#EYInstaTakeOver – Consultant for a week. Endlich ein gelungenes Beispiel für Employer Branding über Instagram

Aktuell wird in vielen Personalmarketingblogs diskutiert, inwieweit Instagram neue Chancen im Personalmarketing bietet. Ich habe unlängst darüber hier im Blog berichtet und auch die Wollmilchsäue beschäftigt dieses Thema. Für alle Employer Brander gibt es hier gleich in zwei Teilen eine Anleitung zur Nutzung von Instagram im Personalmarketing.

Quasi zeitgleich hat EY eine spannende Mitarbeiterkampagne lanciert, die viele theoretische Aspekte der beiden Artikel praktisch vereint. Im Rahmen vom „#EYInstaTakeOver“ übernimmt ein Mitarbeiter von EY den Instagram-Account für eine Woche und bietet den Instagram-Followern die Möglichkeit, spannende und authentische Einblicke in seinen Berufsalltag zu erleben.

So etwas nennt man in der Fachsprache des Content Marketings Rotation Curation, d.h. der Inhalt wird im Rotationsverfahren durch Mitarbeiter erstellt bzw. „kuratiert“. RWE betreibt auf diese Weise den RWE Unternehmens-Karriere-Twitter-Kanal, worüber wir hier vor einiger Zeit einmal berichtet haben…

Nun also EY bei Instagram…

Grund genug für uns bei EY einmal nachzufragen, wie es zu dieser Idee kam und wer den EY Channel in Zukunft noch übernehmen wird. Ich habe Marisa Leutenecker, Employer Branding Expert bei EY, um ein Interview gebeten:

Hallo Marisa,  danke, dass du dir die Zeit nimmst und uns ein Interview zu dem wirklich sehr aktuellen und spannenden Thema – Personalmarketing via Instagram – gibst. Magst du dich unseren Lesern zunächst kurz vorstellen?

Marisa_foto_swSehr gerne. Ich bin Marisa Leutenecker und bin seit Anfang des letzten Jahres im Employer Branding Team von EY. Als Employer Branding Experte bin ich für die recruitingbezogenen Digital- und Media-Aktivitäten von EY verantwortlich. Die Konzeption und Weiterentwicklung unserer Social-Media-Aktivitäten und -Kampagnen spielt dabei natürlich eine sehr große Rolle.

EY ist seit kurzem bei Instagram aktiv und gehört damit in Deutschland zu einem der ersten Unternehmen mit einem Employer Branding Account. Was versprecht ihr euch davon?

Wir möchten unseren Bewerbern einen authentischen Einblick hinter die Kulissen von EY bieten und den Arbeitsalltag in der Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und im Consulting erlebbar machen. Aus diesem Grund bieten wir schon seit langem Bachelorstudierenden (zwischen dem 1.-3. Semester) die Möglichkeit, EY im Rahmen eines Backstage Days – einem 1-Tages-Praktikum in der Steuerberatung bzw. Wirtschaftsprüfung – kennenzulernen. Um auch außerhalb des Backstage Days möglichst realistische Einblicke zu gewähren, war es für uns nur ein logischer Schritt, auch Instagram zu nutzen und hier in Form von Bildern insbesondere unsere jüngere Zielgruppe,  Schülern und Studierenden, die Unternehmenskultur und die Berufsfelder und Tätigkeiten bei EY näher zu bringen. Und wem kann dies besser gelingen, als unseren Mitarbeitern selbst?! Daher haben wir die Mitarbeiterkampagne #EYInstaTakeOver entwickelt.

Ein weiterer wichtiger Grund, Instagram als zusätzlichen Kommunikations- und Dialogkanal in den Digital-Mix unserer Employer Branding Aktivitäten zu integrieren, war im Übrigen auch das Bestreben, dem aktuell stattfindenden Shift im Social-Media-Nutzungsverhalten gerecht zu werden und genau dort mit Talenten in Dialog zu treten, wo sie sich aufhalten. Für einen Großteil der Schüler und Studenten hat Instagram in seiner Bedeutung und Nutzungsintensität den Platzhirsch Facebook bereits heute überholt – auch in Deutschland.

Durch einige Analysen haben wir außerdem festgestellt, dass EY bereits vor dem Launch des Channels, zum 1. April diesen Jahres,  mit User-Generated-Content auf Instagram als Arbeitgeber präsent war. Nämlich durch die Beiträge unserer Mitarbeiter und Bewerber, die ihre Arbeitserlebnisse und -erfahrungen mit der Instagram Community teilten, noch bevor es unseren offiziellen EY Account überhaupt gab.

Wie darf man sich die Mitarbeiterkampagne #EYInstaTakeOver denn vorstellen?

Bei #EYInstaTakeOver übernehmen EY Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Fachbereichen und EY Standorten für jeweils eine Woche den Instagram-Account von EY. Das TakeOver findet im monatlichen Rhythmus statt.

