Beitrags-Archiv für die Kategory 'Studieren an der Hochschule Niederrhein'

Hochschule Niederrhein baut Online-Studienorientierungsangebot aus und launcht fünf weitere „HN-Navigatoren“

Montag, 13. Dezember 2010 16:32

Wo liegen meine Interessen? Was sind meine Stärken, was meine Schwächen? Welches Studium passt zu mir? In welchen Bereichen kann ich mir vorstellen, nach dem Studium zu arbeiten?

Mit den von CYQUEST entwickelten „HN-Navigatoren“ unterstützt die Hochschule Niederrhein Studieninteressierte dabei, Fragen wie diese zu klären und eine „sicherere“ Studienwahlentscheidung zu treffen. Die HN-Navigatoren sind virtuelle Studienberatungsmodule, die mit heutigem Tag für insgesamt 10 Bachelorstudiengänge der Fachbereiche Maschinenbau & Verfahrenstechnik, Elektrotechnik & Informatik, Sozialwesen, Oecotrophologie und Wirtschaftswissenschaften unter www.hn-navigator.de zur Verfügung stehen.

Damit bietet die Hochschule sowohl ingenieur-, sozial- und ernährungswissenschaftlich als auch wirtschaftswissenschaftlich Interessierten eine Serviceleistung, die VOR der eigentlichen Bewerbung ansetzt – mit Benefits für beide Seiten: Die Studieninteressierten haben die Möglichkeit, sich im Vorfeld ihrer Bewerbung intensiv auf unterhaltsame Art mit den Studieninhalten, -anforderungen, der späteren Berufswelt sowie der Studienkultur im jeweiligen Studiengang auseinanderzusetzen und so mit einem sicheren Gefühl in die Bewerbungsphase einzusteigen. Besser informierte Bewerber reduzieren auf der anderen Seite für die Hochschule das Risiko eines späteren Studienabbruchs, was sich kostenmäßig im wahrsten Sinne des Wortes „auszahlt“. Gleichzeitig stellen die HN-Navigatoren dadurch, dass die Fachbereiche hier ihre Besonderheiten und Vorzüge präsentieren können, ein Marketinginstrument dar – mit dem Ziel der Profilschärfung der Hochschule.

Seit Dezember des vergangenen Jahres stehen bereits Online-Studienorientierungen für die fünf Studiengänge

  • Maschinenbau,
  • Verfahrenstechnik,
  • Mechatronik,
  • Soziale Arbeit und
  • Kulturpädagogik

zur Verfügung. Die Nutzerzahlen sprechen für sich: In einem Jahr haben rund 37.000 Besucher vom Online-Studienorientierungsangebot der Hochschule Niederrhein Gebrauch gemacht. Auch die Studienwahlsicherheit steigt deutlich: Zwischen 83% und 95% der Teilnehmer stimmen der Aussage: “Ich bin jetzt sicherer als vor der Bearbeitung der virtuellen Studienberatung, ob ein Studium in dem Studiengang (…) für mich in Frage kommt oder nicht.“ mindestens teilweise zu:

Mit heutigem Tag bietet die Hochschule Niederrhein auch Online-Studienorientierungen für folgende Bachelorstudiengänge an:

  • Elektrotechnik
  • Informatik
  • Oecotrophologie
  • Business Administration
  • Information Systems

Anfang 2011 kommen zwei weitere Navigatoren der Bachelorstudiengänge Taxation & Auditing sowie Catering & Tourismus hinzu, wobei der Ausbau damit längst noch nicht abgeschlossen ist. Geplant ist eine sukzessive Erweiterung des Angebots in den kommenden beiden Jahren.

