Beiträge vom August, 2011

Der demografische Wandel ist schon lange auf dem Jobmarkt angekommen! Gastbeitrag von Acumeo-Gründer Lars Lüke

Mittwoch, 17. August 2011 8:51

Im Recrutainment Blog ja nun wirklich kein neues Thema: Der demografische Wandel. Die Verknappung des Erwerbspersonenpotentials wird über die nächsten Jahrzehnte den deutschen Arbeitsmarkt gehörig umkrempeln. Aktuell teilweise so hitzig geführte Diskussionen um “Frauenquote”, “Rente mit 67″ oder “Willkommenskultur” werden uns in einigen Jahren in der Retrospektive doch recht befremdlich vorkommen – der Arbeitsmarkt wird gar nicht umhin kommen, diese Zielgruppen viel stärker zu integrieren. Und das wird auch gar nicht so viel mit “Überzeugung” zu tun haben, sondern sich schon allein aus dem schieren Bedarf ergeben. Nun, vor diesem Hintergrund habe ich mich sehr gefreut, dass Lars Lüke, Gründer und Geschäftsführer der Job-Plattform “Acumeo” einen kleinen Gastbeitrag für den Recrutainment Blog geschrieben hat. Acumeo hat sich als Job-Plattform nämlich explizit der Zielgruppe “Best-Ager” verschrieben. Demografischer Wandel ist also genau sein Thema. Lars, los geht´s!

>>

Die Wirtschaft in Deutschland boomt. Die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit 1992. Die Beschäftigungsrate der über 50-jährigen liegt bei 52%! Und Deutschland versucht Fachkräfte aus den europäischen Nachbarländern, wo es nicht so gut läuft.

Dies, was wie eine absurde Zeitungsente erscheint, ist ernst gemeinte Realität. In einem Land, das eine so niedrige Beschäftigungsquote in der Altersgruppe 50+ hat, wie kaum ein anderes Land in der EU, geschweige denn in Japan oder den USA. In einem Land, wo über 30 Millionen Menschen in Deutschland 45 Jahre und älter sind. In einem Land, wo das größte gesellschaftliche Vermögen bei den Menschen zwischen 50 und 80 Jahren liegt. In einem Land, wo der Vorruhestand immer noch staatloch subventioniert wird. In so einem Land wird immer noch täglich eher der 30-jährige als ein erfahrender 52-jähriger eingestellt. Trotz aller Studien, die beweisen, dass die Leistungsfähigkeit mindestens genauso hoch ist und der Krankenstand eher niedriger. Trotzdem deutlich erwiesen ist, dass man Erfahrung nicht lernen kann und eben diese einen hohen ökonomischen Mehrwert liefert, geht man in diesem Land eher dazu über, jüngere Menschen aus Spanien, Italien oder Griechenland zu „importieren“.

Abgesehen davon, dass die meisten dieser Menschen keinen Grund sehen, in eine Arbeitnehmer-feindliches wie Deutschland zu kommen, wird sich so der Fachkräfte Mangel kurz- und langfristig sicher nicht lösen lassen. Ganz im Gegenteil! Es gilt Erfahrung und Alter als etwas Positives für den Arbeitsmarkt und Gesellschaft anzuerkennen! Es ist wichtig, diesen sehr großen Personenkreis weiter zu qualifizieren und das enorme Wissen, sowie das Potential für alle Lebensbereiche zu nutzen. Denn wenn wir alle immer gesund älter werden, werden wir auch länger arbeiten müssen und wollen. Dafür sind  die Rahmenbedingungen zu schaffen. Und das fängt als erstes in den Köpfen an. Herr Ackerman, Frau Merkel, Herr Beckenbauer oder Frau Berben werden als alles andere als „alt“ wahrgenommen. Warum nicht auch der 50-jährige Ingenieur?! Nur wenn wir verstehen, dass Erfahrung und Alter etwas sehr positives und bereicherndes ist, wird diese Volkswirtschaft langfristig erfolgreich sein!

Mit Acumeo.de gibt es aus diesem Grund bereits seit 2006 einen einzigartigen Marktplatz für Unternehmen auf Expertensuche und Arbeitnehmer, die mindestens 20 Jahre Berufserfahrung gesammelt haben.  Ziel ist, einen positiven gesellschaftlichen Impetus für das Thema „Alter“ zu erreichen. Denn ohne die Erkennung von Erfahrung und Weisheit, auch als volkswirtschaftlichen Mehrwert, hat diese Gesellschaftsstruktur auf Dauer keine Überlebenschance.

