So geht die Candidate Experience ja gut los. Leicht drunter, signifikanter Anstieg. Wie denn nun? Universal McCann verwirrt Bewerber…

Vor ein paar Tagen haben wir die Blogger-Challenge zum „Jahr der Kandidaten“ gestartet. Tenor: Achtet (auf) Eure Bewerber…

Da starten wir gleich mal wieder mit einem Fundstück, das zeigt wie man im Prinzip gleich am Anfang eines möglichen Bewerbungsprozesses so einiges falsch machen kann…

Konkret fiel dieses Fundstück den Argusaugen meiner Frau in dem Magazin careermag, einer Beilage der Werber-Zeitung HORIZONT auf. Dort werden regelmäßig die Traineeprogramme einer ganzen Reihe von Mediaagenturen und Unternehmen aus den Medien vorgestellt.

Dabei u.a. auch das Traineeprogramm der Werbe- und Mediagröße Universal McCann.

Dort heißt es zur Frage des Gehalts:

Das Gehalt liegt leicht unter dem Niveau eines Juniors.

Zur Position nach Abschluss des Traineeprogramms heißt es:

Ziel ist es, die Trainees nach erfolgreich beendetem Traineeprogramm als Junior in der jeweiligen Abteilung zu übernehmen. 99% Übernahmequote. Signifikanter Gehaltsanstieg nach Beendigung des Traineeships.

Was fällt auf? Also, während des Traineeprogramms liegt das Gehalt „leicht unterhalb“ des Juniors. Ziel des Traineeprogramms ist es, danach als Junior übernommen zu werden. Dabei steigt das Gehalt aber „signifikant“ an… Hmm, von leicht drunter steigt es signifikant an…

WAS soll das einen potentiellen Interessenten sagen?

Also, ich will jetzt gar nicht darauf rumreiten, dass der Terminus „signifikant“ eigentlich definitorisch festgelegt ist und nicht nach Geratewohl verwendet werden sollte, zumindest wenn wir diesen auf Zahlen und deren Veränderung anwenden. Aber selbst wenn wir „signifikant“ rein linguistisch verstehen und mit „bedeutsam“ übersetzen, dann kann es vieles bedeuten, ganz sicher aber nicht „leicht“…

Oder wird hier ein Trick der Prozentrechnung angewendet? Vielleicht liegt das Gehalt des Trainees sagen wir mal bei 97% des Gehalts des Juniors und damit „leichte“ drei Prozent niedriger. Bei gleichen Zahlen liegt dann aber das Gehalt des Juniors bei 103,092% des Gehalts des Trainees und damit „signifikante“ (knapp 3,1%) höher…  ;-)

Ja ja, die liebe Prozentrechnung… Es kommt eben immer auf die Perspektive an.

Egal wie, es ist verwirrend. Es provoziert Nachfragen (die die GenY so gern stellt und die Personaler so ungern bekommen). Es ist nicht transparent, klar und eindeutig.

Und damit ein relativ schwieriger Start für eine gute Candidate Experience…

Aber vielleicht ist es ja auch egal, denn der GenY ist das Gehalt ja eh egal, solange es Sinn und coole Arbeitsatmosphäre gibt. Und das alles gab es in der Werbung ja schon immer, in rauen Mengen.

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Jo Diercks

Geschäftsführer bei CYQUEST GmbH
Ich bin Gründer und Geschäftsführer der CYQUEST GmbH und der Mi4 GmbH. CYQUEST beschäftigt sich mit dem Thema Recrutainment, also dem Einsatz spielerisch-simulativer Methoden im Online-Assessment, Employer Branding und Recruiting. Im Recrutainment Blog berichte ich regelmäßig hierüber. Mi4 ist als Unternehmensberatung auf Themen des Online-Marketings und eCommerce spezialisiert.

2 Gedanken zu „So geht die Candidate Experience ja gut los. Leicht drunter, signifikanter Anstieg. Wie denn nun? Universal McCann verwirrt Bewerber…

  1. Vielleicht sollten wir auch einmal über *Unternehmer-Experience* sprechen! Ist immer recht einseitig…

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