Wie der HIS-Projektbericht 2009 belegt, zählen falsche Erwartungen in Bezug auf die Studieninhalte, -anforderungen und die Studienbedingungen zu den wesentlichen Gründen des Studienabbruchs. An diesem „Stellhebel“ setzen die HN-Navigatoren an: Studieninteressierte erfahren für jeden der genannten Studiengänge Details zur späteren Berufswelt, zu den Studieninhalten und zum Studienaufbau sowie zum Klima und zur Atmosphäre am Fachbereich. Das Kapitel „SelfAssessment“ vermittelt jeweils auf spielerische Weise einen Eindruck von den Anforderungen des entsprechenden Studienganges. Die User bearbeiten hier Aufgaben oder Fallbeispiele, wie sie auch im Studium vorkommen können, und erhalten zum Abschluss jedes Themenbereichs eine Rückmeldung, die sowohl die erreichte Punktzahl als auch eine Interpretation des Ergebnisses umfasst. Der für alle Navigatoren identische Aufbau erleichtert den Studieninteressierten die Übersicht und ermöglicht eine bessere Vergleichbarkeit.

HN-Navigator Elektrotechnik & Informatik

Durch die Integration von multimedialen Inhalten wie beispielsweise Videointerviews mit Studierenden oder Absolventen, interaktive Übungen und rückmeldende Aufgaben mit eLearning-Charakter wird den Bedürfnissen der Zielgruppe begegnet. Auch durch die Anbindung an Social Media wird den Wünschen der „Generation Y“ Rechnung getragen, im Netz Gefundenes mit Freunden über Facebook, SchülerVZ und Co. austauschen. Gleichzeitig halten diese Kanäle ein hohes virales Potenzial bereit, das sich entsprechend auf die Verbreitung der Navigatoren auswirken kann.

HN-Navigator Oecotrophologie: Kapitel "Berufswelt"

In Anlehnung an das neue Corporate Design der Hochschule erscheinen mit dem Launch der fünf neuen Navigatoren auch die „alten“ Studienorientierungen des vergangenen Jahres im neuen „Gewand“. Das neue Design besticht durch eine klare Struktur, eine nutzerfreundliche Handhabung und gewährleistet vor allem eine hohe Wiedererkennung im Hinblick auf die Hochschulwebsite.

Sehen Sie selbst: www.hn-navigator.de

Thema: Berufsorientierung, SelfAssessment, Social Media HR, Studienorientierung, Studieren an der Hochschule Niederrhein, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (0)

Spielerische Auswahl von Medizinstudenten am UKE in Hamburg

Mittwoch, 6. Oktober 2010 10:22

Seit der Veränderung der Hochschul-Rahmen-Gesetzgebung 2004, die den Hochschulen ein sehr viel stärkeres Mitspracherecht gegeben hat, wer bei Ihnen studieren darf und wer nicht, lässt sich dort im Zeitraffer eine Entwicklung beobachten, für die Unternehmen mehrere Jahrzehnte Zeit hatten:

1) Das Bestreben, eigene Marken heraus zu bilden. Was im Unternehmenskontext heute vielfach als Employer Branding bezeichnet wird, ist auch bei vielen Hochschulen unübersehbar – die Bildung von Bildungsmarken. Kaum eine Hochschule, die heute keine Marketingabteilung hat, kaum eine Hochschule, die nicht in Brandingdimensionen denkt wie “was macht uns besonders?”, “wie können wir ein einzigartiges Profil herausbilden?” und “wie können wir dieses Profil auch möglichst klar kommunizieren?” und kaum eine Bewerbermesse, auf der nicht zahlreiche Hochschulen um die Aufmerksamkeit von Schülern buhlen.

2) Individuelle Auswahlprozesse. Das Recht selber auswählen zu können, heisst eben lange noch nicht, dass damit auch eine gute Auswahl passiert. Jeder Jeck ist anders. Es geht nicht immer um die Besten (auch wenn das Gerede um Exzellenz dies oft suggeriert), es geht um die Bestpassenden. Das ist auch nicht anders als bei Unternehmen. Generell gilt: Nur wenn es eine möglichst hohe Passung des Studierenden zum individuellen Profil der Hochschule vorliegt, wird sich der Studienerfolg einstellen (Abbruchquoten sinken etc.).

