Beiträge vom November, 2010

Spannendes Recrutainment Projekt bei der Deutschen Telekom

Montag, 29. November 2010 20:20

Da geht man nichtsahnend auf die Youtube-Seite http://www.youtube.com/wissenveraendert und es guckt einen ganz unschuldig der Beitrag von Sabine R. aus Offenbach zum Casting von “Das Vogeltalent 2011″ an. Doch dann passiert´s – der Screen fängt an zu wackeln und aus dem Off übernimmt eine düstere Stimme á la SAW-Bösewicht Jigsaw und fragt “ich würde gern ein Spielchen mit dir spielen, traust du dich…?”.

So beginnt das Recrutainment Format “Wissen verändert alles” der Deutschen Telekom. Klickt man auf das Youtube-Video so gelangt man zu der Seite “Wissen verändert alles” und wird von Telekom Deutschland Vorstand Niek Jan van Damme vor der Hauptverwaltung in Bonn begrüßt.

Worum geht es bei dieser Aktion, die bis mind. April 2011 laufen soll?

Die User begeben sich auf eine digitale Schnitzeljagd durch das Gebäude der Telekom.

Dabei gilt es durch das Telekom Gebäude zu navigieren und verschiedenste Aufgaben zu lösen. Zwei Beispiele:

Was ich im ersten Durchgang so habe finden können waren allesamt Brainteaser und Denksport-Aufgaben. Diese allerdings waren durchaus charmant verpackt. Man sieht einiges vom Gebäude und lernt eine Reihe von Personen kennen, bei denen es sich zum Großteil um reale Telekom-Mitarbeiter, vor allem Auszubildende, handelt. Sehr charmantes kleines Gimmick: Fährt man manchen Charakteren mit der Maus über das Gesicht, fangen diese an zu lächeln…

An einigen Stellen stand ich allerdings auch vor einer (momentan) noch verschlossenen Tür. Hier sollen in der nächsten Zeit, insbesondere in den ersten Wochen, immer wieder neue Inhalte hinzukommen, neue Funktionen eingebaut und weitere Ausbaustufen freigeschaltet. Dies soll aber auch im Dialog mit den Nutzern geschehen und deren Anregungen berücksichtigt werden.

Das Ziel der Deutschen Telekom AG ist es, durch die Kampagne Bewerber zu generieren und den Nutzern die Ausbildungs- und Einstellungsanforderungen auf spielerische Art näher zu bringen – und u.U. winkt am Ende sogar ein Ausbildungsplatz.

Ich habe ca. zwanzig Minuten in der Applikation verbracht und finde sie insg. gelungen. Die Navigation durch das Gebäude ist zwar gewöhnungsbedürftig und erfordert durchaus ein wenig Geduld (Reaktions- und Ladezeit…!), macht dann aber durchaus Spaß (i. S.v. “Funktionslust”). Die Aufgaben, zumindest die die ich gefunden habe, waren ganz nett, ohne allerdings allzu viele Einblicke zu geben. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass ich hier einiges nicht entdeckt habe und vor allem noch einiges mehr kommen wird. En passant lernt man übrigens auch noch, wie die iPhone App zur mobilen Jobsuche auf der Telekom Jobdatenbank funktioniert. Doch das könnt mal schön selber suchen… Auf jeden Fall ein innovativer Recrutainment-Ansatz und allemal ein lohnender Besuch. Wir werden das weiterhin beobachten…

Thema: Berufsorientierung, Employer Branding und SelfAssessment, Serious Games | Kommentare (7)

ThinkQuest – Kreativ-Wettbewerb der Oracle Education Foundation für Schüler und Studierende bis 22 Jahre

Freitag, 26. November 2010 11:21

Gerichtet an Schüler/innen und Studierende bis 22 Jahre veranstaltet die Oracle Education Foundation (OEF) die ThinkQuest International Competition 2011. Es geht für die Teilnehmer darum ein “real existierendes Problem” zu lösen, wobei sie sich für eine der drei Kategorien “ThinkQuest Projects”, “Digital Media” oder “Application Development” entscheiden.

In den Lösungen müssen dabei kritisches Denken, Kommunikationsfähigkeit und technologisches Verständnis zum Ausdruck gebracht werden. Eine internationale Jury wählt aus allen eingegangenen Beiträgen pro Kategorie die jeweils besten aus. Zu gewinnen gibt es unter anderem eine Reise zu ThinkQuest Live nach San Francisco und Sachpreise wie Laptops etc. Einsendeschluss ist der 27. April 2011.

