GOODplace to work? Woran macht man das denn fest?

Bei CYQUEST habe ich die Rolle der Feelgood-Managerin irgendwie durch Zufall oder soll ich sagen aus Leidenschaft übernommen? Spätestens seit meiner Zeit in der Hotellerie beschäftige ich mich auch immer wieder persönlich mit der Frage, was muss ein Arbeitgeber mitbringen, damit ich diesen als „GOODplace to work“ wahrnehme? Und woran kann ich dies als Außenstehender festmachen und mich so ggf. sogar im Vorfeld schon für oder gegen eine Bewerbung in diesem Unternehmen entscheiden?

Auf der Social Media Week in Hamburg bin ich dann im Vortrag von Marco Luschnat auf GOODPlace bzw. Monika Kraus-Wildegger aufmerksam geworden. Monika ist die Gründerin von GOODplace, einer Business und Service-Plattform für Unternehmen, die sich auf die Fahne schreiben, anders zu arbeiten und ihre Mitarbeiter als Mensch UND Leistungsträger wahrnehmen. Eine bessere Gelegenheit für ein Interview kann man sich kaum erdenken :-) Nach dem HR Barcamp und einigen spannenden Projekten auf beiden Seiten, haben wir es nun endlich geschafft :-) Also here u r:

Hallo Monika. Ich freue mich, dass du dir die Zeit nimmst, um GOODplace in unserem Blog vorzustellen. Natürlich kommt einem direkt die Frage in den Kopf, wie du auf die Idee gekommen bist, GOODplace zu gründen. Gab es dafür einen besonderen Grund bzw. ein Schlüsselerlebnis?

Monika Kraus-Wildegger

Tatsächlich gibt es ein Schlüsselerlebnis. Das war als mein Rückflug von einem Geschäftstermin, der sich um Stunden verspätete und unser Kinder-Betreuungskonzept zum Einsturz brachte. Weder mein Mann noch ich konnten unsere zweijährige Tochter vom Kindergarten abholen. Es blieb uns nichts anderes übrig als eine Notfall-Übernachtung zu organisieren.

Das hat bei mir die Sinnfrage ausgelöst – muss das so sein und will ich so überhaupt arbeiten? Wichtig ist mir, dass mein Job, meine Familie und mein Leben zusammenpassen. Gibt es in Zeiten des digitalen Wandels nicht schon einige fortschrittliche Unternehmen, die eigenverantwortliches und ergebnisorientiertes Arbeiten in der jeweiligen Lebensphase bieten und der Mensch dabei nicht auf der Strecke bleibt? Und wo finde ich diese Unternehmen? Im Frühjahr 2013 ist GOODplace live gegangen.

Welchen Mehrwert haben Unternehmen davon, sich auf GOODplace zu platzieren anstatt mit Hilfe von  Xing, Stepstone, Absolventa, kununu und co. auf sich aufmerksam zu machen?

Der Unterschied zu den genannten Plattformen ist, dass die Mitgliedschaft in der GOODplace Business Community exklusiv für Unternehmen ist, die die Aufnahmekriterien erfüllen. Dazu zählen Exzellenz in einer der GOODplace Kategorien und  positives Mitarbeiter-Feedback.

Die Mitgliedschaft bei GOODplace ist für Unternehmen etwas ganz besonderes, sie profitieren davon, dass sie anders arbeiten und Mitarbeiter das gut finden. Unternehmensführung und Mitarbeiter sind gleichermaßen stolz, dabei zu sein – das bindet emotional. Durch den Blick hinter die Kulissen, wird die Unternehmenskultur der Mitglieder greifbarer. Damit wird auch das Employer Branding stimmig und authentisch. Den Mitgliedern verleiht das „GOODplace Community“-Label Sichtbarkeit und hebt vom „9to5“-Wettbewerb ab. Bei Firmen, die zudem einen Feelgood Manager einsetzen, erhöht sich die Sichtbarkeit weiter um das  Label „Feelgood Manager on Bord“.

Im Gegensatz zu anderen Plattformen profitieren Unternehmen bereits enorm vom Aufnahme-Assessment. Wenngleich es zur Mitgliedschaft noch nicht reichen sollte, erhalten sie ihre individuelle Roadmap für Verbesserungen.

Die Plattform bildet den heute schon sichtbaren Teil von Unternehmen der neuen Arbeitswelt ab. Der noch unsichtbare, jedoch nicht weniger aktive Teil, arbeitet engagiert an Verbesserungen um bei GOODplace dabei sein zu können.

Was kostet es Unternehmen, sich auf eurer Website zu platzieren?

