Beiträge vom Juni, 2010

Gastbeitrag von Dwight Cribb: Der Schritt in Selbständigkeit ist nicht für jeden das richtige. Oder: Die ersten zehn Absagen tun nicht weh.

Montag, 21. Juni 2010 8:58

Die Leser des Recrutainment Blogs kennen das ja schon: In losen Abständen kommen hier externe Experten als Gastautoren zu Wort. Grundsätzlich gilt dabei zwar natürlich, dass diese ihre eigene Meinung vertreten und dass diese Meinung nicht zwingend mit unserer übereinstimmen muss. Im aktuellen Fall kann ich mir diesen Hinweis aber sparen, trifft der Einwurf meines alten Weggefährten Dwight Cribb, Gründer der Dwight Cribb Personalberatung und Urgestein der Online-Szene, doch absolut auf den Punkt. Oft genug begegnet einem ja diese Einstellung: “Das bisschen Selbständigkeit, das kann ich auch!”

Nun, warum der Schritt ins Unternehmertum eben doch nicht für jeden das richtige ist, dazu mehr von Dwight. Dwight: Deine Bühne!

Dwight_CribbDer Schritt in Selbständigkeit ist nicht für jeden das richtige. Oder: Die ersten zehn Absagen tun nicht weh.

In der Beratungspraxis erleben wir es häufig, dass erfolgreiche und erfahrene Manager erwägen, sich selbständig zu machen. Dies geschieht in den allermeisten Fällen in Zusammenhang mit einer notwendig gewordenen beruflichen Neuorientierung. Dabei scheint es unerheblich, ob ein Vertrag ausgelaufen ist oder vorzeitig von einer von beiden Seiten gelöst wurde.

Auf den ersten Blick erscheint der Wunsch nach Selbständigkeit für diese Personengruppe logisch. Wer erfolgreich Untenehmen für Dritte geführt hat, jedes Jahr bei den Gesellschaftern eine satte Rendite abgeliefert hat, der mag den Wunsch verspüren, dies fortan auf eigene Rechnung zu tun. Fraglich ist jedoch, ob dies tatsächlich die Motivation ist und ob ein Manager den gleichen Erfolg hat, wenn er sein eigenes Unternehmen führt.

Zunächst ist mir aufgefallen, dass nur wenige Manager aus einer Situation der Stärke heraus eine unternehmerische Aufgabe in Erwägung ziehen. Wenn aber eine notwendige – oder notgedrungene – Neuorientierung bevorsteht, wächst die Bereitschaft hierzu stark an. Meines Erachtens liegt dies in den meisten Fällen an der Angst vor Ablehnung und Misserfolg, die manche Menschen lähmt und dazu führt, dass sie sich über Monate nicht oder zu wenig bewerben. Erfolgsverwöhnte Manager, die in ihrer regulären Tätigkeit selten oder nie auf offene Ablehnung stoßen, fürchten sich dann davor sich zu bewerben und Absagen zu bekommen.

Die Selbständigkeit erscheint vielen in dieser Situation als idealer Ausweg. Ein Beruf mit Prestige auf den man sich nicht bewerben muss … Viele der so geplanten Selbständigkeiten zielen in Richtung eines Dienstleistungsberufs, denn große Ideen und Pläne sind hier meist nicht im Spiel, es geht darum sein eigenes Wissen und Können zu vermarkten und weniger darum ein Unternehmen aufzubauen.

Die Zahl der in Frage kommenden Sparten, die einerseits vom Erfahrungshintergrund als Führungskraft profitieren und andererseits ein ausreichend gutes Auskommen ermöglichen, ist überschaubar. Je nach persönlicher Erfahrung und Präferenz erscheinen den meisten Engagements als Unternehmensberater, Personalberater, Coach, Relocation Agent, Interim Manager oder Trainer als beste Option.

Leider geht dieser Schritt in die Selbständigkeit in den allermeisten Fällen schief. Denn eins vergessen viele Gründer, die härteste und nachhaltigste Ablehnung kommt häufig vom Markt. Sich jeden Tag aufs Neue zu motivieren, potenzielle Kunden anzurufen und sich und seine Dienstleistung anzubieten, das ist deutlich anstrengender und bringt meist viel mehr Ablehnung und Misserfolg als der härteste Bewerbungsprozess. Das Fatale ist, dass dies in der Regel nicht sofort offensichtlich ist, denn Familie, Freunde und enge Geschäftskontakte sind meist für ein paar Aufträge gut. Hier sind die persönlichen Stärken bekannt, das Vertrauen besteht bereits und so fällt die Akquise leicht. Wenn dieses Netz aber erst einmal leer gefischt ist, dann bleiben Aufträge aus und die Angst vor dem eigenen Misserfolg bewahrheitet sich.

Wer dazu schnell Abstand gewinnen kann und seine Lehren daraus zieht wird als Rückkehrer in die Managementriege von dieser Erfahrung profitieren und fortan sein eigenen Stärken und Schwächen besser einschätzen können. Wer aber die Erfahrung nicht so leicht abstreifen kann, bleibt leicht auf der Strecke und wird es dauerhaft schwer haben an vormalige Erfolge anzuknüpfen.

Sind also alle Gründungen zum Scheitern verurteilt? Nein, auf keinen Fall. Aber man muss sich fragen, warum man den Schritt in die Selbständigkeit wagt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es etwas anderes ist, sich selbst zu verkaufen als ein Produkt oder die Leistung eines anderen. Man benötigt daher ein sehr gesundes Selbstvertrauen und hohes Selbstwertgefühl, um sich und sein Unternehmen erfolgreich zu vermarkten.

Wer also als Manager erfolgreich ist und sich überlegt, eine Selbständigkeit zu beginnen, sollte sich fragen, aus welchen Motiven heraus er dies tut. Es ist auf keinen Fall der leichtere Weg oder der Weg des geringeren Widerstands. Außerdem sollte er sich fragen, wie gut seine Verkäufereigenschaften ausgeprägt sind. Dies ist nicht zu verwechseln mit Vertriebsmanagement, Vertriebscontrolling, Vermarktung, Business Development, Key Account Management oder ähnlichem. Ich meine, können Sie wirklich verkaufen und sind Sie in der Lage anderen zu vermitteln, warum sie genau Sie und Ihre Leistungen kaufen sollen? Und zwar ohne dabei innerlich rot zu werden und ohne Sonderangebote zu machen, sondern mit voller Überzeugung und zum vollen Preis? Wenn ja, dann freuen wir uns Ihr Unternehmen bald am Markt begrüßen zu können. Wenn nein, dann sollten Sie lieber mit uns über Ihre nächste Herausforderung sprechen. Und: Die ersten zehn Absagen tun nicht weh.

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1&1 sucht Softwareentwickler mittels Geocaching – wahrlich eine Karrierejagd…

Mittwoch, 16. Juni 2010 13:26

logo11Witzige Idee und für CYQUEST fast schon Pflicht darüber zu berichten – schließlich hat die Kombination aus Schnitzeljagd und Personalsuche bei uns ja historisch ihren wichtigen Platz…

1&1 schickt Softwareentwickler auf elektronische Schnitzeljagd – mittels Geocaching.

Wie funktioniert´s?

Speziell Softwareentwickler, Systemadministratoren und technisch-versierte Geocacher können sich kostenfrei unter http://geocaching.1und1.de/anmeldung anmelden und erhalten den ersten Hinweis per Mail. Um die Caches, also wenn man so will die “Schnitzel” der Jagd – finden zu können, benötigen die Teilnehmer einen Internetzugang, eine digitale Kamera (Handy-Kamera reicht) und ein GPS-Gerät. Sollte man kein GPS-Gerät besitzen, bekommt man leihweise ein Gerät gestellt. Die versteckten Caches werden per GPS-Gerät aufgespürt. Dabei ist Köpfchen gefragt, denn die Geocaches beinhalten knifflige Fragen, verschlüsselte Begriffe und Algorithmen. Diese gilt es zu lösen, um jeweils den nächsten Hinweis oder die nächste Koordinate zu bekommen. Es gilt um die Ecke zu denken, oder zu gucken… Teilnehmen können Einzelpersonen oder auch Teams.

Jeder gefundene Hinweis erhöht die Gewinnchancen auf viele Sachpreise (z.B: iPod Nano 8GB,  Kinogutscheine etc.) und eine Teilnahme bei der 1&1 Cacher-Party am 29.07.2010 in Karlsruhe. Werden mehr als fünf Caches gefunden, besteht darüber hinaus die Chance auf eine exklusive Gruppenführung durch das 1&1 Rechenzentrum.