Informationen zum ThinkQuest und auch eine Vorstellung der letztjährigen Siegerkonzepte finden sich hier.

Wir freuen uns dann schonmal auf den nächsten Creative Contest von Media-Saturn. Doch dazu in den nächsten Tagen mehr…

Thema: Berufsorientierung, Serious Games | Kommentare (0)

Den Anfängergeist nutzen. Oder: Was sagt die Zielgruppe zu Personalmarketing-Maßnahmen?

Mittwoch, 24. November 2010 13:16

Vor einiger Zeit habe ich Jörn Hendrik Ast kennen gelernt, Experte für Personalmarketing 2.0 bei doubleYUU, einem auf Web 2.0 spezialisierten Beratungsunternehmen. Er ist auf mehreren Blogs aktiv, twittert und ist Community Manager einer Vielzahl von Gruppen, Facebookseiten. Unter anderem betreibt Jörn Hendrik das sehr spannende Projekt “Beginners-Mind“. Doch lassen wir ihn das Projekt doch am besten selbst kurz vorstellen…

Jörn, deine Bühne…:

Jörn Hendrik Ast

Wie erreichen wir zukünftige Bewerber am Besten? Wie sorgt man für einen authentischen Unternehmensauftritt? Was kommt bei den jungen Leuten an? Warum fragt niemand diejenigen die sich damit auskennen, die Bewerber? Aus diesem Impuls habe ich mein Videoprojekt beginners-mind.de gestartet. In 5-minütigen Interviews befrage ich Berufstarter aus verschiedenen Disziplinen. Dabei hatte ich schon angehende Designer, PR’ler, Wirtschaftsingenieure und junge Journalisten vor der Kamera. Dabei geht es mir weniger darum die fachlichen Details des Bewerbungsprozesses zu beleuchten. Wichtig ist mir vielmehr, dass von meinen Interviewpartnern eine authentische und ehrliche Energie ausgeht, wie man sie sich für jedes Unternehmen wünscht.

Der Titel “beginnersmind” ist übrigens vom Zen inspiriert. Dort gibt es ein berühmtes Zitat von Shunryu Suzuki das lautet: “In the beginner’s mind there are many possibilities, in the expert’s mind there are few!” Übersetzt kann das hier heißen, Berufsanfänger sind in ihrem Urteil noch frei und nicht durch eine Unternehmenskultur und Hierarchieverhältnisse gebunden. Und mit dem richtigen Blickwinkel und einem feinen Gespür für Fragen zeigen sie einem Möglichkeiten auf die sich sonst niemand traut auszusprechen. Was so geschehen kann ist im Grunde eine neue frische Form von Unternehmensberatung und ein erster Schritt in Richtung Change Management.

Gerade die Medien Blog und Videoformat eignen sich besonders gut um für einen solchen Perspektivenwechsel der im Idealfall zu neuen Erkenntnissen führen kann. Zum einen, weil man in fünf Minuten etwas Neues erfahren kann und zum anderen weil man die Informationen auch schnell an die Kollegen weiterleiten kann.

Um euch einen ersten Eindruck zu verschaffen habe ich für den Recrutainment Blog ein kleines Mashup Video zusammengestellt, indem sich drei junge Menschen zu ihren Berufseinstiegswünschen genauso äußern, wie zu den Fragen, was für sie “authentisch” ist und über welche (Personalmarketing-) Kanäle und Maßnahmen sie eigentlich erreicht werden wollen. Doch seht selber. Kommentare? Bitte gern!

Beginnersmind: Cyquest Mashup from Beginners-mind.de on Vimeo.

Thema: Berufsorientierung, Employer Branding und SelfAssessment, Social Media HR, Start-Up | Kommentare (14)

„BrandYou“ Kampagne von LinkedIn. Kleiner Selbsttest: Wer bin ich im Social Web?

Freitag, 19. November 2010 11:44

Social Networks werden immer wichtiger – sowohl privat, als auch beruflich. In einem Zeitalter, in dem es gang und gäbe ist, einen neuen Bekannten oder Geschäftskontakt zunächst zu googeln, bekommen die Einträge in Social Networks und andere Aktivitäten im Internet eine ganz neue Bedeutung.

Dabei kommt der Entwicklung der eigenen, persönlichen Marke – also der Marke „Ich“ – eine zunehmende Bedeutung zu. In diesem Kontext hat LinkedIn die Kampagne „BrandYou“ ins Leben gerufen. Die Kampagne macht darauf aufmerksam wie wichtig es ist, die eigene Marke zu pflegen. Nicht nur berufliche, auch private  Aktivitäten im Internet haben Einfluss darauf, wie die eigene Brand wirkt.