Für Mitglieder ab 39,00 Euro monatlich. Für Unternehmen mit Feelgood Manager ist die Basis-Mitgliedschaft kostenfrei.

Was wollt ihr mit der Homepage erreichen und welche Ziele verfolgt ihr mit GOODplace?

Ziel von GOODplace ist, dass in Zukunft viel mehr Unternehmen sichtbar werden, die Mitarbeiter als Mensch mit Familienleben und privaten Interessen wahrnehmen und respektieren und als Leistungsträger ihnen den Rahmen bieten, ihr Potential voll zu entfalten. GOODplace unterstützt Unternehmen dabei mit Impulsen, Best Practice-Beispielen, Feedback- und Story-Tools und der GOODplace School zu Feelgood Management.

Ein besonderes Anliegen ist uns, das neue Berufsbild des Feelgood Managers mitzugestalten, das wir als Mitglied im Arbeitskreis Kopfarbeit-Index des Fraunhofer Instituts aktiv tun.

Habt ihr schon von Nutzererfahrungen gehört oder war eine „Unternehmens-Story“ vielleicht sogar bereits Auslöser dafür, dass sich jemand bei diesem Unternehmen beworben hat?

Unsere Mitglieder profitieren von ihrer Sichtbarkeit auf GOODplace besonders im Bereich Employer Branding. Zudem bieten wir ihnen Impulse und durch Best Practice Beispiele Handlungs- und Entscheidungssicherheit. So war die Teilnahme eines führenden Online-Spieleunternehmen an einem unserer Praxis-Seminare zu Feelgood Management der Auslöser dafür, die Stelle des Feelgood Managers zu schaffen. Weitere Beispiele sind das IT-Unternehmen e-net, das über unser Special Feelgood Manager für einen NDR-TV-Bericht über Feelgood Manager gewonnen wurde. Die Ministry GmbH wurde aufgrund ihrer Story auf GOODplace als Best Practice Beispiel zu Väterfreundlichkeit von NRW Väter ausgewählt, nur um einige Beispiele zu nennen.

Sam macht Jimdo glücklich

Was macht GOODplace so authentisch?

  1. Das Team und unser Engagement
  2. GOODplace Business Community: Exzellenz und positives Mitarbeiter-Feedback als Voraussetzung für die Mitgliedschaft.

Was unterscheidet GOODplace von anderen Bewertungsplattformen, wie Kununu.de oder jobvoting.de?

GOODplace lässt sich nicht in die Schublade Bewertungsportale schieben. GOODplace ist eine Business und Service-Plattform für „wir können auch anders“–Unternehmen.

Wie messt ihr den Erfolg der „Unternehmens-Stories“/ der Homepage?

Das tun wir über Social Media Messzahlen, wie Kommentare, Likes und Teilen. Auf unserer Webseite nimmt unser Special zu Feelgood Manager den Spitzenplatz ein. Die registrierten GOODplace-User können über die Unternehmens-Stories abstimmen. Das „Wir-Gefühl bei Ministry“ oder „Bürogestaltung mit feelgood Flair bei Jimdo“ zählen zu den erfolgreichsten Stories. Weitere Erfolgsmesser sind der Traffic auf unserer Webseite, Abonnenten unseres Newsletters sowie unsere wachsenden FB-Fans 400+ und Twitter Followers 550+. GOODplace in der Presse, ist ein weiterer Indikator für den Erfolg der Plattform. Last but not least, Kunden- und Teilnehmer-Stimmen unserer Workshops und Tools.

Liebe Monika, vielen Dank für das interessante Interview. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr es mit euren tollen Ideen und Impulsen schafft, bei Unternehmen die notwendige Sensibilität für dieses Thema zu wecken. Ich bin der festen Überzeugung, dass durch ein gutes Feel-Good-Management – was ja nicht immer gleich mit einer festen Position/Stelle im Unternehmen verbunden sein muss, sondern auch von den Geschäftsführern in kleinen Unternehmen usw. gelebt werden kann – , die Mitarbeiterbindung extrem gesteigert werden kann.

The following two tabs change content below.

Levke Mohr

Projektmanagerin bei CYQUEST GmbH
Ich war bis Sommer 2014 Projektmanagerin bei der CYQUEST GmbH und betreute in dieser Rolle Projekte rund um die Themen: E-Assessment, SelfAssessment, Berufs- und Studienorientierung sowie Online-Employer-Branding. Da ich eine sehr hohe Affinität zu diesen Themen habe und auch meine Masterarbeit über die Akzeptanz von Online-Assessments geschrieben habe, brachte es mir viel Spaß zu diesen Themen zu bloggen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *