Beitrags-Archiv für die Kategory 'Studieren an der HAW Hamburg'

Diskussion des Hochschulquartetts im Deutschlandfunk: Was tun die Hochschulen, wenn die Schulen versagen?

Montag, 29. August 2011 15:02

Aufmerksamen Lesern des Recrutainment Blogs wird es ja nicht entgangen sein: Neben der Frage, wie eigentlich Unternehmen möglichst die richtigen Kandidaten in die zu ihnen passenden Stellen bekommen, beschäftigen wir uns hier auch oft mit einer ganz ähnlichen Problematik der Hochschulen. Dort geht es zwar nicht im Recruiting im engeren Sinne, also die Gewinnung von Mitarbeitern, doch stehen inzwischen auch die Hochschulen sehr massiv unter dem Druck, möglichst die passenden Studierenden in die zu ihnen passenden Studiengänge zu bekommen.

Für viele Personaler oft überraschend, wie viel beide Bereiche doch miteinander zu tun haben und wie stark sich die Hochschulen in Deutschland in diesem Bereich inzwischen professionalisiert haben. Wohlgemerkt: Die Hochschulrahmengesetzänderung, nach der die Hochschulen ein stärkeres Mitspracherecht bekommen haben, wer eigentlich bei Ihnen studieren kann/soll und wer nicht (früher wurden Studienplätze über die ZVS vergeben), datiert auf das Jahr 2004, ist also noch gar nicht soo alt. Damals gab es in den Hochschulen kaum eine Pressestelle, heute gibt es nahezu keine Hochschule mehr, die nicht in Marketingdimensionen denkt, die kein Corporate Design hat, die nicht an zeitgemäßen Internetauftritten arbeitet usw.. Will sagen: Das was für Unternehmen die Employer Brand ist, das versuchen Hochschulen für ihren Bereich zu werden: Bildungsmarken, wenn man so will.

Dass dies auch dringend nötig ist, liegt daran, dass es sich der Bildungsstandort Deutschland aufgrund der demografischen Herausforderungen der nächsten Jahre, noch viel weniger als früher wird leisten können, wertvolle Ressourcen “auf die falsche Fährte zu schicken” (sie also etwas nicht zu ihnen passendes studieren zu lassen) oder in Kauf zu nehmen, dass enorm viele eben irgendwann festsellen, dass es “doch nicht das richtige war” (und ihr Studium abbrechen). Mal ein Zahlenwert: Ein Maschinenbaustudium kostet in Deutschland den Steuerzahler etwa 35.000 €. Bricht jemand nach z.B. 4 Semestern das Studium ab, weil es eben nicht gepasst hat, so ist ein großer Teil dieses Gelds verbraucht, ohne dass dem Arbeitsmarkt ein Maschinenbauingenieur mehr zur Verfügung stünde…

Vor diesem Hintergrund veranstaltete das Hochschulquartett, eine Expertenrunde im Deutschlandfunk, letzten Freitagabend eine Radio-Diskussion zu der Frage: Was tun die Hochschulen, wenn die Schulen versagen?. An der hochkarätig besetzten Live-Diskussion in Zusammenarbeit mit dem “manager magazin” nahmen teil:

* Prof. Dieter Lenzen, Erziehungswissenschaftler und Präsident der Universität Hamburg,
* Dr. Jörg Dräger, Geschäftsführer des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) und von 2001 bis 2008 Hamburger Wissenschaftssenator,
* Prof. Alexander Markschies, RWTH Aachen, Initiator des Projektes “Self-Assessment-Test” sowie
* Prof. Monika Bessenrodt-Weberpals, Vizepräsidentin der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, zuständig für Studium und Lehre.

Die Radiosendung kann hier (Flash) bzw. hier (MP3) als Podcast nachgehört werden. Wie ich finde eine sehr lohnenswerte Sendung (wie gesagt, nicht nur für Hochschulpolitiker oder daran Interessierte), sondern auch für Personaler (siehe oben).

