Beiträge vom 6. Januar 2010

Wie das Familienunternehmen SMS Siemag Nachwuchs wirbt

Mittwoch, 6. Januar 2010 15:21

logo_smssiemagWir haben hier im Blog ja schon mehrfach die speziellen Herausforderungen des Recruitings für mittelständische Unternehmen thematisiert (z.B. “Employer Branding von Mittelständlern: Chancen durch veränderte Anforderungen der Zielgruppen” oder “E-Recruiting im Mittelstand“). Heute war die Ausgabe 01/10 der Zeitschrift “Human Resources Manager”, das offizielle Magazin des Bundesverband der Personalmanager (BPM) aus dem Helios Verlag im Briefkasten (übrigens insg. sehr wertig und inhaltlich lohnend), in der dieser Themenbereich ebenfalls mit einer interessanten Fallstudie beschrieben wird.

In dem Artikel “Rein in die Hütte” wird beschrieben, wie das Familienunternehmen SMS Siemag es schafft, qualifizierten Nachwuchs auf sich aufmerksam zu machen, zu rekrutieren, auszubilden und an sich zu binden.

Das 136 Jahre alte Familienunternehmen kämpft in diesem Zusammenhang mit im Wesentlichen drei Problemen:

1. Der Standort: Das Unternehmen hat zwar auch Standorte in Mönchengladbach und Düsseldorf, 2.000 der insg. 9.000 Mitarbeiter werden allerdings in Hilgenbach beschäftigt, einem 16.000 Einwohner zählenden Örtchen im Siegerland ca. 100 Kilometer östlich von Köln. Für viele Bewerber nicht unbedingt der Nabel der Welt.

2. Die Größe: Fast 9.000 Menschen beschäftigt das Unternehmen, was sicherlich nicht mehr als “klein” zu bezeichnen ist. Gleichwohl kann man dies auch nicht als Großkonzern bezeichnen, dessen Name sich im Lebenslauf besonders hervorhebt.

3. Die Branche: Das Unternehmen stellt her, was andere Unternehmen brauchen, um aus Eisenerz Flachstahl zu machen. Auch das klingt für viele Bewerber nicht wirklich sexy.

Vor diesem Hintergrund ist der Maßnahmenmix, mit dem das Unternehmen diesen Problemen begegnet, sehr bemerkenswert:

So bildet der Konzern etwa überdurchschnitt stark aus. Mit einer Ausbildungsquote von 7% wird ein großer Teil des Nachwuchsbedarfs inhouse qualifiziert. Dies trägt auch der Erkenntnis Rechnung, dass eine Rekrutierung, die erst nach der Uni ansetzt, oft ins Leere läuft, weil dann weite Teile des Nachwuchses “für die Ingenieurswissenschaften bereits verloren seien”. Von daher pflegt das Unternehmen enge Kontakte zu verschiedenen Schulen, um die Schüler dort bereits für technische Berufe im Allgemeinen und das Unternehmen im Speziellen zu begeistern. Derartige Partnerschaften hat das Unternehmen mit zwei Gymnasien, drei Realschulen, einer Gesamt- und einer Hauptschule. SMS Mitarbeiter halten Vorträge für Lehrer, Eltern und Schüler und führen diese durch den Betrieb. Per Videocam wird die Arbeit der Ausbildungswerkstatt in den Klassenraum übertragen. Den Hauptschülern verspricht das Unternehmen dabei einen Ausbildungsplatz, wenn diese ein Jahr lang zweimal wöchentlich an Fortbildungen teilnehmen.

Das Unternehmen bildet zur Zeit 28 angehende Ingenieure im dualen Studium aus und unterhält ein Stipendienprogramm, bei dem die Teilnehmer pro Semester mit 350 Euro unterstützt werden. Zudem betreibt das Unternehmen seit nunmehr 40 Jahren ein Studentenwohnheim an einer der renommiertesten technischen Hochschulen Deutschlands – der RWTH Aachen.

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RecruitingTrends 2010 zeigt: Auch in der Wirtschaftskrise bleibt Fachkräftemangel ein Thema

Mittwoch, 6. Januar 2010 10:03

RecruitingTrends2010Vor einigen Wochen wurde in Frankfurt die Studie Recruiting Trends 2010 vorgestellt, die das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Unis Bamberg und Frankfurt/M. jährlich durchführt. Diese “empirische Untersuchung mit den Top-1000-Unternehmen aus Deutschland” geht regelmäßig verschiedenen Fragen zu Personalmarketing, Recruiting, Recruitinginstrumenten – und hier insb. E-Recruitinginstrumenten – nach. An der aktuellen Befragung haben 110 Unternehmen teilgenommen (weshalb wir die “Top-1000″ auch in Anführungsstriche gesetzt haben). Gleichwohl ist der Branchen-Mix der teilnehmenden Unternehmen repräsentativ für die Gesamtheit der deutschen Großunternehmen, weshalb die Ergebnisse insg. als sehr aussagekräftig angesehen werden können. Wir werden in den kommenden Tagen nun immer einige der Kernergebnisse der Studie hier im Recrutainment Blog veröffentlichen.

War for Talent auch in der Wirtschaftskrise

Einen sehr interessenten Befund liefert die die Studie gleich zu Beginn: Mit 34% gibt mehr als ein Drittel der Unternehmen an, in 2010 mit einem Anstieg der Mitarbeiterzahlen zu rechnen. Dies ist zwar im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 24 Prozentpunkte, gleichwohl vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation ein überaus optimistisches Bild. Die Einschätzung hinsichtlich der quantitativen Mitarbeiterentwicklung bewegt sich damit für 2010 etwa auf dem Niveau von 2005/2006.

Prognose_der_Vakanzen_2010Dass hierin aus Sicht der befragten Personaler keine Entwarnung an der Recruitingfront gegeben werden kann drückt folgendes Ergebnis aus: Bei 36,6% der für 2010 geschätzten Vakanzen erwarten die Unternehmen “Probleme, einen geeigneten Kandidaten zu finden” und bei weiteren 4,1% der Stellen wird davon ausgegngen, dass diese gar nicht zu besetzen sein werden. Diese Werte liegen nur marginal unter den Einschätzungen des Vorjahres (38,7% bzw. 5,0%). Auch geben 21,1% der Unternehmen an, dass es zukünftig noch schwerer wird, geeignetes Personal zu finden. Insg. also durchaus interessante Belege dafür, dass trotz der globalen Wirtschaftskrise, der Fachkräftemangel / War for Talent ein wichtiges Thema bleibt.

Erwartete_Besetzbarkeit_Vakanzen_2010

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