Göttingen verfolgt auch die Georg-Simon-Ohm Hochschule einen beratenden bzw. orientierenden Ansatz. Auch hier erhalten die Studieninteressierten zusätzlich zu den Übungsaufgaben Informationen zum Studium:

Studienaufbau und -inhalte sowie Berufsbilder und Tätigkeitsfelder – die Informationen, die Studieninteressierte für ihre Studienwahl benötigen, erhalten sie hier in gebündelter Form. Teilweise geben auch Studierende in Interviews Einblicke, wie sie ihr Studium erleben.

Screenshot_Ohm_2Zum Abschluss der SelfAssessments durchlaufen die Studieninteressierten eine Abschlussreflexion, die ihnen zum einen die Möglichkeit gibt, ihre Studienentscheidung zu reflektieren und zum anderen statistische Daten abfragt.

Nach Abschluss dieses Moduls erhalten die Studieninteressierten ein informierendes Feedback. Dieses enthält zum einen Informationen über die individuellen Interessen, die die Studieninteressierten angegeben haben, sowie Angaben zur Leistungsmotivation und zum anderen ein Feedback zu den bearbeiteten Aufgaben. Das Feedback kann auch als PDF herunter geladen werden.

Für den Start des Wintersemesters 2010/2011 ist die Erweiterung der SelfAssessment auf die folgenden vier Studiengänge geplant:

  • Maschinenbau,
  • Elektro- und Informationstechnik,
  • Mechatronik/Feinwerktechnik und
  • Werkstofftechnik

Insgesamt sehr gelungen!

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Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit Online SelfAssessment für das Fach Pharmazie

Freitag, 9. Juli 2010 9:07

Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gehört zu den Wegbereitern virtueller Studienorientierungen, sog. Online SelfAssessments (OSA) in Deutschland. Ende letzten Jahres hat und Dr. Dennis Mocigemba mit seinem tollen Vortrag “OSAs made in Freiburg” beim CYQUEST Praxisseminar tiefe Einblicke in den Freiburger Ansatz gegeben.

Mit dem Start des Online SelfAssessments für den Studiengang Pharmazie vorgestern ist in Freiburg nun die gesamte 8. Fakultät (Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften) mit je einem Online Self Assessment ausgestattet.

OSA Pharmazie Freiburg

Die Freiburg-typische Dreiteilung in die Bereiche meinFach, meinStudieren und meineAufgaben wurde beibehalten, so dass viele Fragen, die Studieninteressierte für ein Pharmaziestudium in Freiburg (Staatsexamen oder Bachelor) bewegen, im Rahmen des OSA beantwortet werden. Versch. Selbsttests bieten die Möglichkeit zu überprüfen, in wieweit Erwartungen und (berufliche) Interessen zum Profil der Freiburger Pharmazie passen.

Ein Quiz bestehend aus einer Reihe von Beispielaufgaben bieten die Chance, sich interaktiv mit typischen Inhalten aus unterschiedlichen Bereichen des Pharmaziestudiums auseinanderzusetzen und seine eigene “Passung” bzw. “Neigung” festzustellen. Kommentierte Fotorundgänge und Videos bieten Einblicke in Orte und Themen der Freiburger Pharmazie und bieten in Interview-Sequenzen Statements von (potentiellen zukünftigen) Kommilitonen, auf was sich Studienanfänger so einstellen müssen.

Aus unserer Sicht ist der Freiburger Ansatz, neben denen der HAW Hamburg, der Hochschule Niederrhein und demnächst der Uni Göttingen, der sinnvollste Ansatz der virtuellen Studienorientierung, weil nicht in erster Linie eignungsdiagnostisch darauf geschaut wird, ob jemand möglicherweise studierfähig ist, sondern in erster Linie über die Besonderheiten (Anforderungen, Berufsbilder, Studieninhalte etc.) des jeweiligen Studiengang informiert wird. Das SelfAssessment schwingt sich nicht zur “urteilenden Instanz” auf, sondern ist ein “informativer Helfer”.