So wird zu Beginn der Diskussion unter anderem sehr intensiv das Thema “Online-SelfAssessment-Verfahren zur Verbesserung der Studienwahl” thematisiert – eines unserer Kernthemen. Zwar dreht sich es auch hier m.E. noch viel zu stark um den Aspekt des Könnens (also z.B. ob unsere Studienanfänger denn einen Dreisatz beherrschen oder nicht), während es doch für ein “erfolgreiches Studium” viel wichtiger ist, das “jeweils” richtige zu studieren. Dafür spielt das Können, etwa in Grundlagenfächern wie Mathe oder Englisch sicherlich eine wichtige Rolle, doch dürfte es noch entscheidender sein, dass man das studiert, was man auch machen möchte, was einen interessiert und was einen begeistert. Von daher ist, nebem allem fachlichen Können, der informatorische Aspekt wohl der noch wichtigere. Hier ist die Information über den jeweiligen Studiengang und die dahinter liegende Berufswelt der entscheidendere Hebel zur Verbesserung der Studienwahl (übrigens wie beim Arbeitgebermarketing auch…). SelfAssessment Verfahren von Hochschulen übernehmen in vielen Bereichen so inzwischen eine wichtige Funktion bei der Berufsorientierung.

Nun, immerhin blitzt dieser Aspekt bei den Ausführungen von Prof. Bessenrodt-Weberpals und etwas später durch einen Einwurf von Dr. Dräger immerhin noch auf. Es gibt inzwischen zahlreiche Beispiele, wo Hochschulen erfolgreich virtuelle Studienberatungs- und Selbsttestinstrumente einsetzen. Eine ganze Menge davon haben wir hier im Blog ja auch beschrieben. Zu den Auftritten der HAW Hamburg, der Uni Göttingen, der Hochschule Niederrhein oder der Universität Koblenz-Landau wird es dann in nächster Zeit auch neues zu berichten geben. Stay tuned…

Thema: Ausbildung, Berufsorientierung, Demografischer Wandel, SelfAssessment, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Hochschule Niederrhein, Studieren an der Universität Göttingen, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (1)

Online-Studienfachwahl-Assistent (OSA) für Publizistik an der FU Berlin

Freitag, 15. Juli 2011 16:37

Wo ich diese Woche eh schon so schön im Schwung war und über die Thematik “Online-Studienorientierung” anhand des Beispiels der Uni Göttingen geschrieben habe, möchte ich gleich noch ein weiteres gelungenes Beispiel nachschieben, den Online-Studienfachwahl-Assistenten für Publizistik und Kommunikationswissenschaft der FU Berlin. Ach ja, für die HRler unter meinen Lesern, die sich Fragen, was das eigentlich immer mit Personalwesen zu tun: Sehr viel! Denn interessanterweise sind die Problematiken, denen sich Hochschulen bei der Besetzung ihrer Studiengänge gegenüber sehen, denen von Unternehmen bei der Besetzung von Ausbildungs- oder Traineestellen sehr ähnlich:

- Auch hier gibt es nämlich das Problem, dass sich sehr häufig Studieninteressierte in letztlich für sie nichtpassende Studiengänge einschreiben (und folglich mit höherer Wahrscheinlichkeit, das Studium abbrechen oder das Fach wechseln).

- Auch hier bewerben sich Interessierte in aller Regel nicht nur für ein Studienfach an einer Hochschule. Vielmehr ist es oft so, dass sich Interessierte an mehreren Hochschulen anmelden, an mehreren auch einen Studienplatz bekommen, diesen dann aber naturgemäß nur an einer Hochschule antreten. An den anderen Hochschulen wird dann nicht einmal abgesagt und der Studienplatz bleibt im schlimmsten Fall nachher – zumindest vorerst – unbesetzt. Na, schonmal was von No-Show-Rate oder Attrition Rate gehört?