Mit der Party am 29.07. endet die Aktion und es ist abzuwarten, wieviele Teilnehmer (aus der Zielgruppe) an der Aktion teilnehmen und in wieweit 1&1 dadurch die richtigen Koordinaten des technischen Nachwuchs findet. Der Ansatz ist aber auf jeden Fall vielversprechend und transportiert die Recrutainment-Idee in die echte Welt – oder wie man neudeutsch so schön sagt: Augmented Reality…

Infos unter: http://geocaching.1und1.de

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Auch die Hochschule Harz bietet jetzt ein SelfAssessment – für zwei Wirtschaftsstudiengänge

Montag, 14. Juni 2010 13:18

fh-harz.normalDie Bemühungen der deutschen Hochschulen bei der “Werbung” passender Studierender setzen immer häufiger auf den Einsatz virtueller Studienorientierungsansätze und Online-SelfAssessment Verfahren. CYQUEST betreut in diesem Kontext eine ganze Reihe von Hochschulen (HAW Hamburg, Hochschule Niederrhein, Universität Göttingen, etc.) aber auch andere setzen auf dieses Pferd.

Jüngstes Beispiel ist nun die Hochschule Harz, die auf Basis des von der RWTH Aachen entwickelten Testmakers ein SelfAssessment für die beiden Wirtschaftsstudiengänge International Business Studies und BWL / Dienstleistungsmanagement anbietet. Wir haben uns die Angebote nun angeschaut und sind dabei zu folgendem Eindruck gekommen:

  • Der Zugang zu den Selbsttests erfolgt über die Seite http://www.hs-harz.de/index.php?id=7735, die dann auf die eigentliche Startseite http://testmaker.hs-harz.de verlinkt. Beide Seiten sind schlicht gestaltet und bieten erstmal nur das nötigste an Information (z.B. Testdauer 30-45 Minuten etc., Nennung der einzelnen Tesmodule). Aus unserer Sicht eher unverständlich, warum die Seite aus Perspektive der Suchmaschinenoptimierung einiges “verschenkt” – z.B. keine sprechende URL etc. und vor allem, warum so wenig Augenmerk auf eine hochschulindividuelle Anmutung gelegt wurde. Nach unserer Einschätzung ist es aus Sicht der Markenidentität sicherlich nicht optimal, wenn das Angebot unter einer eher technischen URL wie “testmaker. hs-harz.de” läuft und dann auf den Content-Seiten nicht mal das Hochschul-Logo erscheint.
  • Inhaltlich umfassenden die beiden SelfAssessments jeweils 5 Testmodule: Interessen und Motivation, Textverständnis, Mathematisches Verständnis, Abstraktes logisches Denken und Tabellen und Grafiken.
  • Der Interessentest fragt in insg. 37 Statements verschiedene Interessen (z.B. “Recherche von Hintergrundinformationen zu einem Thema”) ab. Hierbei muss der Testteilnehmer jeweils auf einer fünfstufigen Skala von “würde ich sehr gern tun” bis “würde ich sehr ungern tun” seine Zustimmung oder Ablehnung zu dem Statement ausdrücken. Im Motivationstest werden recht ähnlich 23 Aussagen zur Motivation gezeigt (z.B. “Mir ist es sehr wichtig, das Studium in jedem Fall abzuschließen, egal wie groß der Aufwand ist.”), die jeweils auf einer sechsstufigen Skala von “Trifft voll und ganz zu” bis “Trifft überhaupt nicht zu” einzuschätzen sind.

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  • Die anderen Testmodule Textverständnis, Mathematisches Verständnis, Abstraktes logisches Denken und Tabellen und Grafiken fokussieren dabei jeweils auf aus Sicht der Autoren relevante Aspekte der Studierfähigkeit. Die Tests muten an wie bekannte Leistungstests, d.h. sie setzen sich aus einem Aufgabenstimulus und verschiedenen Antwortalternativen (“Distraktoren”) zusammen, von denen jeweils einer “richtig” ist und angeklickt werden muss. Jedes dieser “Items” ist unter Zeitbeschränkung zu beantworten. Immerhin wurde bei der Gestaltung auf eine Semantik mit einem gewissen Wirtschaftsbezug geachtet. Ansonsten gilt auch hier: Die Gestaltung der Aufgaben mag diagnostisch korrekt sein, für´s Auge (und damit für die Marke) ist das nichts. Der einzige Test, bei dem man sich als Betrachter halbwegs vorstellen kann, dass “so etwas” auch im Studium drankommen könnte, ist die Analyse von Tabellen und Grafiken. Bei allen anderen fehlt u.E. der nötige Anforderungsbezug gänzlich. Auch fehlen für eine fundierte Studienwahl relevante Themenmodule zur Berufswelt, zu Studieninhalten, – organisation oder -kultur völlig.

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  • Kurz vor dem Ende der Applikation erhält man dann auf einer Seite noch ein paar Informationen zur Hochschule und zum Studienort Wernigerode. Nun, die Seite haben wir mal gescreenshottet und es mag sich jeder selbst sein Bild machen, ob das jetzt so richtig “verlockend” ist.

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  • Zum Abschluss erhält der Teilnehmer dann zu jedem einzelnen Testmodul eine kurze textliche Rückmeldung hinsichtlich des eigenen Abschneidens.

Fazit: Das SelfAssessment der HS Harz wirkt insg. alles andere als gestalterisch ansprechend. Inhaltliche Korrektheit mal als gegeben vorausgesetzt, macht das SelfAssessment optisch sicherlich nicht sonderlich viel her und ob es die Lust, an der HS Harz zu studieren steigert, wage ich auch mal zu bezweifeln. Noch entscheidender als die Optik allerdings ist die Kritik am grundsätzlichen Ansatz des SelfAssessments. Hier wird mal wieder so getan, als wenn man einfach nur einen (Leistungs-)test durchlaufen müsste und einem dieser dann sagen kann, ob man das Fach XY studieren sollte. Wo das “Self” im SelfAssessment stecken soll, bleibt doch irgendwie schleierhaft… Sicherlich ist eine gewisse geistige Flughöhe zum erfolgreichen Bestehen eines Hochschulstudiums wichtig, aber welcher Studiengang, in welcher Hochschulform, an welchem Standort am besten zu einem passt, wird dadurch quasi gar nicht beantwortet. Informationen über hinter dem jeweiligen Studiengang liegende Berufsbilder, Informationen über Studieninhalte, Informationen über die Studienorganisation oder auch Informationen über den Studienalltag und die Studienkultur fehlen völlig. Dabei sind es doch gerade diese “Könnens-unabhängigen” Facetten, die oft zu einer falschen Studienwahl führen. Denn: Ob jemand “studierfähig” ist, steht im Abitur oder anderen Formen der Hochschulzugangsberechtigung. Was das für einen “passende” Studium ist, steht auf einem völlig anderen Blatt… Die Chance, das SelfAssessment als wirksames Instrument zur Profilschärfung der Hochschule einzusetzen, wird an der HS harz so u.E. gänzlich vertan.

Schade eigentlich… Für einen Vergleich lohnt sich ggf. mal ein Blick in das virtuelle Studienberatungsangebot für Wirtschaftsstudiengänge an der HAW Hamburg. Vergleichsurteile sind herzlich willkommen!

Thema: SelfAssessment, Studieren an der HAW Hamburg, Studieren an der Hochschule Niederrhein, Virtuelle Studienberatung | Kommentare (2)

Passend zur WM: Wintershall sucht Mitarbeiter mit “Panini”-Kampagne

Montag, 14. Juni 2010 11:08

wintershall_weltmeisterschaft_mitarbeiter_gesuchtDer international tätige Öl- und Gasproduzent Wintershall – eine 100prozentige BASF-Tochter – startet rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft eine Anzeigenkampagne im Fußball-Look. Der Konzern betont dabei gekonnt den Aspekt “Diversity”. Wintershall beschäftigt mehr als 2.000 Mitarbeiter aus 35 Nationen – von A wie Aserbaidschan bis W wie Weißrussland.

Für das Anzeigenmotiv wurden nun elf Mitarbeiter/innen in den WM-Trikots der Nationalmannschaften ihrer jeweiligen Heimatländer fotografiert und in einer “Sammelkarten-Optik” wie auf Panini-Bildern dargestellt. Das Wintershall-Team sucht neue “Mitspieler”.

Die Anzeige wurde zum ersten Spieltag der Fußball-Weltmeisterschaft im Sportteil der “Welt” geschaltet. Noch einmal geschaltet wird die Anzeige in den nächsten Tagen im Stellenmarkt in der FAZ und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung – dann jeweils mit Einladung zum Probetraining für offene Positionen.

Thema: Employer Branding | Kommentare (3)

Die IFOK-Studie belegt: Strategische Bedeutung des Social Web wird zunehmend erkannt

Freitag, 11. Juni 2010 8:06

IFOK_ImageÜber 50% der deutschen Internetnutzer sind inzwischen Mitglied in Sozialen Netzwerken – Tendenz steigend. Trotz dieser schnellen Verbreitung sind viele Unternehmen nach wie vor zurückhaltend, was die Nutzung des Social Web betrifft. Als häufigsten Grund dafür geben Personalverantwortliche die Angst vor Kontrollverlust an, verkennen dabei aber gleichzeitig, dass dieser nicht zuletzt durch den zögerlichen Umgang mit diesem Thema im Gegenteil verstärkt wird. Employer Branding ist heute nicht mehr allein durch das Unternehmen steuerbar, das aktiv und einseitig Botschaften sendet. Gesprochen wird im Netz ohnehin – ob mit oder ohne Zutun der betroffenen Organisation. Dass die Einflussnahme auf die Diskussion viel mehr auch eine große Chance sein kann – mit positiven Konsequenzen für Unternehmenskultur, Produktivität, interne Zusammenarbeit und nicht zuletzt im „War for Talent“ – scheinen mehr und mehr Personaler zu erkennen, wie die aktuelle IFOK-Studie belegt.