Die virtuelle Studienorientierung Pharmazie an der Uni Freiburg ist zu erreichen unter: http://osa.uni-freiburg.de/pharmazie

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Achtung mitmachen: Forschungsprojekt “berufsbezogener Interessentest” an der Leuphana Uni Lüneburg

Dienstag, 6. Juli 2010 8:36

Wir haben ja gestern kurz in das Thema der “Berufsinteressen” hineingeleuchtet und anhand des RIASEC-Modells von Holland die verschiedenen Interessendimensionen und Typologien aufgezeigt. Heute möchte ich gern auf ein Forschungsprojekt in diesem Kontext aufmerksam machen und zur Teilnahme daran aufrufen. Die Psychologie-Bachelorandin Vanessa Jänsch entwickelt im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit an der Leuphana-Universität Lüneburg einen berufsbezogenen Interessentest. Also Mitmachen und Weitersagen!

Vanessa, deine Bühne…!

Vanessa_Jaensch>>

Hallo, im Rahmen meiner Bachelorarbeit im Fach Wirtschaftspsychologie an der Leuphana Universität Lüneburg entwickle ich einen berufsbezogenen Interessentest, der in seiner Endversion Antwort auf die Frage „Welcher Beruf passt zu mir?“ liefern und dadurch die Entscheidung zur Studien- und Berufswahl erleichtern soll.

Um zu aussagekräftigen Ergebnissen für die Evaluation des Tests zu kommen, bin ich auf die Teilnahme von möglichst vielen Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden, Studierenden und Berufstätigen angewiesen. Der Zeitaufwand beträgt etwa 20 Minuten und als kleine Aufwandsentschädigung sende ich Ihnen gerne Ihre individuellen Testergebnisse zu.

Unter folgendem Link lade ich Sie herzlich zur Befragung ein: http://evasys.uni-lueneburg.de/evasys_02/indexstud.php?typ=html&user_tan=Interessen

Berufsbezogener InteressentestSchülerinnen und Schüler, sowie alle, die gerade einen Schulabschluss absolviert haben, jedoch noch nicht in die Ausbildung, den Beruf oder in das Studium gestartet sind, rufen bitte unter dem folgenden Link die Befragung auf:

http://evasys.uni-lueneburg.de/evasys_02/indexstud.php?typ=html&user_tan=Interessentest

Ich freue mich über Ihre Teilnahme!

Herzliche Grüße,
Vanessa Jänsch

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Interessen als wichtiges Kriterium bei der Berufswahl – Das RIASEC Modell nach John L. Holland

Montag, 5. Juli 2010 10:08

Dass junge Menschen möglichst in die für sie “richtigen” Berufe finden, ist sowohl für Unternehmen, für Hochschulen als auch gesamtgesellschaftlich ein wichtiges Ziel. Je knapper das Potential an verfügbarem Nachwuchs ist, um so weniger können wir es uns leisten, dass die Ausbildung im dritten Lehrjahr abgebrochen oder das Studium nach vier Semestern geschmissen wird. Aber wie findet man den richtigen Beruf oder Studienplatz? Wann “passt” es denn?

Neben fachlichen Anforderungen, deren Erfüllung natürlich ein wichtiges Kriterium ist, spielt die Übereinstimmung persönlicher Interessen mit den individuellen Begebenheiten des Job- oder Studienprofils eine entscheidende Rolle.

Nach dem amerikanischen Psychologen John L. Holland gibt es (in westlichen Kulturkreisen) sechs allgemeine persönlichkeitsbasierte Interessensorientierungen. Holland hat diese im sog. “RIASEC-Modell” zusammen gefasst:

  • “Realistische” (R) Typen lassen sich grob wie folgt charakterisieren: practical, physical, hands-on, tool-oriented. Sie bevorzugen tendenziell Tätigkeiten, die Kraft, Koordination und Handgeschicklichkeit erfordern und zu konkreten, sichtbaren Ergebnissen führen, insbesondere im mechanischen, technischen, landwirtschaftlichen Bereich.
  • “Intellektuelle” (I) Typen lassen sich grob wie folgt beschreiben: analytical, intellectual, scientific, explorative. Sie bevorzugen Aktivitäten, bei denen die Bewältigung von Aufgaben oder Problemen durch Denken, systematische Beobachtung oder Forschung erforderlich ist. Sie weisen Fähigkeiten und Fertigkeiten vor allem im mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereich auf.
  • “Künstlerische” (A) Typen lassen sich wie folgt beschreiben: creative, original, independent, chaotic. Sie bevorzugen offene, unstrukturierte Aktivitäten, die eine sprachliche oder künstlerische Selbstdarstellung oder die Schaffung kreativer Produkte ermöglichen, insbesondere im Bereich Sprache, Kunst Musik und Schauspiel.
  • “Soziale” (S) Typen sind grob gesagt: cooperative, supporting, helping, healing/nurturing. Sie suchen Tätigkeiten, bei denen sie sich mit anderen in Form von Unterricht, Lehren, Ausbilden, Versorgen oder Pflegen befassen können. Ihre Stärken liegen im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen.
  • “Unternehmerische” (E) Typen sind typischerweise: competitive environments, leadership, persuading. Sie bevorzugen Tätigkeiten und Situationen, bei denen sie andere mit Hilfe der Sprache oder anderer Mittel beeinflussen, zu etwas bringen, führen, auch manipulieren können. Ihre Stärken bilden Führungs- und Überzeugungsqualität.
  • “Konventionelle” (C) Typen schließlich lassen sich etwa wie folgt charakterisieren: detail-oriented, organizing, clerical. Sie bevorzugen Tätigkeiten, bei denen der strukturierte regelhafte Umgang mit Daten im Vordergrund steht, insbesondere ordnend-verwaltende Tätigkeiten. Ihre Stärken liegen im Bereich rechnerischer und geschäftlicher Fähigkeiten.

Holland_HexagonDiese sechs Orientierungen stehen zueinander in einer hexagonalen Beziehung. Bei jeder Person sind alle sechs Interessen in unterschiedlich starker Ausprägung vorhanden. Berufe sowie Studiengänge lassen sich ebenfalls nach diesen Interessenkategorien kodieren (den sog. Holland-Codes). Je größer die Übereinstimmung zwischen persönlichen Interessen und Interessencode des Berufsbilds oder Studiengangs, desto größer die potentielle “Passung”.

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Mit dem Moodle-SelfAssessment MathX³ das eigene Mathewissen testen

Mittwoch, 23. Juni 2010 10:47

Mit dem SelfAssessment MathX³ stellt die Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim einen Mathe-Selbsttest bereit, der zum einen Schülerinnen und Schülern eine verbesserte Selbsteinschätzung ihrer Mathe-Kenntnisse ermöglicht und zum anderen statistische Daten erfasst, die wiederum Lehrern und Dozenten Anhaltspunkte über das Niveau der Zielgruppe liefern.

HAW_Nav_MBGerade mit Blick auf das Thema Studienwahlentscheidung und aus der Blickrichtung der Schülerinnen und Schüler ist dies eine interessante Applikation. Unsere Erfahrungen mit den HAW-Navigatoren und HN-Navigatoren – den Online-Studienorientierungen der HAW Hamburg und der Hochschule Niederrhein –  zeigen, dass sich Studieninteressierte im Vorfeld der Bewerbung um einen Studienplatz nicht nur detaillierte Informationen über das Anforderungsniveau in einzelnen Fächern wünschen, sondern im besten Fall anhand konkreter Aufgaben eine eigene Selbsteinschätzung treffen möchten. HN_Nav_MBDas Fach Mathematik ist hier immer wieder ein zentrales Thema. Die Studiengänge, in denen Mathe eine grundlegende Rolle im Studium spielt, bieten in ihren „Navigatoren“ an beiden Hochschulen anwendungsbezogene Mathe-Aufgaben, an denen sich die Schülerinnen und Schüler selbst „ausprobieren“ können, um so eine fundiertere Studienwahlentscheidung unter Berücksichtigung des Anforderungsniveaus treffen zu können.

