Werde Experte für die neue Arbeitswelt! Wie das? Interview mit ´Wevent´-Veranstalter Mark Poppenborg von intrinsify.me

Viel schreiben (und lesen) wir alle gerade über die Generation Y, wie sie so tickt, was sie so treibt und vor allem auch, wie sie von die Arbeitswelt von morgen beeinflussen wird (oder auch nicht…).

In diesem Fahrwasser ist seit einiger Zeit auch zu beobachten, dass sich die Plattformen und Veranstaltungen (Veranstaltungsformen), auf denen über diese Entwicklungen diskutiert wird, wandeln. Auch wenn wir alle immer noch fleißig Fachartikel und Bücher schreiben und dem gedruckten Wort huldigen, findet die eigentliche Fachdiskussion inzwischen in der Blogosphäre statt. Und auch wenn „klassische“ Tagungen und Kongresse sicherlich nach wie vor wichtig sind, gibt es inzwischen auch zahlreiche Unconferences wie die #tru-Reihe oder natürlich das alljährliche Klassentreffen beim HR-Barcamp (übrigens: das nächste findet am 26./27. Februar 2015 statt – merken!).

Und nun gibt es Anfang Juli eine Veranstaltung, die sowohl „neuartiges Event-Konzept“ ist als auch sich der Frage nach der „neuen Arbeitswelt“ widmet – das sog.

Wevent von intrinsify.me.

Um mehr darüber zu erfahren, habe ich mir Veranstalter und intrinsify-Mastermind Mark Poppenborg mal zum Interview geschnappt.

Also Mark, los geht´s…

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Hi Mark, Ihr veranstaltet nun bereits seit 2011 Eure sogenannten >>Wevents<<. Was genau ist ein Wevent? An wen richten sich diese Veranstaltungen und was ist das Besondere daran?

Bei unseren Wevents und überhaupt bei intrinsify.me dreht sich alles um die neue Arbeitswelt und moderne Unternehmensführung. Wir sind davon überzeugt, dass viele Menschen und Unternehmen sich nach einer Welt sehnen, in der man wieder Lust auf Leistung haben kann. Wo es weniger um politisches Taktieren, Bürokratie, Machtspielchen und Karriereleitern geht, sondern darum gemeinsam etwas Sinnvolles zu bewegen.

Auf unseren Wevents treffen sich Unternehmer, Angestellte, Studenten, Geschäftsführer und Querköpfen, die man in keine Schublade stecken kann. Jeder bringt seine teils ungewöhnlichen Erfahrungen, Tipps, Werkzeuge, Konzepte und Ideen ein. So lernen wir jedes Mal extrem viel voneinander. Überhaupt schaffen wir es irgendwie immer, mit einer lernenden und nicht mit einer mitteilungsbedürftigen Haltung an den Wevents teilzunehmen. Das macht diese Veranstaltungen für mich besonders.

Das nächste Wevent findet nun vom 4.-6. Juli in Essen statt. Der Aufruf: „Werde Experte für die neue Arbeitswelt„. Wie wird man denn durch die Teilnahme am Wevent Experte für die neue Arbeitswelt?

Viele Szenen haben ja die Eigenschaft sich irgendwann mehr mit sich selbst als mit ihrer Umwelt zu beschäftigen. Man bestätigt sich dann munter gegenseitig ohne noch irgendetwas Neues zu lernen. Dem wollen wir aus dem Weg gehen. Hinter dem von Dir angesprochenen Aufruf verbirgt sich eine Idee und ein Versprechen. Wir werden vor Ort auf der Straße mit Design Thinking Elementen richtig in Kontakt mit den Essener Arbeitgebern und Arbeitnehmern treten. Wir wollen deren Fragen, Stimmen und Probleme einfangen und dann direkt Lösungen für ihre Bedürfnisse entwickeln. In Kombination mit Open Space Sessions wo jeder seine eigenen Inhalte einbringen kann, schaffen wir so die Chance, uns noch mehr zu Experten für die neue Arbeitswelt zu entwickeln.