So verbindet Acumeo.de Menschen, Unternehmen und Institutionen, die Erfahrung haben, schätzen und fördern. Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung geht das Jobportal von einem enormen Nachfrageanstieg bei Unternehmen und Arbeitnehmer in den nächsten Jahren aus. Damit stehen auch bei Acumeo die Zeichen auf Wachstum. www.Acumeo.de

Thema: Demografischer Wandel | Kommentare (1)

E.ON testet Ausbildungsplatz-Bewerber online mit dem “E.ON Phasenprüfer”

Freitag, 12. August 2011 10:14

Auch wenn der Einsatz von Online-Tests zur Kandidaten-Vorauswahl sicherlich noch kein Standard in allen Unternehmen ist, nimmt die Zahl derjenigen Firmen, die eAssessments einsetzen kontinuierlich zu. Um nur ein paar zu nennen: Daimler, Lufthansa, Tchibo, Gruner+Jahr, Unilever, Commerzbank, Targobank, Demag oder Media-Saturn.

Seit kurzem gehört nun auch E.ON dazu. Die Kraftwerkssparte des Konzerns, in der die Bereiche Kohle, Wasserkraft und Kernenergie zusammengefasst sind, testet Ausbildungsplatzbewerber mit dem “E.ON Phasenprüfer”. Für den – wie mich – elektrotechnisch weniger bewanderten Leser: Ein Phasenprüfer ist “ein kleines, einfaches Prüfmittel zum Feststellen von Wechselspannungen im Niederspannungsbereich. E.ON hat dieses also durchaus zum Stromgeschäft passende Gerät metaphorisch als Bezeichnung für das Online-Testverfahren verwendet, handelt es sich doch auch dabei um eine Art “Prüfung” in einer wichtigen “Phase”, nämlich der Bewerbung um einen Berufseinstieg.

Das Testverfahren umfasst eine Reihe von Testmodulen, wobei sich die genaue Zusammensetzung von Ausbildungsberuf zu Ausbildungsberuf durchaus unterscheidet. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf der Überprüfung berufsbezogener kognitiver Leistungsfähigkeit, also der Fähigkeit zum analytischen, schlussfolgernden Denken. Je nach Berufsbild kommen dann auch noch Wissensaspekte wie Rechtschreibung/Grammatik und Technisches Verständnis sowie die Kompetenz “Planungsfähigkeit” hinzu.

Aber der “Phasenprüfer” ist nicht nur Testinstrument. Vielmehr bietet das Online-Assessment auch eine ganze Menge an Einblicken in die E.ON Berufswelten. Jedes Testmodul wird von zwei oder drei echten E.ON Azubis anmoderiert. Jeweils nach dem Testmodul kann der Testkandidat sich dann von diesen Azubis ein wenig über ihren jeweiligen Ausbildungsberuf sowie den jeweiligen Standort, an dem sie eingesetzt sind, berichten lassen. Von daher ist der “E.ON Phasenprüfer” nicht nur Testverfahren, sondern auch Personalmarketinginstrument.

Möchte man sich im Vorwege auf den Online-Test (bei E.ON oder auch anderen Unternehmen) vorbereiten, so bietet E.ON einen Übungsparcours an, der im Sinne eines Selbsttests eine gute Vorbereitung bietet.

Thema: Ausbildung, Ausbildung bei der TARGOBANK, Ausbildung bei E.ON, Commerzbank Karriere, Demag Karriere, eAssessment, Employer Branding, eRecruiting, Gruner + Jahr Karriere, Lufthansa Karriere, Media-Saturn Karriere, Tchibo Karriere | Kommentare (0)

Aus Sicht einer Praktikantin: Twitter und Karriereblog der Salzgitter AG

Donnerstag, 4. August 2011 9:05

Vielleicht hat der eine oder andere meiner Leser letztes Jahr auf der Social Media Recruiting Conference meinen Vortrag “Der Einsatz von Blogs als Instrument des Employer Brandings” gehört. Trotz aller Facebooks und Google+´ dieser Welt sind meiner festen Überzeugung nach Weblogs – wo kommt denn der Begriff “Mitmachweb” wohl her? – immer noch ein in vielerlei Hinsicht extrem gut geeignetes Instrument des Employer Brandings.

Vor kurzem kontaktierte mich im Zusammenhang mit unserer monatlichen Zählung der Corporate Career Twitter Kanäle Maike Vollrath, die zur Zeit ein Praktikum bei der Salzgitter AG im Bereich Personalmarketing absolviert. Schnell war dabei die Idee geboren, dass sie hier im Recrutainment Blog das wirklich sehr gelungene Karriereblog der Salzgitter AG einmal in einem Gastbeitrag vorstellt. Der Bericht (s.u.) zeigt zudem auch noch ganz schöne Einblicke in die Aufgaben und Tätigkeiten eines Praktikanten bei Salzgitter. Sehr schön! Also Maike, auf geht´s!

>>

Aus Sicht einer Praktikantin: Twitter und Karriereblog der Salzgitter AG

Twitter: Seit nunmehr 5 Wochen bin ich Praktikantin im Personalmarketing der Salzgitter AG. Eine der täglichen Aufgaben ist u.a. das Twittern. Wie erfolgreich das in der Vergangenheit gelaufen ist, belegt das aktuelle „Ranking der Follower-Zahlen deutschsprachiger Corporate Career Tweets“ von blog.recrutainment.de. Die Salzgitter AG wurde in das Ranking im Februar 2011 aufgenommen. Mit momentan über 475 Followern gehört sie zwar noch lange nicht dem „Tausender-Club an, aber auf dem Weg zu diesem Fernziel ist das nächste Etappenziel, die 500-er Marke zu knacken, bald erreicht.

Karriereblog: Neben Twitter gibt es aber noch einen wichtigeren Kommunikationskanal bei der Salzgitter AG: den Karriereblog. Und diesen möchte ich Ihnen heute vorstellen.

Die Salzgitter AG hat bereits im März 2007 den Trend erkannt und mischt seitdem unter den Karriereblogs mit. Bei über 23.000 Mitarbeitern, 8 Mio. Tonnen produziertem Stahl und nahezu 200 nationale und internationale Tochter- und Beteiligungsgesellschaften gibt es einiges zu berichten. Wer glaubt, es erwarten ihn staubtrockene Berichte, der liegt falsch. Sie finden auf unserem Blog viele spannende Berichte und Erlebnisse, geschrieben von Personalern, Mitarbeitern, Azubis, Studenten und Praktikanten in lockerem Stil und direkt vom Arbeitsplatz. Natürlich finden Sie auch Infos zu den Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten, dem Bewerbungsverfahren und den aktuellen Recruitingaktivitäten der Salzgitter AG. Die Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär gab es zwar noch nicht, aber einige Mitarbeiter berichten über ihre ganz persönliche Entwicklung bei der Salzgitter AG, z. B. vom Azubi zum Geschäftsführer.

Ziel unseres Karriereblogs ist es, unseren Lesern einen realistischen Eindruck von der Salzgitter AG als Arbeitgeber zu vermitteln und anhand von Beispielen zu zeigen, welche beruflichen Chancen es dort gibt.

Wer steckt eigentlich hinter dem Karriereblog der Salzgitter AG?

Die Koordination und Betreuung des Blogs erfolgt durch ein kleines Team, bestehend aus 2 Mitarbeitern und ab und zu einem Praktikanten/in, wie aktuell mich.

Aktuelles:

Vor gerade erst zwei Wochen haben wir unserem Karriereblog ein neues Outfit verpasst und die Navigation auf den neusten Stand gebracht. Zurzeit bereiten wir uns auch auf die IdeenExpo in Hannover vor, eine aufregende Technikmesse, die durch Mitmachstationen und Wissenschaftsshows neugierig macht auf technische und naturwissenschaftliche Berufsfelder. Als Sponsor werden wir vom 27.08.-04.09.2011 mit einem Messestand dort vertreten sein.

Wer also Interesse hat, uns persönlich kennenzulernen und mehr über die Salzgitter AG zu erfahren, ist herzlich eingeladen, uns bei der IdeenExpo zu besuchen. Natürlich werden wir darüber auch intensiv und aktuell im Blog berichten.

In einem Projekt von unseren Azubis werden gerade für ein paar Ausbildungsberufe Kurzfilme produziert, um unentschlossenen Schulabgängern die Berufswahl etwas zu erleichtern und eine Einblick in die Berufsfelder der Salzgitter AG zu geben. Ein Bericht von den Drehtagen wird aktuell noch geschrieben und auch bald im Blog zu lesen sein. Ein Besuch auf unserem Karriereblog lohnt sich also in jedem Fall!

Thema: Ausbildung, Berufsorientierung, Employer Branding, eRecruiting, Social Media HR, Trainee | Kommentare (0)

Das Karriere-Twitter-Ranking feiert einjähriges Jubiläum

Dienstag, 2. August 2011 7:51

Kinners, wat de Tid löpt. Es ist genau ein Jahr her, da haben wir zum ersten Mal eine Zählung der Followerzahlen von Corporate Career Twitter-Kanälen in Deutschland veröffentlicht.

Damals umfasste die Liste 16 Firmen bzw. deren Kanäle. In der Zwischenzeit haben wir die Zählung nicht nur auf deutlich mehr Kanäle ausgeweitet (das aktuelle Ranking kratzt an der 50) und den Zusammenhang zwischen Follower- und Followingzahlen untersucht, sondern uns auch an einem inhaltsanalytischen Vergleich der Kanäle nebst dazugehöriger Typologie versucht.

Bevor wir zu den aktuellen Zahlen kommen, ein kurzes Zwischenfazit:

Social Media insg. hat in den letzte 2 Jahren enorm die Gemüter bewegt und wie der fulminante Start von Google+ zeigt, ist die Dynamik in diesem Bereich alles andere als am abebben. Der Umgang mit den verschiedenen Tools und Plattformen ist professioneller geworden und insg. weniger aufgeregt. Twitter wurde dabei oft entweder abgeschrieben oder als verglichen mit anderen Kanälen weniger sinnvoll für die Personalkommunikation eingestuft. Nun, ich glaube Twitter eignet sich für manches hervorragend, für anderes nicht so sehr, aber von einem “absteigenden Ast” kann wohl kaum die Rede sein, zumindest können wir in den Zahlen davon nichts finden.

Wirft man mal einen Blick auf den Twitter-Follower-Index, um den wir übrigens die Analyse im Dezember erweitert haben, dann stellt man fest, dass die Linie beinahe schnurgerade ansteigt. Der Index ist denkbar einfach konstruiert: Er zeigt die durchschnittliche Anzahl an Followers der betrachteten Kanäle. Damit nicht Äpfel und Birnen verglichen werden, fließen in den Index momentan nur die Kanäle ein, die bereits am 01.01.2011 in der Zählung enthalten waren. In diesem Zeitraum stieg die durchschnittliche Followerzahl der Kanäle von 843 auf 1161, was einem durchschnittlichen  Zuwachs von monatlich etwa 45 Followern entspricht. Betrachtet man nur den Zeitraum von Anfang Juli bis jetzt lag der Zuwachs bei durchschnittlich 40. Wie gesagt leicht abnehmende Dynamik, alles andere als ein Einbruch…

Schaut man in das Ranking selbst, dann sind nach wie vor die meisten Namen, die vor einem Jahr vorn dabei waren, immer noch führend. Die Deutsche Bahn (@DBKarriere) hat in diesem Zeitraum ihre Followerzahlen von 2411 auf 6175 um 156% gesteigert, Daimler (@Daimler_Career) wuchs im gleichen Zeitraum um knapp 65%.

Auch weiter unten in der Liste sind interessante Bewegungen zu beobachten gewesen. Die Krones AG (@KronesAG), die ich erst Anfang des Jahres ins Ranking aufgenommen habe, wuchs z.B. in sieben Monaten um knapp 82%, allerdings auch auf niedrigerem Niveau als etwa Bahn und Daimler. Trotzdem bemerkenswert: BMW (@BMWKarriere), ebenfalls recht stark wachsend, konnte im gleichen Zeitraum “nur” um 77% zulegen und liegt mit aktuell 566 Followern auch noch recht deutlich hinter Krones. Krones ist nämlich seit diesem Monat mit aktuell 1022 Followern in den “Tausender-Club” aufgerückt, der damit jetzt 13 Unternehmen umfasst.

Vielleicht eine weitere – wenngleich höchst subjektive – Erkenntnis: Twitter, auch zu Karrierezwecken, ist wohl weniger Marketing- oder Recruitingkanal als z.B. Facebook oder XING, dafür aber ein erstklassiger “dialogischer” PR-Weg.

Insg. umfasst das Ranking nun nahezu 50 Accounts (46 um genau zu sein). Neu hingekommen sind seit dem letzten Ranking Globalpark (@Globalpark_Jobs), Intech (@Intechkarriere) und G Date (@gdata_karriere). Herzlich willkommen!

Thema: Social Media HR | Kommentare (0)