Beiträge vom 16. August 2010

Karriere-Twitter-Accounts im quantitativen Vergleich

Montag, 16. August 2010 16:16

Eine liebgewordene Gewohnheit ist der regelmäßige Blick auf den Vergleich der Fanzahlen der deutschsprachigen Facebook Karriere-Fanpages. Inspiriert dadurch habe ich mir mal die Karriere-Tweets mittelständischer und großer Unternehmen in Deutschland vorgenommen und die Follower-Zahlen analysiert. Ich bin dabei auf “händische Auszählung” ausgewichen, weil Tools wie Tweetstats oder Twittercounter doch soviele Fehler produzieren, insb. beim Blick in die Vergangenheit, dass hiermit teilweise mehr Fragen als Antworten generiert wurden.

Mir sind dabei zunächst die 16 in der Grafik aufgelisteten Karriere-Tweets eingefallen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn ich jemanden vergessen habe sollte, ist dies kein böser Wille. Schreibt mir die fehlenden einfach in das Kommentarfeld – ich werde das dann beim nächsten Update berücksichtigen.

Aktuell liegt die Deutsche Bahn mit recht großem Abstand und nach wie vor ungebrochener Dynamik vorn. Seit letzter Woche sind absolut betrachtet mehr als 100 Follower im Account @dbkarriere hinzugekommen. Zum Vergleich: @otto_jobs, lange Zeit relativ gleich auf mit der Deutschen Bahn, hat in den letzten neun Tagen absolut nur einen Follower gewonnen und liegt aktuell mit 1587 Followern auf Platz 3.

Wie gesagt, hier geht es nicht um qualitative Aspekte, sondern nur um die Zahl an Followern. Bis zum nächsten Update…

Thema: Bertelsmann Karriere, Commerzbank Karriere, Deutsche Bahn Karriere, Media-Saturn Karriere, Social Media HR, Unilever Karriere | Kommentare (15)

Top-Kanzleien bei Facebook? Fehlanzeige…

Montag, 16. August 2010 8:59

Wie man es auf den Blogs von Bernd Schmitz und Henner Knabenreich ja regelmäßig verfolgen kann, wächst nicht nur die Anzahl der Unternehmen, die Facebook als Instrument des Employer Brandings erkannt haben, sondern auch die Zahl derjenigen, die diesen Seiten als Fans (“Likes”?) folgen, stetig.

Unter diesen Unternehmen sind alle möglichen Branchen vertreten, von der Luftfahrt (z.B. Spitzenreiter Lufthansa, Fraport…), über den Handel (Media-Saturn, OTTO, Rewe…), Medien (z.B. Bertelsmann), Automobilindustrie (Daimler, BMW, Opel…), Banken (Commerzbank, HypoVereinsbank…), Beratungen (Accenture, Bain,  PwC), Chemie / Pharma (Bayer, BASF…), Touristik (Robinson, AIDA…) und Telekommunikation (Deutsche Telekom, E-Plus…)  bis hin zu anderen Industrieunternehmen wie Stihl, Tognum,  EADS, SNT oder Trumpf  – alles irgendwie vertreten… (Übersicht)

Eine Branche hingegen vermisst man auch hier mal wieder, die sich aus meiner Sicht ohnehin scheinbar kaum Gedanken um neue Wege zur Erreichung geeigneten Nachwuchses macht (oder machen muss?):

Anwaltskanzleien.

Ich meine hier nicht kleine Rechtsanwaltskanzleien, sondern die großen, zumeist weltweit agierenden Rechtsberatungskonzerne und Großkanzleien. Diese beschäftigen oftmals weltweit mehrere Tausend Anwälte, nebst dazugehörigen Support-Funktionen.

Geht man mal spaßeshalber die Liste der zehn weltweit größten Kanzleien durch und wirft diese Namen in die Facebook-Suche, so guckt einen AUSNAHMSLOS eine Facebook Gemeinschaftsseite an, also eine mehr oder weniger automatisch generierte Seite, deren Inhalte sich im Wesentlichen aus Wikipedia und etwaigen woanders in Facebook getroffenen Aussagen zusammensetzt.

Wem das nichts sagt, hier mal die Gemeinschaftsseite von Baker & McKenzie, der mit knapp 4000 Berufsträgern größten Kanzlei der Welt:

Von Employer Branding in Facebook also keine Spur.

Dass nicht jede Kanzlei schon in Facebook vertreten sein muss ist klar. Manch ein Unternehmen entscheidet sich sicherlich auch ganz bewusst gegen Facebook als Marketingplattform. Aber ein derart geschlossenes Nicht-in-Erscheinung-treten einer ganzen Branche deutet m.E. eher darauf hin, dass sich die Kanzleien insg. (noch) keine all zu großen Gedanken machen (müssen), wie sie ihren Nachwuchs finden. Oder – und auch diese Erklärung erscheint mir nicht gänzlich unplausibel – das Problem ist organisationsstrukturell. Partnerschaftlich organisierte Unternehmen sind eben nicht ganz so leicht unter einen (Recruiting-)Hut zu bekommen. Wenn dann der Schuh noch nicht allzu sehr drückt, dann geht man das Finden und Kommunizieren einer einheitlichen Employer Brand eben auch einfach nicht an…

Eine hohe Dringlichkeit jedenfalls sieht anders aus.

Nun, wenn der War for Talent bei den Großkanzleien noch nicht angekommen ist, gut für sie. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass es nicht auch um die doch eher spärlich gesähten 12-Punkte Juristen Wettbewerb gibt. Und da könnte es ggf. für den First Mover unter den Großkanzleien hier und da einen kleinen Wettbewerbsvorteil darstellen, sich ein klein wenig innovativer zu geben als die Top-Adresse von nebenan. Die wirklichen Top-Kandidaten, und nur diese stellen die Top-Kanzleien nach eigenem Bekunden ja ein, haben nämlich in der Regel die Auswahl…

Facebook – das gilt im Übrigen für alle Web 2.0 Aktivitäten – bietet ja eben wunderbare Chancen, sich der Zielgruppe mal ein wenig zu öffnen und Einblicke zu gewähren. Allerdings habe ich beim schnelle Durchsehen auch auf keiner der Websites der jeweiligen Unternehmen einen Blog, geschweige denn Karriere-Blog gefunden. Wenn es also um Transparenz ginge, läge das ja fast noch näher. Naja, dass Juristen mit Blogs, oder “Blawgs” allgemein so ihre Berührungsängste haben, kann man hier nachlesen. Bei twitter sieht es im Übrigen auch nicht viel besser aus, selbst bei Kanzleien mit medienrechtlichem Schwerpunkt…

Nun denn, jeder so wie er mag und so lange die Stellen adqäquat besetzt werden können, fein.

Aber ganz ehrlich, würden Sie z.B. Ihre rechtliche Beratung zu Themen im Bereich Social Media in die Hände von Beratungsunternehmen legen, die sich selber in diesen Medien nicht mal zeigen? Wie gesagt, man kann nicht nicht kommunizieren. Auch die Absenz an sich ist ein Statement. Auch von dieser Warte aus sollte man bei den Großkanzleien vielleicht mal draufschauen, vielleicht motiviert das ja…

Thema: Employer Branding, Social Media HR | Kommentare (5)