Den Anfang hat Fabian gemacht, der seit Oktober letzten Jahres das EY Traineeprogramm AdvisoryPLUS in München absolviert. In seiner Woche haben ihn die Instagram-Follower zum Mandanten begleitet, über seinen anstehenden Auslandsaufendhalt ausgefragt und beim Training-on-the-Job über die Schultern geschaut. Das obligatorische Foto vom Mittagessen durfte dabei genauso wenig fehlen, wie das Selfie von Fabian auf dem Weg zur Arbeit.

Bei der Kampagne ist es uns wichtig, dass die Mitarbeiter nach Lust und Laune aus ihrem Arbeitsalltag berichten und dadurch EY als Arbeitgeber mit all seinen Facetten und Persönlichkeiten erlebbar machen und ein Gesicht geben.

Damit beweist EY ein großes Vertrauen in seine Mitarbeiter, die beim #EYIntaTakeOver den EY Channel eigenverantwortlich bespielen.

Ja, natürlich. Aber mit der zunehmenden Nutzung von Social Media kann und ist jeder Mitarbeiter ohnehin Unternehmensbotschafter, z. B. durch Kommentare und Beiträge in Social Networks. Klassische Massenmedien fungieren nicht mehr alleinig als Gatekeeper von Informationen. Die Arbeitgebermarke wird zunehmend durch den Mitarbeiter selbst geprägt und gebildet – auch und insbesondere im Social Web. Daher ist es auch hier die logische Konsequenz für EY diese authentischen Botschafter –  insbesondere in unsere Social-Media-Kommunikation – zu inkludieren und zu involvieren.

Und übrigens: Natürlich werden unsere Mitarbeiter, die sich am #EYInstaTakeOver beteiligen, von uns im Voraus und auch während der Kampagnen gecoacht und betreut.

Und seid ihr zufrieden mit eurem ersten #EYInstaTakeOver? Hast du ein paar Fakten für mich?

Grundsätzlich steht unser Instagram Account –  wie du es zu Beginn an erwähnt hast –  erst am Anfang. Daher war es das Ziel, mit relevanten und spannenden Inhalten unsere Community zu vergrößern, mit unserer Zielgruppe in den Dialog zu treten und spannende Insights zu geben.

Das erste #EYInstaTakeOver vom 27. bis 30. April ist sehr positiv verlaufen, denn es hat dazu geführt, dass die Follower-Anzahl innerhalb von vier Tagen mit insgesamt 18 Posts von Fabian um knapp 80 auf 229 Follower angestiegen ist. Die guten Wachstumskennzahlen sind natürlich nur eine Facette des Erfolgs. Uns hat es besonders gefreut, dass auch das Engagement – also Likes und Kommentare – durch die Instagram-Posts von Fabian deutlich angestiegen sind. Schön war es auch zu beobachten, dass bei einigen Posts und Themen spannende Dialoge zwischen den Usern und Fabian entstanden sind.

Ein weiterer unerwarteter Erfolg war es, dass wir während und nach dem ersten #EYInstaTakeOver zahlreiche Anfragen von Mitarbeitern erhalten haben, die ihre EY Erlebnisse mit den Instagram-Nutzern teilen wollen und sich für die nächste Kampagne angeboten haben. Dabei zeigt sich einmal mehr, dass diese Mitarbeiterkampagnen nicht nur für das externe Employer Branding einen wichtigen Wertbeitrag leisten, sondern auch intern Wirkung erzeugen.

Und wie geht es nach dem ersten erfolgreichen Start denn nun weiter?

Die nächsten #EYInstaTakeOver sind bereits in der Planungsphase. Besonders freuen wir uns auf das TakeOver von Florian, er erlebt momentan eine spannende Zeit in Miami als EY Set Sail Praktikant, dem Auslandsentsendungsprogramm von EY. In seinen aktuellen Arbeitsalltag und internationalen Erlebnisse können die EY Instagram-Follower Ende Mai eintauchen. Florian hat uns übrigens über Master Your Career, unserem Karriereevent in London kennengelernt, über das du hier im Blog auch berichtet hast.

Liebe Marisa, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, unseren Lesern einen kurzen Einblick in eure erste Instagram-Kampagne zu geben. Ich bin sehr gespannt darauf, was wir in den nächsten Monaten im Rahmen vom #EYInstaTakeOver noch sehen werden.

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Jo Diercks

Geschäftsführer bei CYQUEST GmbH
Ich bin Gründer und Geschäftsführer der CYQUEST GmbH und der Mi4 GmbH. CYQUEST beschäftigt sich mit dem Thema Recrutainment, also dem Einsatz spielerisch-simulativer Methoden im Online-Assessment, Employer Branding und Recruiting. Im Recrutainment Blog berichte ich regelmäßig hierüber. Mi4 ist als Unternehmensberatung auf Themen des Online-Marketings und eCommerce spezialisiert.

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