boomerang. Neue App von Instagram produziert „Ein-Sekunden-Videos im Loop“. Auch für Personalmarketing interessant?

„Es gibt ja immerzu was neues…“.

Klingt fast wie meine Großeltern, wenn ich denen erzählt habe, was ich eigentlich beruflich so mache. Von wegen „dieses Internet“ und so. Aber es stimmt halt auch. Jeden Tag poppen neue Apps auf, die mit einem Leistungsversprechen kommen, bei dem man sich zunächst oft fragt, welchen bislang eigentlich noch von niemandem wirklich geäußerten Bedarf sie denn zu bedienen gedenken. Oft sind diese Apps wirklich Unsinn, häufig stellt sich dann allerdings auch heraus, DASS es offensichtlich einen bislang nicht be- oder erkannten Bedarf gab, weil diese Apps brutal erfolgreich werden. Man denke nur an Snapchat und Co…

Nun, ob die App, die ich heute kurz vorstellen will, erfolgreich wird, kann man noch nicht sagen. Aber allein deren Herkunft gebietet, dass man sich einmal mit ihr befassen sollte.

Die Rede ist von boomerang.

boomerang ist eine – sagen wir mal – „Fotoapp“ von Instagram.

Nanu, werden sich jetzt einige fragen, Instagram ist doch selber eine Fotoapp, mit der man Fotos und Schnappschüsse mit einem gewissen Set an Filtern und Effekten bearbeiten und dann mit Freunden teilen kann. Was ist dann boomerang?

boomerang ist eine App (für iOS und Android), die sehr einfach eine in sehr schneller Folge geschossene Serie von Fotos produziert, aus denen dann Videos entstehen (also so eine Art Daumenkino, wenn man so will, nicht unähnlich einem animierten GIF), die dann in einer Endlosschleife laufen und die man dann natürlich wieder in seinen Netzwerken (allen voran Instagram und Facebook) und Messenger-Diensten teilen kann.

Folgendes Videos zeigt das recht schön mit bunten Bildern…

Das ganze erinnert im Prinzip so ein wenig an sog. Vine-Videos. Allerdings ist der große Unterschied, dass man boomerang-Videos nicht wie Vines quasi „in Ruhe“ aus einzelnen Bildern zusammensetzen kann (wie beim Stopmotion), sondern dass diese wirkliche „One-Takes“ sind.

Und zweitens: boomerang-Videos sind radikal kurz. Das dachte man zwar von Vines auch schon, hatten diese doch eine maximale Länge von sechs Sekunden, aber boomerangs kommen auf gerade mal eine Sekunde und dann laufen sie wieder von vorne los.

Als ich kürzlich über diese neue App getwittert habe, ergab sich spontan eine Art Challenge rund um die Fragen:

Taugt boomerang was für das Personalmarketing?

Und:

Kann man ein-sekündige Recruitingvideos erstellen?

Beteiligt: Einige der (Un-)usual Suspects: Michael Witt, Robindro Ullah und Jan Hawliczek.

Und so überraschte es dann auch nicht, dass Michael Witt – im echten Leben für das Recruiting bei VOITH zuständig (und als solcher auch als „Personalmarketinginnovator des Jahres“ ausgezeichnet) – kurze Zeit später lieferte. Immerhin hat er (seinerzeit noch gemeinsam mit Robindro Ullah) bei VOITH ja auch als erster sechs-sekündige Vine-Videos zu Personalmarketingzwecken produziert (wir berichteten…).

Die ersten beiden Resultate dieser Experimente möchte ich Euch nicht vorenthalten.

Klar, das ist noch sehr experimentell. Und mir geht es tatsächlich etwas zu schnell. Das könnte man jetzt wohlwollend so auslegen, dass meine Aufmerksamkeitsspanne (im Gegensatz zu vielen GenZs) noch für mehr als ein paar Sekunden ausgelegt ist. Man könnte auch meinen, dass ich einfach zu lange brauche, um den Inhalt zu raffen (im Gegensatz zu vielen GenZs).