Das SelfAssessment MathX³, das über das Opensourcesystem Moodle – eine Lern- und Lehrplattform zur Lehre an Schulen, Weiterbildungseinrichtungen und Hochschulen – realisiert wurde, erlaubt seinen Usern eine Selbsteinschätzung nach drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. MathX3_2Das Level eins eignet sich zur Abfrage des mathematischen Basiswissen auf Mittelstufenniveau. Hier erwarten die Teilnehmer Aufgaben zu Bruch- und Prozentrechnung, Gleichungssystemen, Funktionen, Geometrie etc. Die Aufgaben des Level zwei haben ein deutlich höheres Niveau: Die User erwarten u. a. kompliziertere Gleichungssysteme, geometrische Sachverhalte und statistische Fragestellungen. Auch deren Einbettung in anspruchsvollere Themen (z. B. betriebswirtschaftliche Fragestellungen) zeigt, dass die Zielgruppe hier gewiss eine andere ist (vermutlich Berufsschüler und/oder Studierende). Level drei richtet sich an echte „Mathe-Freaks“. Die Aufgaben in diesem Bereich haben z. T. schon einen recht deutlichen ingenieurwissenschaftlich-technischen Bezug und physikalischen Hintergrund (z. B. werden Berechnungen am Beispiel von Windkraftanlangen, Motoren, Microprozessoren durchgeführt) und scheinen insbesondere Mathe affine Studierende anzusprechen.

Die Gestaltung des SelfAssessments ist relativ schlicht gehalten und auf wesentliche Aspekte beschränkt, sodass der Fokus ganz klar auf der Aufgabenbearbeitung selbst liegt. Die Abbildungen zu einzelnen Aufgaben sind jedoch häufig animiert, in den meisten Fällen derart, dass nicht nur eine spielerische Komponente zur Erhöhung des Involvements enthalten ist, sondern vor allem das Verständnis der mathematisch-technischen Zusammenhänge unterstützt wird (z. B. werden die Abläufe in einem Verbrennungsmotor dargestellt, wenn es darum geht, den Durchschnittsverbrauch auszurechnen).

MathX3_1Die Richtigkeit der gegebenen Antworten wird dem User nach Absolvierung eines Levels inklusive Darstellung des Lösungsweges rückgemeldet. Ein Vergleich mit einer Referenzgruppe ist ebenfalls möglich, um eine leichtere Bewertung des eigenen Ergebnisses zu ermöglichen.

Fazit: Insgesamt eine gelungene Applikation, die unterschiedliche Zielgruppen – vom Mittelstufen- über den Berufsschüler bis hin zum Technik Studierenden – bedient und gleichermaßen als Übungs- wie Selbsteinschätzungsinstrument verstanden werden kann.

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Auch die Hochschule Harz bietet jetzt ein SelfAssessment – für zwei Wirtschaftsstudiengänge

Montag, 14. Juni 2010 13:18

fh-harz.normalDie Bemühungen der deutschen Hochschulen bei der “Werbung” passender Studierender setzen immer häufiger auf den Einsatz virtueller Studienorientierungsansätze und Online-SelfAssessment Verfahren. CYQUEST betreut in diesem Kontext eine ganze Reihe von Hochschulen (HAW Hamburg, Hochschule Niederrhein, Universität Göttingen, etc.) aber auch andere setzen auf dieses Pferd.

Jüngstes Beispiel ist nun die Hochschule Harz, die auf Basis des von der RWTH Aachen entwickelten Testmakers ein SelfAssessment für die beiden Wirtschaftsstudiengänge International Business Studies und BWL / Dienstleistungsmanagement anbietet. Wir haben uns die Angebote nun angeschaut und sind dabei zu folgendem Eindruck gekommen:

  • Der Zugang zu den Selbsttests erfolgt über die Seite http://www.hs-harz.de/index.php?id=7735, die dann auf die eigentliche Startseite http://testmaker.hs-harz.de verlinkt. Beide Seiten sind schlicht gestaltet und bieten erstmal nur das nötigste an Information (z.B. Testdauer 30-45 Minuten etc., Nennung der einzelnen Tesmodule). Aus unserer Sicht eher unverständlich, warum die Seite aus Perspektive der Suchmaschinenoptimierung einiges “verschenkt” – z.B. keine sprechende URL etc. und vor allem, warum so wenig Augenmerk auf eine hochschulindividuelle Anmutung gelegt wurde. Nach unserer Einschätzung ist es aus Sicht der Markenidentität sicherlich nicht optimal, wenn das Angebot unter einer eher technischen URL wie “testmaker. hs-harz.de” läuft und dann auf den Content-Seiten nicht mal das Hochschul-Logo erscheint.
  • Inhaltlich umfassenden die beiden SelfAssessments jeweils 5 Testmodule: Interessen und Motivation, Textverständnis, Mathematisches Verständnis, Abstraktes logisches Denken und Tabellen und Grafiken.
  • Der Interessentest fragt in insg. 37 Statements verschiedene Interessen (z.B. “Recherche von Hintergrundinformationen zu einem Thema”) ab. Hierbei muss der Testteilnehmer jeweils auf einer fünfstufigen Skala von “würde ich sehr gern tun” bis “würde ich sehr ungern tun” seine Zustimmung oder Ablehnung zu dem Statement ausdrücken. Im Motivationstest werden recht ähnlich 23 Aussagen zur Motivation gezeigt (z.B. “Mir ist es sehr wichtig, das Studium in jedem Fall abzuschließen, egal wie groß der Aufwand ist.”), die jeweils auf einer sechsstufigen Skala von “Trifft voll und ganz zu” bis “Trifft überhaupt nicht zu” einzuschätzen sind.

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  • Die anderen Testmodule Textverständnis, Mathematisches Verständnis, Abstraktes logisches Denken und Tabellen und Grafiken fokussieren dabei jeweils auf aus Sicht der Autoren relevante Aspekte der Studierfähigkeit. Die Tests muten an wie bekannte Leistungstests, d.h. sie setzen sich aus einem Aufgabenstimulus und verschiedenen Antwortalternativen (“Distraktoren”) zusammen, von denen jeweils einer “richtig” ist und angeklickt werden muss. Jedes dieser “Items” ist unter Zeitbeschränkung zu beantworten. Immerhin wurde bei der Gestaltung auf eine Semantik mit einem gewissen Wirtschaftsbezug geachtet. Ansonsten gilt auch hier: Die Gestaltung der Aufgaben mag diagnostisch korrekt sein, für´s Auge (und damit für die Marke) ist das nichts. Der einzige Test, bei dem man sich als Betrachter halbwegs vorstellen kann, dass “so etwas” auch im Studium drankommen könnte, ist die Analyse von Tabellen und Grafiken. Bei allen anderen fehlt u.E. der nötige Anforderungsbezug gänzlich. Auch fehlen für eine fundierte Studienwahl relevante Themenmodule zur Berufswelt, zu Studieninhalten, – organisation oder -kultur völlig.

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  • Kurz vor dem Ende der Applikation erhält man dann auf einer Seite noch ein paar Informationen zur Hochschule und zum Studienort Wernigerode. Nun, die Seite haben wir mal gescreenshottet und es mag sich jeder selbst sein Bild machen, ob das jetzt so richtig “verlockend” ist.

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  • Zum Abschluss erhält der Teilnehmer dann zu jedem einzelnen Testmodul eine kurze textliche Rückmeldung hinsichtlich des eigenen Abschneidens.