- Und schließlich, man glaubt es kaum, versuchen auch die deutschen Hochschulen mit enormem Eifer das nachzuholen, was in der hiesigen Bildungslandschaft jahrzehntelang undenkbar war, nämlich distinkte Bildungsmarken zu werden. Ja, ich weiß, BWL´er-Sprech, Bildung ist keine Ware usw. Unsinn. Wer die Exzellenzdebatte verfolgt, wer sieht, dass es in nahezu allen Hochschulen inzwischen Marketing- oder zumindest Öffentlichkeitsarbeits-Verantwrtliche gibt, die über CI-Vorgaben wachen etc., wer sich mal die Stände auf Einstiegsmessen angeschaut hat usw., der wird feststellen, dass hier sehr wohl inzwischen in Marken- und Marketingdimensionen gedacht wird. Ja, das sind alles noch keine Harvards, Yales oder Berkeleys, aber die deutschen Hochschulen haben ja auch erst vor sieben Jahren wirklich damit angefangen…

Nun, soweit der kleine Exkurs, Personaler und Studienberater können durchaus einiges voneinander lernen… Doch zurück zum Thema: Der OSA der FU Berlin.

OSA steht hier erstmal nicht wie üblich für Online-SelfAssessment, sondern die FU Berlin hat dieses Akronym anders aufgeladen. Ähnlich wie an der Uni Freiburg (Online-Studienwahl-Assistent) steht das OSA hier für Online-Studienfachwahl-Assistent). Das ist insofern konsequent, als dass sich hinter dem Berliner OSA in der Tat mehr verbirgt als nur Selbsttests.

In schöner CYQUEST Tradition umfasst das Angebot detaillierte Informationen über das Studienangebot des Instituts für Publizistik und Kommunikationswissenschaft und zwar zu den Themengebieten:

- Berufswelt (hier Perspektiven genannt),

- Studienorganisation (hier Studium genannt),

- Studieninhalten (“Studienmodule”) sowie

- Anforderungen (hinter dem hier “Beispielaufgaben” genannten Kapitel verbergen sich dann die Selbsttest-Elemente, also die SelfAssessments im engeren Sinne).

Der Stilmix umfasst auch hier Videos (z.T. mit Lehrenden, z.T. mit Studis), interaktive (Flash-)Module, beispielsweise zur Erläuterung von Vorlesungsplänen oder Studienmodulen, Erfahrungsberichte von Ehemaligen und sehr schön illustrierte Grafiken.

Wie bei den Angeboten der Uni Göttingen, der HAW Hamburg oder der Hochschule Niederrhein wird auch hier eine Navigation über “Weiter-” und “Zurück”-Schalter angeboten, mittels derer man sich das gesamte Angebot quasi wie in einem Buch schrittweise erarbeiten kann. Eine Didaktik, die sich im Übrigen sehr bewährt hat. Alternativ kann der Nutzer aber über die Top-Navigation auch jedes Kapitel einzeln ansteuern und die Reihenfolge seiner Informationsaufnahme somit selbst bestimmen.

Leider wird nicht markiert, welches Kapitel man schon vollständig absolviert hat, dafür wird einem in der Top-Navigation angezeigt, wie umfangreich jedes Kapitel ist, so dass man ganz gut einschätzen kan, wieviel noch auf einen wartet.

Insgesamt ist das Angebot der FU Berlin wirklich gelungen. Dass man hier von unseren reichhaltigen Erfahrungen bei der Erstellung von OSA profitiert hat (wink ; -)), ist zu sehen, aber im Sinne des Ergebnisses ja auch sehr zu begrüßen. Momentan gibt es an der FU Berlin erst einen OSA (Publzistik eben), es sollen aber weitere folgen. Gut so.

Thema: SelfAssessment, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Hochschule Niederrhein, Studieren an der Universität Göttingen, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (0)

Online-Studienorientierung an der Universität Göttingen. Zunächst für Chemie, Forstwissenschaften und Waldökologie

Dienstag, 12. Juli 2011 10:13

Als wir vor knapp sieben Jahren im Rahmen des “Hochschul E-Assessment Projekts” (HEAP) anfingen, uns der Frage zu stellen, wie man eigentlich das Internet sinnvoll einsetzen könne, um Studieninteressierte besser in die für sie passenden Studiengänge zu bekommen, haben wir noch nicht geahnt, was sich dahinter für ein riesiges Thema auftun würde. In der Zwischenzeit haben wir für nahezu fünfzig Studiengänge Orientierungsmodule entwickelt oder sind dabei; u.a. für die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, die Hochschule Niederrhein, die Leuphana Uni Lüneburg, die Uni Koblenz-Landau, die Fern-Fachhochschule Schweiz oder jetzt brandneu und nicht zuletzt für die Georg-August-Universität Göttingen.