War for Talent ist auch ein Problem für Hochschulen

Eines ist klar: “War for Talent” ist oder wird auch für Hochschulen ein Riesenthema. Die Hochschulen stehen nicht nur untereinander im Wettbewerb. Es gibt jede Menge Berufsakademien, natürlich das duale Ausbildungssystem und inzwischen Hunderte von dualen Studiengängen, bei denen die Studierenden von Unternehmen bezahlt werden. Vor diesem Hintergrund haben viele Hochschulen inzwischen sehr individuelle Wege eingeschlagen, sich einerseits im Markt darzustellen (z.B. über Online SelfAssessments wie die HAW Hamburg, die Hochschule Niederrhein oder die Uni Göttingen) und andererseits ihre Studierenden auszuwählen. Allerdings: Dies ist natürlich kein “einerseits – andererseits”, schließlich ist die Gestaltung des Auswahlprozesses natürlich selber ein Instrument der Darstellung und des Hochschul-Brandings (siehe hierzu auch den Artikel: “Warum der gesamte Auswahlprozess ansprechend gestaltet sein sollte“).

Besonders spannend ist der Auswahlprozess des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), oder konkreter: Der Medizinischen Fakultät der Uni Hamburg, schließlich geht es um Studierendenauswahl, nicht um die Auswahl von Mitarbeitern des Klinikums.

Neben der natürlich nach wie vor wichtigen Abiturnote und einer gewichteten Betrachtung von Schulwissen in naturwissenschaftlichen Fächern, werden in dem zweistufigen Verfahren auch Soziale Kompetenzen auswahlrelevant:

Zunächst werden ca. 900 Bewerber zu einem naturwissenschaftlichen Test eingeladen. Hierbei wird neben dem testinhaltlichen Wissen implizit auch Fleiß und die Bereitschaft, sich “auf den Hosenboden zu setzen und für den Test zu lernen” getestet. Die 100 besten Kandidaten haben einen Medizin-Studienplatz sicher. Die weiteren 200 besten werden dann zu einem insg. neun Stufen umfassenden Rundkurs eingeladen.

Und hier wird es spannend: Insg. ca. 100 Dozenten, 35 Schauspieler und 50 weitere Helfer wirken mit, wenn die eingeladenen Kandidaten sich in Rollenspielen bewähren müssen. Wie bringt man z.B. einer Patientin nach einem Unfall bei, dass sie nicht mehr wird laufen können, sondern den Rest des Lebens an den Rollstuhl gebunden sein wird? Wie geht man mit einem Patienten um, der nach eingehender Internet-Recherche vermeintlich alles über die eigene Krankheit weiss? 100 Rundkurs-Teilnehmer bekommen dann einen Studienplatz (die übrigen 169 Plätze werden weiterhin von ZVS – jetzt Stiftung für Hochschulzulassung – zentral vergeben).

Ziemlich hoher Aufwand. Aber: Auch kommunikative Fähigkeiten und der Umgang mit solchen Situationen sind entscheidend dafür, ob jemand ein guter Arzt wird oder nicht, neben allen kognitiven Fähigkeiten und dem sicherlich erforderlichen Fleiß. Bedenkt man die enorm hohen Kosten eines Medizinstudiums (als Daumenwert kann von knapp 30.000 € pro Jahr ausgegangen werden, was zu Gesamtkosten von etwa 180.000 € pro Absolvent führt, wohlgemerkt: Steuergeld…) und führt sich vor allem vor Augen, was es dann bedeutet, wenn jemand aufgrund solcher eher “überfachlichen” Aspekte sein Studium nach sagen wir mal 4 Semestern hinschmeißt, dann erscheint auf einmal der hohe Aufwand eines solchen Auswahlverfahren wie des UKE auch ökonomisch sinnvoll.