Fazit: Das SelfAssessment der HS Harz wirkt insg. alles andere als gestalterisch ansprechend. Inhaltliche Korrektheit mal als gegeben vorausgesetzt, macht das SelfAssessment optisch sicherlich nicht sonderlich viel her und ob es die Lust, an der HS Harz zu studieren steigert, wage ich auch mal zu bezweifeln. Noch entscheidender als die Optik allerdings ist die Kritik am grundsätzlichen Ansatz des SelfAssessments. Hier wird mal wieder so getan, als wenn man einfach nur einen (Leistungs-)test durchlaufen müsste und einem dieser dann sagen kann, ob man das Fach XY studieren sollte. Wo das “Self” im SelfAssessment stecken soll, bleibt doch irgendwie schleierhaft… Sicherlich ist eine gewisse geistige Flughöhe zum erfolgreichen Bestehen eines Hochschulstudiums wichtig, aber welcher Studiengang, in welcher Hochschulform, an welchem Standort am besten zu einem passt, wird dadurch quasi gar nicht beantwortet. Informationen über hinter dem jeweiligen Studiengang liegende Berufsbilder, Informationen über Studieninhalte, Informationen über die Studienorganisation oder auch Informationen über den Studienalltag und die Studienkultur fehlen völlig. Dabei sind es doch gerade diese “Könnens-unabhängigen” Facetten, die oft zu einer falschen Studienwahl führen. Denn: Ob jemand “studierfähig” ist, steht im Abitur oder anderen Formen der Hochschulzugangsberechtigung. Was das für einen “passende” Studium ist, steht auf einem völlig anderen Blatt… Die Chance, das SelfAssessment als wirksames Instrument zur Profilschärfung der Hochschule einzusetzen, wird an der HS harz so u.E. gänzlich vertan.

Schade eigentlich… Für einen Vergleich lohnt sich ggf. mal ein Blick in das virtuelle Studienberatungsangebot für Wirtschaftsstudiengänge an der HAW Hamburg. Vergleichsurteile sind herzlich willkommen!

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Der 31 Studiengang im HAW-Navigator: Medien und Information

Montag, 31. Mai 2010 17:32

logo-haw-hamburgSeit nunmehr ziemlich genau 4 Jahren wird das virtuelle Studienorientierungssystem mit Selbsttest-Elementen “HAW-Navigator” an der HAW Hamburg ausgebaut. Was 2006 mit Angeboten für die Studiengänge Soziale Arbeit, Pflegemanagement und Wirtschaftsingenieurwesen begann, ist inzwischen eines der größten webbasierten Systeme zur Studienwahl im deutschsprachigen Raum: Über 50.000 Studieninteressierte machten in den letzten vier Jahren namentlich registriert von dem Angebot Gebrauch, weitere gut 100.000 über den anonymen Gastzugang.

Mit dem Start der Bewerbungsfrist für das Wintersemester 2010/11 am 01. Juni wird nun der 31 Bachelor-Studiengang live geschaltet: Medien und Information. Medien und Information (MUI) ist nebem Bibliothek- und Informationsmanagement (BIM) der zweite Bachelor-Studiengang des Departments Information innerhalb der Fakultät Design, Medien und Information.

Der Bachelor-Studiengang Medien und Information qualifiziert für Dienstleistungen der Informationsorganisation, -vermittlung und -beratung in der Medienwirtschaft. Inhaltlicher Fokus der Arbeit im Berufsfeld Medien und Information ist der professionelle und bedarfsorientierte Umgang mit Information aus Medien, über Medien, für Medien.

Aufgrund der großen Verwandtschaft zum Studiengang Bibliotheks- und Informationsmanagement sind die HAW-Navigatoren für beide Studiengänge auch in einem Beratungsangebot zusammen gefasst, wobei sich die Inhalte an den Stellen verzweigen, wo die Unterschiede überwiegen. Konkret: Von den jeweils fünf enthaltenen Themenmodulen Berufsfeld, Anforderungsprofil, Studieninhalte, Studienorganisation und Studienkultur sind die ersten drei genannten für beide Studiengänge unterschiedlich, die letzten beiden gleich. Gleichwohl können beide “Navigatoren” separat angesteuert werden: Medien und Information über den Link: www.haw-navigator.de/mui und Bibliotheks- und Informationsmanagement über den Link: www.haw-navigator.de/bim.

Die Inhalte beider Navigatoren wurden von Studierenden im Rahmen von Studienprojekte entworfen: Für BIM im Wintersemester 2008/09, für MUI im Wintersemester 2009/10.

Das Herzstück des Navigators bildet auch für Medien und Information wieder das Selbsttest-Modul – hier “Anforderungsprofil” genannt. Dieser Abschnitt soll dem Nutzer dabei helfen, herauszufinden, ob sich die individuellen Erwartungen mit den Inhalten des Studiengangs Medien und Information decken.

MUI_Navigator

Die Fragen greifen Inhalte aus den folgenden vier Studienfeldern auf:

  • Medienwissenschaften und Journalistik
  • Informationstechnologie
  • Informationsorganisation
  • Informationsökonomie und Medienmanagement

Dazu gibt es jeweils immer Aufgaben und Selbsteinschätzungsfragen.

Aufgaben

Die Aufgaben geben einen Einblick, welche Inhalte im Rahmen des Studiums vermittelt werden und welche Fähigkeiten und Interessen Sie mitbringen sollten. Bei der Lösung werden die Teilnehmer durch Hintergrundinformationen unterstützt. Es geht dabei nicht um die Abfrage von Wissen. Wenn den Nutzer die Lösung der gegebenen Problemstellungen interessiert, ist das schon ein gutes Zeichen, dass auch das Studium passen könnte. Falsche Antworten sollen nicht entmutigen. Musterlösungen werden jeweils im Anschluss an eine Aufgabe gezeigt.

Selbsteinschätzungsfragen zu methodischen Kompetenzen

Neben diesen Leistungsaufgaben wurden zwischen den Aufgaben immer wieder Selbsteinschätzungsfragen zu relevanten methodischen Kompetenzen eingebaut, die eine wichtige Grundlage für das Studium bilden. Bei diesen Selbsteinschätzungsfragen gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Es geht hier vielmehr um einen Abgleich, inwieweit die individuellen Einschätzungen mit den Erwartungen der Hochschule übereinstimmen.

Im Laufe des Jahres wird das Gesamtangebot der HAW-Navigatoren durch ein Studiengangsübergreifendes Angebot – einen sog. Studieninteressentest – abgerundet. Dieser wird dann auch Interessenten eine Orientierung bieten, die noch gar nicht wissen, welche Studienrichtung oder welcher Studiengang für sie interessant sein könnte – eine Orientierung vor der Orientierung.. Doch hierzu werden wir dann natürlich gesondert berichten…

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Hochschulwahl ist Vertrauenssache: Beziehungsmarketing mit Self-Assessments

Montag, 17. Mai 2010 13:43

Die Leser des Recrutainment-Blogs kennen das ja schon: Von Zeit zu Zeit bitten wir externe Autoren um die Beisteuerung von Gastbeiträgen rund um die Themen eAssessment, SelfAssessment und webbasiertes Employer Branding. Heute freue ich mich sehr, dass wir Ulrich Künzel, Herausgeber der “Hochschulwebsite” gewinnen konnten, einen Artikel zum wichtigen Thema der Studienorientierung zu schreiben. Ich kann mich da nur wiederholen: Enmployer Branding und “Hochschulbranding”, Personalmarketing und Studierendenmarketing haben erheblich mehr miteinander zu tun als dies vielen Personalern bewusst ist. Wettbewerb um Köpfe herrscht hüben wie drüben. Von einander lernen kann helfen…

Ulrich Künzel, Herausgeber Hochschulwebsite

Ulrich Künzel, Herausgeber Hochschulwebsite

Hochschulwahl ist Vertrauenssache: Beziehungsmarketing mit Self-Assessments

Befragungen unter Oberschülern und Studienanfängern kommen regelmäßig zu dem Ergebnis: Bei der Studienentscheidung sind Fachwahl und Heimatnähe die herausragenden Motive. Für geringe Mobilität erscheinen jedoch pragmatische Erwägungen wie kostengünstiges Wohnen bei den Eltern zur Begründung nicht ausreichend. Besonders die Vorbehalte, die Studieninteressierte aus den alten Bundesländern regelmäßig gegenüber Hochschulen und Studienorten in den neuen Bundesländern äußern, zeigen: Oft fehlt es an Vertrauen, um sich auf eine neue Umgebung einzulassen.

Erklärungsbedürftige Angebote müssen vertraut gemacht werden.

