Wempe recrutaint seine Bewerber im selfmade SelfAssessment: „Dem Wempe Test“

Beim Personalerforum am 03.06.2014 lauschten ca. 40 Teilnehmer Petra Meinking (Tchibo) und Jo Diercks zum Thema Recrutainment, konkret am Beispiel Tchibo. Im Rahmen der Veranstaltung erzählte Negar Nazemian, dass WEMPE auch bereits vom Recrutainment-Ansatz übezeugt ist und ebenfalls Selbsttests einsetzt. Besonders spannend daran: WEMPE hat diese selbst erstellt und umgesetzt. Das hat uns natürlich neugierig gemacht! Beim anschließenden „Nett-Working“ haben wir Negar direkt um ein Interview gebeten. Nach der Urlaubszeit haben wir es diese Woche nun endlich auch geschafft und Negar zu den „WEMPE-Tests“ befragt. Das Interview wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten – also here u r:

Hallo, liebe Negar, du hast während des Vortrags von Jo erzählt, dass ihr bei WEMPE auch vom Recrutainment-Ansatz überzeugt seid und auch schon umgesetzt habt. Magst du dich unseren Lesern kurz vorstellen, bevor du darauf eingehst, was man so spannendes auf eurer Seite findet?

Negar Nazemian

Klar, gerne. :-)

Hallo, ich bin Negar und seit mittlerweile über fünf Jahren Referentin bei WEMPE. Verantwortlich bin ich für die Weiterentwicklung unserer Employer Branding- und Personalmarketingmaßnahmen. Außerdem bearbeite ich mit der Personalleiterin zusammen strategische Themenfelder für übergeordnete Personalthemen, wie z. B. Auswahlinstrumente, Personalentwicklung, Trainings, High Potential- & Train the Trainer-Programme und Beurteilungssysteme etc.

Weiterhin bin ich verantwortlich für die Entwicklung, Planung und Umsetzung von E-Learning-Trainingseinheiten im Rahmen unserer WEMPE-Akademie. Außerdem seid ihr bei mir richtig, wenn es um Duale Studiengänge, die Wempe-Karriereseite, die Karriereseite auf Facebook sowie das Social Media Monitoring geht.

Wempe Test_Verkauf

WEMPE verfügt seit einiger Zeit auf der Karriere-Seite über zwei „Selbsttests“, einmal den sogenannten Wempe-Test und zum anderen den Uhrmacher-Test. Hier kann der User herausfinden, ob er in unser Unternehmen passt, also ein hohes Maß an Serviceorientierung mitbringt und Freude im Umgang mit anspruchsvollen Kunden und Luxusprodukten hat. Im Wempe-Test möchten wir alle ansprechen, die sich für eine Tätigkeit im Verkauf interessieren.

Beim Uhrmacher-Test geht es um das Verständnis für Qualität, Präzision und handwerkliches Können. Dieser teilt sich auf in „12 Fragen rund um die Uhr“:

Wempe_12 Fragen rund um die Uhr

und „Was wissen Sie über ein Uhrwerk?“:

Wempe_Uhrmachertest

Bei letzterem muss der User Bauteile eines Uhrwerks mit der Maus in die richtige Position ziehen. Die einzelnen Elemente und Baugruppen werden in einfacher Form anschaulich dargestellt und erklärt. Hiermit möchten wir diejenigen ansprechen, die fasziniert vom präzisen Zusammenspiel kleinster Bauteile sind und Interesse für die Mechanik mitbringen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, euren Bewerbern Selbsttests auf der Seite zur Verfügung zu stellen?