Im Rahmen der Kampagne geben führende europäische Marketingexperten Tipps zum Brandmanagement. Neben einer Gruppe auf LinkedIn ist auch ein „BrandYou Test“ Bestandteil der Kampagne. Unter http://www.brandyousurvey.com/ haben Teilnehmer die Möglichkeit zu testen, wie es um die eigene Marke bestellt ist.

Zunächst werden zehn Fragen zum „Engagement“ gestellt (Aktivität in online oder offline Business Netzwerken, Lesen von Fachzeitschriften etc.).

Im Anschluss daran werden sieben Fragen zum Themenbereich „Reputation“ gestellt (z.B. Verhalten in der Freizeit, Nutzung von Social Networks).

Nach Beantwortung der Fragen wird der Teilnehmer einem von vier „Brandtypen“ zugeordnet:

  • Rebel with a Cause
  • Global Guru
  • Alternative Thinker
  • Multibrand

Der Teilnehmer erhält neben einer Definition seines Brandtyps eine Einordnung seiner Marke in eine Liste weltweit agierender Brands und Ratschläge, wie er seine Marke verstehen, weiterentwickeln und erfolgreich einsetzen kann. Das Ergebnis kann man – natürlich – direkt in verschiedene Netzwerke posten.

Fazit: Die Kampagne schärft das Bewusstsein dafür, dass die Aktivitäten im Internet sowohl Einfluss auf das private, wie auch das berufliche Leben haben. Neben den Tipps, die der Teilnehmer erhält, ist auch das bereits eine wichtige Information. Das Ganze ist recht kurzweilig und ein bisschen Augenzwinkern ist auch dabei. Aber von einer weitergehenden Selbsteinschätzung – im Sinne eines wirklichen SelfAssessments – ist BrandYou natürlich weit entfernt. Vom Niveau würde ich es ungefähr auf dem Selbsttest von IKEA einsortieren. Also: Gimmick…

Thema: Employer Branding und SelfAssessment, Social Media HR | Kommentare (1)

Welche Jobbörse ist die richtige für meine Recruitingkampagne? Studie von Aktor Interactive

Freitag, 19. November 2010 10:08

Nicht nur die Personalauswahl an sich gleicht oft der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Oft beginnt die Suche für das Recruiting schon bei der Frage, welche der inzwischen mehr als 1500 Jobbörsen auf dem deutschen Markt denn die richtige ist, um dort ein Stellenangebot zu platzieren.

In der aktuellen 8. Auflage der “Studie über deutsche Jobbörsen” der HR-Kommunikationsagentur aktor interactive erhalten Personalverantwortliche, -beratungen und Headhunter einen Überblick über die Vielfalt der deutschen Online-Stellenmärkte. Die Studie arbeitet die Stärken und Schwächen der Generalisten-Jobboards sowie der branchenspezifischen Nischenanbieter heraus und liefert zu jeder Karriereseite aktuelles und konkretes Zahlenmaterial in Form von:

- Mediadaten

- Innovationen

- Partnerschaften

- Zugriffsstatistiken

- Marketingaktivitäten

- Preisen für die Anzeigenschaltung

- Profilen der CV-Datenbanken

- Anzeigen und Werbeformen

Die Studie kann zum Preis von 200 € hier bei aktor bestellt werden.

Thema: Employer Branding und SelfAssessment, eRecruiting | Kommentare (0)

Innovatives Recruitment Game bei niederländischer Großkanzlei Houthoff Buruma

Sonntag, 14. November 2010 13:32

Vor ein paar Wochen hatten wir hier ja noch über die Facebook-Abstinenz von Rechtsanwaltskanzleien bei Facebook berichtet. Um so mehr habe ich mich über einen sehr innovativen Ansatz der niederländischen Kanzlei Houthoff Buruma gefreut – das Recrutainment Format “Houthoff Buruma – The Game“, welches die international tätige niederländische Anwaltskanzlei Houthof Buruma einsetzt, um Top-Absolventen für das Unternehmen zu interessieren und passende Bewerber zu identifizieren.

In dem Spiel geht es darum, als Team in die Rolle von Anwälten bei Houthoff Buruma zu schlüpfen und an einem fiktiven aber durchaus realistischen Fall zu arbeiten. Der Plot dreht sich um die Übernahme des (fiktiven) holländischen Familienunternehmens Hoen (eine Reederei) durch das (fiktive) chinesisches Staatsunternehmen China Mining & Marine (CMM).