Mir gefällt natürlich der (rollen-)spielerische Ansatz sehr. Das meinen wir ja mit Recrutainment…

Thema: Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Hochschule Niederrhein, Studieren an der Universität Göttingen, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (0)

Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg bietet SelfAssessment für Studieninteressierte an

Freitag, 16. Juli 2010 10:39

logo_ohm_hochschuleAuch die Georg-Simon-Ohm Hochschule in Nürnberg bietet seit kurzem Studieninteressierten die Möglichkeit, durch das Absolvieren eines SelfAssessments herauszufinden, ob ein bestimmter Studiengang der richtige für sie ist. Für die Studiengänge Angewandte Chemie, Bauingenieurwesen und Verfahrenstechnik und den Studiengang Mathematik der Fachhochschule Regensburg können Studieninteressierte unter http://virtuohm.ohm-hochschule.de/stfttestengineview/intro.iface jeweils eine ca. 90- bis 120minütige Online-Studienorientierung durchlaufen.

Die Teilnahme ermöglicht es Studieninteressierten herauszufinden, wo ihre Interessen liegen, wie hoch ihre Motivation für einen bestimmten Studiengang ist und welche Anforderungen eine bestimmte Fachrichtung mit sich bringt. Zusätzlich erhalten die User Informationen zum Studium in diesem Fachbereich.

Zu Beginn der SelfAssessments werden die Interessenschwerpunkte der Teilnehmer abgefragt. Hierzu gilt es zu beurteilen, welches Interesse unterschiedlichen Tätigkeiten entgegen gebracht wird. Auch zur Leistungsmotivation werden Aussagen getroffen, die die Teilnehmer bewerten sollen.

Um die Studieninteressierten auf die Anforderungen vorzubereiten, die ein Studium an sie stellen wird, und Ihnen Gelegenheit zu geben, sich selbst in Bezug auf ihre Fähigkeiten in bestimmten Bereichen zu testen, enthalten die SelfAssessments viele Aufgaben aus unterschiedlichen Themengebieten, die für das Studienfach relevant sind.

Screenshot_OhmFür alle Studiengänge werden Aufgaben aus den Bereichen sprachgebundenes und zahlengebundenes logisches Denken und räumliches Vorstellungsvermögen gestellt. Je nach Studienfach erwarten die User zudem Aufgaben aus den Bereichen Mathematik, Physik, Chemie und Englisch.

Wie die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg mit den HAW Navigatoren (www.haw-navigator.de), die Hochschule Niederrhein mit den HN Navigatoren (www.hn-navigator.de) und demnächst auch die Uni Göttingen verfolgt auch die Georg-Simon-Ohm Hochschule einen beratenden bzw. orientierenden Ansatz. Auch hier erhalten die Studieninteressierten zusätzlich zu den Übungsaufgaben Informationen zum Studium:

Studienaufbau und -inhalte sowie Berufsbilder und Tätigkeitsfelder – die Informationen, die Studieninteressierte für ihre Studienwahl benötigen, erhalten sie hier in gebündelter Form. Teilweise geben auch Studierende in Interviews Einblicke, wie sie ihr Studium erleben.

Screenshot_Ohm_2Zum Abschluss der SelfAssessments durchlaufen die Studieninteressierten eine Abschlussreflexion, die ihnen zum einen die Möglichkeit gibt, ihre Studienentscheidung zu reflektieren und zum anderen statistische Daten abfragt.

Nach Abschluss dieses Moduls erhalten die Studieninteressierten ein informierendes Feedback. Dieses enthält zum einen Informationen über die individuellen Interessen, die die Studieninteressierten angegeben haben, sowie Angaben zur Leistungsmotivation und zum anderen ein Feedback zu den bearbeiteten Aufgaben. Das Feedback kann auch als PDF herunter geladen werden.

Für den Start des Wintersemesters 2010/2011 ist die Erweiterung der SelfAssessment auf die folgenden vier Studiengänge geplant:

  • Maschinenbau,
  • Elektro- und Informationstechnik,
  • Mechatronik/Feinwerktechnik und
  • Werkstofftechnik

Insgesamt sehr gelungen!

Thema: SelfAssessment, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Hochschule Niederrhein, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (1)

Mit dem Moodle-SelfAssessment MathX³ das eigene Mathewissen testen

Mittwoch, 23. Juni 2010 10:47

Mit dem SelfAssessment MathX³ stellt die Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim einen Mathe-Selbsttest bereit, der zum einen Schülerinnen und Schülern eine verbesserte Selbsteinschätzung ihrer Mathe-Kenntnisse ermöglicht und zum anderen statistische Daten erfasst, die wiederum Lehrern und Dozenten Anhaltspunkte über das Niveau der Zielgruppe liefern.

HAW_Nav_MBGerade mit Blick auf das Thema Studienwahlentscheidung und aus der Blickrichtung der Schülerinnen und Schüler ist dies eine interessante Applikation. Unsere Erfahrungen mit den HAW-Navigatoren und HN-Navigatoren – den Online-Studienorientierungen der HAW Hamburg und der Hochschule Niederrhein –  zeigen, dass sich Studieninteressierte im Vorfeld der Bewerbung um einen Studienplatz nicht nur detaillierte Informationen über das Anforderungsniveau in einzelnen Fächern wünschen, sondern im besten Fall anhand konkreter Aufgaben eine eigene Selbsteinschätzung treffen möchten. HN_Nav_MBDas Fach Mathematik ist hier immer wieder ein zentrales Thema. Die Studiengänge, in denen Mathe eine grundlegende Rolle im Studium spielt, bieten in ihren „Navigatoren“ an beiden Hochschulen anwendungsbezogene Mathe-Aufgaben, an denen sich die Schülerinnen und Schüler selbst „ausprobieren“ können, um so eine fundiertere Studienwahlentscheidung unter Berücksichtigung des Anforderungsniveaus treffen zu können.

Das SelfAssessment MathX³, das über das Opensourcesystem Moodle – eine Lern- und Lehrplattform zur Lehre an Schulen, Weiterbildungseinrichtungen und Hochschulen – realisiert wurde, erlaubt seinen Usern eine Selbsteinschätzung nach drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. MathX3_2Das Level eins eignet sich zur Abfrage des mathematischen Basiswissen auf Mittelstufenniveau. Hier erwarten die Teilnehmer Aufgaben zu Bruch- und Prozentrechnung, Gleichungssystemen, Funktionen, Geometrie etc. Die Aufgaben des Level zwei haben ein deutlich höheres Niveau: Die User erwarten u. a. kompliziertere Gleichungssysteme, geometrische Sachverhalte und statistische Fragestellungen. Auch deren Einbettung in anspruchsvollere Themen (z. B. betriebswirtschaftliche Fragestellungen) zeigt, dass die Zielgruppe hier gewiss eine andere ist (vermutlich Berufsschüler und/oder Studierende). Level drei richtet sich an echte „Mathe-Freaks“. Die Aufgaben in diesem Bereich haben z. T. schon einen recht deutlichen ingenieurwissenschaftlich-technischen Bezug und physikalischen Hintergrund (z. B. werden Berechnungen am Beispiel von Windkraftanlangen, Motoren, Microprozessoren durchgeführt) und scheinen insbesondere Mathe affine Studierende anzusprechen.

Die Gestaltung des SelfAssessments ist relativ schlicht gehalten und auf wesentliche Aspekte beschränkt, sodass der Fokus ganz klar auf der Aufgabenbearbeitung selbst liegt. Die Abbildungen zu einzelnen Aufgaben sind jedoch häufig animiert, in den meisten Fällen derart, dass nicht nur eine spielerische Komponente zur Erhöhung des Involvements enthalten ist, sondern vor allem das Verständnis der mathematisch-technischen Zusammenhänge unterstützt wird (z. B. werden die Abläufe in einem Verbrennungsmotor dargestellt, wenn es darum geht, den Durchschnittsverbrauch auszurechnen).

MathX3_1Die Richtigkeit der gegebenen Antworten wird dem User nach Absolvierung eines Levels inklusive Darstellung des Lösungsweges rückgemeldet. Ein Vergleich mit einer Referenzgruppe ist ebenfalls möglich, um eine leichtere Bewertung des eigenen Ergebnisses zu ermöglichen.

Fazit: Insgesamt eine gelungene Applikation, die unterschiedliche Zielgruppen – vom Mittelstufen- über den Berufsschüler bis hin zum Technik Studierenden – bedient und gleichermaßen als Übungs- wie Selbsteinschätzungsinstrument verstanden werden kann.

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Auch die Hochschule Harz bietet jetzt ein SelfAssessment – für zwei Wirtschaftsstudiengänge

Montag, 14. Juni 2010 13:18

fh-harz.normalDie Bemühungen der deutschen Hochschulen bei der “Werbung” passender Studierender setzen immer häufiger auf den Einsatz virtueller Studienorientierungsansätze und Online-SelfAssessment Verfahren. CYQUEST betreut in diesem Kontext eine ganze Reihe von Hochschulen (HAW Hamburg, Hochschule Niederrhein, Universität Göttingen, etc.) aber auch andere setzen auf dieses Pferd.

Jüngstes Beispiel ist nun die Hochschule Harz, die auf Basis des von der RWTH Aachen entwickelten Testmakers ein SelfAssessment für die beiden Wirtschaftsstudiengänge International Business Studies und BWL / Dienstleistungsmanagement anbietet. Wir haben uns die Angebote nun angeschaut und sind dabei zu folgendem Eindruck gekommen:

  • Der Zugang zu den Selbsttests erfolgt über die Seite http://www.hs-harz.de/index.php?id=7735, die dann auf die eigentliche Startseite http://testmaker.hs-harz.de verlinkt. Beide Seiten sind schlicht gestaltet und bieten erstmal nur das nötigste an Information (z.B. Testdauer 30-45 Minuten etc., Nennung der einzelnen Tesmodule). Aus unserer Sicht eher unverständlich, warum die Seite aus Perspektive der Suchmaschinenoptimierung einiges “verschenkt” – z.B. keine sprechende URL etc. und vor allem, warum so wenig Augenmerk auf eine hochschulindividuelle Anmutung gelegt wurde. Nach unserer Einschätzung ist es aus Sicht der Markenidentität sicherlich nicht optimal, wenn das Angebot unter einer eher technischen URL wie “testmaker. hs-harz.de” läuft und dann auf den Content-Seiten nicht mal das Hochschul-Logo erscheint.
  • Inhaltlich umfassenden die beiden SelfAssessments jeweils 5 Testmodule: Interessen und Motivation, Textverständnis, Mathematisches Verständnis, Abstraktes logisches Denken und Tabellen und Grafiken.
  • Der Interessentest fragt in insg. 37 Statements verschiedene Interessen (z.B. “Recherche von Hintergrundinformationen zu einem Thema”) ab. Hierbei muss der Testteilnehmer jeweils auf einer fünfstufigen Skala von “würde ich sehr gern tun” bis “würde ich sehr ungern tun” seine Zustimmung oder Ablehnung zu dem Statement ausdrücken. Im Motivationstest werden recht ähnlich 23 Aussagen zur Motivation gezeigt (z.B. “Mir ist es sehr wichtig, das Studium in jedem Fall abzuschließen, egal wie groß der Aufwand ist.”), die jeweils auf einer sechsstufigen Skala von “Trifft voll und ganz zu” bis “Trifft überhaupt nicht zu” einzuschätzen sind.

