Virtual- und Augmented Reality in Personalmarketing und Recruiting!? Magic Leap als Wegweiser?

Es gibt für mich drei Themen, die ich für die spannendsten Zukunftsbereiche der Arbeitgeberkommunikation und Personalgewinnung halte:

  • Matching
  • Unternehmenswerte und Kultur
  • Virtual- und Augmented Reality

Zum Matching habe ich speziell in den letzten Wochen einiges geschrieben und es wird auch noch einiges kommen. Versprochen. Unternehmenskultur wurde gerade erst wieder durch die Deloitte Studie Global Human Capital Trends als DIE globale Herausforderung Nummer eins im Bereich Talent herausgestellt. Und auch hierzu findet sich im Recrutainment Blog schon so einiges. Insb. auch die Verbindung beider Themen, also Matching UND Unternehmenskultur wird in der näheren Zukunft einiges spannendes zu Tage fördern, so viel sei hier schon mal verraten…

Doch was hat es mit Thema drei auf der Liste oben auf sich? Virtual- und Augmented Reality…

Tja, werden viele jetzt denken, das ist doch voll der alte Hut. Das hatten wir doch schon als große Vision zu New Economy-Zeiten, bald zwanzig Jahre her… Ist nie wirklich gekommen und überhaupt, was hat das mit Arbeitgebermarketing und Recruiting zu tun…?

Nun, wir haben in Deutschland manchmal so ein bisschen die Attitüde, Dinge kurz zu hypen und dann, wenn sich der Erfolg nicht sofort einstellt, wieder in die Ecke zu stellen und mit dem Label zu versehen:

War ja klar, dass das nicht funktioniert!

(…denn wenn das ginge, dann hätte es ja längst jemand anderes erfunden…)

Hier wirkt scheinbar immer noch Goethes Egmont nach: Himmelhoch jauchzend, zu(m) Tode betrübt… Heimlich freut man sich dann, wenn z.B. Google die Weiterentwicklung von Google Glass einstellt und denkt sich: „Schön, dann kann ich mich ja wieder hinlegen…“ ;-)

Das war so mit dem Thema Social Recruiting und das war auch ganz lange so mit dem Thema Mobile (Recruiting). Beides hochgejubelt (im Falle von Mobile übrigens auch bereits vor beinahe 20 Jahren…) und dann enttäuscht weggelegt und nun muss man sich mühsam mit dem Gedanken arrangieren, dass diese Dinge Teil der Realität geworden sind (und damit – wie langweilig – genau in der Mitte zwischen Hype und Flop liegen).

Virtual- und Augmented Reality also… Ich will nicht das große Fass aufmachen, von wegen „der Arzt, der die Herz-OP durchführt, obwohl er Tausende von Kilometern entfernt ist“ oder ob es „wirklichen Cybersex“ geben wird und so, nein das hier ist ein Blog zu Themen des Arbeitgebermarketings und Recruitings…

Ich hatte in den letzten Wochen zwei Beiträge, die Fingerzeige geben, in welche Richtung es gehen könnte. In einem Beitrag ging es um den Einsatz von Oculus Rift – also „Virtual Reality“ – bei der British Army, und zwar zu Zwecken des Realistic Job Preview. Der andere Beitrag drehte sich um die Erkennung von menschlichen Emotionen mit Hilfe der Datenbrille Google Glass, einem Forschungsprojekt des Fraunhofer Instituts. Bei diesem Projekt steht zwar erst einmal ein klinischer Verwendungszweck im Vordergrund (z.B. Unterstützung für Menschen mit Asperger), man kann sich aber mit ein wenig Fantasie auch Verwendungsmöglichkeiten in beobachtungsbasierten Assessment (Center-) Kontexten vorstellen. Damit wären wir also beim Einsatz von „Augmented Reality“ zu Zwecken der Personalauswahl, des Recruitings.

