´Emotional Web´: Facebook führt ´Dislike-Button(s)´ ein. Was heißt das für das Employer Branding?

Vielleicht habt Ihr ja bereits davon gehört: Facebook wird einen „Dislike-Button“ einführen. Wobei das nur ein Teil der Wahrheit ist: Wenn das was gegenwärtig in Irland und Spanien ausprobiert wird insgesamt so ausgerollt wird, dann schenkt uns Facebook sogar sechs neue Gefühle…

Statt also nur den „Daumen nach unten“ einzuführen, was im Prinzip schon seit Jahren gefordert und nun angesichts der Debatte um Hasskommentare und deren (unter Umständen strafrechtliche) Verfolgung sehr heiß diskutiert wurde, führt Facebook allem Anschein nach Buttons für Liebe, Lachen, Freude, Überraschung, Trauer und Wut ein.

Das gewählte Stilmittel: Emojis, die viele ja bereits aus Messengern wie WhatsApp, dem Facebook Messenger selber oder von Skype kennen.

Einige Beobachter wie Social Trademark-Chef Ibrahim „Ibo“ Evsan sehen unter anderem hierin Ausdruck einer Entwicklung hin zum „Emotional Web“, wobei ich ehrlich gesagt „Web“ in diesem Zusammenhang etwas hoch gegriffen finde, ob der „Walled Garden“-Strategie, die insb. Facebook (aber auch andere wie Apple) verfolgen.

Sicherlich erweitert aber die Einführung verschiedener Gefühls-Buttons bei Facebook die Klaviatur dessen, was schnell und einfach an Emotionen zu einem Post ausgedrückt werden kann.

Facebook versetzt das unzweifelhaft in die Lage Stimmungen und vor allem „die Richtung“ von Emotionen deutlich einfacher zu erkennen und auswertbar (und damit vermarktbar) zu machen als das über die ungleich komplexere semantische Analyse von Freitext-Kommentaren der Fall ist. Und sicherlich werden erheblich mehr Menschen etwa von einem „Wut- oder Überraschungs-Button“ Gebrauch machen als sich vorher extra die Mühe gemacht haben, einen entsprechenden Kommentar zu verfassen.

Was heißt das nun für das Employer Branding bzw. das Personalmarketing?

Nun, ich bin überzeugt, dass es auch die Unternehmen in die Lage versetzen wird, sehr viel besser zu verstehen, welche Emotionen Nutzer ihrer Arbeitgebermarke gegenüber empfinden. Statt also stumpf die Anzahl „Likes“ auf einen Post zu zählen und dann mehr oder weniger hineininterpretieren zu müssen, was die Nutzer damit wohl gemeint haben könnten, kann man so sehr viel genauer erkennen, welcher Art die Gefühle sind.

Wir haben ja kürzlich einen Test zur Messung von „unternehmenskultureller Passung“ vorgestellt. Da geht es ebenfalls darum, etwas eigentlich eher weiches und oftmals als „schwammig“ wahrgenommenes konkret greif- und messbar zu machen.

Kulturmatcher_Profil

Wenngleich auf einem anderen qualitativen Niveau (der Kulturmatcher ist ja ein richtiger Test) könnte ich mir vorstellen, dass Facebooks Gefühls-Buttons durchaus auch in der Lage sein können, eine emotionale Einstellung von Nutzern gegenüber der jeweiligen Arbeitgebermarke zähl- und damit greifbarer zu machen.

Ich könnte mir vorstellen, dass Facebooks neue Like- und Dislike-Emojis dem Social Media Personalmarketing und -Recruiting durchaus einen neuen Schwung verleihen könnten.

Was meint Ihr?

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Jo Diercks

Geschäftsführer bei CYQUEST GmbH
Ich bin Gründer und Geschäftsführer der CYQUEST GmbH und der Mi4 GmbH. CYQUEST beschäftigt sich mit dem Thema Recrutainment, also dem Einsatz spielerisch-simulativer Methoden im Online-Assessment, Employer Branding und Recruiting. Im Recrutainment Blog berichte ich regelmäßig hierüber. Mi4 ist als Unternehmensberatung auf Themen des Online-Marketings und eCommerce spezialisiert.

Ein Gedanke zu „´Emotional Web´: Facebook führt ´Dislike-Button(s)´ ein. Was heißt das für das Employer Branding?

  1. Interessante Sichtweise. Sicher sind solche Neuerungen bei sozialen Netzwerken schon immer mit Veränderungen im Nutzerverhalten einher gegangen.

    Was das „Problem“ bleiben wird, ist die Tatsache, dass kaum einer diese neuen „Emotionen“ analysieren, bewerten, interpretieren und somit für sich nutzen kann.

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