In einer ersten Ausbaustufe wurden nun die Orientierungsmodule für die Fakultäten Chemie sowie Forstwissenschaften und Waldökologie live geschaltet. Die Module zur Erkundung der Fächer der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sowie der Fakultät für Geowissenschaften und Geographie werden in Kürze folgen.

Was erwartet einen Interessenten, wenn er die virtuellen Beratungsmodule unter www.studienorientierung.uni-goettingen.de startet?

Auf der zentralen Startseite der Angebote (dem “Standortmodul”) werden dem Besucher zunächst wichtige allgemeine Informationen zum Studium in Göttingen angeboten. In kleinen Videoclips erfährt man so bspw. wie es in der Studentenstadt Göttingen so aussieht, wie man seinen Studierendenausweis aufladen bzw. die Chipkarte verlängern kann oder wie es um die Göttinger Partyszene bestellt ist. Diese Clips finden sich übrigens auch alle im Youtube-Kanal der Uni Göttingen.

Dann kann man sich eine Studienrichtung auswählen, über die man sich vertieft informieren möchte. Hier stehen momentan Chemie sowie Forstwissenschaften und Waldökologie zur Auswahl. Wie gesagt werden Wirtschafts- und Geowissenschaften in Kürze folgen.

Man kann die Orientierungsangebote dann sowohl registriert durchlaufen (mit dem Vorteil, dass der individuelle Bearbeitungsfortschritt gespeichert wird) oder man verwendet den anonymen Gastzugang (Benutzername: Gastzugang, Passwort: Gastzugang). Wichtig: Das Verhalten innerhalb der Module oder das “Abschneiden” in den Selbsttests hat keinerlei Auswirkungen auf etwaige Bewerbungschancen. Auch ist die Teilnahme an der Studienorientierung absolut freiwillig.

Naturgemäß unterscheiden sich die Beratungsangebote für die jeweiligen Studiengänge inhaltlich deutlich voneinander (es sind ja auch ganz verschiedene Studiengänge), jedoch orientiert sich die Darstellung immer an einem vergleichbaren thematischen Raster:

In “Kapitelform” erfahren die Nutzer jeweils Interessantes über

- die Berufwelt, die hinter den jeweieligen Studienrichtungen liegt,

- das Studium an sich (also welche Inhalte vermittelt werden),

- die Studienorganisation (also wie das Studium “abläuft”),

- die Studienanforderungen (was also von einem Studierenden erwartet wird) sowie

- die Studienkultur an der jeweiligen Fakultät.

Die Inhalte werden dabei auf unterschiedlichste Weise vermittelt. Der Stilmix reicht von Videosequenzen, in denen etwa Lehrende, Studierende und Alumni über ihre Erfahrungen berichten, über interaktive Tableaus, z.B. zur Vermittlung von typischen Stundenplänen, illustrierte Beispiele, wie etwa das sehr schöne Chlorknallgas-Experiement der Chemiker, Selbsttests (etwa zu den Anforderungen in Mathematik oder Englisch) bis hin zu Fotorundgängen, Erfahrungsberichten und weiterführenden Verlinkungen.

Es zeigt sich sehr deutlich, dass die Online-Studienorientierung sehr viel mehr ist, als ein reines Selbsttestinstrument. Selbstverständlich umfasst das Angebot Übungen und Selbsttests, in denen man erforderliche Niveaus, etwa zur Mathematik, überprüfen kann, aber insgesamt wird ein deutlich stärkeres Gewicht auf den Aspekt der Information gelegt. Dahinter liegt die Erkenntnis, dass zu einer “guten Studienwahl” sehr viel mehr gehört als die Aspekte “Können” und “Sollen”. Wie zahlreiche Forschungsbefunde zeigen, hängt der Studienerfolg (oft quantifiziert in Abbruchquoten) sehr viel stärker an Aspekten des “Kennens” und “Wollens”. Man kann intellektuell sehr wohl “geeignet” sein, die fachlichen Studienanforderungen in Fach XY zu meistern, ob aber dieses Studienfach bzw. dieses Studienfach an diesem Studienort und dieser Hochschule das richtige für einen ist, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt.