Bei „Virtual Reality“ ist also alles was man sieht „künstlich erzeugt“ (was nicht heißt, dass es nicht seeehr realistisch sein kann…), bei „Augmented Reality“ wird die Wirklichkeit um künstliche Elemente erweitert, indem physisch vorhandene Dinge und virtuelle Dinge / Informationen in einem Sichtfeld zusammengefügt werden.

Magic Leap veröffentlicht Augmented Reality Demo

Mein heutiges Beispiel geht hierbei eher in letztgenannte Richtung – Augmented Reality. Hier stellte das erst kürzlich mit mehr als einer halben Milliarde Dollar ausgestattete (u.a. von Google und Qualcomm) Unternehmen Magic Leap in einem Demovideo vor, was Augmented Reality inzwischen kann.

In diesem konkreten Fall wurde ein Bürosetting (und zwar ein echtes, kein nachempfundenes oder „virtuelles“) genommen und dann eine virtuelle Handlung „hineingelegt“…

Nun ja, hier werden angreifende Roboter abgeschossen… Und auch wenn es zuweilen auch im Arbeitsleben Situationen geben mag, in denen man seine Kollegen am liebsten zum Mond schießen möchte, dürfte das so sicherlich keine wirklich realistische berufliche Situation sein.

Aber man braucht ja nun nicht mehr sooo viel Fantasie, sich hier auch Szenen und Handlungen vorzustellen, die sehr wohl realistische Einblicke ermöglichen (wie sieht es bei dem Unternehmen eigentlich aus? was kommen da für typische Situationen auf einen zu? was für Aufgaben übernimmt man bei dem Unternehmen/in dem Job etc.) und vor allem die es ermöglichen, solche Aufgaben auch einmal selber zu übernehmen

Wenn es jetzt also in dem Setting nicht darum ginge, Roboter abzuschießen (wie in dem Demo), sondern z.B. eine Maschine zu bedienen, ein Meeting abzuhalten, ein Verkaufsgespräch zu führen, ein Flugzeug zu fliegen, E-Mails zu bearbeiten, ein Gericht zu kochen, einen Konstruktionsplan zu erstellen oder was weiß ich, dann wäre Augmented Reality DAS Instrument, um authentische Einblicke zu gewähren und/oder (wahlweise) realistische Auswahl- und Assessment-Situationen zu kreieren.

Man erahnt, was sich für Möglichkeiten sowohl für das Personalmarketing, Employer Branding, die Berufsorientierung, für Self-Assessments und Recrutainment Applikationen als auch im Recruiting und in der Personalauswahl ergeben…

Wird noch ein wenig dauern, bis es soweit ist, aber ich würde mich auf keinen Fall wieder schlafen legen und denken, dass das Thema wieder von alleine vorübergeht…

Auf jeden Fall kann ich jedem HR´ler nur raten, sich mal selber eine Datenbrille wie Oculus Rift oder Samsungs Gear VR (was übrigens quasi eine Kombination aus einer Oculus Brille und einem „eingesteckten“ Samsung Note 4 Phablet bzw. jetzt auch einem Galaxy S6 Smartphone ist) aufzusetzen. Man sieht die (HR-) Welt anschließend ein bisschen anders – im wahrsten Sinne…

Wer das mal erleben möchte, der kann sich ja schon mal den 10. September für die Teilnahme an der HR-Edge vormerken… :-)

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Jo Diercks

Geschäftsführer bei CYQUEST GmbH
Ich bin Gründer und Geschäftsführer der CYQUEST GmbH und der Mi4 GmbH. CYQUEST beschäftigt sich mit dem Thema Recrutainment, also dem Einsatz spielerisch-simulativer Methoden im Online-Assessment, Employer Branding und Recruiting. Im Recrutainment Blog berichte ich regelmäßig hierüber. Mi4 ist als Unternehmensberatung auf Themen des Online-Marketings und eCommerce spezialisiert.

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