Unter dem Arbeitstitel „Social Media und Personalarbeit: Potenzial erkannt. Und genutzt?“ hat die IFOK GmbH im Herbst vergangenen Jahres im Rahmen einer Online-Erhebung 133 Personalexperten unterschiedlicher Branchen und Unternehmensgrößen in Deutschland zum Einsatz von und zum Umgang mit Social Media befragt. Zentrales Ergebnis der Studie: Obwohl die Mehrheit aller Befragten (60%) Social Media für die Personalarbeit strategisch eine große Bedeutung beimisst, sind jedoch die Wenigsten auf diese neue Form der Kommunikation tatsächlich vorbereitet. In zwei von drei Unternehmen gibt es keine geregelten Zuständigkeiten für dieses Thema. 70% der befragten Unternehmen setzen keine unternehmensweite Social-Media-Strategie ein. Richtlinien zum Umgang mit und zum Verhalten in Social Media hat nur ein kleiner Anteil von 15% der Befragten.

Auffällt, dass den etablierten klassischen Business-Netzwerken wie Xing und LinkedIn offenbar ein größeres Vertrauen entgegengebracht wird, denn 80% der befragten Personal haben diese im Zusammenhang mit ihrer Personalarbeit zumindest schon einmal besucht. Weniger intensiv konzentriert man sich auf Netzwerke wie Facebook, in denen private und geschäftliche Aktion verschwimmt. Auch Microblogging-Dienste wie Twitter werden trotz ihrer Bedeutung für die öffentliche Wahrnehmung nur in sehr geringem Umfang von den befragten Personalern besucht und eingesetzt. Im Kontext der Personalauswahl haben sich immerhin schon knapp zwei Drittel der Befragten im Social Web über potenzielle neue Mitarbeiter informiert (siehe hierzu auch den Beitrag “Screenen Unternehmen Bewerber im Social Web wirklich?“) hier im Blog.

Quelle: http://www.ifok.de

Quelle: http://www.ifok.de

Was die Kenntnisnahme von und die Einflussnahme auf Arbeitgeberbewertungsplattformen im Internet anbelangt, gab rund ein Drittel an, davon nie Gebrauch zu machen. Nur knapp vier Prozent beobachten systematisch, was über ihr Unternehmen in Social Media veröffentlicht wird. Interessant: Diese Frage wurde auch im Rahmen der letztjährigen Kienbaum-Studie “Internal Employer Branding 2009″ gestellt. Dort gaben 62% der Unternehmen an, kein Monitoring von Web 2.0 Arbeitgeber-Bewertungsplattformen zu betreiben. Scheinbar ist hier zumindest Bewegung reingekommen…

IFOK_Studie_2

Quelle: http://www.ifok.de

Auch weiß die Mehrheit der Personaler nicht, in welchem Ausmaß die eigenen Mitarbeiter auf unterschiedlichen sozialen Plattformen vertreten sind, wenngleich doch gerade der Einsatz der eigenen Mitarbeiter als Markenbotschafter für das Unternehmen für die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität von enormem Mehrwert sein könnte.

In ihren Handlungsempfehlungen spricht sich die IFOK GmbH zunächst für eine Bestandsaufnahme im eigenen Unternehmen aus. Was wird über das Unternehmen gesprochen? Welche Kanäle sind individuell relevant? Auf welchen Plattformen sind die eigenen Mitarbeiter vertreten? Als weitere wichtige Schritte im Aufbau einer Social Media Strategie empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit Fachkollegen, aber auch mit relevanten Kollegen im eigenen Unternehmen. Die Erstellung von Social Media Guidelines sorgt für Transparenz und mehr Sicherheit im Umgang mit den neuen Medien.

Die Studie steht kostenlos als pdf auf der Website der IFOK GmbH zum Download zur Verfügung.

Thema: Employer Branding, Fachartikel, Social Media HR | Kommentare (1)