Es ist und war schon immer unser Ziel, kompetente und engagierte Mitarbeiter zu gewinnen. Um diesen ein besseres Verständnis für die „Wempe-Kultur“ zu vermitteln, haben wir uns dazu entschieden, einen kleinen Einblick in die tägliche Arbeit zu geben und den Interessenten mit auf die Reise zu nehmen. Der User soll situativ entscheiden, was er als Wempe-Mitarbeiter tun würde. In diesem Zusammenhang ist es noch wichtig zu erwähnen, dass es bei den Fragen zu den Beratungssituationen und den Kundengesprächen kein absolutes richtig oder falsch gibt. Es gibt immer eine optimale Lösung und eine zweitbeste, drittbeste etc.! Die Kombination aus den gegebenen Antworten ergibt am Ende das Gesamtfeedback.

Wie lief die Umsetzung bei euch intern? Also von der ersten Idee bis zum tatsächlichen Going-Live?

Die Inhalte haben wir in Eigenregie erstellt. Zunächst starteten wir mit dem Wempe-Test, später kam dann der Uhrmacher-Test hinzu. Die Fragen zur Wempe Philosophie habe ich in unserer Personalabteilung im Team diskutiert und kurzerhand erstellt. Die Uhrenthemen waren schon etwas kniffliger, wenn man selbst kein Uhrmacher ist. Hier hat uns das Wempe Ausbildungszentrum in Glashütte unterstützt. Die überaus positive Resonanz hat uns nun bestärkt, den Recrutainment-Ansatz weiter zu verfolgen.

Wir wollten komplexe Sachverhalte klar strukturieren und damit erst einmal Orientierung bieten. Dabei muss nicht immer ein exorbitantes Budget zur Verfügung stehen. Mit Liebe zum Detail möchten wir digitale Lösungen entwickeln, die neue Maßstäbe setzen und überraschen, sei es im Recrutainment, als auch beispielsweise in unserem Wempe E-Learning Programm. Wichtig ist mir auch, individuelle Anwendungen zu produzieren, die auf höchstem ästhetischem und technischem Niveau funktionieren. Alles andere würde nicht zu Wempe passen. Am letzteren werden wir im nächsten Jahr intensiv arbeiten, so dass die Website inkl. Tests nicht nur vom Desktop, sondern auch von den meisten Tablets angezeigt werden können. Im E-Learning ist uns dies bereits schon prima gelungen.

Du hast schon angedeutet, dass die Selbsttests bei euren Bewerbern sehr gut ankommen. Woran machst du das fest?

Ich werte natürlich die Besucherzahlen auf unserer Karriere-Seite regelmäßig aus. Der Selbsttest ist einer der am häufigsten aufgerufenen Bereiche. So haben wir dadurch auch die durchschnittliche Verweildauer auf der Karriere-Seite nahezu verdoppelt. Der Wempe-Test wird im Durchschnitt ca. 12 Mal am Tag bis zum Schluss durchgeführt, der Uhrmacher-Test ca. 5 Mal – bei ca. 160 Sitzungen eine recht gute Ziel-Conversion-Rate, wie ich finde. Zudem tun wir auch einiges an Off-Page-Maßnahmen, um mehr Traffic auf der Seite zu erzeugen.

Toll, dass die Selbsttests so gut angenommen werden. Hast du das Gefühl, dass sie dem Bewerber wirklich helfen herauszufinden, ob er zu WEMPE passt?

Die Bewerber schätzen, dass sie bei WEMPE spielerisch herausfinden können, was sie im Job erwartet. Dazu muss man sagen, dass so etwas in der Branche bisher einmalig ist. Einige Bewerber fügen ihrer Unterlage auch einen Screenshot des Testergebnisses bei. Das zeigt das hohe Involvement und Interesse am Unternehmen. Ich denke auch, dass Sie sich freuen, wenn ein Arbeitgeber sich Gedanken macht und ihnen so etwas anbietet. Und da sind manche Arbeitgeber halt innovativer als andere. ;-)

Magst du unseren Lesern vielleicht noch einen kleinen Einblick in euer Unternehmen geben? Die meisten kennen WEMPE wahrscheinlich nur durch das stationäre Geschäft oder verbinden – so wie – ich ganz besondere Momente (wie bspw. den Kauf unserer Eheringe) mit euch. Wen sucht ihr? Wo stoßt ihr an eure Grenzen? Welche Zielgruppe ist besonders schwer zu finden?

Das freut mich natürlich sehr zu hören, dass Du diesen Moment mit Wempe-Schmuck besiegelt hast! ;-)

WEMPE ist Marktführer im Handel mit hochwertigen Uhren und Juwelen und zurzeit 32 Niederlassungen in Deutschland und in New York, London, Paris, Madrid, Wien und Peking– und ein von der Familie Wempe in der vierten Generation geführtes Traditionsunternehmen mit Stammsitz in Hamburg. Zusätzlich zu den Produkten der renommiertesten Uhrenmarken umfasst unser Sortiment unsere eigenen in Glashütte hergestellten und chronometergeprüften Uhrenlinien Wempe Zeitmeister und Wempe Chronometerwerke. In unserem Atelier in Schwäbisch-Gmünd fertigen wir seit über 100 Jahren den Wempe-Schmuck und die eigenen Linien der Marke BY KIM. Derzeit beschäftigen wir im In- und Ausland aktuell rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wovon die große Mehrheit in Verkauf und Beratung tätig ist. Die Ausbildung hat im Hause Wempe eine lange Tradition. Im Moment bilden wir hauptsächlich Handelsfachwirte, Duale Studenten und Uhrmacher (m/w) aus und suchen jedes Jahr Nachwuchs, was aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland zunehmend aufwendiger wird. Wir suchen regelmäßig auch engagierte Verkaufsberater und Uhrmacher ausgestattet mit fundiertem Fachwissen und sympathischer Persönlichkeit. Das Schöne ist: Bei Wempe hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, sein Wissen gezielt zu erweitern und sich sowohl beruflich als auch persönlich weiter zu entwickeln.

Dann kann ich dir ja nur einen Besuch auf unserem Praxisseminar am 24. September im Business Club empfehlen. Dort berichtet „Lange & Söhne“ über ähnliche Schwierigkeiten und wie sie für sich eine Lösung gefunden haben.

Ich komme gerne, wenn ich es zeitlich einrichten kann.

Liebe Negar, vielen Dank für das spannende Interview in dieser netten Atmosphäre. Ich finde eure SelfAssessments wirklich gut gelungen! Das zeigt, dass man auch als Mittelständler mit dem eigenen Know-how derartige Projekte anstoßen und umsetzen kann. Ich würde mich sehr freuen, wenn viele eurem Beispiel folgen und sich einfach einmal ausprobieren! Wer nicht über die internen Ressourcen verfügt darf natürlich weiterhin gerne uns fragen :-)

Herzlichen Dank für euer Interesse. Freut mich sehr, wenn wir von solch‘ fachkundiger Seite Lob erhalten. Wempe möchte als potenzieller Arbeitgeber weiterhin Benchmark in der Branche bleiben und Akzente setzen, insofern werden wir alle unsere Aktivitäten darauf ausrichten. Für das nächste Jahr planen wir einen z. B. Relaunch der Karriere-Seite mit vielen tollen, neuen Features und sicherlich auch einem Recrutainment-Ansatz. Die Generation Y-ler (und mich eingeschlossen) dürften sich besonders für diese Innovationen interessieren. :-)

The following two tabs change content below.

Levke Mohr

Projektmanagerin bei CYQUEST GmbH
Ich war bis Sommer 2014 Projektmanagerin bei der CYQUEST GmbH und betreute in dieser Rolle Projekte rund um die Themen: E-Assessment, SelfAssessment, Berufs- und Studienorientierung sowie Online-Employer-Branding. Da ich eine sehr hohe Affinität zu diesen Themen habe und auch meine Masterarbeit über die Akzeptanz von Online-Assessments geschrieben habe, brachte es mir viel Spaß zu diesen Themen zu bloggen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *