Beiträge vom Juli, 2011

Reckitt-Benckiser sucht den Urban-Thrill

Mittwoch, 13. Juli 2011 7:42

Gerade habe ich die Personalmarketing-Aktivitäten des englisch-deutschen Konsumgüterherstellers Reckitt-Benckiser erst lobend hervorgehoben, da flattert mir ein weiteres hübsches Beispiel für die dortige Umtriebigkeit auf den Tisch. Das Online-Game “Urban Thrill“. Und das darf natürlich im Recrutainment Blog nicht unerwähnt bleiben.

Was “Urban Thrill” ist, ist diesmal recht schnell erzählt. Ein Jump&Run Spiel der ganz alten Schule. Man sucht sich einen Spielcharacter aus, selektiert das Land, in dem man unterwegs sein möchte und rennt dann mit dem Character durch verschiedene Szenerien mit dem Ziel, möglichst viele “Powerballs” (die kennt man doch von Spülmaschinentabs… Honi soit qui mal y pense…) einzusammeln. Bedient wird das ganze mit den Cursortasten (“run”)- und der Spacetaste (“jump”). Es gibt Bestenlisten, eine Send-to-Friend-Funktion sowie die obligatorische Anbindung an die gängigen Sozialen Medien. Ein hübsches Feature ist die Bereitstellung eines Embed-Schnipsels, mit dem man das gesamte .swf, also das vollfunktionsfähige Spiel, in eine andere Seite einbetten kann. Ich habe das dann gleich mal gemacht; wer also spielen möchte, kann dies direkt auf dem Recrutainment Blog tun (siehe oben…). Zu gewinnen gibt es eine Reise zu einem Wunschziel im Wert von bis zu 2000 Pfund.

Was hat das Personalmarketing zu tun? Nicht so viel. Gemessen an der inhaltlichen Flughöhe des Reckitt-Benckiser-Spiels “poweRBrands” eigentlich gar nichts. Bemerkenswert ist allerdings, dass auch hier das “Discover RB” Logo prominent auf der Applikation klebt, worüber direkt auf die Karriereseite von RB verlinkt wird. Offensichtlich ist also auch hier die primäre Motivation auf Reckitt-Benckiser als Arbeitgeber hinzuweisen.

Thema: Employer Branding, Serious Games | Kommentare (0)

Online-Studienorientierung an der Universität Göttingen. Zunächst für Chemie, Forstwissenschaften und Waldökologie

Dienstag, 12. Juli 2011 10:13

Als wir vor knapp sieben Jahren im Rahmen des “Hochschul E-Assessment Projekts” (HEAP) anfingen, uns der Frage zu stellen, wie man eigentlich das Internet sinnvoll einsetzen könne, um Studieninteressierte besser in die für sie passenden Studiengänge zu bekommen, haben wir noch nicht geahnt, was sich dahinter für ein riesiges Thema auftun würde. In der Zwischenzeit haben wir für nahezu fünfzig Studiengänge Orientierungsmodule entwickelt oder sind dabei; u.a. für die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, die Hochschule Niederrhein, die Leuphana Uni Lüneburg, die Uni Koblenz-Landau, die Fern-Fachhochschule Schweiz oder jetzt brandneu und nicht zuletzt für die Georg-August-Universität Göttingen.

In einer ersten Ausbaustufe wurden nun die Orientierungsmodule für die Fakultäten Chemie sowie Forstwissenschaften und Waldökologie live geschaltet. Die Module zur Erkundung der Fächer der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sowie der Fakultät für Geowissenschaften und Geographie werden in Kürze folgen.

Was erwartet einen Interessenten, wenn er die virtuellen Beratungsmodule unter www.studienorientierung.uni-goettingen.de startet?

Auf der zentralen Startseite der Angebote (dem “Standortmodul”) werden dem Besucher zunächst wichtige allgemeine Informationen zum Studium in Göttingen angeboten. In kleinen Videoclips erfährt man so bspw. wie es in der Studentenstadt Göttingen so aussieht, wie man seinen Studierendenausweis aufladen bzw. die Chipkarte verlängern kann oder wie es um die Göttinger Partyszene bestellt ist. Diese Clips finden sich übrigens auch alle im Youtube-Kanal der Uni Göttingen.

Dann kann man sich eine Studienrichtung auswählen, über die man sich vertieft informieren möchte. Hier stehen momentan Chemie sowie Forstwissenschaften und Waldökologie zur Auswahl. Wie gesagt werden Wirtschafts- und Geowissenschaften in Kürze folgen.

Man kann die Orientierungsangebote dann sowohl registriert durchlaufen (mit dem Vorteil, dass der individuelle Bearbeitungsfortschritt gespeichert wird) oder man verwendet den anonymen Gastzugang (Benutzername: Gastzugang, Passwort: Gastzugang). Wichtig: Das Verhalten innerhalb der Module oder das “Abschneiden” in den Selbsttests hat keinerlei Auswirkungen auf etwaige Bewerbungschancen. Auch ist die Teilnahme an der Studienorientierung absolut freiwillig.

Naturgemäß unterscheiden sich die Beratungsangebote für die jeweiligen Studiengänge inhaltlich deutlich voneinander (es sind ja auch ganz verschiedene Studiengänge), jedoch orientiert sich die Darstellung immer an einem vergleichbaren thematischen Raster:

In “Kapitelform” erfahren die Nutzer jeweils Interessantes über

- die Berufwelt, die hinter den jeweieligen Studienrichtungen liegt,

- das Studium an sich (also welche Inhalte vermittelt werden),

- die Studienorganisation (also wie das Studium “abläuft”),

- die Studienanforderungen (was also von einem Studierenden erwartet wird) sowie

- die Studienkultur an der jeweiligen Fakultät.

Die Inhalte werden dabei auf unterschiedlichste Weise vermittelt. Der Stilmix reicht von Videosequenzen, in denen etwa Lehrende, Studierende und Alumni über ihre Erfahrungen berichten, über interaktive Tableaus, z.B. zur Vermittlung von typischen Stundenplänen, illustrierte Beispiele, wie etwa das sehr schöne Chlorknallgas-Experiement der Chemiker, Selbsttests (etwa zu den Anforderungen in Mathematik oder Englisch) bis hin zu Fotorundgängen, Erfahrungsberichten und weiterführenden Verlinkungen.

Es zeigt sich sehr deutlich, dass die Online-Studienorientierung sehr viel mehr ist, als ein reines Selbsttestinstrument. Selbstverständlich umfasst das Angebot Übungen und Selbsttests, in denen man erforderliche Niveaus, etwa zur Mathematik, überprüfen kann, aber insgesamt wird ein deutlich stärkeres Gewicht auf den Aspekt der Information gelegt. Dahinter liegt die Erkenntnis, dass zu einer “guten Studienwahl” sehr viel mehr gehört als die Aspekte “Können” und “Sollen”. Wie zahlreiche Forschungsbefunde zeigen, hängt der Studienerfolg (oft quantifiziert in Abbruchquoten) sehr viel stärker an Aspekten des “Kennens” und “Wollens”. Man kann intellektuell sehr wohl “geeignet” sein, die fachlichen Studienanforderungen in Fach XY zu meistern, ob aber dieses Studienfach bzw. dieses Studienfach an diesem Studienort und dieser Hochschule das richtige für einen ist, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt.

Es geht in erheblich stärkerem Maß um “Passung” als um “Eignung”. Insofern ist die virtuelle Studienorientierung in Göttingen erheblich dichter etwa an den “Online Studienwahl Assistenten” der Uni Freiburg als an den reinweg eignungsdiagnostisch konstruierten SelfAssessments der RWTH Aachen.

„Das Self-Assessment soll den Studierenden die Wahl des für sie passenden Studiengangs erleichtern und auf der anderen Seite helfen, die Abbrecherquoten zu reduzieren“, sagt deshalb Christina Höhmann, die das Portal in der Stabsstelle Lehrentwicklung und Lehrqualität der Uni Göttingen betreut.

Insgesamt dauert es ca. 60 bis 75 Minuten, die virtuellen Studienorientierungsmodule der Uni Göttingen zu durchlaufen. Eine i.S. der eigenen Ausbildungs- und damit Lebensplanung allemal sehr sinnvoll investierte Zeit.

Frau Höhmann wird im Rahmen des CYQUEST Praxisseminars am 22. November einen ersten Erfahrungsbericht über den Einsatz der Online-Studienorientierung in Göttingen liefern. Interessierte Hochschulen sind hierzu herzlich eingeladen!

Thema: Berufsorientierung, SelfAssessment, Studienorientierung, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Hochschule Niederrhein, Studieren an der Universität Göttingen, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (0)

Save the Date: Das erste HR BarCamp im Februar 2012

Freitag, 8. Juli 2011 10:08

Es war aber auch überfällig…

BarCamps sind laut Wikipedia “offene Tagungen, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern im Tagungsverlauf selber entwickelt werden”, also ein Veranstaltungsformat, das sich deutlich von gängigen Tagungen, Summits oder Kongressen absetzt. Der freie Charakter und die bewusste Improvisation vor Ort produzieren zumeist sehr gute Inhalte, tolle Ideen und natürlich jede Menge Kontakte.

Indes, es hat bislang noch kein BarCamp gegeben, das sich speziell dem Thema HR widmet. Diese Lücke schließen nun Christopf Athanas und Jannis Tsalikis aus Berlin mit dem ersten HR BarCamp.

Auch wenn beide mit ihren Blogs und Tweets in der HR-Bloggerszene sehr aktiv sind, richtet sich das BarCamp explizit nicht nur an diesen “harten Kern”. Es werden ganz explizit auch Personaler addressiert, für die ein solches Veranstaltungsformat möglicherweise absolutes Neuland ist. Das BarCamp wird am 17. Februar in Berlin (Mitte) stattfinden, aber wohl in guter alter Tradition bereits am Nachmittag des Vortags mit einem informellen Get-Together starten. Also, schonmal Termin blocken…

Ein Programm im herkömmlichen Sinne gibt es nicht (und wird es gemäß der Regeln eines BarCamps im Vorwege auch nicht geben). Aber die Themen werden sich drehen um folgende Bereiche:

- Enterprise 2.0: Collaboration (Teamarbeit mit 2.0-Tools), Einsatz sozialer Software und interne Mitarbeiterkommunikation im Web 2.0 Zeitalter,

- Personalbeschaffung 2.0: Employer Branding, Personalmarketing 2.0, Social Media Recruiting und

- Personalentwicklung 2.0: Informelles Lernen, Kompetenzen der 2.0-Kultur, Employee Branding, Kulturwandel.

CYQUEST wird die Veranstaltung als Partner unterstützen und wir werden dann am Freitagmorgen auch einen Vorschlag für eine Themensession zur Abstimmung stellen. Mal schauen, ob das dann den Anwesenden auch als so interessant erscheint, die Session mit ins Programm zu heben… Ich freue mich auf jeden Fall auf das BarCamp.

Erste Informationen finden sich auf der Website http://www.hrbarcamp.de/.

Thema: Employer Branding, eRecruiting, Social Media HR, Vorträge und Veranstaltungen | Kommentare (1)

Trainingsparcours für Online-Tests bei der Demag Cranes AG

Donnerstag, 7. Juli 2011 16:19

In den letzten Wochen habe ich auf Einladung der Career Services der Unis Göttingen und Hamburg einigen (abschlussnahen) Studierenden ein paar Einblicke darein gegeben, was auf sie zukommt, wenn sie im Rahmen der anstehenden Bewerbungsbemühungen zu einem eAssessment eingeladen werden. Eine dabei sehr häufig gestellte Frage war, wie und wo man sich denn auf solche Online-Tests vorbereiten könnte.

Einige Unternehmen bieten die Möglichkeit, in kleinen Übungs- oder Trainingsparcours einfach mal auszuprobieren, was da eigentlich auf einen zukommt. Hier kann man z.B. die Lufthansa oder auch E.ON nennen. Ein weiteres Beispiel bietet der Düsseldorfer Kranhersteller Demag Cranes AG. Demag setzt ein eAssessment-System von CYQUEST ein, um einen weltweit einheitlichen Standard bei der Vorauswahl von Servicemitarbeitern zu erreichen. Unter http://demag.cyquest.de/sampletest/ bietet das Unternehmen die Möglichkeit, Kurzversionen der Testinhalte zu durchlaufen, die nachher auch im Rahmen der “echten” Tests eingesetzt werden.

Direkt nach den Aufgaben erhält man ein Feedback über das eigene Abschneiden:

 

Thema: Ausbildung bei E.ON, Demag Karriere, eAssessment, Lufthansa Karriere | Kommentare (0)

Mal wieder frisch: Rangliste der Unternehmens-Karriere-Tweets

Montag, 4. Juli 2011 20:43

Es ist mal wieder soweit: Einmal monatlich veröffentlicht der Recrutainment Blog eine aktualisierte Übersicht der deutschsprachigen Karriere-Twitter-Accounts von Unternehmen. Ein paar Neuigkeiten auch diesmal:

Im “Tausenderclub”, also den Accounts mit mind. 1000 Followers gibt es ein “neues Gesicht” und zwar recht weit oben. Der Account von Reckitt-Benckiser schiebt sich mit 3537 Followers vor Daimler auf Platz 2. Okay, ganz neu ist der Account von RB natürlich nicht. Wir haben ihn schon seit Oktober letzten Jahres in der Zählung, haben ihn nur bislang nicht mit veröffentlicht, weil wir eigentlich nur die deutschsprachigen Accounts ausweisen. Das machen wir bewusst, um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Würde man alle – etwa auch die englischsprachigen – mitzählen, würden auf einmal ganz andere Namen auftauchen. So hat z.B. der Kanal von Adidas (@adidasgroupjobs) momentan 5531 Followers und würde so Spitzenreiter Deutsche Bahn recht dicht auf die Pelle rücken. Im Falle von Reckitt-Benckiser haben wir nun aber eine Ausnahme von dieser ehernen Regel gemacht, weil a) das Unternehmen tiefe Wurzeln in der deutschen Industrielandschaft hat (was allein noch nicht gereicht hätte) und vor allem b) zumindest gelegentlich auch auf deutsch twittert und in sofern die deutschsprachige Recruitingszene zu verfolgen scheint, als dass man mich nun schon zum zweiten Mal um die Aufnahme in die Liste gebeten hat. Nun denn, es fällt mir auch tatsächlich leicht, weil ich die Employer Branding Bemühungen von “RB” insg. für bemerkenswert halte. In diesem Zusammenhang sei nochmal auf das gelungene Facebook Game “poweRBrands” oder die Aufnahme des Employer Branding Claims “Discover RB” in die Produktwerbespots im TV verwiesen (nein, Reckitt-Benckiser ist kein CYQUEST Kunde…). Doch genug der Lobhudelei, zurück zum Thema…

Vorneweg ”rollt” einsam und allein die Deutsche Bahn, deren Account “DBKarriere” auch ohne Robin´s Foto (wer das sehen möchte, mag auf den wöchentlichen Suppenreport schauen…) monatlich locker um die 350 Followers gewinnt und inzwischen an den 6000 kratzt. Der Rest des Feldes reiht sich ein.

In der zweiten Etage schicken sich sowohl ThyssenKrupp als auch und vor allem die Krones AG an, beim nächsten Mal in den Tausenderclub aufzurücken. Fühlt sich gut an, mir war dies übrigens vor zwei Monaten auch vergönnt…

Ferner freue ich mich über weiteren Zuwachs. Mit den Kanälen der Brunel GmbH (@brunel_de), der Douglas-Holding (@DHAG_Karriere) und dem Browsergame-Spezialisten (und letztjährigem Gewinner des CYQUEST Netsoccer Beach Clash…) Bigpoint (@Bigpoint_Career) umfasst die Liste der beobachteten Kanäle inzwischen 42 Unternehmen.

Dass trotz aller Unkenrufe und der typisch deutschen Auffassung, dass immer nur das “kommende” gut, alles bestehende (und bewährte) aber dem Untergang geweiht ist, das Thema “Twitter als Karriere-Kommunikationskanal” weiter und mit ungebremster Dynamik wächst, erkennt man an unserem “Index”. Dieser “Durchschnittswert der Followerzahlen der über einen längeren Zeitraum betrachteten Accounts” (so simpel) wächst fast schnurgerade monatlich um ca. 40 bis 50. Also…

Übrigens: Einen Denkrahmen zur qualitativen Beurteilung findet man übrigens hier.

Thema: Deutsche Bahn Karriere, Employer Branding, Social Media HR | Kommentare (3)