Die Wevents leben ja vom Mitmachcharakter und vom Input der Teilnehmer. Wie fließen diese Inputs denn in die Veranstaltung ein? Bietet Ihr dabei besondere Formate an oder findet sich buchstäblich alles spontan vor Ort?

Beides. Es findet sich sehr viel erst vor Ort und jeder behält die Verantwortung dafür, sich den maximalen Nutzen aus der Veranstaltung zu ziehen. Wir diktieren nichts. Trotzdem bieten wir aber auch einiges an Struktur an. Wir arbeiten für gewöhnlich mit einem angepassten Open Space Format, setzen World Cafés und dieses Mal eben auch Design Thinking Elemente ein. Wir hatten schon Wevents, wo sich eine kleine Gruppe aus Teilnehmern, die sich nicht kannten, komplett losgelöst um ein spontan entstandenes Projekt gekümmert hat. Also es ist alles möglich und erlaubt.

Sind an dem Wevent auch Unternehmen beteiligt?

Ja und das macht auch einen großen Teil des Nutzens aus. Es nehmen viele Mitarbeiter von unseren sogenannten Intrinsifiern teil, also Unternehmen mit sehr fortschrittlichen Unternehmensführungsansätzen. Das führt dazu, dass wir überwiegend über die Praxis und nicht über weltfremde Ideologien sprechen. Meistens hat man nach dem Wevent gleich wieder fünf Ideen, die man am nächsten Tag ausprobieren kann, egal ob man gerade erst in den ersten Job eingestiegen ist oder ein Unternehmen leitet.

Wenn jetzt jemand Blut geleckt hat und Lust hat, Anfang Juli in Essen dabei zu sein, wie meldet man sich an und was kostet die Teilnahme?

Das ist bei uns auch etwas anders. Uns ist wichtig, dass die Veranstaltung von Menschen besucht wird, die es ernst meinen, nicht von Trittbrettfahrern. Das Wevent ist ja in erster Linie ein Treffen unserer Community. Deswegen meldet man sein Interesse an, bei uns Mitglied zu werden und entscheidet dann nach so einem Wevent, ob man es wirklich werden möchte. Das geht hier. Damit geht man keinerlei Verpflichtung ein, aber es fördert die Ernsthaftigkeit und Verbundenheit untereinander.

Bei dem Teilnehmerbeitrag verfahren wir auch anders – selbstbestimmt nämlich. Man zahlt, was man für richtig hält. Dabei machen wir immer alle Aufwände transparent und empfehlen einen Richtwert. Wer mehr hat, zahlt auch mehr, so die Idee. Wir erwarten von Unternehmensvertretern entsprechend höhere Beiträge, aber es bleibt in der Verantwortung jedes Einzelnen.

Überhaupt glauben wir, dass eines der Grundprinzipien moderner Organisation darin bestehen sollte, Denken und Handeln nie voneinander zu trennen. Verantwortung übernimmt nie ein vermeintlich schlauerer Entscheider, sondern immer jeder Einzelne. Bildlich gesprochen, entscheidet niemals eine Ampel darüber, ob ich über die Straße gehe, sondern immer mein Blick auf die Straße.

Mark, ich danke dir ganz herzlich für das Interview. Vielleicht schaffe ich es selber ja, im Juli mal in Essen beim nächsten Wevent vorbeizuschauen!

Das würde mich sehr freuen. Bis bald Joachim.

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Jo Diercks

Geschäftsführer bei CYQUEST GmbH
Ich bin Gründer und Geschäftsführer der CYQUEST GmbH und der Mi4 GmbH. CYQUEST beschäftigt sich mit dem Thema Recrutainment, also dem Einsatz spielerisch-simulativer Methoden im Online-Assessment, Employer Branding und Recruiting. Im Recrutainment Blog berichte ich regelmäßig hierüber. Mi4 ist als Unternehmensberatung auf Themen des Online-Marketings und eCommerce spezialisiert.

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