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  • Die anderen Testmodule Textverständnis, Mathematisches Verständnis, Abstraktes logisches Denken und Tabellen und Grafiken fokussieren dabei jeweils auf aus Sicht der Autoren relevante Aspekte der Studierfähigkeit. Die Tests muten an wie bekannte Leistungstests, d.h. sie setzen sich aus einem Aufgabenstimulus und verschiedenen Antwortalternativen (“Distraktoren”) zusammen, von denen jeweils einer “richtig” ist und angeklickt werden muss. Jedes dieser “Items” ist unter Zeitbeschränkung zu beantworten. Immerhin wurde bei der Gestaltung auf eine Semantik mit einem gewissen Wirtschaftsbezug geachtet. Ansonsten gilt auch hier: Die Gestaltung der Aufgaben mag diagnostisch korrekt sein, für´s Auge (und damit für die Marke) ist das nichts. Der einzige Test, bei dem man sich als Betrachter halbwegs vorstellen kann, dass “so etwas” auch im Studium drankommen könnte, ist die Analyse von Tabellen und Grafiken. Bei allen anderen fehlt u.E. der nötige Anforderungsbezug gänzlich. Auch fehlen für eine fundierte Studienwahl relevante Themenmodule zur Berufswelt, zu Studieninhalten, – organisation oder -kultur völlig.

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  • Kurz vor dem Ende der Applikation erhält man dann auf einer Seite noch ein paar Informationen zur Hochschule und zum Studienort Wernigerode. Nun, die Seite haben wir mal gescreenshottet und es mag sich jeder selbst sein Bild machen, ob das jetzt so richtig “verlockend” ist.

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  • Zum Abschluss erhält der Teilnehmer dann zu jedem einzelnen Testmodul eine kurze textliche Rückmeldung hinsichtlich des eigenen Abschneidens.

Fazit: Das SelfAssessment der HS Harz wirkt insg. alles andere als gestalterisch ansprechend. Inhaltliche Korrektheit mal als gegeben vorausgesetzt, macht das SelfAssessment optisch sicherlich nicht sonderlich viel her und ob es die Lust, an der HS Harz zu studieren steigert, wage ich auch mal zu bezweifeln. Noch entscheidender als die Optik allerdings ist die Kritik am grundsätzlichen Ansatz des SelfAssessments. Hier wird mal wieder so getan, als wenn man einfach nur einen (Leistungs-)test durchlaufen müsste und einem dieser dann sagen kann, ob man das Fach XY studieren sollte. Wo das “Self” im SelfAssessment stecken soll, bleibt doch irgendwie schleierhaft… Sicherlich ist eine gewisse geistige Flughöhe zum erfolgreichen Bestehen eines Hochschulstudiums wichtig, aber welcher Studiengang, in welcher Hochschulform, an welchem Standort am besten zu einem passt, wird dadurch quasi gar nicht beantwortet. Informationen über hinter dem jeweiligen Studiengang liegende Berufsbilder, Informationen über Studieninhalte, Informationen über die Studienorganisation oder auch Informationen über den Studienalltag und die Studienkultur fehlen völlig. Dabei sind es doch gerade diese “Könnens-unabhängigen” Facetten, die oft zu einer falschen Studienwahl führen. Denn: Ob jemand “studierfähig” ist, steht im Abitur oder anderen Formen der Hochschulzugangsberechtigung. Was das für einen “passende” Studium ist, steht auf einem völlig anderen Blatt… Die Chance, das SelfAssessment als wirksames Instrument zur Profilschärfung der Hochschule einzusetzen, wird an der HS harz so u.E. gänzlich vertan.

Schade eigentlich… Für einen Vergleich lohnt sich ggf. mal ein Blick in das virtuelle Studienberatungsangebot für Wirtschaftsstudiengänge an der HAW Hamburg. Vergleichsurteile sind herzlich willkommen!

Thema: SelfAssessment, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Hochschule Niederrhein, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (2)