Es geht in erheblich stärkerem Maß um “Passung” als um “Eignung”. Insofern ist die virtuelle Studienorientierung in Göttingen erheblich dichter etwa an den “Online Studienwahl Assistenten” der Uni Freiburg als an den reinweg eignungsdiagnostisch konstruierten SelfAssessments der RWTH Aachen.

„Das Self-Assessment soll den Studierenden die Wahl des für sie passenden Studiengangs erleichtern und auf der anderen Seite helfen, die Abbrecherquoten zu reduzieren“, sagt deshalb Christina Höhmann, die das Portal in der Stabsstelle Lehrentwicklung und Lehrqualität der Uni Göttingen betreut.

Insgesamt dauert es ca. 60 bis 75 Minuten, die virtuellen Studienorientierungsmodule der Uni Göttingen zu durchlaufen. Eine i.S. der eigenen Ausbildungs- und damit Lebensplanung allemal sehr sinnvoll investierte Zeit.

Frau Höhmann wird im Rahmen des CYQUEST Praxisseminars am 22. November einen ersten Erfahrungsbericht über den Einsatz der Online-Studienorientierung in Göttingen liefern. Interessierte Hochschulen sind hierzu herzlich eingeladen!

Thema: Berufsorientierung, SelfAssessment, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Hochschule Niederrhein, Studieren an der Universität Göttingen, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (0)

9. Koblenzer eLearning Tag mit dem Schwerpunkt-Thema “eAssessment”. CYQUEST hält Vortrag zu Online-SelfAssessments

Montag, 30. Mai 2011 14:56

Am 22. Juni 2011 veranstaltet das Institut für Wissensmedien (IWM) der Universität Koblenz-Landau gemeinsam mit der Fachhochschule Koblenz den 9. Koblenzer eLearning-Tag (KeLT). Das Schwerpunkt-Thema in diesem Jahr lautet „eAssessment“ – die computerunterstützte Bewertung von Wissen und Können. In diesem Kontext ist unter eAssessment allerdings nicht, wie das viele Leser des Recrutainment Blog wohl kennen, die webbasierte Kandidatentestung zu Zwecken der Personalvorauswahl gemeint. Nein, der Begriff eAssessment wird auch sehr häufig angewendet, wenn es um die computer- bzw. webbasierte Testung von Studierenden zur Erbringung von Leistungs- oder Lernfortschrittsnachwiesen geht. Wen es definitorisch genauer interessiert, der sei an Wikipedia verwiesen.

Neben Vorträgen von Referenten etwa der Unis Koblenz-Landau und Marburg, der Fern-Uni Hagen, der FH Koblenz, vom Bildungsportal Sachsen oder des Landesbeauftragten für den Datenschutz Rheinland-Pfalz werden auch zwei unserer Projektleiterinnen, Verena Müller und Katharina Bolten, einen Vortrag zum Programm beisteuern.

In dem Vortrag “Online-SelfAssessments: Von der Inhaltserstellung bis zum laufenden Betrieb” werden beide beschreiben, wie SelfAssessments als Instrument der Studienorientierung eingesetzt werden können und wie diese überhaupt – rein praktisch – entstehen.

Online-SelfAssessments, von vielen auch “virtuelle Studienberatung” genannt,  sind webbasierte Orientierungsmodule, die VOR der eigentlichen Bewerbung greifen. Studieninteressierte haben dadurch die Möglichkeit, sich im Vorfeld einer etwaigen Bewerbung intensiv und auf unterhaltsame Art mit Studieninhalten und -anforderungen, der späteren Berufswelt sowie der Studienkultur im jeweiligen Studiengang oder an einer Hochschule auseinanderzusetzen. Das Gefühl der Informiertheit und die so gesteigerte Selbstwirksamkeit erhöhen die Studienwahlsicherheit. Besser informierte Bewerber reduzieren wiederum für die Hochschule das Risiko eines späteren Studienabbruchs, was sich kostenmäßig im wahrsten Sinne des Wortes „auszahlt“. Darüberhinaus stellen Online-SelfAssessments, dadurch dass die Studiengänge hier ihre Besonderheiten und Vorzüge präsentieren können, ein wichtiges Marketinginstrument für die Hochschulen dar, welches maßgeblich zur Profilschärfung beiträgt.

CYQUEST hat in den vergangenen ca. 7 Jahren für eine Reihe von Hochschulen (z.B. Uni Göttingen, HAW Hamburg, Hochschule Niederrhein, Fern-FH Schweiz oder Leuphana Universität Lüneburg) Online-SelfAssessments für insg. mehr als 50 Studiengänge erstellt. Der Vortrag beschreibt unsere Erfahrungen in Bezug auf den Entwicklungsprozess von Online-SelfAsssessments – von der Inhaltserstellung über die technische Umsetzung bis hin zum laufenden Betrieb. Dabei werden Verena und Katharina insbesondere auf die Kooperation mit den Verantwortlichen der Hochschulen eingehen.

Das komplette Programm des 9. Koblenzer eLearning Tags kann hier eingesehen werden

Thema: Berufsorientierung, CYQUEST Vorträge und Veranstaltungen, SelfAssessment, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Hochschule Niederrhein, Studieren an der Universität Göttingen, Virtuelle Studienberatung, Vorträge und Veranstaltungen | Kommentare (0)

Interaktive Berufsorientierung und Selbsttests für zahlreiche Berufs- und Studienrichtungen

Freitag, 6. Mai 2011 12:22

Kürzlich fragte mich ein befreundeter HR-Blogger, ob sich SelfAssessments nicht eigentlich auch gut für die Berufsorientierung eignen würden.

Nun, SelfAssessment ist in der Tat zu einem sehr großen Teil ein Thema der Berufsorientierung! Eigentlich oft sogar noch mehr als ein Instrument des Personalmarketings. Im Kern geht es oft eher um die Frage, ob Berufsbild / Studiengang XY das richtige für mich ist und erst in zweiter Instanz dann, ob ich Lust habe diesen Job bei Unternehmen XY auszuüben oder den Studiengang an Hochschule Z zu studieren.

Wir befassen uns nun seit mehr als 10 Jahren intensiv mit der Erstellung von Realistic Job Preview- und SelfAssessment Verfahren. Dadurch sind inzwischen Orientierungsformate für zahlreiche Berufs- und Studienrichtungen bzw. konkrete Berufsbilder entstanden. Um das einmal zu verdeutlichen, habe ich nachfolgend mal eine Auflistung vorgenommen, nebst dazugehöriger Verlinkungen zu den Tools (bitte jeweils die weibliche Form mitdenken!):

Gegenwärting befinden sich bereits wieder eine ganze Reihe weiterer Berufsbilder in der Umsetzung. Zu nennen wären hier z.B. Chemiker, Forstwirte, Geographen, Geowissenschaftler (alle Uni Göttingen), Speditionskaufleute, Servicekaufleute im Flugverkehr, Hotelkauf- und -fachleute, Lagerlogistiker, Fluggerätmechaniker, Werkzeugmechaniker, Systemgastronomen, Köche, Bäcker (alle Lufthansa) sowie Elektroniker für Betriebstechnik, Industriekaufleute, Industriemechaniker und IT-Systemelektroniker (alle RWE). Wenn es soweit ist, wird darüber selbstverständlich im Blog berichtet! Bis wir aber die diversen Hundert Berufsbilder abgebildet haben, bleibt noch ein wenig zu tun…

Natürlich gibt es neben diesen Berufsorientierungsformate auch noch eine ganze Reihe von SelfAssessments, deren vorrangige Zielsetzung es ist, aufzuzeigen, ob ein bestimmtes Unternehmen zu einem passt. Hier sei nur auf die Facebook App “Could it be U?” von Unilever oder der demnächst erscheinende Werte-Kompass von Haniel verwiesen. Aber das ist ein anderes Thema, auch dazu demnächst mehr…

Thema: Ausbildung bei der Stadt Hamburg, Berufsorientierung, Biesterfeld Karriere, Commerzbank Karriere, Deutsche Bahn Karriere, Employer Branding, Haniel Karriere, SelfAssessment, Serious Games, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Hochschule Niederrhein, Studieren an der Universität Göttingen, Unilever Karriere, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (1)