Die Teilnehmer erhalten eine Woche vor der eigentlichen Spieldurchführung ein Videobriefing, das sie mit dem Case vertraut macht, so dass The Game quasi zu Hause beginnt.

Die eigentliche Spieldurchführung findet dann in einem Houthoff Buruma Office unter Präsenzbedingungen, aber PC-gestützt statt. Es treten dabei bis zu fünf Teams mit jeweils bis zu fünf Teammitgliedern gegeneinander an.

Alle bekommen die gleiche Aufgabe – als Mitarbeiter des chinesischen Offices von Houthoff Buruma den Klienten CMM bei der Übernahme zu unterstützen. In 90 Minuten sollen die Teams Strategien erarbeiten, wie genügend Anteilseigner des Übernahmeziels Hoen dazu gebracht werden können ihre Anteile zu verkaufen. Dabei müssen Informationen aus Video- und Text-Chats, Filmausschnitten, E-Mails, Nachrichten, Webseiten und sozialen Medien gesichtet, interpretiert und versteckte Probleme gelöst werden. Ohne Strategie und vor allem Arbeitsteilung wird es dabei kaum gehen.

Als Instrumente stehen ein zentraler Spielcomputer, ein Laptop mit ca. 100 Detaildokumenten und eine Papierakte mit wichtigen Informationen zur Verfügung. Alle Details sind überaus realitätsnah gestaltet (was zwar sicherlich den Umsetzungspreis des Serious Games entsprechend nach oben beeinflusst hat, sich aber enorm positiv auf den Lerneffekt – i.S. eines Realistic Job Preview – auswirkt). Je nachdem, welche Lösungsstrategie angewendet wird, durchlaufen die Teams einen anderen Spielpfad.

Alle im Spielverlauf in Erscheinung tretenden Charaktere werden durch professionelle Schauspieler dargestellt. Die Charaktere “reagieren” im Spielverlauf nicht nur auf die vom Team eingegebenen Informationen, sondern sie tun dies auch noch jeweils entsprechend der jeweiligen Persönlichkeit sehr unterschiedlich – auch ein Aspekt, der den Realitätsgehalt einer solchen Simulation deutlich erhöht. Es geht also nicht nur um Fakten, sondern auch darum, mit verschiedenen Charakteren und Typen umgehen zu können. 

Nach Ablauf der 90 Minuten treffen sich dann alle Teams, um ihre jeweiligen Lösungen vorzustellen und zu vertreten.

Das Spiel setzt keine juristischen Fachkenntnisse voraus, sondern fokussiert auf Problemlöse- und soziale Kompetenzen. Es soll somit aufgezeigt werden, dass juristische Tätigkeit heutzutage häufig andere Fähigkeit verlangt, als Paragrafen lesen zu können – insb. im internationalen Kontext.

Nach allem was ich über das Recruitment Game sehen konnte, muss ich sagen, dass es eine wirklich beeindruckende Recrutainment Best Practise geworden ist. Sowohl der Spielansatz als auch dessen multimediale und gestalterische Umsetzung sind erste Liga. Dass hierfür sicherlich auch ein Preisschild im deutlich sechsstelligen (wenn nicht mehr) Bereich für die Umsetzung aufgerufen wird, sei hier nur am Rande erwähnt, ich will ja kein Spielverderber sein. Der insg. sehr positive Eindruck wird noch verstärkt durch den sehr umfangreichen und durchaus professionellen Einsatz verschiedener Social Media Kanäle. Das geht damit los, dass die Kanzlei neben der Homepage zwei eigene Karriere-Websites betreibt (http://www.werkenbijhouthoff.nl/ sowie http://www.experiencehouthoff.com/), die beide sehr deutlich dem Ziel der “Einblick-Gewährung” folgen. Ferner gibt es einen eigenen Youtube-Kanal sowie eine Facebook Seite. Letztere hat zwar nur 16 Fans (was natürlich bei allein mehr als 300 Anwälten bzw. ca. 750 Mitarbeitern insgesamt eher ein Witz ist), aber zumindest muss ich meine Aussage aus dem August (dass es gar keine größeren Kanzleien bei Facebook gibt) damit relativieren. Das Gesamtbild wird abgerundet durch einen Twitter-Kanal und eine Company Page bei LinkedIn.

Houthoff Buruma – The Game ist übrigens Preisträger des diesjährigen European Innovative Games Award in der Kategorie “Innovative Application Methods and Environments”.

Thema: Berufsorientierung, Employer Branding und SelfAssessment, Serious Games, Social Media HR | Kommentare (0)