Aber letztlich würde ich auch bei ein-sekündigen boomerangs argumentieren, dass das Video selber ja nicht die ganze Story erzählen soll, sondern möglicherweise nur der „Aktivator für mehr ist“:

Ich kann mir bspw. gut vorstellen, das boomerang-Video als Bewegtbild-Content in einer Stellenanzeige zu hinterlegen, der das Augenmerk darauf lenkt und dann möglicherweise aktiviert, sich mit den weiteren Inhalten der Stellenanzeige zu befassen. Auch kann ich mir so einen Videoloop in meinem Instagram-Stream gut vorstellen mit weiterführenden Inhalten und Informationen auf der verlinkten Karriere-Website.

Wie auch immer. Ich habe keine Ahnung, ob die Welt boomerang gebraucht hat. Ob es sich für Recruitingvideos eignet oder sogar dafür durchsetzt? Weiß ich auch nicht. Auf jeden Fall setzt es in einer immer zappeligeren Informationsflut den aktuell krassesten Kontrapunkt zu Longform-Content…

Was meint Ihr? Steckt da mehr drin?

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Jo Diercks

Geschäftsführer bei CYQUEST GmbH
Ich bin Gründer und Geschäftsführer der CYQUEST GmbH und der Mi4 GmbH. CYQUEST beschäftigt sich mit dem Thema Recrutainment, also dem Einsatz spielerisch-simulativer Methoden im Online-Assessment, Employer Branding und Recruiting. Im Recrutainment Blog berichte ich regelmäßig hierüber. Mi4 ist als Unternehmensberatung auf Themen des Online-Marketings und eCommerce spezialisiert.

3 Gedanken zu „boomerang. Neue App von Instagram produziert „Ein-Sekunden-Videos im Loop“. Auch für Personalmarketing interessant?

  1. Finde Boomerang toll. Ist grundsätzlich keine neue Technologie, wie du bereits erwähnt hast, aber für Instagram ist es ein witziges Gimmick und gleichzeitig auch ein Blickfang. Wieso also nicht fürs Personalmarketing und Stellenanzeigen nutzen? Wenns eine Informationsebene zusätzlich liefert, kreativ und witzig ist, why not?! Die die Instagram haben könnten theoretisch auch episodenhafte Stories erzählen.

  2. Moin Jo,
    eine kleine Korrektur zu deinem Beitrag. Im Gegensatz zu Vine und den Loops haben wir hier eine Video Schaukel. Es geht immer vor und zurück. Es läuft nicht im Kreis. Das ist ein wesentlicher Aspekt, der die Boomerangs so spannend macht – denn dadurch kannst du wiederum sehr interessante kurze Jobsequenzen aufnehmen, die entweder zufälliger Weise rückwärts auch Sinn machen oder eh aus einer Vorwärts- und Rückwärtsbewegung bestehen. Was zudem noch zu erwähnen ist: es ist „lediglich“ ein Content Produzierer, was meiner Meinung nach diesen „Viner“ Effekt nicht haben wird. Man ist kein Boomeranger, denn ein Boomerang Netzwerk gibt es ja nicht. Der dadurch fehlende Effekt ist, dass das man sich leider nicht so schnell gegenseitig hochschaukelt im positiven Sinne.

    Viele Grüße
    Robin

  3. Grüezi lieber Jo, danke für das Fundstück. Man möge mich nun als konservativen Schweizer belächeln. Meine Meinung ist klar (und stimmt natürlich wie immer zu 100%… :-)): Ein absolut nutzloser Quatsch. Wo soll da der Mehrwert sein? Gesehen. Gelacht. Gelöscht. Ich bin klar nicht der Meinung, dass jede Spielerei, die irgendwo in einer Garage ersonnen wird, auch einen Mehrwert für das Personalmarketing hat. Im Gegenteil – als Bewerber käme ich mir echt nicht ernstgenommen vor.

    Herzlich
    Jörg

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