Vertrauen, so Luhmann, sei ein soziales Phänomen der Gedächtniskonstruktion, durch das es  gelingt, aus einer unendlichen Fülle von Handlungsoptionen eine Entscheidung zu treffen. Denn das kognitive System ist in der Lage dazu, Sinnesreize zu selektieren und so die Unsicherheit über das nicht vorhersehbare Ergebnis einer Handlung zu minimieren – durch Erfahrungen aus ähnlichen Situationen, im besten Fall sogar mit den gleichen Interaktionspartnern.

Die Intensität des Selektionsvorgangs hängt vom Charakter der nachgefragten Leistung ab. Gemäß dem Marketingansatz der Nordic School gilt: Je erklärungsbedürftiger die Leistung ist, desto eher ist in ihrem Erwerb ein langfristiger, von zahlreichen vertrauensbildenden Interaktionen geprägter Prozess als eine einmalige Transaktion zu sehen.

Zur Verdeutlichung bietet es sich an, Produkte und Dienstleistungen allgemein als Werte zu betrachten, laut Meffert „Auffassungen von etwas Wünschenswertem“. Wie groß ein Wert ist, hängt vom Nutzen ab, der mit ihm verbunden wird – konkret: dem Potenzial, das dem Produkt oder der Dienstleistung beigemessen wird, die Differenz zwischen dem eigenen Status Quo und einem wünschenswerten Zustand zu verringern. Eine 2007 vom Centrum für Hochschulentwicklung CHE unter Oberstufenschülern vorgenommene Entscheidertypisierung zeigt, dass die mit einem Studium verbundene Wertvorstellung im Spektrum zwischen beruflicher Qualifikation bis zu persönlicher Selbstverwirklichung individuell sehr verschieden sein kann. Genauso vielfältig sind die mit dem Studium verbundenen Erwartungen an die Hochschule. Im Studium ist folglich ein komplexer, erst in Co-Produktion von Studierenden und Hochschulmitarbeitern geschaffener Wert zu sehen.

Wertschaffung durch Interaktion – über welche Kanäle?

Praktische Vorteile wie orts- und zeitunabhängige Verfügbarkeit sowie die Mediennutzung von Jugendlichen weisen darauf hin, dass die ersten Schritte des Vertrauensaufbaus über das WWW statt finden sollten. Zur Generierung von Aufmerksamkeit dienen z.B. Hochschulkampagnen, die attraktive Versprechen an Studieninteressierte abgeben. Dem Webauftritt der Hochschule fällt dann die Aufgabe zu, auf diese Versprechen einzugehen und sie im besten Fall zu bestätigen.

Die eingangs erwähnten Motive der Studienentscheidung legen nahe: Die Fachwahl sollte im Mittelpunkt stehen.

Virtuelle Self-Assessments eignen sich hierzu exzellent: Sie ermöglichen es, fachliche Informationen mit einer authentischen persönlichen Einladung zu verbinden. In Videos, Podcasts und Bildergalerien können der Fachbereich, die Umgebung und die mit dem Studiengang verbundenen Personen vorgestellt werden – Lehrende und studentische Testimonials. Zusätzlich lassen sich problemlos Schnittstellen zur Website der Studienberatung, zu Foren oder Gruppen in sozialen Netzwerken herstellen, in denen Studieninteressierte selbst Inhalte einstellen können. So stellen sie nicht nur für sich fest, ob sie der Studiengang interessiert und ob sie mit den fachlichen Anforderungen zurecht kommen; sie finden eine Antwort auf die alles entscheidende Frage: Werde ich mich hier wohl fühlen?

Dieses Bild gilt es im Verlauf des Studiums zu bestätigen, denn eingehaltene Versprechen entfalten nachhaltige Wirkung: Zufriedene Studierende gehören zu wichtigsten Multiplikatoren einer Hochschule.

Referenzen:

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  • Gummesson, Evert 1997. Relationship Marketing: von 4P zu 30R. Landsberg / Lech
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  • Luhmann, Niklas 1974. Vertrauen. Ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität. Stuttgart
  • Meffert, Heribert 1998. Marketing. Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung. Konzepte – Instrumente – Praxisbeispiele. Wiesbaden

Thema: Employer Branding und SelfAssessment, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (0)

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